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Reviews: Nintendo DS

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Prince of Persia The Fallen King

Jump 'n Run

03.12.2008

Autor: Mario Kablau

 

Die Rückkehr des Prinzen

 

Es ist jetzt gut 20 Jahre her, dass ein Prinz aus Persien sich einen Namen in der Welt der Videospiele machte. 1989 musste er zum ersten Mal eine Prinzessin retten und abgesehen von drei weniger guten Nachfolgern wurde es dann lange ruhig um den Helden. 2003 startete er mit der Sands of Time Trilogie ein fulminantes Comeback, das vielen auch sicher heute noch unvergessen ist. In dreidimensionalen Welten ging es darum, die akrobatischen Fähigkeiten des Prinzen zu nutzen, um den Zielort zu erreichen. Mit dem Abschluss der Trilogie 2005 ist es wieder etwas ruhiger geworden. Doch jetzt beginnt das Abenteuer von neuem. Mit frischem Look und zwei völlig unterschiedlichen Spielen ist der Prinz wieder auf großem Abenteuer.

 

Zum einen gibt es eine Version für die Heimkonsolen von Sony und Microsoft und zum anderen eine 2D-Variante für den Nintendo DS, die eine Nebengeschichte erzählt. In diesem Spiel, welches dem Original von vor knapp 20 Jahren sehr ähnelt, muss der Prinz, nur bewaffnet mit einem Schwert, das Dunkel zu bezwingen, das sich über ein Königreich in der Wüste gelegt hat.

 

 

In knapp 50 Levels muss man eigentlich immer nur ans Ziel gelangen, um dann auf der Weltkarte das nächste auszuwählen, wo das Spiel von vorne anfängt. Es gibt jedoch zwei große Besonderheiten. Erstens steuert man den Prinzen und seinen Gefährten Zal komplett mit dem Stylus und benötigt lediglich eine beliebige Taste zum Einsetzen von magischen Fähigkeiten. Zweitens läuft man nicht einfach nur von links nach rechts, sondern muss den Weg durch große Umgebungen finden. Zwar ist alles recht linear, aber es gibt viele Abzweigungen und Kreise und außerdem kommt es nicht selten vor, dass man einen Level mehrmals spielen muss.

 

 

Berührung ist alles

 

Wie schon erwähnt, steuert man den Prinzen und seinen Begleiter komplett per Touchscreen. Berührt man eine freie Fläche neben dem Helden, dann bewegt er sich in diese Richtung. Zum springen tippt man einfach an die Stelle, an die er springen soll und schon tut er es. Berührt man den Prinzen mit dem Stylus, dann blockt er und durch berühren von Gegnern greift er diese an. Drückt man eine beliebige Taste, dann wird Zal aktiviert. Er kann die Umgebung mit seiner Magie manipulieren und so Wege frei machen, die der Prinz alleine niemals betreten könnte. Die Fähigkeiten des mysteriösen Zauberers, der nicht nur ein großes Geheimnis mit sich herumträgt, werden im Laufe des Spiels erweitert, so dass immer neue Wege begehbar werden und sich somit auch Backtracking lohnt. An manchen Stellen trennen sich die beiden auch und man kann dann an speziellen Stellen zwischen den Figuren hin und her schalten. So geht jeder ein Stückchen voran, öffnet dem anderen den Weg, gibt das Zepter ab und so geht es weiter, bis sich beiden wiederfinden.

 

Das Bemerkenswerte an Zal ist seine dunkle Seite. Auch er ist, wie sein Heimatland, verflucht und verliert manchmal die Kontrolle über sein Handeln und greift den Prinzen an oder lässt ihn plötzlich im Kampf im Stich. Was dieser Fluch ist und warum gerade Zal sich so komisch verhält ist ein Geheimnis, das sich erst gegen Ende der Geschichte offenbaren wird.

 

 

Die Steuerung ist in meinen Augen beinahe perfekt. Der Prinz macht stets genau das, was man von ihm will, ohne dass das Spiel dabei zu sehr wie ein Point & Click Adventure wirkt. Das Tempo ist hoch und es gibt viel Action, so dass man sehr genau aufpassen muss, was man wann antippt und wie man welchen Gegner besiegt. Vor allem beim springen sollte man wirklich nur einmal tippen, damit er nach der sicheren Landung nicht gleich erneut springt und dann vielleicht nicht mehr so sicher landet. Geduld und Konzentration sind einfach sehr wichtig. Lediglich in den Kämpfen ist es manchmal etwas nervig, dass auf einmal ein starker Angriff ausgelöst wird, obwohl man eigentlich bloß auf den Gegner drauf hauen wollte. Das ist deshalb blöd, weil diese starke Attacke etwa drei Sekunden Zeit zum Aufladen braucht und nicht abgebrochen werden kann. Gerade bei mehr als einem Gegner auf einmal kann das schnell zu hohem Energieverlust führen. Wenn man jedoch beherzt, die Kämpfe ruhig anzugehen, dann ist es fast schon zu leicht. Besonders hervorzuheben sind die – leider viel zu seltenen – Bosskämpfe. Zwar sind sie nur selten wirklich schwer, wenn man die Taktik einmal begriffen hat, aber sie sind toll in Szene gesetzt und erfordern eine gute Auffassungsgabe, um zu begreifen, mit welcher der zahllosen Fähigkeiten man überhaupt eine Chance hat.

 

 

Technik und Umfang

 

Grafisch ist Prince of Persia The Fallen King für DS-Verhältnisse ein sehr hübsches Spiel. Es läuft zwar alles in 2D ab, aber die Umgebung und alle Charaktere sind dreidimensional modelliert, so dass tolle Animationen möglich sind. Lediglich einige Items sind einfache 2D Sprites, was bei gelegentlichen Kameraschwenks auffällt. Die Umgebungen sind sehr abwechslungsreich und die 50 Levels sind sehr unterschiedlich in Design und Aussehen. Selten vorkommende Grafikfehler, wie einfach erscheinende Kreissägen trüben das Erlebnis etwas. Ebenso ist der neue Look des Prinzen sicherlich gewöhnungsbedürftig, weil nicht mehr so hart wie zuvor. Mir allerdings gefällt er sehr gut.

 

 

Der Sound ist leider nicht ganz so toll. Die Melodien sind zwar einigermaßen abwechslungsreich und stimmungsvoll, aber qualitativ leider sehr schwach. Über Kopfhörer scheppert es manchmal ganz schön. Ebenso fehlt Sprachausgabe, die ist man bei PoP einfach gewöhnt und sie hätte die Scherze des Helden sicherlich noch eine Spur besser gemacht. Auch an dieser Stelle gibt es einige Fehler, wie zum Beispiel, dass auch Zal und der Prinz exakt dasselbe Geräusch von sich geben, wenn man stirbt, egal wie weit sie auseinander sind...

 

Der Umfang ist an sich okay, vor allem da man einen hohen Wiederspielwert durch zahlreiche versteckte Schätze hat. So erhält man zum Beispiel mehr Lebensenergie in versteckten Bereichen, die man nur betreten kann, wenn man genug Gold dabei hat. Kann man nicht zahlen, dann muss man erst mehr finden und dann zurückkehren. Das stört jedoch ebenso wenig wie das Backtracking, das diverse Male zur Pflicht wird, wenn Zal wieder mal den Verstand verloren hat, sondern sorgt einfach für längeren Spielspaß ohne zu nerven. Dennoch wird man kaum mehr als 10 Stunden mit dem Titel verbringen können, was mir persönlich zu wenig war. Allerdings haben diese 10 Stunden so viel Spaß gemacht, dass ich direkt noch einmal von vorne angefangen habe, mit dem Ziel, diesmal wirklich alle Schätze zu bergen.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Prince of Persia The Fallen King ist in meinen Augen eines der besten Jump & Runs / Abenteuer auf dem Nintendo DS. Die Steuerung per Touchscreen ist beinahe perfekt, die Kämpfe sind durch verschiedene Gegnertypen abwechslungsreich, die Bosskämpfe machen Spaß, es gibt eine Menge zu entdecken und auch technisch braucht sich der Titel nicht zu verstecken. Lediglich kleinere Mängel und der geringe Umfang sowie der fehlende Mehrspieler-Modus trüben das Erlebnis etwas. Ladet euch die einfach Demo im Nintendo-Kanal herunter und seht selbst, ob ihr ein weiterer 2D-Abenteuer mit dem Prinz von Persien bestreiten wollt, in meinen Augen lohnt es sich.

Grafik

gut

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

super

88%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

04.12.2008

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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