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Reviews: Nintendo DS

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Children of Mana

RPG

18.03.2007

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

 

Vor allem ältere Rollenspielfans und SuperNES Besitzer werden wohl sofort in Nostalgie verfallen, sobald der Name Secret of Mana fällt! Trug doch dieser geniale Titel vor etwa 13 Jahren, neben den Final Fantasy Spielen, mit dazu bei, dass japanische RPGs auch im Westen immer populärer wurden. Während es in den letzten Jahren leider etwas ruhiger um die Mana Reihe geworden ist, scheint SquareEnix diese nun wieder entdeckt zu haben und entwickelt unter dem Namen „The World of Mana“ eine ganze Riege an neuen Titeln. Der erste im Bunde war Children of Mana, was im Januar endlich auch bei uns erschienen ist. Kann das Spiel für Nintendo DS dem großen Namen gerecht werden?

 

 

Die Geschichte

 

Die Story spielt auf einer Insel namens Illusia. Zentraler Punkt der Insel ist der Mana Baum. Etwa 10 Jahre zuvor hatte sich schreckliches ereignet, als die Kraft des Manas außer Kontrolle geriet und im darauf folgenden Chaos eine Menge Bewohner ihr Leben verloren. Nach einigen Jahren des Friedens scheint nun alles erneut aus den Fugen zu geraten. Ein selbst ernannter Mana Herrscher, der nach eigener Aussage von der eigentlich den Bewohnern wohlgesinnten Managöttin gesandt wurde, will die Welt mit Mana überfluten. Doch da kommen die Helden ins Spiel, die versuchen die Wahrheit aufzudecken, um drohende Chaos zu verhindern.

Die Geschichte ist sicherlich nicht sonderlich komplex, aber durchaus interessant und wird vor allem durch sehr schön anzusehende, wenn auch kurze Animesequenzen visualisiert.

 

 

Die Charakterwahl

 

Nach dem netten Intro wird der Spieler vor die Charakterwahl gestellt. Zur Auswahl stehen Ferrik, Tamber, Pop und der Wanderer. Ferrik ist zum Beispiel der Allrounder unter den Helden. Sicherlich die beste Wahl, wenn man sicher durch das Abenteuer kommen will. Die anderen haben alle ihre speziellen Schwerpunkte wie Magie oder Fernwaffen. Man kann also den Protagonisten nach eigenen Vorlieben auswählen und dann sogar noch das Äußere ein wenig anpassen, indem man z.B. die Haarfarbe verändert.

 

 

Das Manadorf – Plaudern, Trainieren, Shoppen, Verwalten

 

Das Manadorf ist der zentrale Punkt des Spiels. Hier startet der Spieler das Abenteuer und auch nach jeder erfüllten Mission wird der Held wieder zurück ins Manadorf transportiert. Es gibt also keine Oberwelt wie damals in Secret of Mana. Vielmehr kann man sich mit seinem Drachen Flammie vom Manadorf aus direkt zu den Leveln der Welt fliegen lassen.

 

Das Dorf hat dabei vielfältige Funktionen. Es dient zum Beispiel als Informationsquelle. Sprecht mit den Bewohnern, um Hintergrundinformationen oder Aufträge abseits des eigentlichen Abenteuers zu erhalten. Aufträge spielen dabei eine sehr wichtige Rolle, da die Erfüllung dieser meistens mit Geld oder seltenen Items belohnt wird. Aufträge erhaltet ihr vor allem am Stand der Mausbär GmbH, die quasi als Auftragsverteiler dienen und immer gleich mehrere anbieten. Wenn ihr also euer Inventar verbessern oder einfach nur zusätzliche Erfahrungspunkte sammeln wollt, dann stattet den Mausbären einen Besuch ab.

 

Ein weiterer wichtiger Stand ist der Waffen- und Rüstungsshop. Hier könnt ihr nicht benötigte Ausrüstung verkaufen und gegen neue austauschen. Besonders ratsam ist es zu Anfang auf größere Rucksäcke zu sparen, damit ihr mehr Items von jedem Typ mit euch herum tragen könnt. Da die Waffen (zur Auswahl stehen sehr unterschiedliche Waffen wie Hammer, Bögen, Schwerter und Flegel), Rüstungen und Ringe die ihr nutzt abhängig sind von eurem Level, solltet ihr regelmäßig nachschauen, ob es nicht was Neues im Laden gibt.

 

Apropos Level: Natürlich bekommt ihr, wie in jedem anderen RPG auch, Erfahrungspunkte für jeden besiegten Gegner. Habt ihr eine bestimmte Anzahl erreicht, steigt euer Held eine Stufe auf, was bedeutet, dass auch die Statuswerte sich positiv verändern. Es gibt dabei insgesamt 11 Statuswerte: Einen für jede der vier tragbaren Waffen, dann noch Lebensenergie, Magiepunkte, physische und magische Abwehr etc. Die Statuswerte lassen sich aber nicht nur durch aufleveln verändern, sondern natürlich haben auch Ausrüstungsgegenstände einen Einfluss.

 

Besonders wichtig sind in Children of Mana dabei die Juwelen, für die es ebenfalls einen eigenen Laden im Manadorf gibt. Jeder Charakter hat einen so genannten Juwelenrahmen, der in quadratische Slots aufgeteilt ist. In diese Slots könnt ihr nun Juwelen stecken, die viele unterschiedliche Effekte haben können. Die einfachen erhöhen etwas die Angriffskraft oder die Abwehr. Wenn man aber die richtig tollen Dinger haben möchte, dann muss man im Shop gegen Geld zwei Juwelen miteinander fusionieren. Am Ende bekommt ihr dann je nach Kombination seltene Steine, die zum Beispiel sämtliche negativen Statuseffekte wie Vergiftung verhindern. Der Nachteil: Diese Juwelen nehmen teilweise 3*2 Slots ein. Um diese unterbringen zu können, müsst ihr darauf warten, dass euer Juwelenrahmen im Laufe des Abenteuers erweitert wird. Übrigens könnt ihr Juwelen im Shop kaufen, findet aber auch genügend in den Missionen und ihr könnt überflüssige dann für gutes Geld wieder verkaufen. Das Juwelensystem ist sehr motivierend und eine nette Bereicherung zum ansonsten sehr standardisierten Action RPG.

 

Ferner kann der Spieler im Manadorf seinen Helden trainieren. Dazu muss man einfach mit dem Anführer Moti sprechen, der dann dann die verschiedenen Waffen etc. erklärt.

 

 

Das Gameplay

 

Bevor ihr das Manadorf verlassen könnt, müsst ihr noch einen Schutzgeist bestimmen, der euch fortan begleiten und mit Magie zur Seite stehen wird. Zur Auswahl stehen 8 Schutzgeister, die unterschiedliche Elemente wie Feuer, Wasser oder Wind nutzen. Natürlich macht es Sinn die Schutzgeister je nach Anforderungen in der kommenden Mission auszuwählen. Deshalb kann man im Manadorf auch jederzeit einen anderen Geist bestimmen.

 

Nun ist es Zeit Monster zu vermöbeln. Dabei fällt sofort auf, dass Children of Mana weniger vergleichbar ist mit dem berühmten Ableger des SuperNES, sondern viel mehr ist der DS Teil ein Action RPG, das ähnlich wie zum Beispiel Diablo den Reiz weniger aus der Story, sondern aus der Suche nach seltenen Juwelen, Waffen und Rüstungen erhält. Jede Mission findet in einem Dungeon statt, die alle wiederum aus mehreren Etagen bestehen. Da diese eher zufällig vom Spiel zusammengesetzt werden, wiederholen sich manche Abschnitte durchaus, was aber durch die unterschiedlichen Anforderungen bedingt durch Klimaeinflüsse wie Eis etc. wieder wett gemacht wird. Wichtigstes Element in Children of Mana ist sicherlich das Kämpfen. Im Gegensatz zu anderen Teilen der Serie stellen sich dem Spieler hier ganze Heerscharen von Gegnern in den Weg. Unter den Feinden befinden sich einige bekannte wie die Pogopuschel, aber auch neu entworfene Widersacher, die ihr mit Attacken eures Schutzgeistes und den Waffen des Helden vermöbeln könnt. Die Steuerung geht dabei sehr gut von der Hand: Die Waffen nutzt ihr mit A und X. Drückt ich B, wird der Schutzgeist aktiviert. Besonders witzig ist, dass die Entwickler eine nette Gegner-Umgebungsphysik integriert haben, das heißt, schlagt ihr zum Beispiel mit eurem Schwert gegen einen Feind, dann wird dieser zurückgeschleudert und kann somit gegen andere Gegner stoßen. Auch Objekte wie Kisten nutzen die Physik und so ist es manchmal besonders motivierend in eine Horde von Widersachern eine Kiste zu stoßen, die dann alle gegeneinander bouncen und sich gegenseitig Energie abnehmen. Allerdings enthält diese Methode auch ein gewisses Chaoselement, da man nie weiß, ob man nicht plötzlich mittendrin im Schlamassel steckt und selbst wie eine Flipperkugel durch die Gegend gestoßen wird. Das System ist eine sehr nette Idee und erweitert das Kampfsystem positiv.

 

Bisher unerwähnt ist die Y Taste, mit der ihr Items nutzt. Das können zum Beispiel Walnüsse sein, die euch verbrauchte Magiepunkte wiedergeben. Oder Bonbons und Schokolade, die die Lebensenergie auffüllen. Natürlich gibt es auch Items zur Wiederbelebung und zum Aufheben von negativen Statuseffekten.

 

So metzelt ihr euch also durch die verschiedenen Etagen eines jeden Dungeons, immer mit der Hoffnung auf Items, seltene Juwelen und Ausrüstungsgegenstände. Am Ende des Dungeons wartet dann noch je ein fetter Endboss, die allesamt nett in Szene gesetzt sind. Gut ist, dass der Schwierigkeitsgrad davon abhängig ist, wie viele Erfahrungspunkte ihr gesammelt habt. Seid ihr also fleißig und erfüllt neben der Hauptgeschichte noch weitere Aufträge, dann sollten euch die Dungeons nicht vor allzu große Probleme stellen.

 

Von den Aufträgen abhängig ist auch die Zeit, die ihr benötigt, um Children of Mana durchzuspielen. Während man das Spiel bestimmt in 20 Stunden schaffen kann, habe ich mit einigen Aufträgen (längst nicht alle!) etwa 38 Stunden gebraucht!

 

 

 

 

Audiovisuelle Umsetzung

 

Children of Mana setzt konsequent auf isometrische 2D Grafik, wie schon damals zu SuperNES Zeiten. Vor allem das Manadorf, die Charaktere und die Gegner sind wunderschön gezeichnet. Nur die Dungeons fallen demgegenüber ein wenig zurück, was wahrscheinlich daran liegt, dass diese aus einzelnen Bausteinen bestehen, die zufällig zusammengesetzt werden. Am Soundtrack gibt es rein gar nichts zu meckern. Tolle Melodien mit typischen RPG Klang verwöhnen die Ohren und werden nicht langweilig.

 

 

Mit Freunden Monster metzeln

 

Im Multiplayer können bis zu 4 Spieler gleichzeitig das Abenteuer kooperativ bestreiten. Das steigert den Spielspaß tatsächlich noch mal um einiges, da man auf der einen Seite gemeinsam ein Ziel vor Augen hat, auf der anderen Seite immer wieder der „Zelda Four Swords Effekt“ eintritt, das heißt, dass man versucht einem Kameraden ein seltenes Item vor der Nase weg zu schnappen. Um diesen Effekt noch zu erhöhen, hat SquareEnix Items entworfen, die nur im Mulitplayer zu finden sind und je öfter man den Modus spielt, desto wertvoller werden diese Gegenstände.

 

Die Sache hat nur einen Haken. Da das Spiel nicht die Nintendo Wi-Fi Connection unterstützt und auch keinen Singlecartridge-Modus integriert wurde, werden wohl nur die wenigsten in den Genuss des tollen Modus kommen.

 

 

Wir danken Nintendo für die Bereitsstellung des Testmusters!

 

 


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Fazit

Wer von Children of Mana ein zweites Secret of Mana wie damals auf dem Super Nintendo erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, da die Story weniger komplex, das Spiel extrem linear ist und es keine richtige Oberkarte gibt. Wer jedoch auf der Suche nach einem Action RPG im Stile von Diablo oder Phantasy Star Online ist, dessen Motivation durch das Finden von seltenen Gegenständen und durch das Metzeln großer Monsterhorden entsteht, der muss zugreifen. Dennoch verhindert eine leichte Monotonie das Vordringen in höhere Wertungsregionen.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

84%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

13.01.2007

Developer

SquareEnix

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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