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Reviews: Nintendo DS

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Time Hollow

Adventure

17.01.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

The Butterfly Effect...

 

„Wenn ein Schmetterling in Brazilien mit dem Flügel schlägt, kann das einen Tornado in Texas auslösen?“ Dieses bekannte Zitat bezieht sich darauf, dass kleine Veränderungen der Anfangsbedingungen in komplexen Systemen eine große Auswirkung auf die Ergebnisse haben können. Genau auf diesen Schmetterlingseffekt baut Time Hollow von Konami auf.

 

Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf und musst feststellen, dass deine Eltern, mit denen du gestern noch gemeinsam zu Abend gegessen hast, auf einmal verschwunden sind. Und alle anderen behaupten, sie seien bereits seit 12 Jahren nicht mehr aufzufinden. Time Hollow erzählt die Geschichte von Ethan, dem genau das passiert. Durch einen magischen Stift ist er in der Lage, Dinge in der Vergangenheit zu verändern und damit die Gegenwart zu beeinflussen. Wird er seine Eltern finden können? Aber eins nach dem anderen.

 

Ethan Kairos ist 16 Jahre alt und wird morgen seinen 17. Geburtstag feiern. Am Abend isst er mit seinen Eltern das viel zu fade Essen seiner Mutter und alles scheint normal. Er geht auf sein Zimmer und bekommt einen Streit im Esszimmer mit. Sein Onkel Derek, der Bruder seines Vaters ist zu Besuch und bittet mal wieder um Geld, ohne Erfolg. Sein Vater verspricht, Ethan morgen zu erklären, was es damit auf sich hat, wenn er 17 Jahre alt ist. Etwas verwundert geht er ins Bett und hat einen schlimmen Albtraum von einem Feuer. Nassgeschwitzt wacht er auf und stellt fest, dass er einen seltsamen grünen Stift in den Händen hält, der durch ein Loch inmitten seines Zimmers gefallen ist.

 

Am Frühstückstisch sitzt sein Onkel Derek und liest Zeitung, als wäre es das normalste auf der Welt. Auf Nachfrage von Ethan, wo seine Eltern seien, guckt Derek nur verdutzt und sagt, dass sie doch bereits seit 12 Jahren verschwunden sind. Seltsam... Erste Nachforschungen ergeben, dass er mit dem Stift Löcher in die Luft malen kann und damit ein Tor in die Vergangenheit öffnet. Dort kann er Dinge verändern, Leute retten und Informationen sammeln. Er beginnt sein Abenteuer auf der Suche nach seinen Eltern, doch immer wenn er etwas verändert, passieren schreckliche Dinge: Freunde sind auf einmal tot, Leute verschwinden und alles Mögliche ändert sich. Kann Ethan den Butterfly Effect überlisten und alles wieder auf Anfang stellen? Und warum sind seine Eltern eigentlich überhaupt so plötzlich und rückwirkend verschwunden?

 

Diese Fragen werden in den acht Kapiteln des Spiels nach und nach geklärt und man fragt sich immer wieder, wo das alles noch hinführen soll. Aber als Spieler muss man die Ruhe bewahren und gemeinsam mit Ethan eine Lösung für seine Probleme finden. Der Hollow Pen ist ab sofort sein bester Freund!

 

 

Point and Click in Reinform!

 

Time Hollow ist ein reinrassiges Point and Click Adventure, das komplett mit dem Stylus bedient wird. Man bewegt sich auf einer Landkarte, die den Heimatort von Ethan darstellt und kann von dort aus die verschiedenen Locations besuchen, indem man sie einfach anklickt. Jeder Ort, darunter Ethans Schule, das Haus seiner Eltern, ein bei Schülern beliebtes Café, die Bibliothek des Ortes und jeweils einige Kapitelabhängige Orte, ist nochmals in mehrere Räume unterteilt. So hat die Schule zum Beispiel den Hof, den Müllplatz, die Eingangshalle, den Vorraum zu den Klassenzimmern und Ethans Klassenzimmer. Je nach Kapitel muss man sich mit Leuten unterhalten, Dinge finden und graben, um in der Geschichte vorwärts zu kommen.

 

Graben meint das Öffnen eines Zeitportals, was nur an bestimmten Orten geht. Immer wenn sich etwas ändert, dann sieht Ethan Rückblenden. Das sind zentrale Geschehnisse in der Vergangenheit, zu denen er alle wichtigen Infos sammeln muss. Dann kann an manchen dieser Orte ein Portal geöffnet werden und zum Beispiel einem Freund eine Nachricht vor mehreren Tagen zukommen lassen, um ihn vor etwas zu warnen. Dazu zeichnet man einfach einen Kreis auf den Touchscreen und sieht dann an genau dieser Stelle in die Vergangenheit. Damit man die richtige Stelle findet, wird währenddessen auf dem oberen Bildschirm die Rückblende, also die Szene in der Vergangenheit, angezeigt.

 

Doch man kann nicht unendlich oft graben, jedes Mal verliert Ethan ein bisschen Energie durch den Vorgang. Wenn sie erschöpft ist, dann ist das Spiel vorbei. Doch zum Glück schafft dagegen sein Kater Sox Abhilfe, die ihn mit Energienachschub versorgt. Was es mit ihm auf sich hat, wird auch im Laufe des Abenteuers geklärt, denn eigentlich können nur Inhaber eines Hollow Pens solche Energiekugeln finden...

 

Um mit Leuten zu reden oder Gegenstände zu untersuchen klickt man sie einfach an und bekommen dann alle Infos, bzw. bei Gesprächen mögliche Fragen an den Gegenüber angezeigt. Die Steuerung geht sehr leicht von der Hand und funktioniert einwandfrei. An einigen Stellen kann man mit den Tasten auch etwas machen, aber mit dem Stylus funktioniert es ausnahmslos besser. Da man ihn eh immer braucht, kann man ihn auch gleich für alles einsetzen.

 

 

Technik und Umfang

 

Grafisch ist Time Hollow sehr gelungen. Die Umgebungen sind schön und wirken durch Blickwinkeleffekte beim Verschieben der Ansicht auch nicht so platt wie gemalte Bilder. Dazu sind die Charaktere sehr lebhaft. Besonders hervorzuheben sind die Zwischensequenzen, die an wenigen Stellen zum Einsatz kommen. Diese sind vorgerendert und mit Sprachausgabe versehen, was das Erlebnis deutlich intensiviert. Schade nur, dass sie viel zu selten eingesetzt werden und qualitativ auch nicht so perfekt sind, wie zum Beispiel bei Professor Layton. Dennoch ist die grafische Darstellung sehr gelungen.

 

Die Musik ist an sich sehr gut, aber es gibt zu wenig Variation. Im Prinzip hat jede Stimmungslage von Ethan eine Melodie und da sich diese häufig wiederholen, hört man auch die meisten Lieder sehr häufig. Etwas mehr Auswahl wäre auf jeden Fall nicht verkehrt gewesen. Dasselbe gilt für die (englische) Sprachausgabe, denn nur wenige Dialoge sind synchronisiert, während die meisten in Standbildern mit unterlegtem Text geführt werden. Schade, denn Platz wäre auf der Karte sicher noch gewesen, denn wirklich umfangreich ist das Spiel nicht.

 

Beim ersten Durchgang habe ich knapp 8 Stunden gebraucht, was nicht sonderlich viel ist. Da es kaum Wiederspielwert und keine freischaltbaren Extras gibt, ist es damit dann auch so gut wie vorbei mit dem Erlebnis. Man kann zwar am Ende speichern und dann für einen zweiten Durchgang laden, aber Unterschiede habe ich dabei nicht festgestellt. Lohnt sich also nicht wirklich.

 

 

Meckerecke

 

Viel zu bemängeln gibt es bei Time Hollow nicht, aber zwei Punkte haben mich doch gestört. Zwar wiedersprechen sich die beiden, aber durch die Kapitelstruktur gibt es eben mal das eine Problem und mal das andere.

 

So sind die ersten Kapitel viel zu kompliziert und man wird oft alleine gelassen. Das führt dann dazu, dass man nicht weiß, was man als nächstes tun muss und dann einfach jeden Ort nach und nach ganz genau abklappert, bis man findet, was man sucht. Das ist gerade wegen der Vielzahl an Orten mit zusätzlich vielen verschiedenen Räumen etwas nervig. Am Anfang hätten die Entwickler hier mit kleinen Hilfestellungen oder Andeutungen viel Frust in Luft auflösen können.

 

In den späteren Kapiteln ist das Problem genau andersherum, denn man bekommt zu viele Tipps und alles spielt sich ab einem gewissen Punkt wie von alleine. Man bekommt stets mehr oder weniger direkt gesagt, was als nächstes zu tun ist und erbringt damit nur noch wenig Eigenleistung.

 

Wären diese Kritikpunkte im Spiel genau andersherum „eingebaut“ worden, dann hätte es sicher mehr Spaß gemacht. Aber auch so ist es bei weitem kein schlechtes Spiel, nur eben manchmal etwas nervig.

 

 

Vielen Dank an Konami für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit


Time Hollow überzeugt durch eine durchdachte, größtenteils logische und sehr spannende Geschichte, die ab der ersten Minute total fesselt. Zwar ist das Abenteuer recht schnell vorbei, aber während es andauert wird man durch die Story auch dann gehalten, wenn man mal festhängt. Fragen werden so geschickt gestellt und langsam beantwortet, dass man immer wissen will, was als nächstes passiert. Technisch ist der Titel in Ordnung, hätte aber vor allem von mehr Sprachausgabe profitiert. Wer Point & Click Adventure mag, der kann bedenkenlos zugreifen, ebenso wie Fans von mystischen Abenteuern mit Science Fiction Elementen. Ich freue mich derweil auf einen Nachfolger.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

04.12.2008

Developer

Konami

Publisher

Konami

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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