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Reviews: Nintendo DS

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Puzzle Quest: Galactrix

Puzzle

20.04.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Probleme in der fernen Zukunft!

 

Wir befinden uns aus unserer aktuellen Sicht mehrere Jahrhunderte in der Zukunft. Die Menschen haben vor langer Zeit erfahren, dass es weitere Zivilisationen in den Weiten unserer Galaxie gibt und durch die entwickelten Sprungtore diese nah zusammen gebracht. Die meisten Rassen leben in Frieden miteinander und auch die Wirtschaft floriert. Bis eines Tages alle Sprungtore ausfallen und weitere seltsame Geschehnisse die Idylle zerstören. Als ein Raumschiffkapitän macht sich der Spieler auf den Weg, diesem Problem auf den Grund zu gehen und dafür zu sorgen, dass das Tornetz wieder in Betrieb geht.

 

Dazu reist man mit dem Schiff von Sonnensystem zu Sonnensystem (durch die selbst gehackten und damit reaktivierten Sprungtore) und spürt auf, was eigentlich vor geht. Dabei trifft man natürlich auch Freunde aber auch auf Feinde, die es zu bezwingen gilt. Außerdem schwebt scheinbar ein dunkler Schatten über der gesamten Galaxis, der großes Unheil bedeutet.

 

Auf der großen Sternenkarte klickt man mit dem Stylus einfach ein Sonnensystem an und fliegt dann dort hin. Per erneutem Klick fliegt man hinein und bekommt dann auf einer neuen Karte die einzelnen Planeten, Monde, Stationen usw. angezeigt. Auf verschiedenen Planeten kann man Missionen annehmen und muss dann zum Beispiel zu einem bestimmten System reisen, Gegenstände finden oder eben eine gegnerische Rasse bekämpfen. Das läuft natürlich wieder über das Kampfsystem in Puzzleform ab, doch vom Bejeweled-Klon des Vorgängers ist dieser Titel weit entfernt. Während dort ein quadratisch Spielbrett quadratische Steine aufnahm, die man durch Verschieben in Dreiergruppen sortieren musste, um sie aufzulösen und damit bestimmte Dinge zu tun, ist nun alles sechseckig. Die Steine können also in sechs Richtungen verschoben werden, es fallen neue aus jeder Seite nach und viel mehr Kombinationen sind dadurch auch möglich. Aber zunächst ein kurzer Abriss, wie das mit den Kämpfen eigentlich genau geht.

 

Es gibt Steine in sechs verschiedenen Farben, die beim Auflösen unterschiedliche Wirkung erzielen. Die roten, grünen und gelben Blöcke werden benötigt, um den entsprechenden Energievorrat aufzuladen, damit spezielle Waffen eingesetzt werden können. Blaue Klötze laden den eigenen Schild wieder auf und die lila- und silberfarbenen Steine erhöhen die PSI-Energie und liefern Erfahrungspunkte. Einen Kampf kann man sich also wie folgt vorstellen:

 

Zwei Schiffe duellieren sind und ziehen abwechselnd auf dem Spielbrett, wobei jeder Zug tatsächlich Steine auflösen muss, sonst ist der Zug ungültig, wird rückgängig gemacht und der Gegner ist an der Reihe. Löst man die speziellen Bombenfelder auf, dann fügt das dem Gegenüber Schaden zu, wodurch zuerst der Schild und dann das Schiff selbst beschädigt werden. Der Schild kann durch blaue Blöcke wieder aufgeladen werden, ein einmal beschädigtes Schiff kann dagegen nicht innerhalb eines Kampfes wiederhergestellt werden. Hat ein Schiff keine Energie mehr, dann hat der andere gewonnen.

 

Außerdem werden die Puzzles beim Hacken der Sprungtore eingesetzt, wo man innerhalb einer vorgegebenen Zeit bestimmte Farben abbauen muss, um das Tor benutzen zu können. Ebenso werden neue Maschinenteile über eine leicht abgewandelte Form der Puzzles gebaut und Gerüchte können über diesen Weg auch herausgefunden werden. Alles dreht sich also um das sechseckige Feld und genau das ist das Problem des Titels.

 

Als kleinen Bonus kann man auch gegen einen menschlichen Spieler antreten, sofern dieser den Titel auch hat. Man kann sich dann ein Schiff aus allen, die im Spiel vorkommen, aussuchen oder das eigene, im Hauptspiel aufgebaute, wählen. Die beiden Spieler ziehen abwechselnd, wie sonst auch und es gewinnt derjenige, der zuletzt noch Energie hat. Keine wirklich tolle Sache, dieser Modus, aber sollte man jemanden kennen, der das Spiel auch hat, kann es ab und zu ganz spaßig sein, mehr aber auch nicht.

 

 

Meckerecke!

 

Eigentlich meckere ich ja immer erst am Ende meiner Berichte, aber hier ist Kritik an dieser Stelle einfach angebracht. Die Veränderungen des Puzzle-Modus sind zwar an sich super und gut gemacht, aber dennoch ist es in meinen Augen eine deutliche Verschlechterung zum Vorgänger und zwar aus einem Grund: es ist alles extrem willkürlich! Man kann durch die Art der Verschiebung zwar bestimmen, aus welcher Richtung neue Steine nachfallen, da man aber nicht sieht, was da kommen kann, hat man entweder Glück oder eben Pech. Vor allem am Anfang des Spiels, wo der Schwierigkeitsgrad am unausgewogensten ist, kann einmal Pech für den Spieler oder einmal Glück für den Gegner schon das eigene Ende bedeuten. Das Härteste war für mich einer der ersten Kämpfe, wo ich schon glaubte, dass die Steine nicht zufällig nachkommen, sondern immer genau die kommen, die der Gegner gerade braucht. Diesen einen Kampf musste ich locker 50 Mal versuchen, bevor es geklappt hat, da ich sonst immer nach maximal drei Runden am Ende war.

 

Danach wird es zwar etwas besser, da die Gegner nicht so schnell stärker werden, wie man selber dazulernt, aber es gibt zwischendurch immer wieder Kämpfe gegen übermächtige Feinde, die man nur mit purem Glück gewinnen kann. Wenn die Steine schlecht nachfallen, dann hat man nicht den Hauch einer Chance. Ebenso ist es beim Hacken der Sprungtore, wo man immer eine bestimmte Farbe zu einer bestimmten Zeit auflösen muss. Wenn man 90 Sekunden für 16 Farben Zeit hat und mit rot anfangen muss, aber nicht ein roter Stein auf dem Feld liegt, dann ist es einfach nicht zu schaffen. Hier wäre mehr Abgleich zwischen Reihenfolge und Steinen auf dem Feld sinnvoll gewesen, denn obwohl es beim Hacken drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade gibt, die vorher angezeigt werden, kann ein schweres Puzzle durch diese Komponente leichter sein als ein leichtes.

 

Daneben nervt es einfach, dass die schon gehackten Sprungtore nach einer bestimmten Zeit automatisch wieder deaktiviert werden, so dass man sie erneut hacken muss, wenn man das Sonnensystem durchqueren will. Außerdem speichert das Spiel automatisch, tut dies aber bei jedem Bildschirmwechsel, also teilweise alle 30 Sekunden. Da es jedes Mal auch noch ziemlich lange dauert und die Ladezeiten generell extrem lang sind, muss man als Spieler sehr geduldig sein, wenn man Puzzle Quest genießen will. Darüber hinaus sind auch noch Grafik und Musik durchaus nicht das Gelbe vom Ei, aber darauf gehe ich jetzt im Detail ein.

 

 

Die technische Seite!

 

Grafisch liegen die beiden Genres ja nicht unbedingt immer nah beieinander. Bei Puzzlern kommt es auf eine gute Übersichtlichkeit und weniger auf pompöse Effekte an, während ein RPG unter anderem durch große und schön gestaltete Umgebungen, Charaktere und Gegner begeistern sollte. Leider haben sich die Entwickler auch in diesem Teil dazu entschieden, das Ganze eher wie ein Puzzlespiel aufzubauen, denn wirklich geboten bekommt das Auge nichts. Die Puzzles sind zwar sauber und gut erkennbar, allerdings ist der ganze Rest ebenso minimalistisch gestaltet. Die Charaktere werden nur durch Standbilder repräsentiert und ebenso sind die einzelnen Systeme nur einfache und unbewegliche Zeichnungen. Selbst die Zwischensequenzen bestehen ausschließlich aus Folgen von Standbildern.

 

Ebenso minimalistisch ist die Musik. Zwar sind die vorhandenen Stücke gut und passen in die Umgebung, allerdings sind für ein Spiel dieses Umfanges vier Stücke nicht nur zu wenig, sondern eine Frechheit. Die Soundeffekte können leider auch nicht wirklich überzeugen, da auch hier am Umfang gespart wurde. Sprachausgabe gibt es folglich natürlich auch keiner. Insgesamt schneidet das Spiel also wirklich mies auf diesem Gebiet ab.

 

Abschließend noch einige Worte zum Umfang und zur Steuerung. Es gibt jede Menge Missionen, die zwar immer nach dem gleichen Schema ablaufen, aber sich eben in die Geschichte an verschiedenen Stellen einfügen. Man kann locker geschätzte 20 Stunden mit Puzzle Quest verbringen, nach spätestens fünf ist aber die Luft raus, weil nichts Neues mehr kommt und auch die Geschichte nicht wirklich fesseln kann. Die Steuerung funktioniert dagegen sehr gut, lediglich manchmal kommt es beim Puzzlen vor, dass das Spiel eine Steinbewegung falsch versteht, aber diese Probleme sind äußerst selten.

 

 

Vielen Dank an D3 für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Nach dem positiven Feedback zum ersten Puzzle Quest auf dem Nintendo DS war ich froh, den Nachfolger testen zu können. Nach 30 Minuten stellte sich dann aber schon Ernüchterung ein und nach fünf Stunden war es für mich nur noch eine Qual. Ich finde den neuen Puzzle-Modus unausgewogen, zu schwer verständlich und zu sehr glücksgetrieben. Dazu ist die Geschichte in meinen Augen sehr schwach, die Technik suboptimal und auch der Mehrspielermodus nicht wirklich eine tolle Sache. Wer gerne puzzelt und die Geschichte drumherum als Zusatz nimmt und nicht mit einem vollwertigen RPG rechnet, der kann jedoch durchaus Freude mit dem Titel haben. Mir hat er hingegen gar nicht gefallen und ich bin froh, dass ich ihn nun nie wieder spielen muss...

Grafik

ok

Sound

sch...

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

60%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

06.09.2009

Developer

Infinite Interactive

Publisher

D3 Publisher

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

2


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