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Reviews: Nintendo DS

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Koch doch mal! mit Jamie Oliver

Simulation

02.11.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Dass nicht alle Lizenz- und Casualspiele zwangsläufig mit schlechter Qualität gleichzusetzen sind, beweist Koch doch mal! mit Jamie Oliver, das von Atari veröffentlicht und von der deutschen Firma keen games entwickelt wurde. Wer mehr Infos aus erster Hand haben möchte ist eingeladen, unser informatives Interview mit der Producerin des Titels zu lesen.


Kommen wir nun aber zum Spiel. Koch doch mal! versucht den Spagat zwischen Kochbuch auf der einen und einem richtigen Spiel auf der anderen Seite zu schaffen. Während also Nintendos Kochkurs sich auf ersteres und Cooking Mama auf zweites verlässt, bietet Ataris Produkt tatsächlich beides.

 

 

Das Kochbuch

 

Startet man das Spiel, wird man von einem Intro begrüßt, was bewegte Bilder des Protagonisten des Spiels, dem englischen Starkoch Jamie Oliver, und einigen seiner Gerichte zeigt. Das Intro hinter uns lassend, werfen wir einen ersten Blick in das virtuelle Kochbuch. Hier stehen ganze 100 Originalrezepte von Jamie Oliver zur Auswahl. Einfach das gewünschte Rezept in der Liste auswählen und schon liest wahlweise Jamie Oliver selbst oder ein deutscher Synchronsprecher den Namen der Kreation vor. Ein Bild gibt Aufschluss über das Essen. Nachdem man ein Rezept ausgewählt hat, werden einem die benötigten Zutaten angezeigt und danach das Rezept Schritt für Schritt erklärt. Mit dieser genauen Anleitung läßt sich das Gericht leicht in der eigenen Küche nachkochen. Um dies weiter zu erleichtern, hat sich keen games ein paar nette Sachen einfallen lassen. So kann man Timer einstellen, die Alarm schlagen, wenn z.B. der Auflauf aus dem Ofen genommen werden muss. Darüber hinaus ist es möglich, die Rezeptschritte via Spracherkennung vor und zurückblättern, falls man nicht mit soßenverschmierten Fingern den DS anpacken möchte.

 

Benutzt man die Spracherkennung nicht, dann kann man kinderleicht mit dem Touchpen durch sämtliche Menüs und Modi manövrieren. Die 100 Rezepte bieten dabei eine bunte Mischung aus verschiedenen Vor-, Haupt- und Nachspeisen. Clever sind auch die eingebauten Filter, mit deren Hilfe man z.B. alle Rezepte anzeigen lassen kann, die binnen 30 Minuten nachgekocht werden können und kein Fleisch enthalten.

 

Hat man nicht alle Zutaten für das Rezept im Haus, lassen sich diese auch in eine virtuelle Einkaufsliste transferieren, nach der man im Supermarkt einkaufen geht. Dort werden alle Zutaten chronologisch und mit der korrekten Menge angezeigt. Praktisch ist, dass sich via Texteingabe auch weitere Produkte der Liste hinzufügen lassen. Hat man nun die benötigten Sachen in den Einkaufswagen gelegt, kann man diese einfach abhaken und ggf. löschen.

 

 

Das Spiel

 

Der spielerische Teil von Koch doch mal! teilt sich in mehrere Bereiche auf. In der Testküche können 25 der 100 Rezepte in einer von 10 virtuellen Küchen nachgekocht werden. Um die einzelnen Rezeptschritte zu vereinfachen, spielen dann genaue Maßeinheiten keine Rolle mehr, sondern eine Waage zeigt automatisch an, ob man genug oder zu wenig von der Zutat hat. Jede Küche besteht aus mehreren Bereichen: Von der Spüle, über den Herd bis hin zum Schneidebrett ist alles enthalten, was man in einer Küche so erwartet. Sämtliche Zutaten, Geräte wie Stabmixer und Utensilien wie Schüsseln, die man für das Rezept benötigt, befinden sich im Schrank.

 

Das Kochen in der virtuellen Küche ist dabei erstaunlich realistisch und komfortabel ausgefallen. Nahezu alle Bewegungen und Aktionen, die man via dem Touchpen auf dem Touchscreen ausführt, wirken ziemlich authentisch. Muss man z.B. ein Gemüse zubereiten, dann wäscht man dieses zunächst in der Spüle, zerhackt es dann mit dem Messer auf dem Schneidebrett, was der Spieler mit dem Stylus auf dem Touchscreen macht und kocht das Gemüse im Anschluss auf dem Herd. Sobald es gar ist – man kann sogar sämtliche Zutaten verbrennen lassen, was Jamie auch schon mal Husten lässt – richtet man das Essen auf einem Teller an, wobei auch hier wieder jede Menge Geschirr und verschiedenste Garnierungsmöglichkeiten zur Auswahl stehen. Egal ob man mit Touchpenbewegunen in einer Schüssel umrührt, einen Teig mit einem Nudelholz ausrollt oder Käse auf einer Reibe zerkleinert, die Steuerung geht immer sehr gut von der Hand.

 

Folgt man den Rezeptanweisungen steht einem Gelingen der Mahlzeit nichts im Wege, was am Ende auch durch ein Rating von bis zu fünf Sternen beurteilt wird.

 

Herzstück des Spiels ist der Freikochmodus: Hier kann man sich in einer der 10 Küchen frei austoben. Es stehen unzählige Utensilien, Geschirrteile und über 200 Zutaten zur Auswahl, vorausgesetzt man hat alles bereits freigespielt. In diesem Modus kann der Spieler seiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen und wild Zutaten miteinander mischen, einfach mal Rezepte ausprobieren, an die man sich im echten Leben nicht rantrauen würde oder Essen entwerfen, die man nichtmal seinen schlimmsten Feinden vorsetzen würde. Ein sehr interessantes Feature ist, dass man eigene Kreationen abspeichern kann. Diese werden dann samt groben Rezeptschritten im Kochbuchteil des Spiels gesichert und lassen sich im Anschluss sogar via W-LAN an Freunde schicken, die ebenfalls das Spiel besitzen.

 

Darüber hinaus bietet das Spiel noch eine Kochchallenge und einen Time Attack Modus: In der Challenge kocht man die 25 Originalrezepte nach, wobei dem Hobbykoch ein striktes Zeitlimit im Nacken sitzt. In der Time Attack müssen viele, kleinere Aufgaben wie Ei braten oder Frikadellen formen in besonders kurzer Zeit hintereinander bewältigt werden. Die besten Ergebnisse werden, wie bei der Challenge auch, in einer Highscoreliste eingetragen.

 

 

Meckerecke

 

Wirklich viel oder was Gravierendes zu bemängeln, gibt es bei Koch doch mal! nicht. Es sind eigentlich nur drei kleinere Sachen, die negativ auffallen: Erstens klappt die Spracherkennung nicht immer perfekt, was vor allem bei starken Nebengeräuschen, wie sie in der Küche nun mal vorkommen, auffallen kann. Zweitens sehen die virtuell nachgekochten Rezepte am Ende nicht immer so lecker aus wie auf dem Foto des Originals. Und drittens wirkt der Time Attack Modus etwas aufgesetzt. Hier wurde viel Potenzial verschenkt; da hätte man sehr leicht wirklich gute Minispiele machen können statt der vorhandenen, recht inspirationslosen Kurzaufgaben.


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Fazit

Atari und keen games liefern mit Koch doch mal! mit Jamie Oliver ein gutes Produkt ab, das gekonnt den Spagat zwischen einem virtuellen Kochbuch mit satten 100 Originalrezepten des englischen Starkochs und einem Spiel mit guter Touchscreensteuerung und vielen Freiheiten meistert. Der Umfang stimmt, die Technik kann sich sehen lassen und viele nette Ideen heben Koch doch mal! von der Masse ab. Wer Fan von Jamie Oliver ist oder einfach mal ein gutes Kochspiel besitzen will, der kann bedenkenlos zugreifen.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

80%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

23.10.2008

Developer

keen games

Publisher

Atari

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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