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Reviews: Nintendo DS

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Guitar Rock Tour

Musik

14.12.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Auf Tour mit Gitarre und Schlagzeug

 

Das Genre der Musik-Rhythmus-Spiele ist auf Konsolen ja jetzt schon eine ganze Weile alt. Angefangen hat alles vor ein paar Jahren mit Guitar Hero, das die Rockgitarre massenweise in die Wohnzimmer dieser Welt holte. Mittlerweile gibt es zahlreiche Klone des Konzepts und man kann neuerdings sogar sehr realistisch Schlagzeug spielen und die Rocksongs auch mitsingen. Der nächste logische Schritt war die Umsetzung des Konzepts auf einem Handheld, was durch Guitar Hero und das Guitar Grip auf dem Nintendo DS möglich wurde. Durch den Erfolg werden natürlich andere Hersteller neugierig und trauen sich an eigene Serien heran, so auch Gameloft mit Guitar Rock Tour, einem Spiel, das es auch schon für Handys gibt. Auf dem DS sind mehr Songs dabei und die Steuerung wurde natürlich an den Handheld angepasst. So rockt man sich auf Gitarre oder Schlagzeug durch die Welt und muss die Rock Tour bestehen und die eigene Band zum Erfolg führen.

 

Der Hauptmodus des Spiels ist logischerweise also der Karrieremodus, in dem man an acht Orten jeweils zwischen zwei und fünf Songs bestehen muss, um zum nächsten Ort und zur nächstgrößeren Bühne reisen zu können. Insgesamt spielt man auf der Tour 25 Lieder, da es im Spiel allerdings nur 15 verschiedene Songs gibt, kommen manche doppelt vor, was aber kaum störend ist. Vor dem Beginn der Tour muss man sich entscheiden, ob man lieber Gitarrist oder Drummer sein will, denn ein Wechsel ist währenddessen nicht mehr möglich, man braucht also zwei Profile. Jedes Instrument hat zusätzlich noch drei Schwierigkeitsgrade und unterscheidet sich in der Bedienung.

 

 

Gitarrist oder Drummer?

 

Spielt man mit der Gitarre, dann hat man auch dem Touchscreen sechs Saiten angezeigt und von oben laufen Notenpunkte auf eine Leiste zu. Treffen sie auf diese, dann muss man den entsprechenden Punkt mit dem Stylus antippen. Bei langen Noten hält man den Touchpen einfach länger auf der Note und bei Akkorden zieht man den Stylus in einem Zug über die zwei oder drei Noten des Akkords.

 

Zwischendurch kommen spezielle Noten, eine Power-Sequenz, mit denen man die Power-Anzeige nach und nach füllt. Hat man zwei der vier Felder voll, dann kann man sie über einen Kippschalter auf dem Touchscreen oder per Tasten auslösen und der Multiplikator verdoppelt sich für eine gewisse Zeit. Dieser steigt unabhängig davon immer höher, je mehr Noten man am Stück trifft und kann maximal vier betragen, was natürlich deutlich mehr Punkte ermöglicht. Lädt man die Power-Anzeige bis zum Anschlag auf, dann kann man Feuernoten aktivieren, die alle gerade auf dem Bildschirm befindlichen Noten automatisch in Punkte umwandeln, so dass man eine kleine Verschnaufpause bekommt.

 

Wichtig ist ebenso die Rockleiste am linken oberen Bildschirmrand des Touchscreens. Diese zeigt an, wie beliebt man gerade beim Publikum ist. Trifft man zu viele Noten nicht, dann bricht der Auftritt ab und man muss von vorne beginnen. Passieren sollte das jedoch auf den ersten beiden Stufen eher wenig bis niemals, denn wirklich schwer ist es nicht. Auf der höchsten Stufe wird es dagegen schon richtig knackig.

 

Wählt man das Schlagzeug als sein Instrument aus, dann steuert man leicht anders. Dieses kann man nämlich zum einen auch nur mit Tasten bedienen und man hat zum anderen nur drei „Noten“ zu treffen. Spielt man per Tasten, dann setzt den Bass mit A, B, X, Y oder der rechten Schultertaste ein, die Trommel mit einer beliebigen Richtung auf dem Steuerkreuz oder der linken Schultertaste und das Becken mit einer Taste aus den beiden Gruppen gleichzeitig. Das klingt einfach, ist es aber nur bedingt, da die Noten hier sehr viel enger aneinander liegen und es gar nicht so leicht ist, zwei Tasten genau gleichzeitig zu treffen.

 

Mit dem Stylus wird es auch nicht viel einfacher, denn der Touchscreen ist in drei Bereiche aufgeteilt: Bass, Trommel und Becken, die recht weiter auseinander liegen, dafür aber sehr groß sind. Bei hektischen Sequenzen kann man schon mal leicht den Überblick verlieren, vor allem weil man sich selbst schnell die Sicht auf die nachkommenden Noten versperrt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ohne Stylus, stattdessen mit zwei Zeigefingern am besten funktioniert, was aber nur möglich ist, wenn man den DS ablegen kann.

 

Auch hier gibt es einen Superstar-Modus, der automatisch ausgelöst wird, wenn man zwei Power-Sequenzen erfolgreich gespielt wird. Dazu gibt es spezielle Feuernoten, die wie bei der Gitarre alle auf dem Bildschirm befindlichen Noten sofort in Punkte umwandeln, wenn man sie richtig trifft. Beim Schlagzeug ist die Schwierigkeit trotz weniger Noten auf jeden Fall größer, weshalb man hier schon eher mit „leicht“ anfangen sollte.

 

 

Die Songliste

 

Insgesamt bietet das Spiel, wie schon erwähnt 15 verschiedene Songs, die sehr massentauglich sind. Spezielle Tracks für ganz spezielle Rockfans sucht man vergeblich, aber das ist bei der geringen Anzahl auch nicht verwunderlich. Mir persönlich gefällt die Tracklist extrem gut, denn es sind ausnahmslos Titel, die wohl jeder kennen dürfte und demnach auch leicht mit rocken kann. Ob sie gefällt, muss aber letztlich jeder für sich selbst entscheiden:

  • Banquet - Bloc Party
  • The Great Escape - Boys Like Girls
  • Message In A Bottle - The Police
  • Smoke On The Water - Deep Purple
  • The River - Good Charlotte
  • What’s My Age Again - Blink 182
  • Beat It - Michael Jackson
  • If Everyone Cared - Nickelback
  • You Really Got Me - The Kinks
  • In The Shadows - The Rasmus
  • Rock You Like A Hurricane - The Scorpions
  • Underclass Hero - Sum 41
  • Girlfriend - Avril Lavigne
  • Walk Idiot Walk - The Hives
  • Who Knew - Pink

 

 

Rocken zu zweit

 

Neben der Karriere und dem schnellen Spiel gibt es auch noch einen Mehrspielermodus, in dem zwei Spieler gegeneinander antreten können. Dabei hat man die Wahl aus zwei Modi: Punkterennen und Gemeinsam. Beim Punkterennen spielen beide das gleiche Instrument auf derselben Stufe und derjenige mit mehr Punkten gewinnt. Spielt man gemeinsam, dann übernimmt einer die Gitarre und der andere das Schlagzeug und es geht darum, möglichst viele Punkte zu holen. Hierbei gibt es auch einige gut durchdachte Extras. So vervierfacht sich der Multiplikator, wenn beiden gleichzeitig in den Superstar-Modus wechseln und man kann ein Bandmitglied zurück auf die Bühne holen, wenn es versagt hat.

 

Etwas komisch ist, dass man nur die Songs spielen kann, die auf dem Host-System bereits freigeschaltet sind. Da man jedes Lied in jeder Stufe erst dann spielen kann, wenn man es in der Karriere freigeschaltet hat, muss man schon eine ganze Weile gespielt haben, um die komplette Auswahl zu haben. Warum hier nicht einfach alles von Anfang an zur Verfügung steht ist mir genau so ein Rätsel wie das Fehlen eines Online-Modus, der es definitiv Langzeittauglicher gemacht hätte. Vielleicht kommt das ja beim Nachfolger dazu.

 

 

Technik

 

Grafisch macht Guitar Rock Tour einen soliden Eindruck, wirklich umwerfend ist es aber nicht. Vor allem an Guitar Hero On Tour kommt die Grafik leider nicht ganz heran. Allerdings erkennt man alles sehr gut und auch die Performance auf dem oberen Bildschirm ist gut. Zweckmäßigkeit ist also gegeben und das ist auch schon alles, was bei einem solchen Titel wichtig ist, also keine Kritik an dieser Stelle.

 

Die Musik ist einsame Spitze. Selbst die gute Qualität von der Konkurrenz wird deutlich überboten, was aber ja auch daran liegt, dass es eben 10 Songs weniger sind und deshalb mehr Platz auf der Karte für die Musik ist. Vor allem mit Kopfhörern klingen alle Lieder perfekt, was den Spielspaß natürlich deutlich erhöht.

 

 

Vielen Dank an Gameloft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Guitar Rock Tour ist ein erstaunlich gutes Spiel, womit ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet habe, vielmehr erwartete ich einen schlechten Guitar Hero Klon. Doch es ist viel mehr als das: Die Songs sind gut ausgewählt, die Steuerung perfekt umgesetzt und die Audioqualität kaum zu überbieten. Es mangelt lediglich an Auswahl bei den Songs, dafür ist es aber mit 20-30 Euro extrem günstig, so dass man als Musikfan bedenkenlos zugreifen kann, wenn man eine Alternative zu Guitar Hero sucht und nicht immer ein Guitar Grip mitschleppen will. Mehr davon!

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

79%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

13.11.2008

Developer

Gameloft

Publisher

Gameloft

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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