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Reviews: Nintendo DS

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Sim City Creator

Simulation

22.10.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Der Beginn der Zivilisation

 

Wir schreiben das Jahr des Beginns der menschlichen Zivilisation. Das erste Mal bauen wir organisiert Hütten und handeln untereinander, um die eigene Gesundheit zu erhalten. So beginnt es im Herausforderungsmodus von Sim City Creator, in dem man seine Stadt von den Anfängen bis in die Zukunft in fünf Phasen begleitet. Anfangs geht es nur darum, Holz zu fällen, um weitere Gebäude bauen zu können, damit die sich vermehrenden Menschen genug Platz zum Leben haben. In dieser ersten Phase des Spiels wird man mit den rudimentären Eigenschaften des Spiels vertraut gemacht, um sich langsam daran zu gewöhnen: Wie baue ich Straßen, wie stelle ich sicher, dass Bauflächen auch genutzt werden usw. Hat man diese Dinge gelernt und geschickt umgesetzt und die Bevölkerung auf 5.000 Menschen erhöht, kommt der erste Zeitsprung um einige Jahrhunderte.

 

Im Mittelalter legen die Menschen so langsam auch wert auf Sicherheit und Gesundheit, während sie gleichzeitig mit genug Nahrung versorgt werden müssen. Dort lernt man dann also, wie man am besten dafür sorgt, dass in der Stadt alles mit rechten Dingen zu geht. Außerdem ist jetzt nicht mehr Holz der wichtige Rohstoff, sondern Geld, weshalb man hier auch erstmals ein Budgetblatt hat. Dort legt man fest, wie viele Steuern die Bürger zahlen müssen, was natürlich Einfluss auf deren Verhalten hat. Mit diesem Geld finanziert man Feuerwachen, Polizeistationen und andere Dinge. Auch in dieser Phase werden weitestgehend rudimentäre Eigenschaften des Spiels erst beigebracht und dann verlangt. Schafft man es, eine sichere Stadt mit ausreichend Versorgung zu bauen, dann werden genug Bewohner kommen, so dass man das geforderte Ziel von 30.000 Einwohnern erreicht und in die nächste Epoche reisen darf.

 

Nun befindet sich die Stadt in den Anfängen der industriellen Revolution, wo man erstmals auch auf Strom- und Wasserversorgung achten muss. Darüber hinaus ist nun nicht mehr der bloße Anstieg der Bevölkerung ausreichend, sondern man muss stattdessen einen Zufriedenheitsgrad von 100% in seiner Bevölkerung erreichen. Das schafft man durch eine sichere, saubere, verkehrstechnisch optimierte und bürgerfreundliche Stadt. Auf die darauf folgenden zwei Stufen gehe ich jetzt nicht genauer ein, denn ich will ja nicht den ganzen Spaß verderben. Es kommen jedenfalls immer weitere Aspekte dazu, wie Handel, Forschung etc. so dass man auf der letzten Stufe wirklich auf eine ganze Menge achten muss.

 

Insgesamt wird man für einen Durchlauf durch alle fünf Epochen etwa 15 Stunden brauchen, was eine ganze Menge Spielzeit ist. Aber damit nicht genug: In einigen Phasen gibt es mehr als eine Alternative zur Auswahl. Darunter Stilrichtungen wie Japan, Europa und die USA, so dass man insgesamt neun Stufen spielen kann, wobei man mindestens drei Durchläufe benötigt, um alles gesehen zu haben, oder man speichert geschickt auf den beiden zur Verfügung stehenden Plätzen. Für zwei komplette Durchläufe ist das Spiel aber in jedem Fall gut, da man beim ersten Mal kaum alles richtig macht und dann motiviert ist, die perfekte Stadt zu bauen.

 

Das kann man natürlich auch im freien Modus tun, wo man einfach eine Stadt baut und versucht, sie möglichst groß zu machen. Dieser Modus fesselt auch nach den Herausforderungen, weil man sich hier eine bestimmte Phase aussuchen darf, die man bereits freigespielt hat und schon kann es los gehen. Man kann sich also so richtig austoben und kreativ sein, bei der Planung seiner eigenen perfekten Stadt. Für einen ordentlichen Umfang ist also auf jeden Fall gesorgt, aber stimmt auch die Technik?

 

 

Eine Stadt in der Hosentasche!

 

Sim City aus dem letzten Jahr war quasi ein Klon des ersten Teils, der 1989 für den PC herausgekommen ist und sah dementsprechend genauso aus. Für die neue Version wurde leicht optimiert und vor allen Dingen die Vielfalt an Gebäuden deutlich vergrößert. Jede Epoche mit ihren Unterschiedlichen Ausprägungen hat ganz eigene Gebäude, so dass es sehr viele Variationen gibt. Durch die gute Nutzung der beiden Bildschirme kommt die Stadt in den zwei Zoomstufen auch gut zur Geltung. Leider laufen keine Sims sichtbar herum und auch Autos fahren nicht, aber das hätte die kleine Konsole vermutlich überfordert.

 

An ihre Grenzen stößt sie auch jetzt schon, vor allem dann, wenn man die Ansicht von weiter oben gewählt hat und die Zeit schnell laufen lässt. Dann muss im Hintergrund wohl so viel gerechnet werden, dass man Tasten nicht selten mehrfach drücken muss, bevor etwas passiert. Dies ist aber nur im Ansicht-Modus der Fall, da nur hier die Zeit überhaupt voran schreitet. Im Baublatt, im Informationsblatt oder im Budget gibt es keine Ruckler oder Ähnliches. Zoomt man nah heran, dann läuft auch immer alles flüssig.

 

Der Touchpen wird natürlich intensiv zum Bauen und Scrollen eingesetzt, was einwandfrei programmiert ist. Lediglich sehr filigrane Bauarbeiten von 1x1 Felder großen Gebäuden ist aus der Weitsicht ein wenig ungenau, was durch einen Druck auf einer der beiden Schultertasten (=Zoom) aber sofort behoben wird. Außerdem den Steuerkreuz zum scrollen kommen sonst keine weiteren Tasten zum Einsatz. Manchmal muss man Icons zwar zweimal drücken, damit das Spiel reagiert, dass passiert aber auch nur, wenn man die ungünstigsten Einstellungen gewählt hat. Ich habe mich schnell dran gewöhnt und dann einfach immer einen „Doppelklick“ gemacht, was ich vollkommen okay finde.

 

Musikalisch gibt es leider viel zu wenig Abwechslung, denn jede Phase hat nur eine Melodie. Diese sind an sich zwar ganz nett und auch nur selten nervig, aber etwas mehr Vielfalt hätte es schon sein müssen. Die Soundeffekte sind gut, auch wenn manche, die beim Bau bestimmter Gebäude aus den Lautsprechern kommen, auf Dauer ein wenig übertrieben sind. Oder wer will schon jedes Mal einen Vogel zwitschern hören, wenn man einen Park baut.

 

Technisch ist Sim City Creator auf dem DS also sehr solide und funktional. Die Übersicht ist gut, es lässt sich gut steuern und Details bekommt man trotz fehlender Bewegung z.B. durch Autos auf den Straßen jede Menge geboten. Ein paar kleine Verbesserungen hier und da und ich wäre restlos zufrieden.

 

 

Meckerecke

 

Trotz des großen Spielspaßes, den ich in meinen bisher knapp 30 Stunden Spielzeit schon hatte, gibt es doch einiges zu bemängeln. Der größte Kritikpunkt ist die Speicherdauer. Ein einfacher Speichervorgag nimmt gut und gerne schon mal 30-60 Sekunden in Anspruch, was kurze Spielrunden quasi unmöglich macht. Auch Versuche, ob bestimmte Dinge gut funktionieren und man im Zweifel auf einen Speicherstand zurückgreifen kann, werden damit fast vollständig unterbunden, da es einfach viel zu lange dauert. Man wird außerdem dazu erzogen, nur sehr selten seinen Spielstand zu sichern, was zu großem Frust führen kann, wenn man einen Fehler macht und schon länger nicht gespeichert hat. Mir ist das zum Glück nie passiert, da ich immer sehr vorsichtig war.

 

Schade finde ich es auch, dass einige Features von Sim City es leider nicht ins Spiel geschafft haben. So ist die Landschaft platt und unterscheidet lediglich Wasser und Erde, Berge gibt es also leider nicht, was die Gestaltungsmöglichkeiten natürlich stark einschränkt. Ebenso hätte ich mir ein paar mehr Gebäude gewünscht, um die Komplexität zum Ende hin zu erhöhen. Warum man nur Wassertürme und keine Wasserleitungen bauen darf, ist mir ebenso unerklärlich wie die mangelnde Abwechslung bei Straßen. Aber vermutlich wäre das für die kleine Konsole einfach zu viel gewesen.

 

Der letzte Kritikpunkt ist der „Mehrspieler-Modus“. Zwar braucht Sim City so etwas nicht wirklich, aber wenn man es schon anbietet, dann hätte es ruhig etwas mehr sein können, als nur ein Tausch von freigeschalteten Gebäuden oder das Verschicken von Schnappschüssen (sehr kleine Ausschnitte) der eigenen Stadt. Schade. Warum kann man nicht zu zweit an einer Stadt bauen oder sich auf einer Fläche mit zwei Städten austoben?

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Sim City Creator ist in allen Belangen ein bisschen besser als der Vorgänger auf dem Nintendo DS. Der Herausforderungsmodus ist eine gelungene Erweiterung und bringt deutlich mehr Abwechslung in das Spiel. Dazu gibt es natürlich den klassischen Modus, in dem man sich so richtig austoben kann. Technisch geht das Spiel absolut in Ordnung und das Bild wird nur durch ein paar Ruckler in einer bestimmten Einstellung getrübt. Schade ist, dass einige der liebgewonnenen Optionen es nicht auf den Handheld geschafft haben, aber dennoch ist Sim City Creator ein durchaus empfehlenswertes Spiel. Vor allem, wenn man den Vorgänger aus dem letzten Jahr nicht gespielt hat! Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, in dem es dann hoffentlich noch mehr Optionen gibt.

Grafik

gut

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

25.09.2008

Developer

Electronic Arts

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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