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Reviews: Nintendo DS

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Fire Emblem: Shadow Dragon

Strategie

12.01.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Der Schattendrache und das Schwert des Lichts!

 

Nach fast vier Jahren Wartezeit und knapp ein Jahr nach dem letzten Spiel der Reihe gibt es für Fans von Strategie-Rollenspielen nun endlich wieder neues Futter. Zwar ist es nicht wirklich neu, denn beim ersten DS-Ableger von Fire Emblem handelt es sich um ein Remake des ersten Teils der Reihe aus dem Jahre 1989, der damals für das NES erschien. Doch die Entwickler haben sich natürlich Mühe gegeben, den Spagat zwischen klassischem Spiel und neuen Elementen, die man aus aktuelleren Spielen der Serie kennt, zu schaffen. Somit ist die Story identisch, dafür wurde aber die Grafik aufpoliert, neue Gameplay-Funktionen eingeführt, das „Schere-Stein-Papier-Prinzip der Waffen eingebaut und Klassenwechsel für die Charaktere möglich gemacht. Aber nun erst mal zur Geschichte.

 

Vor langer Zeit wurde der Kontinent Akaneia vom Imperium Doluna erobert und sein Volk unterjocht von Medeus, dem tyrannischen Anführer der Drachen. Doch dann erhob sich ein einsamer Held aus der Asche des Kontinents, in seinen Händen das göttliche Schwert Falchion. Anri, ein junger Mann aus der Region Altea, stellte sich der schrecklichen Macht Medeus' und streckte ihn nieder. Akaneia wurde wiederaufgebaut und die Welt genoss ein neues Zeitalter des Friedens.

 

Ein Jahrhundert später wurden Medeus wiedergeboren. Er verbündete sich mit Gharnef, einem grausamen König mit unzähmbarem Machthunger und einmal mehr drohte die Dunkelheit das Land zu überziehen. Der berüchtigte General Camus führte die Armeen des finsteren Bündnisses wieder und wieder zum Sieg. Als Nyna, Prinzessin des heiligen akaneischen Königreiches, abgesetzt wurde, verblieb nur noch eine Hoffnung. Es oblag König Cornelius von Altea, dem direkten Nachfahren von Anri dem Großen, Falchion zu ergreifen, in die Schlacht zu reiten und das Schicksal seines Blutes zu erfüllen. Der einzige Sohn des Königs, Prinz Marth, blieb bei seiner Mutter und Schwester und widmete sich sowohl den Büchern wie dem Schwert...

 

Genau an diesem Punkt setzt die Geschichte an, der Prolog, den man auf der Schwierigkeitsstufe „Normal“ auch selbst spielen darf, um sich mit dem Spielprinzip vertraut zu machen, erzählt, wie Marth von seiner Schwester getrennt wird und sein Abenteuer beginnt. Sein primäres Ziel ist es, sie zu retten, aber auf dem Weg dahin werden er und seine Truppe immer tiefe in die Schlacht gegen die Dunkelheit gezogen und natürlich ist schon klar, worauf das Ganze am Ende hinausläuft...

 

 

 

Fire Emblem mit Berührung!

 

Obwohl es sich für den Wii-Teil der Serie schon angeboten hatte, setzten die Entwickler erst auf dem Nintendo erstmals eine andere als die gewohnte Tastenteuerung um. So kann man zwar nach wie vor die Bewegungen seiner Figuren und die Angriffe durch das Steuerkreuz und die Aktionstasten durchführen, aber es geht alles auch über den Touchscreen, was eine sinnvolle Erweiterung ist. Als Gewöhnungstier habe ich mich zwar lange Zeit nicht damit auseinander gesetzt, aber irgendwann habe ich es einfach ausprobiert und bin seitdem nicht mehr davon abgewichen.

 

Man berührt die Figuren einfach, sagt ihnen, wo sie sich hin bewegen sollen und führt die Aktionen ebenso einfach durch Berührungen aus. Der größte Vorteil gegenüber der klassischen Variante ist ohne Zweifel das damit unnötige scrollen über die einzelnen Felder des Spielbretts. Da es jedoch weiterhin auch klassisch geht, gibt es keinen Grund zur Klage für die eingefleischten Fans, die nicht anderes haben wollen.

 

Auf das grundsätzliche Spielprinzip werde ich an dieser Stelle nicht eingehen, da die ausführliche Beschreibung den Rahmen sprengen würde. Wer noch nie etwas von Fire Emblem gehört hat, aber grundsätzlich Interesse an einem Strategiespiel mit eine Portion RPG hat, der kann es einfach mal ausprobieren. Stellt euch einfach vor, das Schlachtfeld ist ein Schachbrett und jede Streitmacht zieht abwechselnd alle Figuren, um anzugreifen und zu verteidigen. Durch Erfahrungspunkte entwickeln sich die Figuren weiter und werden stärker.

 

 

Grafik, Sound und Umfang!

 

Grafisch war Fire Emblem noch nie wirklich das Beste seiner Zeit und so ist es auch mit dieser DS-Umsetzung. Die Figuren und Karten sehen zwar ordentlich aus und man erkennt alles, aber das letztes bisschen zur restlosen Überzeugung fehlt irgendwie. Man hat das Gefühl, dass sich die Serie stilistisch nicht weiter entwickelt und diese auf neu gemachte 20 Jahre alte Version bestätigt dies eindeutig. Störend ist es im Spiel nicht wirklich, aber es fällt doch auf und deshalb kostet es ein paar Punkte.

 

Die Musik ist zwar das, was man als Fan erwartet, aber abseits davon irgendwie zu wenig. Die Melodien klingen einfach viel zu ähnlich, so dass man trotz eigentlich vorhandener Abwechslung das Gefühl hat, immer nur ein Lied zu hören. Wie auch der Stil der Grafik bewegt sich hier nichts nach vorne, was aber wohl auch daran liegt, dass sich seit 20 Jahren dieselbe Komponistin darum kümmert. Die Soundeffekte sind gewohnt gut, hier braucht man aber das Rad auch nicht neu zu erfinden.

 

Umfangreich waren die Spiele der Reihe schon immer und da erfüllt auch dieser Teil seinen Zweck. Es gibt 24 Missionen sowie den dreiteiligen Prolog, was insgesamt etwa 20-30 Stunden Spielspaß bedeutet, wenn man sich keine allzu groben Schnitzer leistet oder Vollprofi ist. Auf der hohen Schwierigkeitsstufe dauert es noch etwas länger, da man wesentlich vorsichtiger und taktisch klüger vorgehen muss, um erfolgreich zu sein.

 

 

Aus Freunden werden Feinde!

 

Die wohl größte Neuerung, die die Serie bis heute erfahren hat, ist der erstmals eingebaute Mehrspieler-Modus, in dem man sowohl lokal per W-LAN als auch per Wi-Fi Connection gegen einen anderen menschlichen Spieler antreten kann. Dabei sind online sowohl Freundeskämpfe über Freundescodes möglich und zusätzlich Zufallskämpfe. Ist man mit einem Freund im Wettstreit, dann bietet der Titel sogar einen MicChat, über dem man sich mit seinem Gegner unterhalten kann. Einfach aktivieren und L-Taste drücken, wenn man sprechen will.

 

In den Schlachten treten dann zwei Spieler direkt gegeneinander an und wer am Ende übrig bleibt, der gewinnt das Duell. Dieser Modus ist genau das, was der Serie noch gefehlt hat, um auch nach dem Durchspielen weiter gefesselt zu sein. Es ist außerdem vorbildlich, dass die Entwickler es nicht bei einem lokalen Mehrspieler-Modus belassen haben, sondern es tatsächlich online spielbar ist.

 

Als weiteres Feature, kann man sich Charaktere von Freunden leihen, wenn man zum Beispiel in einer Schlacht des Einzelspielermodus nicht weiter kommt. Der Verleiher behält dabei die Einheit und überträgt nur die Charaktereigenschaften auf den Entleiher, wenn er diese Figur schon oder noch hat. Ansonsten ist der Leihprozess nicht möglich. Maximal kann man sich zehn Einheiten leihen und natürlich stirbt der Charakter auch hier endgültig, wenn es ein geliehener war. Nur der Verleiher braucht sich darüber keine Sorgen zu machen. ;-)

 

Insgesamt ist der Mehrspieler-Modus absolut top. Wenn sich mehr Entwickler so viel Mühe geben würden, dann würde auch Nintendo in diesem Segment besser mit der Konkurrenz mithalten können. Man kann nur hoffen, dass es Nachahmer findet!

 

 

Meckerecke

 

Mit Fire Emblem verbindet mich eine Art Hassliebe. Einerseits gefällt mir das Spielprinzip, ich lasse mich von der sehr guten Steuerung begeistern und ich begleite die Charaktere gerne auf ihrem Abenteuer. Andererseits verzeiht kein Spiel der Reihe irgendwelche Fehler, was ziemlich frustrierend sein kann. Spielt man zum Beispiel 30 Minuten an einer Mission und übersieht dann einmal einen Gegner, dann kann es für einen der eigenen Charaktere schon vorbei sein. Und da bei Fire Emblem tot wirklich tot heißt, ist die Figur dann entweder endgültig weg oder man fängt die Mission von vorne an. Zwar gibt es auf jeder Karte einen oder mehrere Speicherpunkte, an denen man den Fortschritt zwischendurch einmalig sichern kann, aber nervig finde ich dieses Feature trotzdem. Es mögen zwar einige der Meinung sein, dass gerade das Fire Emblem ausmacht, aber mich stört es gewaltig.

 

Des Weiteren ist die nur seltene Möglichkeit zu speichern für Unterwegs sehr blöd, da man nie so genau weiß, wie lange es bis zum nächsten Speicherpunkt noch dauert. Deshalb muss man sich immer fragen, wie viel Zeit man zum spielen noch hat und ob es sich lohnt, weiterzumachen. Eine Speicherfunktion wie bei Radiant Dawn ist in meinen Augen zwingend für eine Handheld-Version.

 

Mein letzter Kritikpunkt ist bedingt darin, dass es sich um ein Remake handelt, denn man bekommt nichts geboten, was man in der Reihe noch nicht erlebt hat. Einige Dinge, an die man sich gewöhnt hat, fehlen hier und Dinge, die man sich schon lange wünscht oder generell Weiterentwicklungen der Serie sucht man vergeblich. Es ist wirklich schade, dass die Entwickler hier nicht mal mehr Mut zeigen und sich auch mal etwas anderes oder neues trauen.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Fire Emblem Shadow Dragon ist genau das, was man von einem Remake eines 20 Jahre alten Spiels erwartet: Die Verbesserungen sind zwar da und deutlich sichtbar, aber irgendwie wirkt alles doch arg angestaubt. Meiner Meinung nach sind Remakes das letzte, was die ohnehin schon sehr weiterentwicklungsfaule Serie braucht, um neue Fans zu gewinnen. Wer die letzten Teile mochte, wird sicher auch hier seinen Spaß haben, aber neue Dinge wird man vergeblich suchen und beim Abspann bleibt das Gefühl der Unerfülltheit. Wirklich vorbildlich ist dagegen der Mehrspieler-Modus, der vor allem online wirklich Spaß macht. Wenigstens eine Sache, die der Reihe schon lange gefehlt hat, wurde endlich programmiert. Danke!

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

ok

79%

Singleplayer

92%

Multiplayer

Release

05.12.2008

Developer

Intelligent Systems

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2

Anzahl Spieler (WLAN)

2


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