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Reviews: Nintendo DS

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Lock's Quest - Hüter der Welt

Strategie

13.11.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Lock's scheinbar unlösbare Aufgabe!

 

Lock ist Bewohner eines friedlichen kleinen Dorfes an der Westküste seines Landes. Als dieses jedoch eines Tages von Uhrwerkern angegriffen wird, ist es vorbei mit der Zeit des Friedens. Uhrwerker sind künstlich erschaffene Wesen, die scheinbar nur ein Ziel vor Augen haben: Quells in ihren Besitz bringen. Quells ist die Essenz aus der sie und die Bauwerke der Menschen hergestellt werden, also quasi der Grundstein für beide Zivilisationen. Gelagert wird es in geheimnisvollen Lagern, die vor langer Zeit erbaut wurden. Bis heute ist es keinem Menschen gelungen, diese Technologie zu reproduzieren. Deshalb sind die bestehenden Lager so wichtig, wer sie kontrolliert, hat die Macht. Bisher lag diese in den Händen der Menschen, aber die Uhrwerker greifen unter der Führung von Lord Qual zahllose Dörfer an und sichern sich ein Lager nach dem anderen. Die Übermacht ist so groß, dass die Armee keine Chance hat; zumindest nicht ohne die Unterstützung der Archineure, wie Lock einer sein will.

 

Archineure sind Handwerker, die mit Hilfe von Quells Bauwerke errichten können. Im Krieg sind zwei Dinge besonders wichtig: Verteidigung und Angriff. Zunächst muss dafür gesorgt werden, dass die Massen an Uhrwerkern das Lager nicht erreichen können und anschließend müssen sie besiegt werden, bevor sie die Verteidigung zerstören können. Keine leichte Aufgabe, vor allem nicht, wenn man auf sich alleine gestellt ist. Beginnend in besagtem Dorf begleitet man Lock auf seiner Reise, zuerst mit dem Ziel, seine entführte Schwester zu finden, doch schnell gibt es wesentlich wichtigere Ziele. Die Uhrmacher müssen gestoppt werden, sonst ist die Menschheit für immer verloren. Lock überspringt die Ausbildung und steigt direkt als Archineur in den Krieg ein. Das Abenteuer kann beginnen.

 

 

Erst bauen, dann kämpfen!

 

Das Spiel unterscheidet dabei im Wesentlichen zwei Spielphasen. In der Bauphase hat der Spieler zwischen zwei und vier Minuten Zeit mit der vorgegebenen Menge Quells seine Verteidigung aufzubauen und Angriffstürme zu errichten. Im anschließenden Kampf stürmen Uhrwerker für drei bis zehn Minuten dann auf seine Bauwerke los und müssen bekämpft werden. In diesem Tohuwabohu läuft Lock herum und muss sowohl beschädigte Bauwerke reparieren als auch selbst als Kämpfer einsteigen, wenn die Verteidigung an manchen Stellen einmal überfordert sein sollte, was jedoch alle naselang passiert. Zum besseren Verständnis erläutere ich die zwei Phasen nun im Detail.

 

Betritt man eine neue Umgebung im Spiel, dann besteht diese meist aus einem oder mehreren Quells Lagern. Diese müssen geschützt werden und dazu hat Lock anfangs Verteidigungsmauern und einen Angriffsturm zur Verfügung. Mauern gibt es in unterschiedlichen Größen und Formen, so dass man die Umgebung optimal schützen kann. Dabei besteht die Umgebung wie ein Schachbrett aus vielen kleinen Quadraten. Ein Tor, durch das Lock hindurchgehen kann, das Feinden aber den Weg versperrt, benötigt zum Beispiel 4x1 Felder Platz. Darüber hinaus gibt es Eckstücke und allerhand andere Bausteine. Zusätzlich gibt es Waffentürme, von denen Lock jedoch immer zunächst erst selbst einen Prototyp bauen muss. Findet man in den Überresten von erledigten Uhrwerkern Schrott, dann kann man nach und nach neue Prototypen bauen. Dazu gibt es ein spezielles Menü, wo man eine Vorlage aus vorliegenden Schrottteilen nachbauen muss. Fortan kann man das Teil bauen. Später kommen dann noch Erweiterungen und Fallen dazu. Die erste Gruppe hilft zum Beispiel, Mauern selbstständig zu reparieren oder die Reichweite von Waffen zu erhöhen. Mit Hilfe von Fallen kann dem Gegner schon weit vor den eigenen Mauern großer Schaden zugefügt werden. Neben diesen Teilen unterscheidet das Spiel auch noch die drei Baustoffe Holz, Stein und Metall, die man im Laufe des Spiels findet. Je härter das Material, desto widerstandsfähiger sind die Bauwerke, aber eben auch desto teurer werden sie.

 

Hat man seine Festung gebaut (oder ist die immer recht knapp bemessene Zeit dazu abgelaufen bevor man fertig war), dann geht es in den Kampf. In diesem muss man die Stellung möglichst gut halten, die Uhrwerker zurückschlagen und Lock dabei helfen, nicht den Überblick zu verlieren. Gegner können auch von Lock direkt angegriffen werden. Hat man die Zeit überstanden oder das Missionsziel erfüllt, dann ist der Kampf beendet und die noch verbleibenden Uhrwerker brechen zusammen. Dann wechselt das Spiel wieder in die Bauphase, wo man seine Festung reparieren und verstärken kann, bevor es dann wieder in den Kampf geht. Dieses hin und her geht jedoch nicht ewig weiter. Nach jeweils drei bis vier Tagen (ein Tag besteht aus Bauphase und anschließendem Kampf) ist die Gegend entweder gerettet oder hoffnungslos verloren und Lock kann weiter ziehen. Dort geht das Spiel dann wieder von vorne los, so dass die Verteidigung in neuer Umgebung wieder neu errichtet werden muss.

 

 

Viele Facetten in Lock’s Welt!

 

Zwischen den einzelnen Umgebungen spielt sich die Geschichte ab. Lock läuft auf dem gesamten Kontinent herum, während einzelne Gebiete von einer großen Karte aus direkt angesteuert werden. Betritt man einen Ort, dann bekommt man einen weiteren Schnipsel der Geschichte erzählt. An manchen Orten kann man auch frei herumlaufen und muss kleine Aufträge erfüllen. Diese sind jedoch nicht besonders tiefgreifend und bestehen meistens daraus, dass man einen bestimmten Charakter finden muss. Lediglich die Archineurs-Prüfung verlangt etwas mehr Geduld, denn hier muss man sich wirklich Wissen aneignen.

 

In der Hauptstadt des Kontinents gibt es zusätzlich noch eine Art Minispiel, das man ab und an spielen kann. Es nennt sich „Belagern“ und dort muss man gegen Anstürme von Uhrwerkern in 2D bestehen. Auf der rechten Seite ist die eigene Burg und Uhrwerker greifen von links aus an. Man hat eine Kanone auf der Burg und muss dieser per Stylus sagen, wohin sie schießen soll. Nach ca. 60 Sekunden ist ein Tag rum und man kann dann Upgrades kaufen, die Burg reparieren und Soldaten trainieren, je nachdem, wie viel Quells man hat. Nach fünf Tagen ist der Spuk dann vorbei und das „normale“ Spiel geht weiter. Belagern ist eine gelungene Abwechslung, die als Auflockerung sehr gut funktioniert und vor allem nicht zu oft eingesetzt wurde.

 

Das war so ziemlich alles, was das Spiel zu bieten hat, was auf keinen Fall zu wenig ist. Insgesamt muss man 100 Tage überstehen und erfährt in der Geschichte immer mehr über Lock und seine Herkunft. Dabei sind Überraschungen an der Tagesordnung. Vor allem zum Ende hin passieren einige Dinge, mit denen man am Anfang nie gerechnet hätte. Die Story ist also sehr gelungen und genau das, was das Spiel so motivierend macht; man will einfach wissen, wer den Kriegt gewinnen soll und wird.

 

 

Alleine kämpfen ist doof!

 

Auch wenn es leider keinen Online-Modus in Lock’s Quest gibt, haben sich die Entwickler dennoch einiges einfallen lassen, um den Mehrspieler-Modus so spannend wie möglich zu gestalten. Zu zweit schlüpft jeder in die Rolle eines anderen Locks und jagt Uhrwerker auf seinen Gegner los.

 

Vor jedem Spiel legt der Host die Karte, den Anfangsbestand an Quells und die Zeit zum Bauen und Kämpfen fest und dann kann es auch schon los gehen. Das Bauen funktioniert hier genauso, wie im Hauptspiel, es kommt jedoch noch einiges dazu. So muss man sich zum Beispiel entscheiden, welche Uhrwerker man seinem Gegner auf welcher Route auf den Hals hetzen will. Wie die Materialien, aus denen die Wehren gebaut werden, hat man auch hier die Wahl aus verschiedenen Typen, die natürlich teurer werden, je stärker sie sind. Wer bei Ablauf des Spiels stärker ist, der gewinnt das Spiel. Schafft es einer, den anderen vorher zu erledigen, dann ist es natürlich schneller vorbei.

 

Dieser Modus ist eine gute Idee, die auch noch gut umgesetzt wurde. Alles läuft schnell und stabil und die Kämpfe machen großen Spaß. Es ist eben immer was anderes, gegen einen menschlichen Gegner zu spielen. Blöd, aber nachvollziehbar ist nur, dass beide Spieler eine eigene DS-Karte brauchen. Das Einzige, was an dieser Stelle wirklich Punkte kostet, ist das Fehlen eines Online-Modus. Das wäre das Nonplusultra gewesen und hätte die Mehrspieler-Note deutlich nach oben gehoben. So wird man vermutlich nicht allzu oft in den Genuss von Mehrspieler-Duellen kommen.

 

 

Die technische Seite!

 

Grafisch gibt es bei Lock kaum etwas zu meckern. Die Umgebungen sind sauber programmiert, sehr lebhaft und abwechslungsreich. Charaktere sind schön animiert und wirklich liebenswert. Trotz der vielen Details und der Massen an Uhrwerkern, die teilweise unterwegs sind, gibt es keine Ruckler oder Ähnliches, was wirklich vorbildlich ist. Dazu kommen wirklich cool gemachte Zwischensequenzen, die die Geschichte sehr schön vorantreiben.

 

Die Musik ist erste Sahne. Es gibt viele Melodien, die alle gut zum Spiel passen und auch qualitativ top sind. Grund zur Klage gibt es an dieser Stelle höchstens wegen der Sprachausgabe, die leider komplett fehlt. Zumindest in den Videos wäre das wirklich schön gewesen, um die Stimmung zu verbessern.

 

 

Meckerecke!

 

So genial die Idee, die Umsetzung, die Geschichte und die Technik sind, hat das Spiel dennoch einige Schwächen, die Wertungspunkte kosten. Zwar ist die Steuerung grundsätzlich gut, denn die Eingaben per Stylus sind schnell zu erlernen und die Anordnung der Menüs ist gut gelungen. Allerdings hapert es leider etwas an der Umsetzung der dritten Dimension. Da man von schräg oben auf das Geschehen blickt, hat man nicht wirklich die Freiheit, sich beim Bauen und Kämpfen in drei Dimensionen zu bewegen. Das kann zur Folge haben, dass ein Gebäude partout nicht da hin will, wo man es haben will oder dass man einen Feind einfach nicht trifft, weil die Perspektive trügt. Beides ist extrem ärgerlich, denn beim Bauen ist die Zeit knapp und im Kampf die Anzahl Gegner groß. Diese Mängel führen schnell zu Hektik und in der Folge auch gerne mal zu Frust.

 

Es ist zwar bei Strategie-Spielen üblich, seine Verteidigung aufzubauen und diesen Schritt in einem neuen Level zu wiederholen. Bei Lock’s Quest ist das allerdings zeitweise ein bisschen nervig, da man eben nur 8-10 Minuten an einer Wehr baut und dann weiter zieht. Man fängt also bestimmt 25 Mal im Spiel immer wieder von vorne bei den Grundlagen an. Auch die Kämpfe sind jedes Mal ähnlich, bloß die Gegner werden immer stärker. So kommt nach einiger Zeit das Gefühl auf, alles würde sich ständig wiederholen. Unterm Strich ist das auch so, aber die sehr gute Geschichte kann da zum Glück in weiten Teilen von ablenken. Mehr Variation wäre aber dennoch nötig.

 

 

Vielen Dank an THQ für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Lock’s Quest ist ein wirklich gutes Spiel für den Nintendo DS. Besonders wegen der vielen kurzen Einzelphasen ist es auch für Zwischendurch sehr gut geeignet, man kann sich jedoch ebenso für Stunden am Stück damit beschäftigen. Die Geschichte ist gut, an der Technik gibt es kaum etwas zu meckern und der Umfang ist fast schon ein bisschen zu groß. Lediglich das Fehlen eines Online-Modus und Probleme mit der Steuerung per Touchscreen trüben das Erlebnis etwas, ebenso wie die vielen Wiederholungen. Man macht eben für 15-20 Stunden immer wieder dasselbe, merkt das aber zum Glück meistens gar nicht. Hut ab vor dieser Leistung der Entwickler, die hoffentlich schon an Teil 2 sitzen...

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

87%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

26.09.2008

Developer

5th Cell

Publisher

THQ

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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