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Reviews: Nintendo DS

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Professor Layton und das gehemnisvolle Dorf

Adventure

23.11.2008

Autor: Nico Schoenfeldt

 

 

Einführung

 

Lang hat es gedauert. Bereits seit über einem Jahr dürfen sich die Japaner über Professor Layton freuen und auch in den USA kam dieser Leckerbissen bereits zum Anfang dieses Jahres heraus. Doch worauf haben wir Europäer so sehnsüchtig warten müssen?

 

Nachdem Professor Layton einen Brief erhalten hat, in dem er um die Auflösung einer rätselhaften Erbschaft gebeten wird, macht er sich zusammen mit seinem Assistenten Luke auf den Weg zum Dorf Saint-Mystère. Aus der Großstadt London verschlägt es die beiden in ein provinzielles Dorf, welches den Charme kleiner bretonischer Siedlungen aufweist. Dort angekommen, werden sich unsere beiden Helden nicht nur mit der Auflösung der rätselhaften Erbschaft auseinander setzen müssen, denn sie werden auch Zeuge eines Mordes und dem spurlosen Verschwinden mehrerer Dorfbewohner. Hat der mysteriöse Turm in der Mitte des Dorfes am Ende damit etwas zu tun? Professor Layton und Luke haben jedenfalls alle Hände voll zu tun.

 

In Japan erfreut sich Professor Layton bereits einer treuen Fan-Gemeinschaft und der dritte Teil wird noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Als Grundlage für diese Spiele dienen die in Japan ebenfalls sehr erfolgreichen Rätselbücher von Professor Akira Tago. Professor Tago erstellt seit Jahren Rätsel, die selbst für erfahrene Rätsellöser eine Herausforderung darstellen.

 

 

Zum Spiel:

 

Somit handelt es sich bei Professor Layton in erster Linie um ein interaktives Rätselbuch, welches mit einer spannenden Detektivstory ausstaffiert worden ist. Während ihr den Professor auf seiner spannenden Reise begleitet, müsst ihr zahlreiche Rätsel lösen, welche euch die Dorfbewohner stellen oder die gut versteckt in Alttagsgegenständen schlummern. Anders als in einem herkömmlichen Point & Click-Adventure müsst ihr hier nicht gefundene Gegenstände miteinander kombinieren oder durch deren geschickte Verwendung beispielsweise eine Tür knacken. Ihr durchlauft die Story, indem ihr mit jedem Dorfbewohner Smalltalk betreibt, die dann auch gleich immer ein Rätsel für euch bereit halten. Habt ihr dieses gelöst, verraten sie euch Details, die dann die Story immer weiter voran treiben.

 

Die Rätsel sind dabei mit einem „Pikarat-Wert“ versehen und umso höher dieser ausfällt, desto schwieriger fällt das Rätsel aus. Liegt ihr mit einer Antwort daneben, schrumpft der „Pikarat-Wert“ für das aktuelle Rätsel und somit euer gesamter Pikarat-Punktestand, den ihr euch im Verlaufe des Abenteuers erarbeitet. Während die ersten Rätsel mit traumwandlerischer Sicherheit absolviert werden können, steigt der Schwierigkeitsgrad beim Voranschreiten der Geschichte. Durch die bunte Mischung von z.B. Kopfrechen- und Beobachtungsaufgaben wird jeder seine individuell leichten und schweren Rätsel finden.

 

Dank der optimalen Stylussteuerung geht euch die Navigation durch die Straßen von Saint-Mystére sowie in den vielen Rätseln jederzeit gut von der Hand. Selbst ein kleines Streichholz lässt sich auf dem Bildschirm gezielt anwählen und nach Belieben drehen und verschieben.

 

 

Wie aus einem Kinderbuch

 

Auf den ersten Blick scheint das Szenario von Professor Layton einem farbenfrohen Kinderbuch entnommen worden zu sein. Saint-Mystère wirkt wie ein kleines verträumtes Dorf aus der Provence, die Häuser bestechen durch ihren rustikalen Charme und leuchten in warmen Aquarelltönen.

Die Charaktere im Spiel sind liebevoll animierte Zeichentrickfiguren und ebenso individuell gestaltet wie ihr Dorf. Kein Bewohner gleicht hier dem anderen und dank des Character-Designs von Takuzo Nagano heben sie sich vom typisch japanischen Anime-Stil ab und locken somit sicherlich auch weitere Käuferschichten an.

 

Einen besonderen Augenschmaus bieten die zahlreichen Zwischensequenzen in diesem Spiel. Aufwendig in Szene gesetzt und flüssig animiert fügen sich diese kleinen Leckerbissen perfekt in das Spielgeschehen. Damit dieses optische Vergnügen auch nicht getrübt wird, haben die Entwickler sich besonders Mühe gegeben und so laufen die Videos fehlerfrei und in einem scharfen Bild ab, ohne zerfranste Pixelränder. Eine saubere Synchronisation in englischer Sprache gibt den Animationen noch den letzten Feinschliff.

 

Die Menüs sind einfach aber durchdacht gestaltet worden. Aussagekräftige Symbole und Hilfe-Texte auf dem oberen Bildschirm erleichtern euch die Navigation. Die Gestaltung der einzelnen Rätsel folgt diesem Beispiel. Die Aufgaben sind meist schnell zu erfassen und verzichten auf überflüssige Spielereien.

 

Die musikalische Seite von Professor Layton ist ebenfalls gut ausgefallen, doch leider kann man sich auf die Dauer die immer gleichen Melodien überhören. Der Soundtrack ist passend zum Flair gewählt und kommt mit kleinen, französisch angehauchten Klangstücken daher. Doch wenn man immer wieder das gleiche Gedudel beim Rätsellösen vernimmt, können auf die Dauer selbst diese zarten Musiken auf die Nerven gehen.

 

Einen weiteren positiven Punkt soll in diesem Test auch das Booklet erhalten. Während einige Publisher aus Kostengründen selbst auf einen Farbdruck verzichten, haben wir bei Professor Layton eine passende Ergänzung zum Spiel in der DS-Verpackung beiliegen. Ebenso farbenfroh wie das Spiel, gespickt mit vielen kleinen Zusatzerklärungen der Hauptcharaktere und aufschlussreichen Texten, lässt es nichts zu wünschen übrig.

 

 

Bonus! Gibt mir Bonus!

 

Wäre ich ein Marktschreier auf dem Fischmarkt und Professor Layton mein Fang des Tages, ich würde ihn wie folgt anpreisen: „Ihr Leute, kommt und schaut. Ich biete euch hier und heute nicht einfach nur einen Fisch. Ich hau noch was oben drauf […] und noch was […] und noch mehr!“

 

Je nachdem wie weit ihr im Spiel voran schreitet, umso mehr spielt ihr nach und nach frei. Zusätzliche Rätsel fernab der eigentlichen Story sind nur ein Teil davon. So sammelt ihr Leinwandfetzen, um ein zerstörtes Bild wieder zusammen zu setzen, möbliert eure Zimmer in der Pension und erhaltet dafür weitere Bonusinhalte. Außerdem stehen euch nach Abschluss des Abenteuers sämtliche Videosequenzen, Musiktitel sowie eine Charakterbeschreibung aller Figuren zur Verfügung. Es gibt auch noch ein großes Extra-Geheimnis, aber dieses müsst ihr selbst heraus finden.

 

Die Wi-Fi-Connection wird ebenfalls auf eine interessante Art genutzt. Habt ihr die Möglichkeit euch mit Nintendos Online-Dienst zu vernetzen, kommt ihr wöchentlich in den Genuss von neuen Rätseln. Diese ladet ihr einmalig auf die DS-Card und könnt sie dann jederzeit abrufen.

 

Alternativen: Hotel Dusk: Room 215, Big Brain Academy

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

 


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Fazit

Wer nach neuer Nervennahrung für sein Gehirn sucht und Freude an kniffligen Denkaufgaben hat, der ist mit Professor Layton richtig beraten. Dabei lässt sich dieses Spiel nicht direkt in die Point & Click-Adventure-Schublade stecken oder in ein Gehirnjoggingprogramm. Es ist vielmehr ein interaktives Rätselbuch voll gespickt mit allerlei Denkaufgaben. Die ansprechende Präsentation und das Flair in diesem Spiel dürfte jede Altersschicht und beiderlei Geschlecht ansprechen und ist eine willkommene Abwechslung zu anderen Spielen mit Kopfnussgarantie. Das noch unverbrauchte Spielerlebnis kann schnell süchtig und auf alle Fälle Spaß machen. Neidvoll schaue ich nach Japan, wo nun bereits der 3. Teil der Serie über die Ladentheke gewandert ist und erwarte sehnsüchtig die Lokalisierung der weiteren Abenteuer hier bei uns.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

89%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

07.11.2008

Developer

Level 5

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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