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Reviews: Nintendo DS

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Professor Brainmaniac

Training

03.11.2008

Autor: Nico Schoenfeldt

 

 

Einführung:

 

Langes Ausschlafen statt Bio- und Mathematikunterricht, betagte Lehrer der Marke Ü-50 Plus und ein längst überholungsbedürftiges Schulsystem rücken die Bildung in Deutschland in ein schlechtes Licht. Zwar können Logiktrainer da keine direkte Abhilfe schaffen, aber seitdem Dr. Kawashimas Gehirnjogging aus dem Hause Nintendo für einen profitablen Absatz in der Videospielbranche sorgt, bemühen sich immer mehr Publisher um das Wohlergehen unserer grauen Zellen. Was Eidos sein „Dr. Reiner Knizias Logik-Coach“ oder Ubisoft sein „GehirnTraining“ ist, heißt bei Koch Media „Professor Brainmainiac“. Wie es sich für einen waschechten Brain-Work-Out-Titel gehört, springt dem unentschlossenen Käufer bereits im Regal das mittlerweile vertraute Profil des Homo Sapiens mit offen gelegter Hirnmasse entgegen und ist ein Indikator für Qualitätsware. Oder?!

 

 

Mogelpackung?

 

Das erste Erfolgserlebnis mit „Professor Brainmaniac“ stellt sich spätestens nach dem Einschalten des DS ein. Euer Hirn wird sofort schlussfolgern, dass diese Minispielsammlung - bestehend aus: Sudoku, Kakuro, Go, Mahjong, Mind Jam und Switch & Swap – kein wirkliches Gehirnjogging bietet sondern lediglich einwenig Knobelspaß für die Hosentasche.

 

In einem kargen Menü wählt ihr zunächst aus, ob ihr ein neues Spiel allein beginnen möchtet oder im Multiplayer-Modus. Letzterer funktioniert allerdings nur bei drei der Spiele und mit einer zweiten DS-Karte, was ich persönlich als unverschämte Abzocke empfinde. Des Weiteren gelangt ihr im Menübildschirm über „Optionen“ zur Lautstärkeregulierung von Musik und Soundeffekten und schlussendlich dürft ihr euch an den zahlreichen Namen der Mitwirkenden unter „Mitarbeiter“ erfreuen.

 

Auf die sechs Spiele möchte ich in diesem Testbericht nicht speziell eingehen, da sie den Meisten sicherlich hinlänglich bekannt sein dürften. Ansonsten findet man im Internet genügend Berichte und Erklärung zu diesen „Klassikern“ der Knobel-Videospiele. Für Besitzer von Professor Brainmaniac, welche die einzelnen Minispiele dennoch nicht kennen, ist ein Blick ins Internet ebenfalls mitunter von Nöten, da die Beschreibungen im Booklet sowie im Spiel selbst eher dürftig ausgefallen sind.

 

Bevor ihr ein Spiel startet, habt ihr noch die Möglichkeit den Schwierigkeitsgrad auf Leicht, Mittel oder Schwer einzustellen. Nach Abschluss von Sudoku und Co. dürft ihr euren erspielten Punktestand mit drei Buchstaben benennen und könnt diesen dann über einen umständlichen Kniff im jeweiligen Spielmenü einsehen. Eine echte Lernerfolgskurve schaut anders aus und wenn sich schon die Mitwirkenden unbedingt im Hauptmenü verewigen mussten, dann hätte für eine Highscore-Liste ebenfalls Platz geschaffen werden können.

 

 

Grafikzauber – wird hier nicht verlangt

 

Zweckmäßigkeit geht vor Grafikzauber – so die Devise für Knobelspiele im Allgemeinen. Grundlegend hat sich auch dieser Titel daran gehalten und hätte von der Qualität seiner bunten Bitmap-Grafiken auch auf dem Gameboy Advance zu Hause sein können. Leider haben es die Entwickler an einigen Stellen dann doch übertrieben. So wirken die Spiele an einigen Ecken unnötig durch Hintergrundgrafiken „verschönt“ und nehmen sinnvollen Eingabefeldern den Raum. Ebenfalls schlecht gelöst wurde Platzierung der Menü- und Hilfsbuttons. Bei einigen Spielbrettern von Mahjong kann es vorkommen, dass der Kopf des Professors genau über einem Spielstein steht und ihr nur unter Verwendung der Lupen-Optionen an diesen gelangt.

 

Die musikalische Untermalung passt sich dem visuellen Erlebnis an. Monotone Einlagen elektronischer Musikschnipsel konkurrieren klanglich mit polyphonen Handyklingeltönen vergangener Tage. Im Gegensatz zur Optik kann man hier wenigsten die Lautstärke anpassen und auf 0 dB herunter drehen.

 

Leider ist die Steuerung ebenfalls schlampig ausgefallen. Allzu oft werden eure Eingaben auf dem Touchscreen fehlerhaft erkannt und ihr wählt einen falschen Spielstein aus oder versucht zum wiederholten Male dem Spiel begreiflich zu machen, dass ihr eine 5 und keine 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8 oder 9 eingezeichnet habt. Gerade bei Spielen wie Switch & Swap, wo es auf die Geschwindigkeit ankommt, können diese Ausrutscher ärgerlich sein und euer Punktekonto negativ nach unten korrigieren. Zum Glück bleibt einem da die Steuerung mittels Tasten und somit wurde die einzige Einbindung der cleveren Eingabemöglichkeit des DS verschenkt.

 

Alternativen:

 

Dr. Kawashima: Mehr Gehirn-Jogging (Nintendo); Mind Quiz (Ubisoft); 42 Spieleklassiker (Nintendo)

 

 

Vielen Dank an <ah href="http://www.kochmedia.de/haendler/index.jsf" target="_blank">Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Professor Brainmaniac ist eine geschickte Mogelpackung, denn eigentlich hätte man die sechs (!) Minispiele auch unter einem anderen Namen verkaufen können. Das rentable Geschäft mit den Logik-Trainern hat derzeit jedoch mehr Zugkraft als eine bloße Spielsammlung. Wer Sudoku, Mahjong und Co. auf einer Karte vereint mit sich herum tragen will, kann mit diesem Spiel sicherlich glücklich werden. Echtes Gehirn-Jogging, mit statistischer Auswertung sowie einem ausgeklügelten Lernkonzept zur täglichen Anwendung, ist hier vergebens zu suchen.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

schwach

Spielspaß

ok

46%

Singleplayer

26%

Multiplayer

Release

18.07.2008

Developer

White Park Bay Software Ltd

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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