Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Arkanoid DS

Action

05.11.2008

Autor: René Schäfer

 

 

Der ultimative Block-Spielspaß

 

So beschreibt Square Enix den Titel Arkanoid DS auf der Rückseite der Verpackung des DS Spiels. Entwickelt wurde das ganze von Taito, die dieses Jahr mit „Space Invaders Extreme“, welches auch für den Nintendo DS erschien, das 30 jährige Jubiläum der kleinen 8-Bit Eindringlinge feiert. Und genau wie bei Space Invaders, ist auch Arkanoid DS eine Neuauflage eines alten Spiels, welches in seiner Glanzzeit große Erfolge verbuchen konnte.

 

Und genau so alt wie Space Invaders oder die erste Version von Arkanoid, welche 1986 zum ersten Mal als Arcade-Automat erschien, ist auch das Spielprinzip. Denn die Arkanoid-Reihe ist nichts weiter als ein simpler Breakout Klon, bei dem man mit einem Ball die Steinchen am oberen Bildschirmrand abreisen muss, indem man den Ball von einer beweglichen Plattform am unteren Bildschirmrand gezielt in die gewünschte Richtung abprallen lässt. Kennt eigentlich jeder. Und spätestens beim ersten Blick auf ein Bild wird sofort klar, worum es hier geht.

 

So simpel das auch klingen mag, ist es aber nicht. Oder doch?

 

 

Die guten alten Zeiten sind zurück

 

Leider doch. Und sogar noch mehr als nur „doch“. Der eigentliche Spielbildschirm sieht dem Gameplay entsprechend klassisch einfach aus. Aber anstatt die komplette Bildschirmbreite der beiden Screens der Konsole zu nutzen, ist die Spielfläche in den meisten der 140 Level, was eine beachtliche Zahl ist, noch kleiner gestaltet. Oft ist es gerade mal die Hälfte des Bildschirms, ab und an sogar noch weniger. So wird dann rechts und links von der sich in der Mitte des Bildschirms gelegenen Spielfläche ein Hintergrundbild dargestellt. Ungenutzte Bildschirmfläche. Die Spielfläche so zu reduzieren ist aber nicht das einzige Mittel, das Arkanoid DS für einen waschechten Zocker zu einem Spielchen macht, welches man mit einer Hand nebenher spielt.

 

Anscheinend muss Tatio sich beim Entwickeln des Konzepts für dieses Spiel gedacht haben, dass die Nintendo DS Gemeinde ausschließlich aus Casuals besteht, die es nicht hinbekommen würden einen von oben kommenden Ball mit einer knapp einem Zentimeter langer Plattform aufzufangen. In einem knapp zwei Zentimeter breiten Spielfeld. Deswegen haben die zuvorkommenden Entwickler dann die Barrieren ins Spiel eingebaut. Diese sind kleine Absperrungen am untersten Ende der Spielfläche, welche zur Aufgabe haben, den Verlust des Spielballs zu verhindern. Erwischt man so einen heimtückischen Ball mal nicht, geht er nicht wie in den meisten Breakout-Klons oder den alten Arkanoid Teilen verloren und kostet ein Leben, sondern wird von eben dieser Barriere aufgefangen und wieder nach oben katapultiert. Diese Barrieren halten Standardmäßig drei Bälle aus bis die verschwinden. Man kann diese Anzahl zu Beginn des Spiel aber auch nach oben oder unten schrauben. Je nach eigenem Können.

 

Neben diesem für halbwegs regelmäßige Gamer doch relativ großem Schwachpunkt, der einem das Spiel wie ein weiterer langweiliger Abklatsch eines Welthits vorkommen lässt, bietet Arkanoid für den DS aber doch noch etwas, das den Titel „Arkanoid“ rechtfertigt. Das sind zum einem die 140 Level, aber auch ein schöner Aufgabenmodus, in dem der Spieler verschiedenste Dinge erledigen muss. Diese basieren aber allesamt auf dem original Gameplay und passen so perfekt in den Titel. Doch diese Aufgaben sind nicht von Anfang an bereit, erledigt zu werden. Um sie frei zu schalten müssen zuerst die „normalen“ Level absolviert werden. Je mehr Level man erfolgreich abgeschlossen hat, desto mehr Aufgaben bekommt man hinzu. Hier gilt die Regel „eins für eins“. Soll heißen: pro geschafften Level gibt es eine neue Aufgabe. Das spornt nicht nur dazu an, die Level auch alle zu spielen, sondern erhört auch die Spielzeit um einige Stunden, da viele Level erst gespielt werden können, wenn einige vorher abgeschlossen wurden. Und das heißt dann folgerichtig auch, dass viele Aufgaben erst nach einer ziemlich langen Spielzeit frei geschaltet werden.

 

Spielt man sich so nach und nach durch immer mehr Level und Aufgaben, sammelt man einiges an Punkten an, die man im Shop des Spiels ausgeben kann. Dort gibt es neue Hintergründe für die Levels, neue Varianten der Steinchen, neue Rahmen die das Spielfeld eingrenzen, neue Soundsets und neue Varianten der Plattform, im Spiel Vaus genannt, zu kaufen. Das schöne hierbei ist, dass es sehr viele verschiedene Varianten des jeweiligen Objektes gibt, die auch in den Preisen ziemlich variieren. So kann man sich schon nach einer viertel Stunde erste „Items“ frei kaufen, braucht aber geschätzte 20 Stunden, um auch wirklich alles sein Eigen nennen zu können. Dann kann man das Spiel aber auch wirklich bis ins letzte Eck personalisieren. So findet man beispielsweise bei mir in fast jedem Level kleine Space Invaders am oberen Bildschirm. Diese wollen aber wirklich nicht eindringlich sein, sondern stellen einfach nur die zu zerstörenden Steinchen dar.

 

Gelesen mag das alles recht nett klingen. In der Realität ist das Ganze dann aber doch ziemlich linear und nach wenigen Spielstunden einfach nur noch langweilig und aller höchstens was für das bekannte Zwischendurch. Das liegt sicherlich nicht zuletzt an dem sehr verbrauchten Spielprinzip, welches man im Internet tausendfach als Flash-Spiel kostenlos spielen kann. Selbst die eingebauten Upgrades für die eigene Steuereinheit, die nach dem Aufsammeln eines „L“ zum Beispiel kleine Geschütze abfeuern kann, ist keine Neuerung mehr. Sehr schade, dass Taito hier nicht so einen guten Job wie bei „Space Invaders Extreme“ gemacht hat und einfach nur das alte Spiel mit ein paar neuen Hintergrundbildern und Melodien versehen hat.

 

Ein wenig Neues bietet das Spielchen aber doch noch…

 

 

Touch me Baby!

 

Der Nintendo DS wäre nicht der Nintendo DS wenn er nicht zwei Bildschirme hätte. Dass einer von beiden sogar ein Touchscreen ist, macht die ganze Sache dann noch etwas mehr zu dem, was sie ist: den weltweit erfolgreichsten Handheld aller Zeiten. Das haben die Macher von Arkanoid DS sicher auch erkannt und, kreativ wie sie sind, die Möglichkeit eingebaut, die kleine Plattform am unteren Bildschirmrand mit dem Stylus über Berührung zu bewegen. Das hätten sie besser gelassen.

 

Sicher ist es schön, dass man als Entwickerteam versucht, auch die Möglichkeiten der Konsole zu nutzen. Dann sollte man diese Sache aber auch anständig machen. Die Steuerung über den Touchscreen ist sehr ungenau und zugleich ziemlich empfindlich. Jede kleinste Bewegung des Stiftes führt dazu, dass die Plattform sich über die komplette Spielfläche bewegt. Horizontal am unteren Rand, versteht sich. Das liegt sicher auch daran, dass die Spielfläche so stark reduziert wurde und nicht die ganze Bildschirmbreite genutzt wurde. So macht es aber einfach keinen Spaß. Deswegen empfehle ich allen Europäern doch die klassische Steuervariante zu wählen. Die Links- und Rechts -Tasten des Digikreuzes funktionierten, wie immer, einwandfrei!

 

Für die Asiaten bietet Arkanoid DS noch eine weitere Steuerungsmöglichkeit. Mit einem Drehkreis, den man als Adapter in den GBA-Slot seines DS steckt, lässt sich die Plattform über die Drehbewegung des Kreises bewegen. Da dieses Modul dem Spiel nur in Japan bei liegt, können wir euch natürlich nicht sagen, wie gut oder schlecht das Ganze funktioniert, da auch wir solch ein Modul nicht erhalten haben. Erfahrungsberichte und Tests mit dieser Steuermöglichkeit fallen allerdings äußerst positiv aus und besagen größtenteils, dass dem Spiel so noch mal ein ganz anderer Charakter zukommt, wodurch es um Einiges aufgewertet wird. Sowohl im Spielspaß als auch beim technischen Aspekt. Warum Square Enix sich dazu entschieden hat, diesen Adapter in Europa und den USA nicht zu veröffentlichen, können wir euch nicht sagen. Neugierige Nasen denen Arkanoid DS auch so schon gut gefällt und denen, die das alte Arcade-Gefühl beim Spielen haben wollen, kann ich aber den Tipp geben, mal in einem großen Online-Aktionshaut vorbei zu schauen. Dort kann man diese Adapter recht preisgünstig aus Japan importieren. Die territoriale Offenheit des DS macht das möglich.

 

 

Die Technik

 

Bei einem Spiel wie Arkanoid kann man grafischen gesehen nicht viel falsch machen. Und Arkanoid DS macht sogar alles richtig. Die Hintergründe sind oft sehr bunt, lenken aber nicht vom eigentlichen Spielgeschehen ab. Auch die kleinen Animationen in den Hintergründen sind alles andere als nervig und eine nette Dreingabe. Die bereits oben besprochene Möglichkeit, sich sein Spiel optisch sehr individuell anpassen zu können, Level für Level unterschiedlich (!), schraubt die Bewertung des grafischen Aspektes ein bisschen hoch. Auch die standardmäßige Abwechslungsreichheit der unterschiedlichen Level ist sehr positiv zu bewerten. Man sieht nicht zwei Mal dasselbe, wenn man jedes Level nur einmal spielt ;)

 

Weil es keine grafischen Effekte im eigentlichen Spielgeschehen gibt, muss man hier leider ein paar Bewertungspunkte abziehen, da hätte man sich einiges mehr einfallen lassen können. Dadurch gibt es aber auch keinerlei Ruckler während des Spielgeschehens. Positiv zu bewerten aber angesichts des heuten technischen Standards keine große Meisterleistung mehr.

 

Die Musik des Spiels ist fantastisch! Typische japanische Popsongs dröhnen aus den kleinen Boxen des Handhelds. Sowohl von der Tonqualität als auch die atmosphärische Übereinstimmung verleihen jemandem mit etwas Fantasie das Gefühl, ein altes japanisches Arcade Spiel direkt in der Hand zu haben. Es kann zwar schon mal vorkommen, dass man einen Titel öfter hört, in der Regel ist es aber so, dass man nie von einem Musikstück genervt ist. Auch wenn man die Texte so gut wie nie versteht. Sicherlich ist diese Art von Musik nicht Jedermanns Geschmack, darauf kann so ein Spiel aber auch gar nicht eingehen. Deshalb ist es vollkommen richtig, dass Taito sich dazu entschieden hat, genau so bunte Musik in das sehr bunte Spiel zu packen.

 

Auch die Soundeffekte sind ziemlich ausgefallen und durch die im Shop zu kaufenden Soundsets auch einigermaßen individuell anpassbar. Sehr schön!

 

 

Gemeinsam sind wir stark!

 

Arkanoid DS ist das erste Arkanoid mit einem Online-Modus. Dieser sieht ähnlich aus wie bei „Space Invaders Extreme“. Auch wenn es für das Spiel an sich eigentlich schade ist, muss es doch immer wieder mit dem Titel vom gleichen Developer und Publisher verglichen werden, da sie vom Umfang sowie vom Mehrspielermodus und der Seriengeschichte doch sehr ähnlich sind.

 

So bietet Arkanoid DS auch die Möglichkeit, direkt gegen einen Spieler online zu zocken. Jeder hat sein eigenes Spielfeld. Der erste der drauf geht, hat verloren; ganz simpel und sehr unterhaltsam. Die Ergebnisse, die man in Online-Matches erreicht, können auf Wunsch an eine internationale Rangliste gesendet werden, die man sich dann auf seinem Handheld ansehen kann. So kann man ungefähr einschätzen, wie gut man im Vergleich zu den restlichen Besitzern des Spiels ist. Davon gibt es allerdings leider nicht all zu viele, sodass es schon mal an die fünf Minuten und länger dauern kann, bis man einen Gegner gefunden hat.

 

Offline sieht das natürlich anders aus. Da braucht man nur Freunde mit einem Nintendo DS. Diese müssen nicht mal ein Spielmodul besitzen, da Arkanoid DS das „Drahtlos-Einzelkarten-Spiel“ unterstützt. Bis zu vier Leute können so mit einem Modul gemeinsam Spaß haben.

 

Sowohl online als auch offline ist der Mehrspielermodus ziemlich stabil. Man bemerkt kaum Ruckler oder Ähnliches. Der Spielspaß geht hier allerdings etwas schneller verloren,als beim Einzelspielermodus, da es immer und immer wieder dasselbe ist, was man mit seinen Freunden spielen kann. So ein recht schöner Modus heimst aber auf alle Fälle einige Spielspaß-Punkte ein. Vor allem für die kleinen kann es während einer langen Zug- oder Autofahrt doch nichts schöneres geben, als sich auf ihren Nintendo DS Konsolen in einem sehr einfachen Spiel zu messen.

 

 

Meckerecke

 

Das größte Manko an Arkanoid DS ist wohl die unoriginelle Wiederaufbereitung eines Jahrzehnte alten Spielprinzips, welches schon mindestens gefühlte 1.000 Mal wiederverwertet wurde. Für ein Spiel, welches es im Internet kostenlos und für ältere Konsolen schon für die sprichwörtlichen Äpfel und Eier gibt, knapp 30€ zu bezahlen, ist doch eher grotesk. Zumal das Spiel ja nicht wirklich etwas bietet, was diesen Preis auch nur annähernd gerechtfertigt. So toll auch die Umsetzung und die Anspassungsmöglchkeiten sowie der Mehrspielermodus auch sein mag, bekommt man für dieses Geld um einiges bessere Spiele.

 

Der zweite große Kritikpunkt, der dem Spiel einiges an Spaß nimmt, ist die tote Zone zwischen den beiden Bildschirmen. Da haben sich die Entwickler anscheinend verspekuliert und dann keine Lust mehr gehabt, den Fehler zu beheben. Anders kann ich mir nicht erklären, dass es fast 2 Sekunden dauert, bis der Ball vom oberen am unteren Bildschirm angelangt ist. Wäre diese Geschwindigkeit proportional zu der restlichen Geschwindigkeit, würde es gar nicht auffallen. Im Spielt braucht der Ball aber knapp eine Sekunde um einen der beiden Bildschirme zu überqueren. In dem kleinen stück zwischen den beiden Screens verlangsamt sich der Ball dann aber auf höchstens die Hälfte seiner ursprünglichen Geschwindigkeit, kommt aber mit seiner Ausgangsgeschwindigkeit wieder auf dem anderen Screen an. Das irritiert sehr und macht das Spiel ungewollt schwerer.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Hier ein Urteil zu fällen fällt mir leider ziemlich leicht. Obwohl das Spiel an sich schon Spaß machen kann und in einem netten Stil daher kommt, bietet es nichts, was man nicht schon mindestens hundert Mal gesehen und gespielt hat. Der Umfang des Spiels ist mit 140 Level plus einiger Aufgaben in Ordnung. Aufgrund des sehr geringen Schwierigkeitsgrades werden selbst wenig geübte Spieler aber schnell durch sein und alles gesehen haben. Freischaltbare Extras verlängern dies zwar ein wenig, doch ändern diese am eigentlichen Spiel ja nichts. Der Mehrspielermodus bringt zwar ein wenig frischen Wind in das alte Spielprinzip, rechtfertigt den relativ hohen Preis aber, wie gesagt, keineswegs.

Deswegen fällt mein Urteil leider sehr schlecht aus. Auch wenn die Wertungen in den einzelnen Kategorien besseres verheißen, ist der Gesamteindruck einfach vom geringen Innovationsfaktor und den noch dazu kommenden Macken getrübt. Wer so ein Spiel nicht unbedingt haben muss, sollte von Arkanoid DS die Finger lassen.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

schwach

Spielspaß

ok

50%

Singleplayer

60%

Multiplayer

Release

04.07.2008

Developer

Taito

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes