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Reviews: Nintendo DS

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Guitar Hero On Tour Decades

Musik

17.11.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Helden der Straße

 

Mit mittlerweile vier Versionen für Heimkonsolen, davon zwei für die Wii sollte Guitar Hero so ziemlich jedem Nintendo-Fan ein Begriff sein. Dennoch eine kurze Erklärung: Mit dem Spiel zusammen kommt eine Gitarre, die man sich umhängt, um Lieder nach Vorgabe nachzuspielen. Dazu gibt es fünf verschiedenfarbige Tasten und einen Anschlaghebel. Auf dem Bildschirm laufen Noten in Form von farbigen Punkten entlang, die vorgeben, wann man welche Taste drücken muss. Mit Guitar Hero On Tour hat Activision dieses Erlebnis auch mobil möglich gemacht und veröffentlicht nun den zweiten Teil der Reihe, der einige neue Elemente und interessante Mehrspieler-Ansätze bietet.

 

Dazu liefert Activision mit dem Spiel zusammen den so genannten Guitar Grip mit. Diesen steckt man in den GBA Slot, um dann die Hand von hinten an den quer gehaltenen DS anzulegen. Doch um langer Rede vorzubeugen, hier zwei Bilder zur Verdeutlichung:

 

 

Da dieser Teil der zweite der Reihe auf dem Nintendo ist, gibt es auch eine günstigere Version ohne Guitar Grip. Mit dabei ist auch ein Plektrum, das den Stylus ersetzt und das Spiel damit authentischer macht. Man hält also (als Rechtshänder) den DS so, dass der Touchscreen rechts ist. Auf diesem ist eine Gitarre abgebildet. Dort schlägt man dann ganz einfach die Noten mit der rechten Hand an, während die linke Hand hinter dem DS die passenden Knöpfe drückt. Die Noten laufen auf dem linken Bildschirm entlang. Also alles wie bisher, außer dass es hier nur vier Tasten gibt. Um den Beschwerden direkt vorzubeugen: Das Spiel ist trotzdem knackig schwer, so dass auch Profis eine echte Herausforderung vor sich haben.

 

Trifft man Noten richtig, dann bekommt man dafür Punkte. Je mehr Noten man am Stück korrekt erwischt, desto höher steigt der Multiplikator (bis maximal 4), so dass man noch mehr Punkte kassieren kann. Natürlich gibt es auch wieder die sternförmigen Noten, die die Starpower aufladen. Hat man davon genug gesammelt, löst man sie aus, in dem man in den Touchscreen pustet (oder wie das Spiel eigentlich verlangt, irgendwas Rockiges hinein brüllt) oder auf einen bestimmten Bereich auf dem Touchscreen tippt. Letztere Option funktioniert aber nicht so gut, weil dabei die Gefahr recht groß ist, dass man Noten verpasst oder das Spiel fälschlicherweise den Versuch als Anschlag fehldeutet und der Multiplikator futsch ist. Mit Starpower verdoppelt sich der Multiplikator für eine bestimmte Zeit, damit man noch mehr Punkte sammeln kann. Auch das Tremolo ist wieder dabei und wird per Rubbeln auf dem Touchscreen bei langen Noten eingesetzt.

 

 

Die Songauswahl

 

Da auf einer DS-Karte nun mal leider nicht so viel Platz ist, wie auf einer DVD, gibt es unterwegs auch diesmal wieder nur 28 Songs, die sind dafür aber in hoher Audioqualität. Wie bisher auch, schaltet man neue Lieder durch die Karriere frei. Es gibt fünf Bühnen mit je vier Songs plus Zugabe, die man bestehen muss, um auf die nächste Bühne zu kommen. Für gelungene Auftritte bekommt man Geld (dass leider größtenteils automatisch für die anstehenden Aufräumarbeiten drauf geht), womit man im Laden neue Gitarren, Charaktere und Outfits kaufen kann. Neu ist der Bass-Modus, so dass man jeden Song jetzt quasi zwei mal spielen kann, denn Bass und Gitarre haben natürlich unterschiedliche Noten.

 

Wie bisher sind auch wieder vier Schwierigkeitsstufen dabei, wobei Anfänger es auch wirklich zunächst mit eben dieser Stufe versuchen sollten. Dort kommen dann nur drei der vier Tasten zum Einsatz, so dass man sich erst mal mit dem Guitar Grip und dem Spielprinzip vertraut machen kann. Zum Ende hin werden auch hier schon die Songs und die Notenfolgen schneller. Aber das ist als Vorbereitung auf die kommenden Stufen auch nötig. Ab dem zweiten Schwierigkeitsgrad ist dann die vierte Taste auch dabei, aber die Anzahl Noten und die Akkorde (zwei Tasten müssen gleichzeitig gehalten werden) halten sich noch in Grenzen. Die beiden letzten Stufen legen jeweils noch eine deutliche Schippe drauf.

 

Neben der Karriere gibt es auch noch die in Guitar Hero III eingeführten Gitarrenschlachten, jedoch in etwas abgewandelter Form. Man tritt hier nämlich in allen Songs auf allen Stufen gegen CPU gesteuerte Charaktere nach und nach an, um Geld zu verdienen und Extras freizuschalten. In der Schlacht tritt man also in einem Duell an und setzt dabei fiese Waffen ein, um den Gegner zu stören. Natürlich kann man auch selbst gestört werden. Eine kleine Auswahl: Beim Saitenriss kann man eine Note nicht mehr spielen, bis man die Saite per Touchscreen wieder geflickt hat. Durch eine Überlastung gerät die Gitarre in Brand und man muss sie erst auspusten, bevor man weiter spielen kann. Manchmal taucht auch ein lästiger Fan auf, der erst einen beliebigen Gegenstand signiert haben will, bevor er Ruhe gibt. Die zahlreichen Waffen sind alle sehr gut an den DS angepasst und gut gelungen. Gesammelt werden sie übrigens in dem man spezielle Notenfolgen trifft. Man kann bis zu drei Angriffe sammeln und diese dann gezielt einsetzen. Wer am Ende des Songs mehr Punkte hat, gewinnt das Duell.

 

Da es keinen Online-Modus gibt, haben Einzelspieler also leider nicht wirklich viel zu tun, zumindest verglichen mit den anderen Versionen. Dennoch kann man eine ganze Menge anfangen mit dem Spiel, vor allem als Neueinsteiger, wenn man sich noch „hocharbeiten“ muss und will. Jeder wird das nämlich sicher nicht schaffen oder wollen, denn man braucht sowohl extrem viel Übung als auch geschickte Finger, um in den höheren Stufen auch nur ansatzweise bestehen zu können.

 

Und nun die Songauswahl:

 

Moderne:

  • The Take Over, The Breaks Over – Fall Out Boy
  • Diventerai Una Star – Finley
  • Estrella Polar – Pereza
  • Ready, Set, Go! – Tokio Hotel
  • The Pretender – Foo Fighters

 

2000er:

  • One Step Closer – Linkin Park
  • Everything Is Everything – Phoenix
  • The Middle – Jimmy Eat World
  • You Can’t Stop Me – Guano Apes
  • Can’t Stop – Red Hot Chili Peppers

 

90er:

  • Buddy Holly – Weezer
  • Are You Gonna Go My Way – Lenny Kravitz
  • No Rain – Blind Melon
  • Some Might Say – Oasis
  • Down – Stone Temple Pilots

 

80er:

  • Eye Of The Tiger – Survivor
  • The One I Love – R.E.M.
  • La Bamba – Los Lobos
  • You Give Love A Bad Name – Bon Jovi
  • Satch Boogie – Joe Satriani

 

70er:

  • We Are The Champions – Queen
  • All Right Now – Free
  • One Way Or Another – Blondie
  • Free Rider – Edgar Winter Group
  • Sweet Home Alabama – Lynyrd Skynyrd

 

Sieger-Songs:

  • I Believe In A Thing Called Love – The Darkness
  • Smooth Criminal – Alien Ant Farm
  • Tarantula – The Smashing Pumpkins

 

 

Wie erwähnt gibt es leider keinen Online-Modus, so dass man auf Freunde angewiesen ist, die das Spiel auch haben, um gegen menschliche Gegner antreten zu können. Hat man jemanden gefunden, dann geht ein Duell in Form eines normalen Songs oder einer Gitarrenschlacht aber schnell und einfach. Man kann sämtliche Songs auswählen und sich ausgiebig miteinander messen.

 

Mit dieser zweiten Version des Spiels ist dann auch das angekündigte Song-Sharing dazu gekommen. Das sorgt dafür, dass man zu zweit auch mit unterschiedlichen Versionen von Guitar Hero On Tour zocken kann und dabei auf die Songs beider Module zurückgreifen kann. Somit hat man im Mehrspieler-Modus über zu 50 Songs zur Auswahl, was kaum Grund zur Klage gibt. Bass-Linien gibt es jedoch natürlich nur von den neuen Songs.

 

 

Die Technik!

 

Grafisch ist das Spiel für einen DS-Titel sehr ordentlich umgesetzt. Anders als die Wii-Version ist es hier nämlich keine einfache Übertragung einer schlechteren Version, sondern eine komplette Neuentwicklung für den Handheld. Seit dem Vorgänger hat sich zwar technisch nichts verändert, aber das muss es auch gar nicht. Dementsprechend sehen die Bühnen und Figuren sehr gut aus und das typische Flair kommt gut rüber. Allerdings ist das bei Guitar Hero nebensächlich, da man während des Spielens eh keine Zeit hat, die Grafik zu genießen. Darüber freuen kann man sich aber trotzdem.

 

Die Musikauswahl ist sicherlich Geschmackssache, aber wer auf Rockmusik steht, der wird sicher auch einige Songs finden, die man kennt und mag. Qualitativ geht es unterwegs kaum besser, wobei das Spielen mit Kopfhörern auf jeden Fall zu empfehlen ist, da der Sound dann einfach besser rüber kommt. Aber auch über die Lautsprecher kann man es durchaus genießen, wenn man nicht gerade in Bus oder Bahn unterwegs ist und dann mit dem „Lärm“ die Umgebung belästigt. Es sei denn, man will gerade das erreichen...

 

 

Meckerecke

 

Grund zur Beschwerde gibt es bei Guitar Hero On Tour kaum. Zwar ist der Preis mit 50 Euro nicht gerade günstig, aber dafür bekommt man ja auch den Guitar Grip und kann diesen auch für zukünftige Versionen einsetzen, die dann wohl günstiger sind. Die Songauswahl ist zwar klein, aber so ist mir das lieber, als schlechten Sound zu haben und dafür 5 oder 10 Titel mehr. Ohne Guitar Grip ist das Spiel mit knapp 40 Euro für meinen Geschmack ein bisschen zu teuer.

 

Das mitgelieferte Guiar Grip ist eine feine Sache. Bei sehr großen Händen verkrampft man zwar leicht, aber mit ein bisschen Geschick findet jeder eine Haltungsposition, die auch längere Zeit bequem ist. Total nervig ist, dass die Hardware im DS lite sehr leicht herausrutscht. Je nachdem, wie man die Konsole hält, Tasten drückt und Noten anschlägt, kann es während des Spiels passieren, dass der Kontakt abbricht und das Spiel damit abstürzt. So richtig abgehen kann man beim Rocken also leider nicht. Sobald man jedoch einmal weiß, wie man alles halten muss, läuft es recht stabil. Per mitgelieferten Adapter kann man Guitar Hero auch auf dem alten DS benutzen und da hält der Grip sehr gut, ja fast zu gut. So gut die Idee der mit beiden Konsolen kompatiblen Version ist, dieses Problem kommt sicher daher, weil es in beide passen muss, ist es für den DS lite etwas zu locker und für den originalen Handheld einen Tick zu eng. Hier hätte sicher auch eine bessere Lösung gefunden werden können.

 

Mein zweiter Kritikpunkt leitet sich direkt aus einem zum letzten Spiel ableiten. Dort kam es nämlich beim Auslösen der Starpower per Knopfdruck oft so, dass das Spiel diesen Versuch als Saitenanschlag gewertet hat, was den Kombozähler auf Null zurück gesetzt hat. Jetzt ist die Aufteilung auf dem Bildschirm sehr viel klarer, so dass das nicht mehr so leicht passiert. Dafür kommt es aber schnell mal vor, dass man im Eifer des Gefechts mit dem Stylus beim Anschlagen etwas verrutscht und Noten deshalb verfehlt. Vom Regen in die Traufe...

 

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Guitar Hero ist auch mit Teil 2 auf dem Nintendo ganz oben mit dabei. Die Songauswahl ist gelungen, die Schwierigkeitsgrade für eine Vielzahl von Spielertypen passend und der Guitar Grip der perfekt Weg, das Spiel auch für unterwegs tauglich zu machen. Weiterhin ist blöd, dass der Guitar Grip nicht verbessert wurde und so nach wie vor im DS lite viel zu locker sitzt. Ebenso muss ein Online-Modus her! Etwas ausgeglichen wird das aber durch das Song Sharing, was den drahtlosen Mehrspieler-Modus zu einer extrem spannenden Sache macht. Der Preis ist mit 40 Euro nur für das Spiel doch etwas hoch, schließlich sind es ja nur neue Songs und sonst hat sich am Spiel nichts geändert.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

83%

Singleplayer

83%

Multiplayer

Release

13.11.2008

Developer

red octance

Publisher

Activision

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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