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Reviews: Nintendo DS

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TrackMania DS

Rennspiel

20.11.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Rennspiel und Puzzle in einem!

 

TrackMania ist auf den ersten Blick eine sehr komische Genre-Kombination, denn sie verbindet ein Rennspiel mit Puzzle-Elementen, wobei auf dem Nintendo Handheld ganz klar ersteres im Vordergrund steht. Auf über 100 mitgelieferten Strecken geht es primär darum, die Zeit der Gegner zu knacken. So fängt man langsam im Training an und stellt dort schnell fest, dass es sich in der Tat nicht um ein gewöhnliches Rennspiel handelt, es gibt nämlich keine Gegner im eigentlichen Sinne. Jede Strecke hat bloß drei gespeicherte Zeiten: Gold, Silber und Bronze. Diese Zeiten muss man einfach nur schlagen. Man kann sich als Motivation oder Hilfe auch einen Gegner auf die Strecke stellen, der eine dieser Zeiten fährt, allerdings ist dieser, getreu dem Spielprinzip, quasi ein Geist, denn es gibt keine Kollisionsabfrage. Wirklich Rennfeeling kommt also nicht auf, man ist eher ein Jäger gegen die Uhr.

 

Im Einzelspieler-Modus von TrackMania DS gibt es vier Optionen und drei verschiedene Umgebungen. Fast jeder Modus hat dabei eigene Strecken in den drei Umgebungen Rennstrecke, Wüste und Rallye. Doch nicht nur das Aussehen unterscheidet diese, sondern auch das Verhalten des jeweiligen Fahrzeugs. Auf der Rennstrecke sitzt man in einem Formel 1 ähnlichen Boliden und heizt über Asphalt. In der Wüste gibt es zwar auch asphaltierte Abschnitte, aber eben auch Passagen, wo man direkt auf Sand fährt und manchmal nicht mal eine Streckenbegrenzung hat. Die Rallyepisten sind eine Kombination von Matsch und Asphalt, wobei das Auto hier extrem direkt reagiert und es Fingerspitzengefühl braucht, nicht zu übersteuern. Eingeteilt in fünf Schwierigkeitsgrade rast man so jeweils über fünf verschiedene Strecken in jeder Umgebung, hat insgesamt im Rennmodus also 75 Strecken zur Auswahl. Einige davon sind kurz und nach 30 Sekunden Geschichte, andere wiederum umfassen mehrere lange Runden und nehmen schon mal 3 Minuten in Anspruch. Vor allem in höheren Stufen ist es jedoch gar nicht so ohne, die Goldmedaille zu bekommen, denn Fehler werden fast nie verziehen. Es ist also ein hartes Stück Arbeit, wirklich alles zu schaffen.

 

Die drei anderen Modi sind Plattform, Puzzle und schnelles Rennen. Im Plattform-Modus gibt es wieder fünf Stufen mit jeweils einer Strecke pro Umgebung, also insgesamt 15 Strecken. Hier geht es nicht darum, möglichst schnell das Ziel zu erreichen, sondern es möglichst ohne Abstürze zu tun. Die Strecken sind gespickt mit Löchern, Abgründen halsbrecherischen Sprüngen und anderen schweren Elementen. Stürzt man doch mal ab, kann man sich zwar am letzten Checkpoint absetzen lassen. Das erhöht aber den Zähler für die Anzahl Versuche, die man gebraucht hat. Nur wenn es einem gelingt, die Strecke ohne Absturz komplett zu fahren, gibt es die Goldmedaille.

 

Im Puzzle-Modus kombiniert man den umfangreichen Streckeneditor (dazu später mehr) mit einem Rennen. Zunächst muss man nämlich Start und Ziel mit den vorhandenen Stücken verbinden und dann die vorgegebenen Zeit unterbieten. Das ist nicht immer wirklich einfach, denn man muss sowohl darauf achten, die Stücke zu verbauen, als auch den Weg möglichst leicht fahrbar zu machen, damit die Zeit überhaupt geschlagen werden kann. Auch hier gibt es 15 Strecken. Bei einem schnellen Rennen fährt man einfach eine zufällige Strecke der bereits freigeschalteten und kann so zusätzliches Geld sammeln, um Extras und Strecken zu kaufen.

 

 

Der Editor

 

Neben dem sehr umfangreichen Single-Modus ist der Editor das zweite Herz in der Brust von TrackMania. Hier kann man in den drei Umgebungen nach Lust und Laune Strecken bauen und danach selbst befahren. Eine Auswahl an Teilen steht von Anfang an zur Verfügung, aber der Großteil muss im Shop gekauft werden. Dann kann man so ziemlich alles machen, was die Vorstellung erlaubt. Es gibt Steilkurven, Sprungkurven, Loopings, Abgründe, Sprungchancen und vieles mehr. Das verrückte Design der mitgelieferten Strecken sollte mehr als genug Anregungen bieten, damit man sich hier wirklich austoben kann.

 

Die Bedienung ist kinderleicht: Man tippt einfach ein Stück aus der Auswahl an und legt es an die Stelle, an der man es haben will. Über vier Tasten auf dem Touchscreen kann man das Teil nun höher oder tiefer legen und in beide Richtungen drehen. Man kann seine Strecke also sowohl auf dem Boden als auch in luftigen Höhen bauen. Auch nachträgliches Verschieben ist kein Problem, einfach das gewünschte Teil anklicken und an eine andere Stelle ziehen.

 

Es stehen dabei die drei Umgebungen zur Verfügung und man kann zusätzlich einstellen, ob man morgens, am Tag oder abends fahren möchte. Die Anzahl an Teilen, die man maximal verwenden darf, ist natürlich abhängig von deren Größe, aber Grund zur Klage gibt es an dieser Stelle nicht. Es ist zwar nicht so viel möglich, wie auf dem PC, aber für den Handheld ist das Pensum auf jeden ordentlich.

 

Erstellte Strecken können einfach gespeichert und dann mit Freunden per drahtloser Verbindung ausgetauscht werden. Die Möglichkeit, seinen Strecken online zu tauschen gibt es leider nicht.

 

 

Der Mehrspieler-Modus!

 

TrackMania ist vor allem mit mehreren Spielern ein großer Spaß, was natürlich auch auf dem DS möglich ist. Dazu haben sich die Entwickler einiges einfallen lassen, denn neben den üblichen Modi mit einer oder mehreren Karten – maximal sind hier Rennen mit vier Spielern möglich – kann man auch zu acht auf einem DS indirekt gegeneinander antreten. Beim so genannten Hotseat-Modus wählt man einfach nur die Anzahl Spieler und die Strecke aus und dann fahren alle nacheinander die Strecke auf Zeit und das System spuckt am Ende eine Rangliste aus. Da man eh nie wirklich live gegeneinander fährt (keine Kollisionsabfrage) ist das eine sehr gute Idee, einfach und schnell auch mit nur einem Handheld gemeinsam Spaß zu haben.

 

Spielt man mit mehreren Systemen und jeder hat eine Karte, dann gibt es sehr umfangreiche Möglichkeiten. So kann man einzelne Rennen auf Zeit gegeneinander fahren oder auch ganze Meisterschaften veranstalten. Vor allem zu viert macht das großen Spaß, auch wenn man sich nicht wirklich in die Quere kommen kann. Immerhin kann man versuchen, den Gegnern die Sicht zu versperren und sie so aus dem Konzept bringen.

 

Mit nur einer Karte hat man quasi die gleichen Optionen, aber weniger Schwierigkeitsgrade. Außerdem können nur Strecken aus dem Stadion gefahren werden. Da man dort genügend Auswahl hat und auch die anderen Einstellungsmöglichkeiten sehr umfangreich sind, macht es mit einer Karte fast genauso viel Spaß, wie mit mehreren. Nur die Ladezeiten nerven da auf Dauer ein wenig.

 

Leider fehlt TrackMania DS ein Online-Modus, was ich wirklich schade finde. Gerade das macht die Versionen auf dem PC aus und sorgt für langen Spielspaß. Denn wann hat man schon mal vier Leute da, die alle einen DS und das Spiel haben? Online wäre eine sehr gute Ergänzung gewesen und somit verliert der Mehrspieler-Modus einige Punkte, da aus meinen Augen ein solcher Modus heute einfach Pflicht ist.

 

 

Die technische Seite

 

Grafisch braucht sich TrackMania nur teilweise zu verstecken. Die einzelnen Streckenteile sind gut gestaltet, die Weitsicht ist vorzüglich und die Framerate stets stabil. Problematisch wird es manchmal nur bei sehr verwinkelten Strecken zu erkennen, wo man hinter der nächsten Kurve hin muss, was nicht selten zu Abstürzen führt. Man lernt das zwar nach und nach aber durch die über 100 verschiedenen Strecken ist das nicht wirklich leicht. Eine einfache Übersichtskarte der Strecke hätte leicht Abhilfe schaffen können. Vor allem in der Wüste auf Sand und ohne Begrenzung ist es manchmal sauschwer zu verstehen, wo man überhaupt lang fahren muss.

 

Ebenso trüber gelegentliche Grafikfehler das Erlebnis, vor allem dann, wenn es eben nicht nur Fehler in der Darstellung sind. Manchmal fällt man nämlich ohne erkennbaren Grund einfach durch ein Streckenteil durch und landet unsanft außerhalb der Strecke. Bei Loopings kann sowas durchaus auch mal von Vorteil sein, in der Regel hat man damit jedoch so viel Zeit verloren, dass man von vorne anfangen muss.

 

Die Musik ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind die Melodien gut, andererseits gibt es einfach zu wenig Abwechslung. Jede Umgebung hat nur ein Stück, was nach kurzer Zeit wirklich anfängt zu nerven. Ebenso sind die Motorengeräusche irgendwie seltsam. Selbst wenn man kurz vom Gas geht, hört man das nämlich nicht, da der Motor scheinbar akustisch immer so dreht, wie er will, egal wie viel Gas man gerade gibt.

 

Die Steuerung der Autos ist dagegen vorbildlich, vor allem die großen Unterschiede der drei Fahrzeugtypen sorgen für ausreichend Abwechslung. Die Steuerung per D-Pad und Tasten ist perfekt umgesetzt und gibt kaum Anlass zur Kritik. Ich hätte mir gewünscht dass die Schultertaste zum Sliden zum Einsatz kommt, um etwas mehr Taktik zu erlauben. Als zusätzliches Gimmick unterstützt TrackMania DS das DS Rumble Pak, was das Spielerlebnis zwar nicht groß verändert, aber dennoch eine gelungene Ergänzung ist.

 

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

TrackMania DS ist ein sehr gutes Rennspiel, das auch alleine wegen der über 100 Strecken sehr viel Spaß macht und lange fesselt. Der Schwierigkeitsgrad steigt gut an, so dass man auch wirklich gefordert ist. Mit bis zu vier Spielern sind direkte und mit bis zu acht Spielern indirekte Wettrennen möglich, wobei man auch mit nur einer Karte eine gute Auswahl hat. Schmerzlich vermisse ich einen Online-Modus. Der Editor ist fast perfekt und es macht großen Spaß, Strecken zu bauen, aber auch hier fehlt der Online-Modus für bessere Tauschmöglichkeiten. Technisch gibt es kaum Grund zur Klage, nur der Sound ist ein wenig komisch und nervig, dafür funktioniert die Steuerung einwandfrei. Freunde der PC-Versionen können sowieso bedenkenlos zugreifen und alle anderen sollten erstmal anspielen, ob es nicht zu viel Fun für einen Racer hat.

Grafik

gut

Sound

schwach

Steuerung

super

Spielspaß

gut

78%

Singleplayer

79%

Multiplayer

Release

14.11.2008

Developer

Focus Home Interactive

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-8

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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