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Reviews: Nintendo DS

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Kampf der Giganten - Dinosaurier

Adventure

16.11.2008

Autor: René Schäfer

 

 

In einem Land vor unserer Zeit!

 

Als vor rund 65 Millionen Jahren die Dinosaurier von unserem Planeten Erde verschwunden sind, kehrten sie erst ein paar Millionen Jahre später in Form von fossilen Fundstücken zurück. Lebende Exemplare gibt es daher nur noch in Science-Fiction Filmen und Romanen. Oder in Videospielen.

 

In Ubisofts „Kampf der Giganten - Dinosaurier“ kehren die Urzeit-Reptilien auf euren Nintendo DS zurück. Oder besser gesagt: Ihr reist in der Zeit zurück. Als Dinosaurier erkundet ihr die Welt der Kreidezeit und versucht zu überleben. Denn die anderen Dinos versuchen das natürlich auch und wollen euch dementsprechend aus dem Weg räumen. Da diese Aufgabe anscheinend schon fordernd genug ist, bekommt ihr nichts anderes zu tun und streift so durch Wälder und Wüsten.

 

 

Wir brauchen Eier...

 

Leider ist diese kurze Einleitung in das Spielprinzip von „Kampf der Giganten“ kein Witz. Die urzeitliche Welt ist in neun prähistorische namenlose Länder aufgeteilt, die es nach und nach zu erkunden gilt. Ihr startet natürlich bei Nummer 1, gleich nachdem ihr euch für einen der drei wählbaren Startdinos entschieden habt. Nach wenigen ersten Schritten steht auch schon ein anderer Vertreter der echsenartigen Lebewesen vor euch. Und will gegen euch, einen Konkurrenten, kämpfen.

 

Und hier kommen wir auch schon zu dem, was das Spiel zu einem leider nur unterdurchschnittlichen Titel auf dem Nintendo DS macht: dem rundenbasierten Kampfsystem. Während ihr auf dem oberen Bildschirm die beiden Kontrahenten in einer sehr schönen 3D-Grafik seht, könnt ihr auf dem unteren Screen zunächst einmal eine Attacke auswählen. Hier stehen euch zwei verschiedene Arten von Attacken zur Verfügung. Mit denen der ersten Art macht ihr mehr Schaden als mit denen der zweiten. Dafür bekommt ihr beim Ausführen dieser Attacken der zweiten Art ein bisschen Lebensenergie zurück. Zu Beginn des Spiels könnt ihr pro Kampfrunde nur eine Attacke ausführen, dieses ändert sich aber je nach Spielfortschritt. Habt ihr die Attacke(n) gewählt, erscheint eine schwarze Linie die eine simple Form bildet. Diese gilt es dann innerhalb von knapp fünf Sekunden so genau wie möglich nachzuzeichnen. Je genauer euch das gelungen ist, desto stärker ist euer Angriff. Habt ihr das Zeichnen also hinter euch gebracht, wertet das Spiel aus, wie genau ihr wart. Auf dem Top-Screen greifen die Dinos dann reihum den jeweils anderen an. Beginnen darf der, der besser gezeichnet hat. Aktiv sein kann man hier als Spieler leider nicht mehr, sodass man sich in die Beobachterrolle zurücklehnen und die sehr schönen und detaillierten Kampfanimationen genießen darf. Nachdem sich beide Kämpfer gegenseitig attackiert haben, geht es in die nächste Runde und ihr wählt und zeichnet wieder.

 

Leider sind diese nach zu zeichnenden Linien aber so einfach, dass sie einem Grundschüler locker von der Hand gehen. So ist ein Gewinn schneller erzielt als das man „Tyrannosaurus Rex“ buchstabieren kann. Nach so einem Sieg werdet ihr mit Eiern belohnt. Goldene Eier stellen die Währung in Kampf der Giganten dar und ermöglichen es euch, euren Dino kampftechnisch aufzurüsten. Dies geschieht in der Höhle, eurem Unterschlupf, von dem ihr in jedem Land einen habt.

 

In dieser Höhle habt ihr also die Wahl, eure Kampfechse sowohl optisch als auch kampftechnisch aufzumotzen. Die optischen Verschönerungen kosten allerdings nichts, wohingegen die technischen Verbesserungen ordentlich zu Buche schlagen. Die Investitionen lohnen sich aber, denn Kampf der Giganten hat ein recht gutes Klassensystem. So entscheidet ihr mit dem Kauf der verschiedenen Spezifikationen für den Kopf, den Rücken, die Füße und den Schwanz (diese sind die veränderbaren Körperteile eures „Helden“), welche Art von Saurier eurer wird. Möglich ist es ein Dino der Klasse „Angriff“, „Verteidigung“ oder „Tempo“ zu werden. Entscheidet ihr euch für einen angriffslustigen Kämpfer, sind eure Attacken in Relation zu denen der anderen Klassen um einiges Stärker und unterscheiden sich auch von diesen in den sehr schön gestaltet und animierten Kampfsequenzen am oberen Bildschirm. Als Dino der Verteidigungsklasse seid ihr, wie es der Name schon vermuten lässt, besser gegen Angriffe eures Gegners geschützt und nehmt dementsprechend weniger Schaden. Aber auch eure Angriffe der zweiten Art sind um einiges besser als die der anderen Dinos. Ihr bekommt also wesentlich mehr Energie zurück als Dinos der anderen Klassen, wenn diese solche Attacken ausführen. Seid ihr ein „Tempo“-Dino stehen euch pro Kampfrunde mehr Attacken zur Verfügung. Je mehr Körperteile ihr also auf diese Klasse skillt, desto mehr Attacken dürft ihr pro Runde ausführen.

 

Das mag jetzt auf den ersten Blick alles sehr komplex, schwer und alles andere als simpel wirken, ist im Spiel aber super einfach zu verstehen und macht überhaupt keine Probleme. Für dieses Klassensystem sind dem Spiel auch absolut einige Pluspunkte gut zu schreiben, denn neben der gebotenen Vielfalt, wie ihr euren Dino aussehen und kämpfen lassen wollt, sind die einzelnen Klassen auch perfekt ausbalanciert, sodass man durchaus guten Gewissens sagen kann, dass alle ihre Vor- und Nachteile haben, die ihr als Spieler aber selber herausfinden müsst.

 

So spezifiziert ihr euren Dino immer mehr. Aber auch die feindlichen Exemplare die durch die Länder streifen gehören diesen Klassen an. Und sind für euch somit entweder schwerer oder leichter zu besiegen. Wie schwer das für euch werden kann, wird euch anhand eines farbigen Ringes rund um den Feind angezeigt. Ist dieser Ring blau, sollte ein Sieg ein Kinderspiel für euch sein. Allerdings gibt es bei diesen Kämpfen keine Eier zu gewinnen, weswegen sie vollkommen sinnlos und pure Zeitverschwendung sind. Gelbe Ringe zeigen Dinos der mittleren Schwierigkeit an und ein Dino mit rotem Ring ist pro Land genau ein Mal zu finden und bringt ordentlich Eier ein.

 

Wie ihr seht, macht Kampf der Giganten beim Kampf so einiges richtig, weswegen es umso peinlicher ist, die Kämpfe durch einfaches Linien ziehen auszuführen. Zwar werden die Formen je nach Attackenkombination schwerer, sind aber selbst in der schwersten Variante zu einfach, als das man auch nur ein einziges Mal im Spiel richtig herausgefordert wird. So bin ich innerhalb der knapp drei Stunden Spielzeit nicht ein einziges Mal gestorben.

 

Die Eier sind eine wichtige Sache im Spiel. Außer als Zahlungsmittel dienen sie nämlich auch als einer von zwei Fortschrittsfaktoren. Das heißt, dass es in jedem Land eine bestimmte Anzahl von Eiern zu erkämpfen gibt. Erst wenn ihr alle euer Eigen nennt und auch den anderen Faktor erfüllt habt, komm ihr ins nächste Land.

 

Der andere Faktor sind die Fossilien. Von diesen sind in jedem Land fünf Stück unter Sandhaufen versteckt. Da ihr während des Erkundens der Länder auf dem oberen Bildschirm eine Karte angezeigt bekommt, die euch auch die exakte Position dieser Verstecke anzeigt, ist dies alles andere als schwer und ihr habt sehr schnell alle fünf Fossilien zusammen. Und somit einen neuen Dino freigeschaltet, den ihr beim Beginnen eines neuen Spiels auswählen könnt. Das könnt ihr bis zu fünf weitere Male tun, denn Kampf der Giganten bietet euch ganze sechs Speicherplätze.

 

 

How to...

 

Wie ihr kämpft, habe ich ja oben schon ausführlich beschrieben. Doch wie sieht es während des Durchstreifens der Länder, also der Oberwelt, aus? Wie gesagt seht ihr auf dem oberen Bildschirm eine Landkarte, die euch neben eurer exakten Position auch die der Fossilienfundstellen, feindlicher Dinos und Futter- und Wasserstellen zeigt.

 

Das lässt vermuten, dass das Spielgeschehen auf dem unteren, dem Touchscreen stattfindet. Und das tut es auch. Denn dieser Screen bietet nun mal das, was den Nintendo DS ausmacht: einzigartige Steuermöglichkeiten. Und dies hat sich Ubisoft auch zu Nutze gemacht. Ihr steuert das komplette Spiel nämlich ohne einen einzigen Knopfdruck. Das Fortbewegen funktioniert hierbei genau so wie bei beispielsweise Animal Crossing: Wild World. Ihr haltet den Stylus einfach auf die Stelle auf dem Bildschirm, in dessen Richtung sich euer Dino fortbewegen soll. Super einfach und technisch perfekt umgesetzt.

 

Nach Kämpfen muss sich euer Dino auch erholen. Und um neue Energien zu tanken, muss er essen und trinken. Und auch das ist ganz einfach gelöst. In allen Ländern über das komplette Gebiet verteilt sind Wasserstellen zu finden. Genau so sieht es mit dem Essen aus. Neben Dinokadavern für die Fleischfresser gibt es genügen Bananenbäume für Pflanzenfresser. Was man auch gerade zu sich nehmen will, ein einfacher Doppelklick darauf genügt und der Dino frisst oder trinkt sich gesund. Hier ist die Einfachheit des Spiels als äußerst positiv und gut gelöst zu bewerten.

 

 

Die technische Umsetzung!

 

Grafik und Sound sind solide und gut gelungen, so viel gleich vorweg. Die Oberwelt, also die Gestaltung der Länder die man durchforstet, ist sehr detailreich und stimmungsvoll. In nettem 3D bewegen sich die kleinen Pflanzen, die großen Bäume und der Strom der Flüsse. Der eigene Dino kommt in einem guten Aussehen daher und die vorgenommenen optischen Veränderungen sind auch in der kleinen Variante gut zu erkennen. Leider ist es aber so, dass sich die Szenerien der Länder kaum unterscheiden. Entweder befindet man sich in einem Wald oder in der Wüste. Zwar kann man diese immer gut an ihrer Gestaltung erkennen, großartig Atmosphäre kommt aber nicht auf. Was bei lediglich zwei verschiedenen Szenerien und neun Welten doch ziemlich mager ist.

 

Während der Kämpfe entspricht die Umgebung auch immer der des aktuellen Szenarios. Also auch entweder Wald oder Wüste. Hier sieht man die Dinosaurier etwas größer aber auch immer noch schön animiert. Großartiges darf man allerdings auch nicht erwarten, was aber leider auch ein bisschen die Schuld der Konsole ist. Nichts desto trotz sind die Animationen der Attacken aber nahezu perfekt und selbst die neusten Pokémon Editionen können sich hier einiges abgucken. Wer sich als DS-Entwickler aber für eine detaillierte 3D-Grafik entscheidet, muss irgendwo Abstriche machen. Zum Glück hat Ubisoft sich nicht für die Framerate entschieden. Diese bleibt dauerhaft konstant und lässt keine Ruckler zu. Deswegen kommen die Texturen von Umgebung und Dinos aber etwas zu kurz. Pixelmatsch ist hier das ein oder andere Mal angesagt, all zu schlimm ist das allerdings auch nicht, da das Gesamterscheinungsbild überzeugt.

 

Die musikalische Untermalung ist von ähnlicher Qualität. Die Stücke sind alle Ohrwurmverdächtig aber leider zu ähnlich. Die wenigen vorhandenen Musikstücke ähneln sich so sehr, dass man nur bei genauem hinhören erkennt, dass in Wüste Nummer 3 nicht die gleiche Melodie wie in Wüste Nummer 2 läuft. Das soll aber (leider) keineswegs bedeuten, dass jede Welt ihr eigenes Musikstück hat. Leider sind auch die Soundeffekte zu rar gesät und ähneln sich all zu sehr, als dass man hier viele Punkte für viele gute Sounds geben könnte.

 

 

Negativ aufgefallen:

 

Wie jetzt schon einige Male erwähnt, ist es vor allem das schlecht gemachte und viel zu einfach Kampfsystem, welches Kampf der Giganten spieltechnisch nach unten zieht. Die Idee, Formen mit dem Stylus nachzuziehen und abhängig von der zeichnerischen Genauigkeit zu entscheiden, wie stark eine Attacke wird, ist auf jeden Fall eine gute Idee. Doch sind die Formen viel zu einfach und man wird kein bisschen gefordert.

 

Das führt dann auch zum zweiten großen Kritikpunkt. Dem geringen Umfang. Spielt man das Spiel einfach durch, sieht man nach ungefähr drei langweiligen Stunden den Abspann zum ersten Mal. Langweilig deswegen, weil sich die Kämpfe einfach zu wenig unterscheiden und zu einfach sind. Ein Teufelskreis. Zwar kann man das Spiel ja mehrmals durchspielen und andere Dinos sowie andere Klassen wählen, jedoch ist hier die Motivation durch das Spiel zu gering, als das man wirklich mit mehreren verschiedenen Dinos immer wieder das gleiche Abenteuer erleben will.

 

 

Mehrspieler

 

Kampf der Giganten bietet einen gut gemeinten Mehrspielermodus; sowohl Einzel- als auch Multikarten, aber leider keinen Onlinemodus. Im Einzelkartenspiel-Modus kann man mit bis zu fünf anderen Freunden kämpfen. Man selbst kann natürlich seinen eigenen Dino wählen. Die anderen Teilnehmer dürfen sich innerhalb von 60 Sekunden mit einem Budget von 175 Eiern schnell einen Dino zusammenstellen bevor es auch schon auf in den Kampf geht. Bis zu fünf Matches hintereinander können gespielt werden. Als Location ist hierbei die Wüste festgelegt.

 

Weil man als Host seinen eigenen Dino, mit dem man wahrscheinlich schon das Abenteuer beendet hat, wählen kann, ist dieser Modus absolut für die Katz. Mit den läppischen 175 Eiern die die Gegner zur Verfügung haben, kommen diese nicht weit und man hat nach spätestens zwei Angriffsrunden gewonnen. Totaler Schwachsinn also, seine Freunde zu einer Partie einzuladen. Es sei denn, sie haben das Spiel ebenfalls.

 

Denn dann können bestenfalls gleich starke Dinos gegeneinander antreten, hinter denen auch menschliche Gehirne mit menschlichem Zeichentalent sitzen. Im Multikartenspiel darf man dann sogar zwischen Wüste und Wald als Szenario entscheiden. Einen spielerischen Unterschied gibt es hier aber natürlich nicht.

 

Alles in allem ist der Mehrspielermodus, auch wieder wegen des einfachen Kampfsystems, kein „großes Ding“ und hätte im Grunde weg gelassen werden können. Das kleine Jungs jetzt allerdings die Möglichkeit haben, ihre eigen evolutionierten Dinos gegen die ihrer Freunde antreten zu lassen, ist aber eine nette, durchaus positiv zu bewertende, Dreingabe.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Zusammengefasst ist Kampf der Giganten - Dinosaurier ein durchschnittliches Nintendo DS Spiel mit netter Grafik. Die fehlende Story, der super einfache Kampf, der fast sinnlose Mehrspielermodus und die geringe Spielzeit relativieren die klasse Steuerung, die gute Grafik, die netten Anpassungsmöglichkeiten und die schöne Idee. Bezieht man dann noch die UVP von 39,99 € mit in seine Kaufüberlegungen ein, sollte man als halbwegs ernst zu nehmender Videospieler doch zu einem der vielen anderen, viel besseren Nintendo DS Spiele in der gleichen Preisklasse greifen. Führt man sich mal vor Augen, dass man bei einem großen Onlineversandhaus Titel wie „The Legend Of Zelda: Phantom Houglass“, „Phoenix Wright“, „Hotel Dusk“, „The World Ends With You“ oder gar ein „Final Fantasy“ für den gleichen Preis oder weniger bekommt, gibt es wirklich fast keinen Grund mehr, Kampf der Giganten zu kaufen. Schade, wo doch vieles so gut ist.

Wer sich ein genaueres Bild von Kampf der Giganten - Dinosaurier machen will, kann sich im Nintendo-Kanal der Wii die Demo zu dem Spiel einfach auf seinen Nintendo DS laden. Die kostenlose Demo beinhaltet eines der neun verschiedenen Areale der Vollversion, in dem der Spieler als Tyrannosaurus oder Triceratops die Umgebung erkunden kann.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

55%

Singleplayer

26%

Multiplayer

Release

30.10.2008

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

2-6


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