Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Spore: Wilde Kreaturen

Adventure

11.11.2008

Autor: Marcel Witte

 

 

Will Wright's neuster Streich

 

Jedem sollte der Name Will Wright etwas sagen. Wem er nichts sagt muss sich jetzt schämen. Will Wright ist Erfinder der Sims-Reihe. Außerdem kann er Sim City auf seinem Konto verbuchen. Jetzt fragt ihr euch sicherlich, warum ich hier Spiele wie „Die Sims“ nenne, wo es doch um Spore gehen soll. Und genau das ist die Überleitung. Denn Will Wright ist auch der Erfinder und kreative Kopf hinter Spore, welches Anfang September in Europa auch für den Nintendo DS heraus kam. Wie bei Will Wright Spielen üblich, wird Spore von EA gepublished.

 

Natürlich ist Spore den meisten ein Begriff, da man diverse Werbungen für die PC-Version im Fernsehen gesehen hat, jedoch unterscheiden sich DS- und PC-Version deutlich voneinander. Welche Unterschiede das sind, könnt ihr unter anderem den nächsten Zeilen entnehmen.

 

 

Wenn eine Kreatur das Licht der Welt erblickt.

 

Bei Spore: Wilde Kreaturen geht es um eine abenteuerliche Suche nach eurem kleinen Freund. Dieser wurde von üblen Außerirdischen in deren Raumschiff entführt. Und weil ihr euch so einsam fühlt, setzt ihr euch als Ziel, den kleinen zu retten. Dabei werdet ihr große Welten mit vielen Gefahren aber auch Freunden zu sehen bekommen.

 

Nach diesem Intro steigt ihr direkt ins Spielgeschehen ein. Aber keine Panik, zuerst gibt es ein Tutorial, bevor es richtig zur Sache geht. In diesem Tutorial bekommt ihr die Grundlagen von Spore, so ist es normalerweise auch üblich, beigebracht. Ihr werdet erst mal herumlaufen, andere Kreaturen sehen, mit denen Kämpfen und mit anderen Kreaturen tanzen. Ja, ihr habt richtig gelesen: tanzen. Dies ist eine der wichtigsten Aktionen bei Spore: Wilde Kreaturen, denn nur so ist es möglich euch mit anderen Kreaturen anzufreunden. Freunde benötigt ihr, damit ihr im Spiel voran kommt. Es kommt nicht selten vor, dass es Gegner gibt, die weiterentwickelter und damit besser sind als man selbst. Und nur mit vereinter Kraft ist es euch dann möglich diese in die Knie zu zwingen.

 

Es gibt aber noch andere Aktionen, die erlernt werden müssen, zum Beispiel das Fressen, damit ihr Lebenspunkte zurück erhaltet, oder die Benutzung von so genannten Biokräften. Im Tutorial bekommt ihr noch den Begriff Sporepädie um die Ohren geworfen. Die Sporepädie ist nur eine spieloptimierte Bezeichnung für eine Enzyklopädie. In dieser kann man alle Fortschritte, wie zum Beispiel gesehene Kreaturen und Planeten, nachschlagen, um sich darüber zu informieren.

 

Mit diesen Informationen rund um die Welt von Spore kann das Spiel nun endlich richtig losgehen. Ziel jedes Levels (=Planet) ist es, ein Raumschiff zu bauen, womit ihr dann der kleinen anhänglichen Kreatur folgen könnt. Hat man dieses Raumschiff komplett, geht es in Windeseile zum nächsten Planeten. Auf eurem Weg werden euch viele Aufgaben gestellt.

 

 

Aufgaben, Aufgaben, Aufgaben!

 

Es dreht sich bei Spore wirklich alles um Aufgabenerfüllung. Nur so kann man irgendwann das Ziel eines jeden Levels erreichen. Es sind der Abwechslung halber aber immer unterschiedliche Aufgaben. Mal müsst ihr ein Rennen gegen ein super schnelles Monster gewinnen, dann müsst ihr einer Spezies helfen, sich gegen böse Monstern zu behaupten. Der Fassetten-Reichtum ist hier enorm groß, so dass nur äußerst selten Langeweile aufkommt. Dabei unterscheidet man in zwei Aufgabengebiete. Für den Story-Fortschritt wichtige und unumgängliche, und Nebenaufgaben. Die Nebenaufgaben dienen zum Finden neuer Körperteile und Erfahrungspunkte. Körperteile wiederum dienen zur Verbesserung eures Monsters, dazu aber später mehr. Wenn ihr auf einem Planeten alle storyrelevanten Aufgaben erfüllt habt, könnt ihr, wie oben angesprochen, zum nächsten Planeten reisen. Ihr solltet euch dies aber genau überlegen, da ihr nämlich nicht so einfach auf den zuletzt besuchten Planeten zurück kehren könnt. Am bestem immer erst alles abgrasen und anschließend weiter. So kann es schon mal dauern bis man ein Level abgeschlossen hat.

 

Nachdem ihr eine Aufgabe erfüllt habt, bekommt ihr zur Belohnung Körperteile (noch ein bisschen Geduld, ich werde gleich darüber schreiben) und Erfahrungspunkte. Das sollte eigentlich jedem der ein RPG gespielt hat ein Begriff sein. Durch diese Erfahrungspunkte steigt euer Monster auf und wird stärker. Eigentlich beinhaltet ein Levelaufstieg nur mehr Lebenspunkte und mehr Körperkraft. Lebenspunkte zeigen euch wie viel Schaden oder Angriffen euer Monster widerstehen kann, Körperkraft gibt an wie viele und welche Körperteile ihr zum entwickeln eurer Kreatur gebrauchen könnt.

 

 

Was ist es? Ahhh, ein vierbeiniges Monster!

 

Nun ist es endlich soweit: ich schreibe jetzt über den Kreaturen-Editor, der, obwohl er nicht im Geringsten mit dem Sporelabor (Editor der PC-Version) mithalten kann, doch recht groß ausgefallen ist. Vom Prinzip baut man im Editorberich sein Monster aus den verschiedensten Teilen, die man während des Abenteuers findet. Alle Körperteile, bis auf der Torso (Grundkörper), haben spezielle Eigenschaften und Werte. Zum Beispiel haben Arme immer irgendetwas mit dem Angriff zu tun, während Beine nichts mit Schnelligkeit sondern mit Verteidigung zu tun haben.

 

Und damit hätten wir auch schon drei Körperteilkategorien ausgesprochen. Dazu gesellen sich noch Augen, Mund, Schwanz und Rückenverzierungen. Bei jeder Kategorie habt ihr diverse Auswahlmöglichkeiten, eben so viele, wie ihr im Spiel bereits gefunden habt.

 

Natürlich geht man beim Kreaturen bauen meist gleich vor. Das heißt, zuerst wird die Körperform festgelegt. Hier trifft man quasi schon eine optische Auswahl, wie das Monster später aussehen wird. Nimmt man einen dicken Körper kann man optisch schöner vier Beine anordnen, als bei einem kleinen Körper. Als nächstes kommen Arme, Beine, Schwanz, Augen und Mund dran. Dabei muss man mit seinen Körperpunkten jonglieren. Denn je besser ein Arm- und Beinpaar ist, desto mehr Körperpunkte benötigt man und desto weniger stehen einem für die anderen Körperteile zur Verfügung.

 

Man darf sich den Editor aber nicht zu linear vorstellen, da man freie Wahl hat die Körperteile dort anzubringen, wo man möchte. Ihr könnt zum Beispiel Augen auch an dem Hintern eurer Kreaturen kleben. So ist es mit allen Teilen, die an dem Körper befestigt werden. Ein weiteres schönes Gimmick ist die Animation der Kreatur, während man sie baut. Man kann dort genauestens beobachten, wie sich das gerade im Bau befindliche Wesen später bewegen wird. Bei diesen Animationen sieht man auch, was passiert, wenn man dessen Beine verkleinert und dreht. Der ganze Körperschwerpunkt verlagert sich dann und eure Kreatur nimmt eine andere Position ein.

 

Habt ihr es endlich nach stundenlangem herum probieren (bei ersten Mal dauerte es bei mir gut eine Stunde) geschafft, wird es Zeit der neuen Spezies einen schönen Anstrich zu geben. Auch hier gibt es schier unbegrenzte Möglichkeiten seine Kreatur individuell zu gestalten. Hat es Muster oder nicht? In welcher Farbe wenn „Ja“? Sollen die Rückenverzierungen anders aussehen? All das und noch einiges mehr kann man damit einfärben. Habt ihr auch diese „Hürde“ gemeistert, seht ihr jetzt eure fertige Kreatur, aber was sind das für Werte? Biokräfte hab ich noch nie gehört!

 

 

Was ist eine Biokraft?

 

Biokraft ist das Synonym für Spezialfähigkeit bei Spore. Es gibt genau fünf. Diese erlangt eure Kreatur durch spezielle Körperteile. Mit dem entsprechenden Mund könnt ihr Feuer auf eure Gegner spucken und wenn ihr die Arme nehmt, die wie Flügel aussehen, könnt ihr euer eigenes oder andere Monster heilen. Weiter gibt es noch die Fähigkeit zu vergiften, dies geschieht durch den Einsatz der Biokraft Blätterwirbel, betäuben und Schild, welche euch mit einem Schutz für eine bestimmte Zeit versorgt. Und da wir uns in einem RPG-ähnlichen Spiel befinden, kann man auch die Biokräfte „aufleveln“. In der Stufe zwei oder drei erzielt eure Kraft bei Gegnern oder Verbündeten mehr Wirkung.

 

 

Wi-Fi?

 

Ja auf der Schachtel von Spore: Wilde Kreaturen befindet sich ein Wi-Fi-Symbol. Jedoch sollte man nicht dem Trugschluss folgen, dass wenn sich dieses Symbol auf der Packung befindet, man online mit mehreren durch die Welt streift. Genau so ist es in Spore nämlich. Das Symbol befindet sich nur dort, weil man seine selbst kreierte Spezies über die Wi-Fi-Connection mit anderen Spielern oder Freunden tauschen kann. Noch nicht einmal beim drahtlose Multikarten-Spiel, welches, wie der Name schon sagt, nur zustande kommt, wenn euer Freund ebenfalls Spore besitzt, kann man von einem Multiplayer ausgehen, denn auch hier gibt es nur die Tauschfunktion. Aus diesem Grund wird auch im späteren Verlauf dieses Tests keine Multiplayer-Wertung vorgenommen.

 

 

Technik, Steuerungsvarianten, Grafik und Sound!

 

Kommen wir nun zu den technischen Details von Spore. Hier gibt es vorerst zu sagen, dass alles in sich passt und auch schlüssig ist. Man steuert natürlich mit dem Stylus und dem Touchscreen. Aber auch das D-Pad und die Tasten kommen sinnvoll zum Einsatz. So braucht man nicht in irgendwelchen Menüs suchen, um die Steuerung umzustellen. Nein! Man entscheidet einfach spontan ob man mit Stylus oder Tasten spielt. Das alles kann man während des Spiels natürlich wechseln. Die einzigen Tasten die für beide Steuerungsarten dienen sind „Start“ und die Schultertasten L und R. „Start“ ist eigentlich klar. Mit dieser Taste kommt man während des Spiels ins Menü. Die beiden Schultertasten haben die Aufgabe die Kamera optimal hinter der Kreatur zu positionieren. Sprich wenn man die „L-Taste“ drückt bewegt sich die Betrachtungsposition gegen- und bei „R“ im Uhrzeigersinn. Die Steuerung ist gut und hat keine Macken, so dass einem reibungslosen Spielablauf nichts im Wege steht.

 

Die Grafik ist in einem sehr schönen 2D-3D Stil gehalten. Alles auf der Welt oder den Planeten ist Zweidimensional, auch eure Kreatur. Wenn man geradeaus läuft, guckt ihr also immer auf die rechte oder linke Seite eures Monsters. Das ist, wie gesagt, in Spore bei allem so. Dreidimensional deswegen, weil man die drei Dimensionen (Länge, Breite und Tiefe) durchläuft. Es gibt einige Spiele, die dies auch mit großen Erfolgt verübten. Bestes Beispiel ist wohl Super Paper Mario. Wo nun auch dies geklärt ist, bleibt nur zu sagen, dass Spore schön anzusehen ist. Viele Details, farbenfrohe Welten, alles wunderbar.

 

Klangtechnisch ist nicht viel los mit Spore. Es wurde ein Hauptthema entwickelt, dazu noch einige Menüthemen und Tanzmusik, welche sich ständig wiederholt. Hier ist nur letzteres eintönig, da die Hintergrundmusik nicht auffällt oder ausgeschaltet werden kann. Dazu gesellen sich Schmatz- und Fressgeräusche der eigenen und anderen Kreaturen, welche auch immer gleich klingen und für wenig bis gar keine Abwechslung sorgen. Dies ist auch die größte Baustelle, die EA in Angriff nehmen muss.

 

 

Meckerecke

 

Wie man meinem Test entnehmen kann, gibt es recht wenig zu meckern. Eigentlich habe ich auch nur vier Sachen zu beanstanden. Auf jeden Fall müssten sich der Sound und dessen Qualität, wenn es einen nächsten Teil geben wird, bessern. Der DSi bietet dafür wunderbare Voraussetzungen.

 

Zweitens ist es mir unverständlich, wie man die Kameraführung so daneben setzen kann. Wenn ich also, wie oben beschrieben die „L-Taste“ drücke, dreht sich die Kamera rechts herum. Weiter gibt es großes Potenzial in der Eigendynamik dieser. Es kommt nicht selten vor, dass euch ein Monster angreift, ihr es durch nicht sehr gut umgesetzte Kameraführung, aber erst bekämpfen könnt, wenn es für euch schon zu spät ist.

 

Der dritte Punkt beinhaltet etwas Grundlegendes zu Spore. Es ist so, dass man immer die neusten Körperteile an der Kreatur haben muss, damit man im Spiel voran kommt. Optische Feinheiten, wie Größe oder Farbe, spielen in Spore keine Rolle. Es gibt also keine Vor- und Nachteile, wenn man eine kleine oder große Spezies erschafft. So muss man zwangsläufig immer aktuell im Körperbau bleiben. Schade!

 

Der letzte Kritikpunkt gilt dem Wi-Fi-Modus. Diesen hätte man sich sparen können, wie ich finde. Da man sich hier in einem RPG-ähnlichen Genre aufhält, hätten die Entwickler lieber bei anderen Spielen gucken können, wie diese es schafften einen guten Online-Modus zu entwickeln. Auch ein kleiner Koop-Modus wäre wünschenswert gewesen. Aber nur seine Kreaturen tauschen, finde ich leider viel zu wenig.

 

 


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Von Spore allgemein (hiermit meine ich die PC-Version) bin ich enttäuscht. Aus diesem Grund habe ich von der DS-Version nur wenig erwartet. Jedoch hat mich der frische Wind von Kreativität, RPG und Abenteuer positiv überrascht, womit ich nun gar nicht gerechnet habe. Dieser Genre-Mix ist meiner Meinung nach mit keinem anderen Spiel zu vergleichen, es ist halt mal etwas Neues. Einzig die Kameraführung und der Sound müssten auf jeden Fall besser sein. Ob man sich Spore holen soll, muss jeder für sich entscheiden. Grundlegend kann man mit diesem Spiel nichts falsch machen, da es in fast allen Gebieten mehr als solide ist. Wie gesagt, Spore wird einige Stunden fesseln.

Als kleiner Tipp am Rande (für die Eltern):
Weihnachten kommt bald und dieses Spiel ist wirklich eine Überlegung wert, unter den Baum verfrachtet zu werden. Außerdem ist es nicht speziell für Jungen oder Mädchen, einfach alle kommen auf ihre Kosten.

Grafik

gut

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

76%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

04.09.2008

Developer

Electronic Arts

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-2

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes