Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

Award für Multiplayer Award für Optionsvielfalt

< zurück

Race Driver GRID

Rennspiel

14.10.2008

Autor: Gunnar Schreiber

 

Mit DTM Race Driver hat Codemasters bereits 2007 die Messlatte für Rennspiele auf dem Nintendo DS verdammt hochgelegt. Verdientermaßen wurde der Titel von uns mit 87% im Single- und 85% im Multiplayer belohnt. Nun erschien vor kurzem der inoffizielle Nachfolger namens Race Driver GRID, zwar diesmal ohne die DTM Lizenz, aber dennoch mit vielen authentischen Wagen (BMW, Dodge etc.) und Strecken (z.B. Spa, Nürburgring) der Motorsportszene. Ob die Entwickler von Firebrand Games noch mal was drauflegen konnten, sollen die folgenden Ausführungen zeigen.

 

 

Mehr ist manchmal tatsächlich mehr

 

GRID überzeugt gleich von vorneweg mit einer Vielzahl an Möglichkeiten: Es gibt eine Singleplayerkampagne mit verschiedenen Aufgaben, einen Streckeneditor und einen Multiplayer, den man sowohl mit einer Karte, mit mehreren Modulen und sogar online spielen kann. Und das Beste: Alle Modi machen Spaß! Aber der Reihe nach.

 

Die Kampagne läuft diesmal etwas anders ab als beim Vorgänger. Während dort viele Nebenaufgaben ausgelagert wurden, sind sie diesmal ein Teil des Ganzen. Also, wenn ihr euch einen Rennstandort in Europa, den USA oder Japan ausgewählt habt – werden sukzessive freigeschaltet – dann werdet ihr meistens mit mehreren Aufgaben konfrontiert, die ihr in beliebiger Reihenfolge erledigen könnt. Überhaupt zeichnet sich das Spiel dadurch aus, dass ihr jederzeit einen Rennstandort verlassen und einen anderen wählen könnt. Auf diese Weise geht ihr einfach unbeliebten Aufgaben aus dem Weg.

 

Grundsätzlich stehen euch 11 Aufgaben zur Verfügung: Einzelrennen, Meisterschaft, Zeitfahren, Speed Prüfung, Beschleunigen & Bremsen, Lenkprüfung, Verfolgung, Survival, Drift-Prüfung, Touge und Blaupause. Die meisten sind sicherlich selbsterklärend, dennoch ein paar Beispiele:

 

Beim Survival Rennen startest du mit einem Vorsprung vor deinem Gegner auf der Strecke. Nun hast du drei Zeitlimits, die du überstehen musst (also vor deinem Konkurrenten platziert bleiben), damit du eine, zwei oder drei Medaillen erhältst. Überhaupt bekommt man für alle gelösten Aufgaben Medaillen und Reputationspunkte.

 

Bei Blaupause möchte der Veranstalter eines Austragungsorts eine neue Strecke bauen und man muss als Spieler diese Aufgabe übernehmen. Dabei haben die Auftragsgeber meistens ganz genau Vorstellung wie der Windpark darf nicht abgerissen werden, die Piste muss mindestens drei Schikanen, eine Tribüne, fünf Steilkurven etc. enthalten.

 

Durch die verschiedenen Aufgaben kommt so schnell keine Langeweile auf, zumal immer nur ein Bruchteil derer pro Standort verlangt werden.

 

Mit den bereits angesprochenen Medaillen und Reputationspunkten schaltet ihr verschiedene Boni frei wie u.a. Wagen, Strecken, Wagenteile und Bauteile für den Editor. Hier lohnt sich vor allem ein regelmäßiger Besuch in der Werkstatt, wo alle Wagen geparkt werden, die du pro Region freigeschaltet hast. In der Werkstatt kann man die Wagen in fünf Kategorien (Motor, Getriebe, Lenkung, Reifen, Fahrgestell) aufrüsten und verbessern.

 

Das ist auch durchaus sinnvoll, da es nicht nur die Leistungsmerkmale des Fahrzeugs erhöht, sondern auch die Anfälligkeit verringert. Kollidiert ihr nämlich mit der Bande oder gegnerischen Boliden während des Rennens, dann nehmen die eben genannten fünf Bereiche des Wagens Schaden. Dies wird symbolisiert auf dem Touchscreen. Bei einem zu hohen Schaden, lässt sich das Auto immer schlechter steuern, bis es irgendwann gar nicht mehr fährt. Es bleibt zwar immer die Möglichkeit in die Boxengasse zu fahren, um alle Schäden komplett reparieren zu lassen. Aber hier gilt bei GRID der gleiche Kritikpunkt wie auch schon beim Vorgänger DTM Race Driver: Der Aufenthalt in der Boxengasse dauert einfach zu lange, so dass man schnell chancenlos auf eine gute Platzierung ist. Deshalb ist es leider in den meisten Fällen sinnvoller, das Rennen neuzustarten, als den Wagen reparieren zu lassen.

 

 

Die Steuerung

 

GRID steuert sich wie sein Vorgänger sehr gut. Die unterschiedlichen Wagen haben tatsächlich auch spürbar verschiedene Fahrverhalten. Mit „A“ beschleunigt ihr den Boliden, mit „B“ wird gebremst und „X“ betätigt die Handbremse. Mit den anderen Tasten könnt ihr in den Rückspiegel schauen und mit SELECT wird die Kameraperspektive geändert.

 

 

Die audivisuelle Umsetzung

 

Die Grafik von GRID kann sich größtenteils sehr sehen lassen. Die Strecken und Umgebungsgrafiken sind für DS Verhältnisse sehr detailliert. Lästige PopUps, also sichtbarer Aufbau der Hintergrundgrafiken, gibt es allenfalls am Horizont, wo es kaum stört. Trotz bis zu acht Fahrzeugen gleichzeitig auf der Strecke, läuft das Spiel meistens flüssig, so dass ein sehr gutes Geschwindigkeitsgefühl aufkommt.

 

Der Musik in den Menüs ist wie beim Vorgänger eher unspektakulär, aber dennoch passend. Die Motorengeräusche schwanken zwischen authentisch und eher lächerlich (Fön lässt grüßen).

 

 

Der Multiplayer:

 

Wie bereits erwähnt bietet das Spiel sowohl einen Einzelkarten- und Multikartenmodus als auch einen Onlinemodus. Im Einzelkartenmodus mit bis zu vier Spielern eröffnet ein Host eine Meisterschaft, an der bis zu drei weitere Spieler teilnehmen. Es werden drei Strecken gefahren, deren Ergebnisse automatisch gespeichert werden. Cool ist, dass das Spiel nicht gleich abbricht, sobald ein Client das Match verlassen hat. Nur wenn der Host aussteigt, ist die Partie beendet.

 

Beim Multikartenspiel mit bis zu vier Spielern stehen dem Host jede Menge Optionen zur Verfügung. Zunächst einmal muss er sich für einen Modus entscheiden: Bei einem Einzelrennen kann jede bereits im Singleplayer freigespielte Strecke ausgewählt werden. Bei einer Meisterschaft kann man beliebige Strecken auswählen und zu einer Meisterschaft zusammenstellen, die dann nacheinander absolviert werden. Im Modus Verfolgung startet ein Spieler mit einem großen Vorsprung auf der Strecke und die anderen müssen ihn einholen. Übersteht der Wagen mit Vorsprung das Zeitlimit, so hat er gewonnen. Ansonsten sahnt der Überholende die Punkte ab.

 

Natürlich hat der Host im Multikartenspiel jede Menge weitere Einstellungsmöglichkeiten: So kann er die Strecke wählen, die Wetterbedingungen, die Fahrzeugklassen oder Limits.

 

Im Onlinemodus müsst ihr euch zunächst entscheiden, ob ihr an einem schnellen Rennen teilnehmen (ohne Freundescode, ohne viele Einstellungsmöglichkeiten) oder an von anderen Spielern, mit denen du den Freundescode ausgetauscht hast, aufgesetzten Meisterschaften. Dabei hat der Host wieder sämtliche Optionen zur Verfügung. Ansonsten bietet das Spiel die üblichen Möglichkeiten: So lassen sich Spieler nach gleichem Rang suchen oder Rivalen nach einem Match bestimmen.

 

Cool ist auch, dass man eigene Strecken aus dem Editor hochladen bzw. von anderen Spielern herunterladen kann. So hat man quasi ein unendliches Repertoire zur Verfügung.

 

Die einzige Problematik ist, dass man beim Onlinemodus eher selten auf Mitspieler trifft.

 

 

Der Streckeneditor

 

Der Editor war schon im Vorgänger eine tolle Beilage und ist nun sogar noch einen Tick besser und umfangreicher geworden. Ihr könnt mit dem Tool einfach jede erdenkliche Strecke zusammenbauen. Besonders toll gelöst dabei ist, dass man auch mit wenig Zeit und Wissen über den Editor in wenigen Sekunden eine Piste zaubert, in dem man einfach via Touchpen auf dem Touchscreen einen Streckenverlauf zeichnet, den das Spiel dann automatisch in eine Strecke umwandelt. Profis bekommen aber auch einen extrem umfangreichen Editor geboten, der wirklich so ziemlich alles bietet, was man sich vorstellen kann. Hier mal eine kleine Aufzählung: Ihr könnt jede erdenkliche Kurven und Geraden auswählen, diese zur Not auch absenken oder anheben. Verändert den Horizont nach Belieben, packt jede Menge verschiedene Deko-Elemente in die Landschaft von Parkplätzen bis hin zu Wäldern, erstellt eure eigenen Werbetafeln für den Streckenrand, modifiziert die Randbeleuchtung und und und.

 

 

Meckerecke

 

Abgesehen von den bereits genannten Kleinigkeiten wie dem teils unpassenden Motorengeräuschen oder der eher schlechten Umsetzung der Boxengasse gibt es kaum was zu meckern. Vielleicht könnte man die doch etwas umständliche Menüführung gerade im Multiplayer noch negativ erwähnen. Außerdem stören im Multiplayer die zu großen Spielernamen über den gegnerischen Fahrzeugen, die oftmals die Sicht zu stark einschränken. Warum kann man die nicht einfach optional ausstellen?

 

Ebenfalls negativ fallen gerade im Multiplayer einige Probleme mit der Kollisionsabfrage auf. Wenn man zum Beispiel einen gegnerischen Wagen unglücklich gegen eine Bande rammt, dann kann es passieren, dass dieser durch die Bande ins Nirvana fährt. Das ist sehr unschön und hätte nun wirklich nicht sein dürfen. Geschieht allerdings auch nur, wenn man es drauf anlegt, unfair zu fahren. Deshalb gibt es dafür keinen Punktabzug.

 

 

Wir danken Codemasters für die Bereitstellung des Testmusters!

 


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Mit Race Driver GRID machen Codemasters und die Entwickler Firebrand Games nahezu alles richtig. Die Technik kann sich sehen lassen, die Steuerung funktioniert einwandfrei und der Umfang ist einfach gigantisch. Wer ein Rennspiel für den DS sucht, was sich ein wenig ernsthafter und realistischer fährt, ohne aber eine Simulation zu sein, der muss einfach zugreifen. Was viel besseres wird es auch in Zukunft auf Nintendos Handheld nicht geben.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

super

88%

Singleplayer

87%

Multiplayer

Release

08.08.2008

Developer

Firebrand Games

Publisher

Codemasters

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes