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Reviews: Nintendo DS

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Final Fantasy IV

RPG

10.11.2008

Autor: Nico Schoenfeldt

 

 

Einführung

 

Geboren aus dem Drachenschlund,

getragen von den Sternen, werden hoch

am Himmel durch Licht und Dunkelheit

im Traum geschlossene Gelübde erneuert.

Der Mond ist in ewiges Licht gehüllt

Und kennt die Dunkelheit nimmermehr.

Sein Strahlen bringt der Erde Segen.

 

Mit diesen lyrischen Worten werdet ihr in die Welt von Final Fantasy IV eingeführt. Als das Spiel 1991 in Japan auf dem SNES erschien, brachte es grundlegende Veränderungen in das bis dahin bestehende Gameplay der Serie und war der Auftakt der großartigen 16-Bit Trilogie. Die bis dahin farblosen Pixel-Marionetten wurden abgeschafft und durch vielschichtige Persönlichkeiten ersetzt. Auch das Job-System wurde abgewandelt und fortan hatte jede Figur eine vorgeschriebene Begabung.

 

Somit begleitet ihr in diesem Abenteuer die Magier-Geschwister Palom und Porom, die Beschwörerin Rydia sowie den Kampfmönch Yang und weitere Charaktere. Den „Helden“ des Spiels markiert dabei der Dunkelritter Cecil. Dieser begeht im Namen seines Königs grausame Verbrechen an den Nachbarreichen, in dem er diese mit seiner Militäreinheit, den Rotschwingen, überfällt und deren Kristalle erbeutet. Als er jedoch zusammen mit seinem Freund und „Bruder“ Kain (beide wurden vom König von Baron aufgezogen) ein unschuldiges Dorf niedermetzelt kommen ihm erste Zweifel an der Rechtschaffenheit des eigenen Königs.

 

In tiefe innere Konflikte gehüllt begibt sich Cecil auf eine Odyssee, welche seine Läuterung auf dem Berg der Tortur und die damit verbundene Metamorphose zum strahlenden Paladin beinhalten wird. Auf seiner Reise trifft er viele schillernde Charaktere, die alle ihre eigene Geschichte haben. Ihr Schicksal ist jedoch von Anfang an miteinander verwoben, da eine böse Macht die gesamte Welt zu verschlingen droht.

 

 

Neues Gewand und alte Härte

 

Während die GBA-Fassung von 2005 auf die weichgespülte US-Version von Final Fantasy IV aufsetzte, kehrt man auf dem DS zum Original aus Japan zurück. Hinter der Grafikpracht verbirgt sich ein knallhartes RPG der alten Schule, was selbst alteingesessenen Final Fantasy-Hasen noch einiges abverlangt. Gerade die enorm schwierigen Bossgegner dürften für Einsteiger einen gewaltigen Brocken darstellen und sind meist nur mit einem Trick zu bewältigen. Von Vorteil sind also Grundkenntnisse des FF-Regelwerks, vom korrekten Itemeinsatz (heilige Items verursachen Schaden bei untoten Gegnern) und dem Auffinden gegnerischer Schwachstellen (verstärkt Angriffsmagie, indem ihr die Zauber von einem geschützten Partymitglied reflektieren lasst). Die Kämpfe verlaufen dabei im klassisch bewährten ATB-System ab. Ein Zeitbalken verrät, welches eurer Partymitglieder an der Reihe ist. Im Menü können Hardcore-Veteranen das System außerdem von „warten“ auf „aktiv“ umstellen. Hierdurch stehen die Uhren für eure Gegner nicht still, wenn ihr an der Reihe seid und im Kampfmenü den richtigen Zauber aussucht.

 

Was ebenfalls übernommen wurde ist die für damalige Verhältnisse reifere Story. Heute jedoch ist das dramatische Heldensterben etwas antiquiert und vorhersehbar. Angestaubt ist ebenfalls das Speichersystem (nur auf der Weltkarte, an speziellen Orten in den Dungeons sowie ein einmalige Schnellspeicheroption), welches den Schwierigkeitsgrad zusätzlich in die Höhe schraubt. Retrofreunde fühlen sich jedoch jederzeit zu Hause.

 

 

Gestatten, Poschka!

 

Damit es sich nicht um ein aufgewertetes Retro-RPG handelt, haben die Entwickler noch einige Extras eingebaut und an die Möglichkeiten des Nintendo DS angepasst. So könnt ihr beispielsweise die Steuerung der Spielfiguren wie auch die Navigation im Menü wahlweise mit den Eingabetasten oder dem Stylus tätigen.

 

Ebenfalls neu dürfte für Kenner des Originals das Wesen Poschka sein. Dieser drollige Kerl kann von der Beschwörerin Rydia aufgerufen werden und sie während des Kampfes auf dem Feld ersetzen. Trefft ihr auf eurer Reise einen „Fetten Chocobo“, kommt ihr in ein Spezialmenü für Poschka. Hier dürft ihr das Kerlchen nach eurem Belieben verschönern und ihm zum Beispiel ein eigenes Gesicht zeichnen oder zahlreiche Minispiele absolvieren. Löst Mathematikaufgaben mit der Weißmagierin Rosa oder actionreiche Geschicklichkeitsspiele mit Cecil oder Kain (jeder spielbare Charakter hat sein eigenes Minispiel, welches aber nur aktiv ist, wenn er in der aktuellen Party unterwegs ist). Erfolge lassen hierbei die Erfahrungspunkte von Poschka ansteigen und ihn stärker werden. Über die drahtlose DS-Verbindung könnt ihr gegen die Poschkas eurer Freunde antreten. Im Menü des „Fetten Chocobos“ könnt ihr außerdem jederzeit in den Genuss der bereits frei gespielten Zwischensequenzen kommen.

 

Die Automap ist eine weitere sinnvolle Erneuerung in Final Fantasy IV. Durchstreift ihr die verschiedenen Dungeons, enthüllt sich auf dem unterem DS-Bildschirm nach und nach eine Karte des Gebietes. Habt ihr dieses zu 100% erschlossen winken euch Belohnungen in Form von nützlichen Items. Bei den Erkundigungen werdet ihr immer wieder in Zufallskämpfe verwickelt. Diese sind zwar zwingend notwendig um eure Charaktere aufzuleveln, doch können sie auch sehr ermüdend auf die Dauer sein. Stellt das Kampfsystem einfach auf Automatik um und eure Heldenbande greift im Kampfgeschehen selbständig mit vorher definierten Zauber und Angriffen an. Abschließend möchte ich noch kurz auf die einmalig erlernbaren Fähigkeiten eingehen. An einigen Stellen im Spielverlauf erhaltet ihr die Spezialfähigkeiten eurer Mitstreiter durch deren Ableben oder einfach nur so geschenkt. Kampfmönch Yang zum Beispiel vermacht euch seine „Tritt-Fähigkeit“, welche alle Gegner auf einmal trifft – die kann nun auch von dem Paladin Cecil ausgeführt werden. Um jedoch alle erlernbaren Fähigkeiten zu erhalten, werdet ihr um ein mehrmaliges Durchspielen nicht herum kommen.

 

Allerdings haben all diese Neuerungen keinen wirklich gewichtigen Anteil an dem Spiel und somit bleibt in erster Linie das Retrofeeling erhalten. Lediglich die Geschichte um Poschka bringt einen kleineren neuen Handlungsstrang in das Spiel.

 

 

Technische Meisterleistung

 

An die Jungs von Matrix geht ein ganz dickes Lob. Mit der Widerauflage von Final Fantasy III haben sie gezeigt, wie man einen Gameklassiker ins neue Jahrtausend befördert. Mit der neuen Version vom vierten Teil setzen sie noch mal einen drauf. Während 1991 noch pixelige Sprites durch die dramatische Story führten, werdet ihr in der DS-Version mit dreidimensionalen Figuren verwöhnt, welche das Geschehen nun in spannenden inszenierten Zwischensequenzen vorantreiben. Die 3D-Modelle sind dabei von außerordentlicher Detailverliebtheit und bestechen mit aussagekräftigen Mimiken und Gestiken. Das Spielgeschehen, von den Dungeons bis zur Weltkarte, erlebt ihr aus der Isometrie, während die Zwischensequenzen mit cineastischen Kameraeinstellungen ein Effektfeuerwerk zaubern. Dass auf eine DS-Karte aber noch wesentlich mehr als bloßer Grafikzauber passt, beweisen Matrix mit einer gelungenen Sprachausgabe. Die englische Synchronisation ist sauber gelungen und feuert die Zwischensequenzen nochmals an.

 

Dazu kommt ein neu abgemixter Soundtrack des Originals, der die unverwechselbaren Melodien von Altmeister Nobuo Uematsu bewart hat.

 

Alternativen: Final Fantasy Crystal Chronicles Ring of Fates, The World Ends With You

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.

 


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Fazit

Wer Final Fantasy IV bisher noch nicht gespielt hat, sollte unbedingt zu dieser Version greifen. Spielerisch hält sich die DS-Fassung eng an das japanische Original. Von daher sind Gameplay und Story doch etwas angestaubt und der übernommene Schwierigkeitsgrad ist enorm. Dafür werden die Spieler mit einer wundervollen und für DS-Verhältnisse überragenden Grafik belohnt. Die toll synchronisierten Zwischensequenzen verleihen der stark dramatisierten Story noch mal ordentlich Aufschwung und die neu arrangierten Melodien von Großmeister Nobuo Uematsu runden den Hörgenuss vollends ab. Retrofeeling im aktuellen Gewand mit kleineren aber sinnvollen Neuerungen.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

86%

Singleplayer

40%

Multiplayer

Release

05.09.2008

Developer

Square Enix

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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