Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Baphomets Fluch - The Director's Cut

Adventure

04.04.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Das Geheimnis der Tempelritter!

 

Die französische Journalistin Nicole Collard, kurz Nico, ist einer heißen Story auf der Spur. Ausgelöst durch den Mord an einem Mann, der Staatspräsident von Frankreich hätte werden können, gerät sie in ein Abenteuer, dessen Umfang man anfangs kaum überblicken kann. Der getötete Mann war ein guter Freund ihres Vaters, von dem dieser allerdings nie ein Wort gesprochen hat. Da Nico den Mörder bei dessen Flucht zu Gesicht bekommt, wird sie endgültig in die Geschichte verstrickt. Bei dem Attentäter handelt es sich um einen Wiederholungstäter, dem Nico schon lange auf den Fersen ist.

 

Sie stellt sich der Aufgabe und beginnt Nachforschungen anzustellen. Doch ihre Story wird vom Chefredakteur unerklärlicherweise abgelehnt. Ein dubioser Anruf erreicht sie kurz danach, der ihr offenbart, dass mehr dahinter steckt als nur ein Serienkiller. Ein Mann möchte sich mit ihr in einem Café treffen, doch dazu kommt es nicht mehr, denn der Mörder sprengt es in die Luft, bevor Nico ankommt. Damit kommt George ins Spiel, ein Amerikaner, der seinen Sommerurlaub in Paris verbringt. Er saß auf der Terrasse und ist dem Anschlag daher entkommen, fühlt sich aber dafür mitverantwortlich, dass der Täter entkommen konnte. Außerdem wurde die attraktive Kellnerin verletzt, was er auch nicht auf sich sitzen lassen kann.

 

Nico und George unterhalten sich über die Geschichte, als Nico im Café ankommt und von dem Anschlag erfährt. Von da an arbeiten sie als Team und wollen eigentlich nur dem Täter auf die Spur kommen, stolpern dabei aber in ein viel größeres Abenteuer, was die im Jahre 1314 ausgerotteten Tempelritter ausgelöst haben. Doch weiter ins Detail werde ich jetzt nicht gehen, freut euch auf ein mystisches Abenteuer mit einigen Überraschungen und mehr oder weniger spannenden Enthüllungen.

 

 

 

„Ich bin Amerikaner. Ich bin unschuldig.“

 

Mit diesen beiden Sätzen stürzt George in seinen ersten Außeneinsatz im Spiel, als er von zwei Ganoven bedroht wird. Die Antwort derer auf seine Aussage (Ja, was denn nun?) ist so ziemlich das höchste der Gefühle, was der Titel an Humor liefert. Zwar sind die Witze durchaus gut und zünden häufig auch direkt, allerdings ist das Spiel für einen Vertreter dieses Genres erstaunlich ernst und hat nur wenige komische Momente. Doch wer nun denkt, dass die Entwickler dafür den Fokus auf eine spannende und fesselnde Geschichte gelegt haben, der irrt leider auch, denn alles bleibt irgendwie recht oberflächlich.

 

Es werden zwar jede Menge spannende Themen und Mysterien rund um die Tempelritter angeschnitten, wirklich konkret wird es allerdings nie. Es ist irgendwie von Anfang an klar, wie sich das Abenteuer entwickeln und wie es am Ende ausgehen wird, von ein paar kleinen Überraschungen mal abgesehen. Man merkt dem Spiel eben doch recht deutlich an, wie alt es schon ist und, dass es nur von wenigen Leuten hergestellt wurde. So bleiben viele Potenziale ungehoben, viele Fragen offen und ich als Spieler war beim Abspann nicht wirklich zufrieden.

 

Dazu kommt der für ein solches Spiel recht knapp bemesse Umfang, man kann es locker in unter 10 Stunden schaffen, obwohl es eine erweiterte Version sein soll. Inhaltlich ist der Titel aus heutiger Sicht also leider sehr enttäuschend.

 

Positiv ist, dass der Spieler jederzeit vom Spiel selbst Tipps bekommen kann, was als nächstes zu tun ist. Diese fangen meist sehr vage an und je öfter man nach Tipps fragt, desto konkreter werden sie. Die Anzahl angezeigter Tipps wird mitgezählt, so dass man einen Anreiz hat, es sich nicht allzu oft zu leicht zu machen. Durch die recht kleinen Abschnitte braucht man die Hilfe generell nur selten, da man auch durch ausprobieren jede Lösung relativ schnell finden, auch wenn man der Logik mal nicht folgen kann. Wirklich dankbar war ich für dieses Feature bei manchen Rätseln, die stures Kombinieren erfordern. Mit dabei sind drei solcher Aufgaben, die total stupide sind, aber ewig viel Zeit fressen, weil man tausende Möglichkeiten hat. Dank der Tipps konnte ich diese elegant umschiffen.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Grafisch ist Baphomet’s Fluch auf dem Nintendo DS auch nicht unbedingt eine Augenweide. Zwar sind die Videosequenzen qualitativ in Ordnung, hauen aber keinen vom Hocker, vor allem weil sie keine Sprachausgabe bieten. Dass es aus Platzmangel natürlich keine Vollvertonung mit Stimmen auf dem Nintendo DS geben kann, ist leicht nachvollziehbar, aber warum die vorhandenen Aufzeichnungen auch in den Videos nicht zum Einsatz kommen ist mir ein Rätsel. Die Grafik im Titel ist in Ordnung, wobei die Hintergründe als besonders positiv und die beweglichen Charaktere als eher negativ zu nennen sind. Die Umgebungen sind abwechslungsreich und toll gezeichnet, während die Figuren eher einem undefinierbaren Pixelhaufen gleichen und viel zu niedrig aufgelöst sind.

 

Die Musik ist an sich in Ordnung wird aber viel zu selten dramaturgisch eingesetzt. An den meisten Orten dudelt eine kurze Melodie leise im Hintergrund und nur manchmal kommen musikalische Spannungsbögen zum Einsatz. Das ist wirklich schade, da es in Kombination mit der nicht vorhandenen Sprachausgabe auch als Stummspiel durchgehen könnte.

 

Zuletzt noch ein paar Worte zur Steuerung. Diese funktioniert mit dem Stylus meistens sehr gut, allerdings sind die Figurbewegungen im Spiel zu träge. Es gibt keine Möglichkeit, den Charakter schneller gehen zu lassen, was in manchen Umgebungen sehr zeitaufwändig sein kann. Außerdem werden Klicks an bestimmte Orte nicht immer genau erkannt, so dass George und Nico gerne auch mal dahin gehen, wo man sie gerade nicht haben wollte. Die Interaktion mit gefundenen Gegenständen per Stylus funktioniert einwandfrei, ist jedoch manchmal auch etwas zu träge für meinen Geschmack.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Baphomets Fluch – The Director’s Cut verfolgt einen interessanten Ansatz und liefert eine potenziell spannende Geschichte, kann es allerdings nicht richtig auf den Punkt bringen. Echte Spannung kommt nur selten auf, Humor wird nur sporadisch zur Unterhaltung des Spielers eingesetzt und die mystische Komponente wird kaum ausgeschöpft. Dazu kommt eine mit unter 10 Stunden sehr geringe Spielzeit und eine in Teilen veraltete grafische Darstellung sowie wenig Musik und keine Sprachausgabe. Das Spiel macht zwar Spaß, die Rätsel sind gut gemacht und fast immer logisch zu lösen und man bleibt motiviert durch die ansatzweise spannende Geschichte. Am Ende ist es alles jedoch äußerst unbefriedigend, weshalb der Titel einen faden Beigeschmack hinterlässt. Selbst Genrefans sollten sich einen Kauf gut überlegen, vor allem da mit Geheimakte 2 ein Nachfolger zu einem deutlich besseren Abenteuer auf dem Weg zu uns ist.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

69%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

19.03.2009

Developer

Revolution Software

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes