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Reviews: Nintendo DS

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Pokémon Ranger: Finsternis über Almia

Action Adventure

20.01.2009

Autor: Daniel Nicolin

 

 

Aller Anfang ist ... schlecht

 

Der neuste Pokémon-Ableger nennt sich "Pokémon Ranger: Finsternis über Almia" und ist - wie der Titel unschwer erkennen lässt - der direkte Nachfolger zum ersten Ranger-Teil. Und ich hoffe inständigst, dass hier zumindest ein bisschen mehr Spielspaß auf mich wartet, denn die Spin-offs der Serie konnten mich bislang wahrlich nicht überzeugen.

 

Alles beginnt dieses Mal damit, dass ihr ein ins Spiel eingebettetes Turtorial durchlaufen müsst. Auch als Veteran habt ihr keine Chance, dieses Tutorial zu skippen, was sich vor allem deshalb als extrem nervenaufreibend herausstellt, weil es ein paar Stunden braucht, bis es abgeschlossen ist und das Game richtig losgeht! Tja, somit ist der erste Eindruck mal wieder versaut, das hätte nun wirklich nicht sein müssen! Nichts gegen Tutorials (ganz im Gegenteil!), aber ich wüsste echt besseres mit meiner Zeit anzufangen, als mich stundenlang zu langweilen bei ellenlangen Erklärungen, die mir bereits bekannt sind. Mal ganz abgesehen davon, dass auch Neueinsteiger mit Sicherheit keine zwei Stunden brauchen, um Kreise-Malen zu lernen!

 

 

Kreisklasse: Kampfknuddeln

 

Denn Kreise mit eurem Stylus zu zeichnen ist mal wieder eure Hauptaufgabe: Um wild herumstreunendene Pokémon einzufangen müsst ihr nämlich genauso wild euren Touchscreen malträtieren, und nicht - wie in den traditionellen Games - euer Gegenüber in Kämpfen schwächen und anschließend in einem Pokéball einfangen. Ihr müsst also, um die Viecher einzufangen, jeweils eine bestimmte Anzahl an Kreisen um das manchmal mehr und manchmal weniger wehrhafte Tierchen zeichnen. Mitunter greifen die gar nicht so lieben Pokis nämlich eure Ringe an (und damit hin und wieder auch euren "FangKom", der, wenn er zuviel Schaden nimmt, euch ein Game Over beschert). Das Ganze ging mir beim Vorgänger gehörig auf die Nerven, denn wenn ein Pokémon, welches bspw. 10 Umkreisungen benötigte, nach Kreisel Nummer 8 euren Ring erwischte (oder ihr den Stylus zum Ausweichen vom Touchscreen gelöst habt), durftet ihr mit dem wilden Kreisen erneut bei NULL beginnen! Hier haben die Entwickler ein Einsehen gehabt: Bei "Finsternis über Almia" müsst ihr den Stylus nicht ununterbrochen auf dem Bildschirm lassen, denn ein kurzfristiges Entfernen wird nur mit einer langsam sinkenden Freundschaftsleiste (ja, richtig, ihr baut durch das Kreiseln ... Knuddeln ... whatever ... eine Freundschaft zu dem Vieh auf!) bestraft, so dass ihr dieses Minus immer wieder locker aufholen könnt.

 

 

Monotone Missionerung

 

Die unterschiedlichen Pokémon, von denen ihr mit wachsender Erfahrung maximal drei Partner-Pokémon mit euch zeitgleich rumschleppen könnt, haben natürlich auch wieder verschiedene Spezial-Fähigkeiten. Und diese sind auch dringend nötig, damit ihr an bestimmten Hindernissen im Spiel vorbeikommt. Mit dem entsprechenden Pokémon an eurer Seite sind diese Pseudo-Rätsel aber im Nu gelöst. Auch die Story entpuppt sich mal wieder als Pseudo-Story: Ihr müsst ganz, ganz böse Maschinen zerstören, welche von ganz, ganz bösen Leuten im gesamten Lande Almia verteilt wurden. Diese ganz, ganz bösen, aber wirklich ganz, ganz, ganz bösen Maschinen machen die Pokémon im ganzen, ganzen (bösen?) Land zu wilden Bestien. Die Geschichte (und die Dialoge) pendeln sich irgendwo zwischen abstrus, manchmal lustig, oft monoton und langweilig ein. Man kann von einem Pokémon-Game sicher keine große Story erwarten, aber da in der Ranger-Reihe zudem der strategische Tiefgang fehlt, der traditionellen Pokémon-Games noch zugesprochen werden kann, gibt es nichts, was diesen Mangel ausgleichen kann: In der Praxis müsst ihr euch nämlich mal wieder von Mission zu Mission schlagen, in denen ihr im Prinzip stets das Gleiche tun müsst - das gilt auch für freiwillig absolvierte Sidequests: Bestimmte Pokémon finden, fangen, besiegen ... sowas eben.

 

 

Technisch traditionell verwurzelt

 

Technisch gibt's auch mal wieder die altbewährte Poké-Standard-Kost: Durchschnittsgrafik im oldschool 2D-Stil mit ein wenig mehr lichten Momenten als Schatten, denn teilweise erfreut man sich an den bunten Farben und den recht schön animierten Wuselwesen. Für DS-Verhältnisse ist das natürlich dennoch zu wenig, und so kann das Game hier keine Pluspunkte einfahren. Soundtechnisch hat sich ebenfalls seit Jahren nichts getan: Man hat wirklich das Gefühl, als bekomme man seit jeher die gleichen Sounds aufgetischt, und selbst an den Melodien hat wahrscheinlich seit Erfindung des Gameboys niemand mehr etwas geändert. Nicht ein einziger Ohrwurm hat sich in meine Gehörgänge geschlängelt und dort festgesetzt. In meinen Ohren glatt durchgefallen!

 

 

Kreislaufsteuer

 

An der Steuerung gibt es eigentlich nicht allzu viel zu meckern. Logischerweise führt - zumindest in den Kämpfen - kein Weg vorbei an der Touchscreen-Steuerung, denn das Einkreiseln der Viecher per digitalem Steuerkreuz dürfte nur für freakige Japaner ein netter Modus gewesen sein. Mit persönlich ist der Kampfmodus immer noch zu wild und unkoordiniert, aber das liegt vielleicht auch an mir und ist wohl Geschmackssache. Bestreiten lässt sich mit Sicherheit nicht, dass das Kampfsystem nach einiger Zeit an der anfänglichen Faszination verliert. Ansonsten dürft ihr eure Truppe auch per Steuerkreuz manövrieren, per Buttons Menüs durchwühlen etc. Die Steuerung per Stylus erlaubt es euch auch, mit Leuten zu reden oder Gegenstände zu untersuchen, die ein wenig weiter entfernt sind, was sich als kleiner Luxus entpuppt. Schade nur, dass sowohl das Führen von Dialogen (gähn) als auch das Untersuchen von Dingen ("das ist ein Stein") fast überflüssig sind.

 

 

Wi-Fi Ranger

 

Als einzige Neuerung neben dem verbesserten, nicht mehr ganz so nervenaufreibendem Kampfsystem gibt es jetzt ein paar neue Orte zu besuchen: Gleich zu Beginn dürft ihr euch bspw. tauchend unter Wasser begeben, was sich zwar nicht großartig anders spielt, immerhin aber dem tristen Landschafts-Einheitsbrei einen neuen Anstrich verpassen kann. Auch die Möglichkeit, neue Missionen per Wi-Fi herunterzuladen, kann auf den ersten Blick positiv punkten, aber - wie oben bereits angedeutet - auch nur kurzzeitig beglücken, denn die Missionen gestalten sich nahezu alle nach Schema F. Auf Argumente, dass das Game ja auch eher an eine jüngere Zielgruppe gerichtet sei (und die kann man ja ruhig langweilen und verarschen?), gehe ich aus Prinzip nicht mehr ein!

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Pokémon Ranger ist auf dem besten Wege dahin, eine Spin-Off-Reihe zu etablieren, die die Welt nicht braucht, weil sie bereits im zweiten Teil mit keinen nennenswerten neuen Ideen aufwarten kann und sich lediglich selbst kopiert. Einige Schwächen des Vorgängers wurden ausgebügelt, aber das Grundproblem der Monotonie zieht sich weiterhin wie ein roter Faden durch sämtliche Bereiche. Das Kampfsystem erscheint zunächst spannend, actionreich und witzig, entpuppt sich aber schon nach kurzer Zeit als eine Art Wario Ware Minigame, und von denen würdet ihr wahrscheinlich auch nicht mehrere Stunden am Stück das Gleiche zocken. Die Story und die audiovisuelle Umsetzung sind ebenfalls durchschnittlich bis schwach, und selbst das typische Pokémon-Sammel-Feeling kommt zu keiner Zeit auf. Vor dem Kauf unbedingt probezocken, vielleicht könnt ihr dem Kreiseln ja mehr abgewinnen als ich. Insgesamt aber bestimmt keine blinde Empfehlung - ausgenommen Hardcore-Pokéfans, aber das brauche ich wohl kaum zu erwähnen.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

55%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

21.11.2008

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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