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Reviews: Nintendo DS

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Wall-E

Adventure

10.12.2008

Autor: René Schäfer

 

 

Mit Mut durch die Galaxis

 

Mit Wall-E schuf Pixar in Zusammenarbeit mit den Disney Studios wieder Mal einen atemberaubenden Animationsfilm, der richtungsweisend für die Zukunft des Genres ist. Mit einer cleveren Story und einer Botschaft, die man dieser Tage sicher nicht oft genug übermitteln kann, kreierten sie einen Film, den man absolut jedem empfehlen kann. Dennoch blieb der ganz große kommerzielle Erfolg speziell hier in Europa aus. Es wurden bei weitem nicht so viel Merchandising-Artikel in die Regale hiesiger Kaufhäuser katapultiert und die Kinder wünschen sich zu Weihnachten sicher nicht unbedingt einen kleinen Plastik-Wall-E, wie es damals bei ToyStory, der Monster AG oder Findet Nemo war.

 

Ein Produkt darf bei einem solchem Film aber nicht fehlen. Das sagte sich auch THQ und beauftrage das Entwicklerstudio Helixe Games mit der Spielumsetzung des Films für den Nintendo DS. Diese haben ihre Arbeit gemacht und zusammen mit THQ das fertige Produkt auf den Markt gebracht. Jetzt lädt euch Wall-E für den Nintendo DS ein, das Abenteuer des sympathischen Roboters Wall-E und der hochmodernen Roboterdame Eve selbst zu erleben. Und genau das ist in den 14 gebotenen Leveln eure Aufgabe.

 

Zu Beginn des Spiel startet ihr auf der Erde. Als Wall-E fahrt ihr durch die ersten Level und bekommt anhand erster leichter Rätsel die Steuerung und das Spielprinzip übermittelt. Ihr erfahrt ganz schnell, dass sich der Roboter nur mittels Steuerkreuz bewegen lässt. Die Aktionen, die ihr ausführen könnt, dürfen aber je nach persönlichem Gusto entweder per Knopf oder Berührung des unteren Bildschirms getätigt werden. Aus diesem Grund ist auch der gesamte Spielverlauf auf dem oberen Bildschirm zu sehen, während auf dem unteren eine kleine Übersichtskarte des aktuellen Gebietes, eure Gesundheitsleiste und kleine Bildchen dargestellt sind. Diese kleinen Bilder symbolisieren die Aktionen und müssen einfach nur angetippt werden. Die Aktionen sind an der Zahl vier und bestehen aus dem Aufnehmen von Müll, dem Hinlegen der aus dem Müll gemachten Würfel und einem kurzen und einem weiten Wurf eben dieser Würfel. Und mit diesen vier Aktionen sind alle Rätsel des Spiels aufgebaut. Da ich zu viel verraten würde, wenn ich jetzt ein Rätsel beispielsweise beschreiben würde, da alle Rätsel (nahezu) identisch sind, belasse ich es bei den Worten Schalterspaß und Katapult-Action.

 

So bahnt ihr euch euren Weg durch die ersten Levels und lernt zwischendurch auch noch das Benutzen von unterschiedlichen Kameraperspektiven kennen, bis eines Tages ein großes Raumschiff auf eurem Planeten landet und die bezaubernde Eve zurück lässt. Mit der jungen Roboterdame erlebt ihr auch einige Level und mit Sicherheit den meisten Spaß im ganzen Spiel. Denn ihre Level sind, anders als die von Wall-E, rasant und etwas kniffeliger. Als Eve fliegt ihr durch Hindernisparcours vom Start bis zum Ziel. Ein relativ humanes Zeitlimit vermittelt leicht das Gefühl eines Wettrennens, wobei die einzigen Gegner tatsächlich die Zeit und die Hindernisse sind, die je nach Level und Szenario (Erde, Weltall) variieren. Kollidiert ihr mit einem dieser Objekte wird euch ein Stück eures Lebensbalkens abgezogen. Sollte dieser so auf Null sinken, müsst ihr den Level von vorne starten. So leicht wie das Konzept ist, ist auch hier die Steuerung. Mit den Schultertasten beschleunigt und bremst ihr das weiße technische Wunder aus der Zukunft und mit dem Steuerkreuz bewegt ihr Eve nach oben, unten, links und rechts.

 

So stellt sich der gesamte Spielverlauf von Wall-E für den Nintendo DS dar. Ihr erlebt genau das gleiche wie im Film. Aber wesentlich kürzer und dementsprechend kompensiert. Die Story wird nur durch kleine Cut-Scenes zwischen den Levels vorangetrieben, Dialoge gibt es nicht.

 

Dafür aber einen Mehrspielermodus, der leider nur als Multikarten-Modus und offline verfügbar ist. Habt ihr aber jemanden gefunden, der auch ein Wall-E DS-Modul sein eigen nennt, könnt ihr mit ihm die Level von Eve gegeneinander spielen. Hier gewinnt der- oder diejenige, die entweder überlebt oder nach kürzerer Zeit das Ziel erreicht hat.

 

 

Der letze räumt die Erde auf

 

Bekanntermaßen ist Wall-E nichts anderes als ein Roboter mit der Aufgabe, Müllhaufen in kompakte Würfel zu formen und diese dann zu Stapeln. Dass die Menschen die Erde so vermüllt haben, dass sie ihren Heimatplaneten verlassen mussten, bleibt hoffentlich nur ein Szenario. Dass es zu viel Müll gibt, ist aber leider schon ein Fakt.

 

Das Wort Müll als Assoziation mit der grafischen Umsetzung von Wall-E für den Nintendo DS wird vielen (jungen) Spielen sicher einfallen. Etwas neutraler betrachtet ist der Stil des Spiels aber durchaus interessant, da er nicht richtig zu kategorisieren ist. Unter „einer Mischung aus Cell-Shading, Zeichentrick und etwas eigenem“ kann man sich aber sicher besser was vorstellen als unter „interessant“, weswegen wir hier mal so verbleiben wollen und ich euch auf die Screenshots zu eurer Rechten weiter oben hinweise. Die Verwendung eines solchen Stils ist sicher als künstlerische Freiheit der Macher zu betrachten, die schlechte technische Umsetzung in Form von kleinen Rucklern, vielen starken Slow-Downs wenn der Bildschirm etwas voller wird und einigen Texturen die eher an Pixelmatsch erinnern aber leider als großer Kritikpunkt bei der grafischen Umsetzung. Im Allgemeinen wirken die Level auch nicht besonders liebevoll und sorgfältig gestaltet, was sich natürlich auch auf die übermittelte Atmosphäre auswirkt.

 

Die musikalische Untermalung des Spiels fällt kaum auf. Das ist sicher besser als eine nervende, sich ständig wiederholende Melodie aber bei weitem nicht genug um sie positiv zu bewerten. Zwar spiegelt die Musik immer die aktuelle Situation und Location wieder, jedoch wird sie andauernd von dem Getöse der Soundeffekte bei Wall-E‘s Aktionen übermalt. Selbst wenn Wall-E sich nur bewegt hört man primär das Geräusch sich bewegender Räder, die die Musik im Hintergrund wortwörtlich in den Hintergrund drängen.

 

 

Die Schwachstellen

 

Die größten Schwachstellen des Spiels konnte man bei dem Lesen des Reviews schon bemerken. Der Umfang des Spiels ist mit 14 Levels, die immer haargenau die gleichen Rätsel bieten, viel zu kurz für einen echten Vollpreistitel. Die technische Umsetzung ist eher mittelmäßig bis schlecht (ein weiteres Beispiel hierfür ist auch, dass Wall-E oft an Kanten in den Abgrund fällt, die auf dem Bildschirm noch mindestens einen Zentimeter entfernt waren) und der Mehrspielermodus bietet auch nur wenige Minuten Spaß zu zweit. Gerade hier hätte man sich einiges mehr einfallen lassen können. Kooperatives Gameplay mit Wall-E und Eve als Team, beispielsweise. Auch Eves Schussfähigkeit wird im Spiel kein einziges Mal benutzt, schade!

 

Zwar können Kenner und vor allem Fans des Films das ein oder andere Mal während den Zwischensequenzen schmunzeln, dass aber auch nur, weil man die lustigsten Momente des Films noch mal sieht. Mit dem Spiel an sich hat das leider gar nichts zu tun.

 

 

Vielen Dank an THQ für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Leider muss ich hier knallhart sein bzw. bewerten und sagen, dass Wall&bull;E für den DS ein ziemlich schlechtes Spiel und wieder mal nur eine billige Umsetzung eines Films ist, mit der man den Fans möglichst viel Geld aus den Taschen ziehen will. Viel und vor allem lange Spaß haben diese damit nämlich nicht. Ein sich immer wiederholdes Rätselsystem und ein sehr knapper Umfang versprechen nichts anderes als 4-5 Stunden, regelmäßige Videospieler dürften nicht mal auf eine so „hohe“ Stundenanzahl kommen, relative Langeweile. Zwar ist es auf der einen Seite ganz schön, die im Film gesehen Ereignisse noch mal auf seinem Handheld zu sehen, auf der anderen Seite aber sehr ernüchternd wenn man sich den Preis des Spiel (UVP 39,99€) ansieht und dann noch weiß, dass man die Ereignisse selbst ja gar nicht spielt, sondern nur durch platte und gradlinige Level rollt oder fliegt. So sympathisch der kleine Roboter, Eve oder der Film an sich auch sein mögen, dieses Spiel ist nur für die totalen Hardcore-Fans im Alter von 6-9 Jahren zu empfehlen. Hier hätte man mit der Lizenz sehr viel mehr anstellen können.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

63%

Singleplayer

43%

Multiplayer

Release

12.09.2008

Developer

Helixe Games

Publisher

THQ

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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