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Reviews: Nintendo DS

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Tom Clancy's EndWar

Strategie

07.01.2009

Autor: Arne Schreiber

 

 

In einer nicht all zu fernen Zukunft, wir schreiben das Jahr 2020, kommt es zu einem globalen Konflikt zwischen den drei Supermächten USA, Europa und Russland. Einer der Hauptgründe ist eine weltweite Energiekrise. Also so gesehen ein ähnliches Szenario wie die momentane Finanzkrise, nur das es bisher noch nicht knallt ;) Mehr kann man im Grunde zur Vorgeschichte von EndWar nicht erzählen. Man übernimmt im Laufe des Spieles die Rolle der drei verschiedenen Mächte und kämpft dabei um die neue Rangordnung im weltpolitischen Geschehen.

 

Tom Clany's EndWar wurde in Deutschland entwickelt und zwar in Oberhausen bei Funatics. Das Entwicklerteam besitzt bereits reichlich Erfahrung mit Strategiespielen, einige Siedler-Titel wurden dort entwickelt. EndWar basiert zudem, wie sollte es auch anders sein, auf einen Roman des amerikanischen Autors Tom Clancy. Wenn man an rundenbasierte Strategie denkt, kommt einem gleich Nintendos beliebte Advance Wars Reihe in den Sinn. Wie sich nun End War, auch im Vergleich zum Genre Primus schlägt, erfahrt ihr im Test.

 

 

Crashkurs in Sachen strategisches Geschick

 

Wie sollte es anders sein, bevor es ins Eingemachte geht, muss erst ein einmal ein umfangreiches Tutorial absolviert werden. Da man aber auf dem Schlachtfeld viele Variablen beachten muss, um erfolgreich aus einer Mission zu gehen, sei jedem die Einführung ans Herz gelegt. Bei der Steuerung habt ihr die freie Wahl, ob ihr nun per DS-Stylus via Touchscreen oder durch die Aktionsknöpfe eure Einheiten bedienen wollt. Ganz ehrlich, uns ging die Bedienung durch die Knöpfe besser und schneller von der Hand, während die Touchscreensteuerung durch Doppelklicks und ohnehin zu vielen Klicks hier und da ein wenig zu umständlich ausgefallen ist. EndWar verhält sich da ähnlich wie die Advance Wars-Reihe, die von vielen auch lieber traditionell gesteuert wird.

 

Da wir nun im direkten Vergleich sind, kommen wir nun zum wesentlichen Unterschied und zwar bezogen auf die Spielmechanik. In EndWar finden die Bewegungen, die eure Einheiten vollziehen und deren Angriffe, in zwei getrennten Phasen statt. Befindet man sich gerade in der Bewegungsphase, plant der Gegner gerade seinen Angriff. Umgekehrt gilt das natürlich genauso. Während ihr also eure Angriffe auswählt, sieht man auf dem oberen Screen, wie euer Feind sich in der nächsten Runde bewegen wird. Das kann, vor allem zu Beginn, durchaus verwirrend sein, da man nicht direkt die Reaktion des Gegners durch die eigene Aktion sieht. Von daher erschließt sich mir der wirkliche Sinn dahinter nicht wirklich. Außer das diese Zweiteilung deutlich den Spielfluss bremst.

 

Weiterer wesentlicher Unterschied ist, dass ihr pro Mission nur eine festgesetzte Anzahl an Einheiten verwenden dürft. Sprich ihr habt keine, beziehungsweise nur eine eingeschränkte Möglichkeit neue Truppen zu produzieren. Denn der Bau von neuen Einheiten ist hier stark begrenzt. Sind die wenigen Ressourcen verbraucht, ist es nicht mehr möglich, zum Beispiel einen neuen Panzer herzustellen. Bonuseinheiten erhält man, wenn man die auf der Karte befindlichen Docks besetzt.

 

Kurz zusammengefasst, es ist nicht möglich sich nach und nach eine mächtige Armee zu erschaffen, mit der man dann alles platt walzen kann. Von daher ist es besonders erforderlich ein oder zwei Züge im Voraus zu bedenken, und dabei immer einen Blick auf seine wertvollsten Mitstreiter zu haben. Eine nette Idee ist es, dass wenn man an einer Mission zunächst scheitert, dann beim nächsten Mal von Beginn an zusätzliche Einheiten an die Seite gestellt bekommt. Mit der Verstärkung sollte die Mission dann leichter zu packen sein, aber Vorsicht: Der Schwierigkeitsgrad ist bereits von Anfang an recht anspruchsvoll.

 

Wichtiges taktisches Element ist das Blockieren der feindlichen Streitkräfte und die Nutzung einer Überzahl-Situation. Blockiert man zum Beispiel die Zufahrtsstraße oder den Weg zum eigenen heimatlichen Stützpunkt, wird es für den Gegner nicht möglich sein durch seine Infanterie die Basis zu infiltrieren. Wenn es euch gelingt in einem Radius von 360 Grad mehrere Einheiten beisammen zu haben, so erhaltet ihr bei jedem Angriff einen zusätzlichen Bonus in Form von einer höheren Effektivität, was wiederum dazu führt, dass die feindliche Einheit leichter besiegt wird. So kann es durchaus vorkommen, dass eine schwächere gegen eine stärkere siegreich hervor geht, sprich das sogar David gegen Goliath gewinnt. Gemeinsam ist man also stark.

 

Ansonsten kommt in den Kämpfen das typische Steine, Schere, Papier-Element zu tragen. Das man mit einer Gruppe Fußsoldaten nicht gegen einen schwer bewaffneten Panzer Kämpfen sollte, bedarf es keiner sonderlichen Vorkenntnisse. Zudem steht einem das Spiel durch penible Erklärungen immer hilfreich zur Seite. Per Druck auf den Y Knopf kann man sich jederzeit über seine Einheiten informieren, falls man sich gerade fragen sollte, ob das eigene U-Boot auch gegen Flugzeuge einsetzbar ist. Zudem kann man sich jederzeit die Bewegungs-und Angriffsreichweite der Feinde anzeigen lassen. Auch lassen sich Informationen über die geographischen Gegebenheiten einholen. Je nach dem wo man sich befindet, zum Beispiel in einem schützenden Wald, fallen die Boni durch die Topographie anders aus. Das Terrain spielt also auch eine Rolle in den Kämpfen, was man nicht außer Acht lassen sollte.

 

Außerdem steigen alle Einheiten bis zu 5 Sternen auf, wenn sie erfolgreich aus einem Gefecht hervorgehen. Je mehr Kämpfe sie überleben, desto mehr Sterne verdienen sie, die sich wiederum auf die eigene Stärke auswirken. Gegen einen schweren 5 Sterne Panzer hat man folglich nur wenig Chancen.

 

 

Präsentation

 

Das grafische Gewand von End War ist durchaus farbenfroh, was auch eine Gemeinsamkeit zu Nintendos Serie ist. Das ist aber auch keinesfalls negativ gemeint. Das Geschehen aus der obligatorischen Vogelperspektive hat man jederzeit klar im Blick. Schlechter ausfallend sind aber die Kampfanimationen, die im direkten Vergleich weitaus unspektakulärer und langsamer ablaufen. Langsam ist hier ein gutes Stichwort, denn hier und da kommt es vor, dass das Spiel in der Bildwiederholungsrate einbricht. In der Regel immer genau dann, wenn man den eigenen Zug bereits beendet, aber der Gegner seinen nicht.

 

An der musikalischen Untermalung und an den Soundeffekten gibt es nichts zu meckern. Solide lässt sich sagen. Es sind zwar keine einprägsame Kompositionen dabei, aber ebenso auch keine, die während des Geschehens einen auf den sprichwörtlichen Sack gehen.

 

Leider ist die Story und allgemein der Schauplatz nicht gerade mitreißend. Das Szenario ist zwar gar nicht mal so weltfremd, was dem Spiel aber eindeutig fehlt sind Persönlichkeiten, mit denen man sich identifizieren kann. Es fehlt das gewisse Leben, die Spannung, die Geschichte, wodurch das Spiel, um wieder auf Advance Wars zu kommen, auf einen höhere Ebene gelegt wird.

 

 

Meckerecke

 

Das eher langweilige Szenario und der etwas zu langsame Spielablauf, was aufgrund der Zweiphasen-Einteilung zustande kommt, wurden bereits als negative Punkte erwähnt, ebenso wie die zu leichten Rucklern neigende Grafik. Darüber hinaus lässt sich noch deutlich ankreiden, dass EndWar keinen Online-Multiplayer besitzt. Dabei bietet das Spiel einen ausführlichen Karteneditor in dem man sich nach Belieben austoben kann. Leider ist es aber nicht möglich, diese Online zu stellen. Der lokale Multi ist auch nur stark begrenzt, gerade zwei Spieler können sich hier duellieren. Immerhin lassen sich untereinander die eigenen Kreationen tauschen.

 

Im Spiel selbst macht sich eine gewisse Monotonie breit, sei es nun durch wiederholende Missionsziele oder durch die Tatsache, dass sich der Spieler und der Feind aus den gleichen Kontingent an Einheiten, auswählt. Warum existieren nicht pro Partei jeweils individuelle Einheiten? An den 100 Missionen hat man zwar lange zu spielen, aber wie häufig, greift hier das Motto, weniger ist mehr.

 

 

Wir danken Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Abseits der Kritikpunkte, die sich zwar deutlich auf die Wertung auswirken, ist EndWar ein gelungener Strategietitel auf dem Nintendo DS. Wer Wert nur auf das Taktieren an sich legt, wird hier mit zufriedener Mine vor dem Bildschirm sitzen, nicht zuletzt auch wegen der langen Spielzeit. Gegen Advance Wars zieht EndWar aber dennoch deutlich den kürzeren.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

78%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

06.11.2008

Developer

Funatics

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (WLAN)

2


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