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Reviews: Nintendo DS

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Theme Park

Simulation

18.04.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Fleißige Park-Manager gesucht!

 

Das Spielprinzip von Theme Park ist schnell erklärt: Man muss einen Freizeitpark aufbauen und managen, um dabei möglichst viel Geld zu verdienen und um die Besucher glücklich zu machen. Was auf den ersten Blick recht trivial klingt, ist es jedoch keinesfalls, denn wer kommt schon im ersten Moment auf die Idee, das man nicht nur Fahrgeschäfte bauen kann, sondern auch so Feinheiten wie den Salzgehalt von Pommes optimieren muss, da mit auch der Getränkeverkauf gut läuft.

 

Durch dieses kurze Beispiel will ich klar machen, dass es sich bei Theme Park um eine sehr komplexe Wirtschaftssimulation, mit extrem vielen Feinheiten und Einstellungsmöglichkeiten handelt. Das Leben als Manager fängt jedoch im Spiel sehr einfach an, damit man sich langsam an die vielen Möglichkeiten gewöhnen kann. Zunächst geht es nur darum, möglichst viele Fahrgeschäfte zu bauen und zu warten, den Park sauber zu halten und den Besuchern das Geld bestmöglich aus der Tasche zu ziehen. Dabei bekommt man auf Wunsch einen Berater zur Seite gestellt, der einem im ersten Spiel die Steuerung und diverse Zusammenhänge erläutert. Außerdem gibt er hilfreiche Tricks über die Preisgestaltung beim Eintritt, Souvenirs und Verpflegung, damit man ein Gefühl für diese Optionen bekommt.

 

Man hält die Attraktionen in Schuss und den Park sauber, in dem man Mechaniker und so genannte Mädchen für Alles einstellt, die sich recht selbstständig um diese Probleme kümmern. Man muss jedoch immer ein Auge darauf werfen, wie es um den Park gerade so steht, denn sonst kann es schnell passieren, dass eine Attraktion wegen Überlastung in die Luft fliegt, weil alle Mechaniker gerade andere Reparaturen durchgeführt haben. Darüber hinaus gibt es noch weiteres Personal, wie Wachmänner und Animateure. Erstere bewachen den Park und sorgen dafür, dass keine Raudies und andere dubiose Gestalten die Besucher verängstigen. Letztere sorgen dafür, dass sich Menschen im Park auch dann nicht langweilen, wenn sie gerade zwischen zwei Attraktionen unterwegs sind oder in einer Schlange stehen müssen.

 

Beim ersten Park ist das dann auch schon alles, um das man sich kümmern muss. Hat man die Vorgaben (einen bestimmten Parkwert und Kontostand), dann kann man den Park verkaufen und es in einem neuen Land erneut versuchen. Das Gute ist, dass man das bisher verdiente Geld behält, es also ruhig etwas lockerer angehen lassen kann, wenn man sich ein Polster angespart hat. Bevor man jedoch den zweiten Park eröffnet, muss man sich für ein Land entscheiden. Hierbei ist es wichtig, auf Daten wie Einwohnerzahl, Inflationsrate, Steuersatz, Schwierigkeitsgrad und ähnliches zu achten, damit es keine bösen Überraschungen beim ersten Jahresabschluss gibt. Hat man sich für ein Land entschieden, dann gilt es noch weitere Dinge festzulegen, die den weiteren Spielverlauf entscheidend beeinflussen.

 

Zum einen kann man den Schwierigkeitsgrad in drei Stufen festlegen, was die Knausrigkeit der Besucher festlegt. Wählt man die einfachste Stufe, dann haben sie viel Geld und geben es gerne aus, während sie auf der schwersten Stufe weniger haben und auch noch stärker umworben werden müssen, bevor sie ihr Portmonee zücken. Zum anderen legt man über die Simulationsstufe fest, wie realistisch das Spiel ablaufen soll. Im einfachsten Modus muss man sich nur um die Dinge kümmern, die ich weiter oben schon erwähnt habe. Entscheidet man sich für die Mitte, dann hat man darüber hinaus auch noch Lohn- und Preisverhandlungen mit Gewerkschaften und Lieferanten am Hals und muss sich selber um die Forschung kümmern. Dazu legt man einen Geldbetrag fest, der dann monatlich in die verschiedenen Bereiche (Neuentwicklung von Attraktionen, Neuentwicklung von Geschäften, Mitarbeiterschulungen, Verbesserung von Attraktionen, etc.) fließt und damit neue Möglichkeiten bietet. Entscheidet man sich für die vollwertige Simulation, dann gilt es sich außerdem noch darum zu kümmern, dass das Lager mit Waren gefüllt ist und man kann mit Aktien handeln, um seine Gewinne zu erhöhen.

 

Über einen Mangel an Realismus kann man sich auf keinen Fall beklagen, denn die Zusammenhänge funktionieren alle sehr gut und man muss wirklich viele Dinge im Auge behalten, wenn man seinen Park erfolgreich managen will.

 

 

Ein Park zum Anfassen!

 

Das Tolle an Theme Park auf dem Nintendo DS ist natürlich die Möglichkeit, alles über den Stylus zu steuern und durch die zwei Bildschirme optimalen Überblick zu haben. Auf dem oberen Bildschirm zeigt eine Karte den gesamten Park im Überblick und der untere Bildschirm stellt alles im Detail dar. Außerdem hat man dort auch die Menüleiste, die durch einfaches antippen die Grundfunktionen zur Verfügung stellt. So kann man Wege, Attraktionen, Geschäfte und Dekoration kinderleicht aufstellen. Über kleine Icons in der rechten oberen Bildschirmecke wird man direkt zu seinen Mitarbeitern geführt, damit man sie nicht erst suchen muss, wenn man mal dringend einen Mechaniker braucht.

 

Sobald man einen Menüpunkt antippt, verschiebt sich die Detailansicht auf den oberen Bildschirm und das Menü öffnet sich auf dem Touchscreen. Dies ermöglicht einen superschnellen und leichten Zugriff auf alle Funktionen, die das Spiel bietet. Eine nette Idee ist, dass man Punkte im Menü zum auswählen nicht einfach antippt, sondern ein Häkchen drauf oder einen Kreis drum malen muss. Diese, anfangs etwas seltsam anmutende Methode, geht schnell in Fleisch und Blut über und so huscht man schon bald extrem flott durch die zahlreichen Auswahlmöglichkeiten des Menüs.

 

Toll ist auch, dass man jederzeit die Detailansicht über das Steuerkreuz verschieben kann, auch wenn man sich im Menü befindet. So ist es möglich, sich gleichzeitig die verschiedenen neuen Attraktionen anzusehen, während man im Park eine geeignete Stelle dafür sucht. Insgesamt ist die Steuerung über den Touchscreen wirklich sehr gut gelungen und geht deutlich leichter und schneller von der Hand als es noch auf dem PC der Fall war. Der einzige kleine Mangel ist es, dass man auf vollen Straßen manchmal seine Probleme damit hat, eine bestimmte Figur anzutippen, weil der Stylus dafür zu dick ist. Da dies aber eigentlich nicht nötig ist, weil man ja die Icons zum Direktzugriff auf seine Mitarbeiter hat, kann man leicht darüber hinweg sehen. Im Menü kann man übrigens auch noch die Geschwindigkeit in vier Stufen einstellen, so dass ein Jahr im Park in Echtzeit etwa zwischen 5 und 15 Minuten dauern kann.

 

 

Technik von Vorgestern?

 

Eine der ersten Fragen, die man sich bei einer Umsetzung eines so alten Spiels stellen könnte, würde lauten: „Kann man da überhaupt hingucken, ohne blind zu werden?“ Die Antwort darauf ist ein ganz klares „Ja“. Zwar gibt es keine (offensichtlichen) optischen Verbesserungen gegenüber der PC-Version, allerdings ist der Bildschirm des DS auch bedeutend kleiner als ein PC-Monitor. Das führt dazu, dass das Spiel gar nicht mal so schlecht aussieht. Die Attraktionen sind auch heute vom Design noch sehr toll, die Figuren sehen ganz okay aus und die Atmosphäre ist wirklich toll, denn wenn der Park voll ist, dann ist richtig was los auf den zwei Bildschirmen. Es kommt nicht selten vor, dass man mal 50 oder mehr Figuren gleichzeitig sieht und das alles schafft der DS ohne jemals in die Knie zu gehen. Eine tolle Neuheit ist das liebevoll gemachte Introvideo, das super in die Theme Park Welt einführt und das man sich immer mal wieder gerne anschaut.

 

Soundtechnisch merkt man dem Spiel sein Alter schon eher an. Zwar sind die meisten Melodien auch heute noch Ohrwürmer, allerdings wäre eine größere Auswahl von Nöten gewesen, um wirklich gut in diesem Bereich zu sein. Jede Attraktionen hat eine eigene Melodie, die man jedoch nur hört, wenn man sie angeklickt hat. Ansonsten hört man immer die zwei bis drei Theme Parkt Hauptthemen, die man schon bald nicht mehr hören mag.

 

 

Der Zahn der Zeit!

 

Während die Technik auch aus heutiger Sicht noch ganz gut ist, gibt es jedoch ein paar Mängel, die das Spiel leider deutlich abwerten, da sie echt störend sind. Um das zu verdeutlichen werde ich nun ein paar Beispiele nennen:

 

Wie oben schon erwähnt, hat man während des Spiels einen Berater, der eher oft als selten auf dem oberen Bildschirm auftaucht und seine Tipps zum Besten gibt. Während die am Anfang noch helfen, wird es spätestens beim dritten Spiel nervig. Ein Beispiel: Mein Berater sagt mir, dass die Schlangenrutsche zu langweilig für meinen Park ist und ich sie ersetzen soll. Also reiße ich sie ab und prompt bekomme ich den Hinweis, dass mein Park langweilig sei und nur eine Schlangenrutsche etwas daran ändern könnte. An sich ist das nicht schlimm, aber nervig wird es dadurch, dass man die Tipps nicht ignorieren kann, denn wenn der Berater einen Punkt gefunden hat, der ihn stört, dann kommt er so lange immer wieder damit, bis man ihn behoben hat.

 

Neben den Tipps, die nerven, gibt es auch noch welche, die einen wirklich verrückt machen können. Der Klassiker darunter: „Ein Notfall ist im Park aufgetreten. Schicke sofort einen Rettungstrupp los!“ Danach habe ich nicht selten meinen ganzen Park durchgekämmt, aber bisher in keinem Fall wirklich einen Notfall gefunden. Hier wäre eine Ortsangabe oder eine genauere Beschreibung des Notfalls sehr hilfreich gewesen. Verrückt gemacht hat mich auch der Hinweis, dass Besucher den Ausgang nicht finden können und ich bitte mehr Hinweisschilder aufstellen soll. Komisch ist nur, dass dieser Hinweis auch kommt, wenn man jedes Stück Straße mit einem Hinweisschild in Richtung Ausgang versehen hat. Und mehr als das ist nicht möglich.

 

Einmal ist es mir auch passiert, dass meine Mechaniker bestimmte Attraktionen nicht mehr reparieren wollten. Normalerweise merken die von selbst, wenn ein Fahrgeschäft gewartet werden muss und führen alles selber durch. Man kann jedoch auch einem Mechaniker selbst einen Reparaturauftrag erteilen. In meinem vierten Park hatte ich jedoch zwei Attraktionen, die schon gefährlich qualmten und sich einfach nicht reparieren ließen. Gelöst habe ich das Problem dann irgendwann damit, dass ich sie abgerissen und neu gebaut habe. Das hat ne Menge Geld gekostet und kann natürlich nicht der Sinn der Sache sein. Danach haben die Mechaniker sie allerdings wieder beachtet. Seltsam finde ich auch, dass die Reparatur eines einfachen Karussells etwa doppelt so lange dauert, wie die einer Achterbahn, egal wie groß die Achterbahn ist.

 

Der letzte Punkt ist nicht wirklich ein Mangel, aber ein wenig nervig ist es schon. Der Speichervorgang dauert etwa 30 Sekunden, was es sehr zeitaufwendig macht, wenn man ab und zu seinen Spielstand sichern möchte. Außerdem hat man nur einen Platz zur Verfügung, so dass man auf jeden Fall seinen alten Fortschritt verliert, wenn man von Vorne anfangen möchte. Ganz abgesehen davon, dass es durch diese Einschränkung kaum möglich ist, dass zwei Leute mit einem Modul spielen können. Die Begründung hierfür ist zwar recht einfach, denn der Speicher der DS-Karten ist einfach nicht groß genug um verlustfreies Speichern von mehr als einem Profil zu gewährleisten, aber blöd ist es dennoch.


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Fazit

Wer darüber hinweg sehen kann, dass es sich bei Theme Park im Prinzip um ein 13 Jahre altes Spiel handelt und die diversen Mängel locker wegsteckt, der wird mit dem Spiel viel Spaß haben. Es ist fesselnd, abwechslungsreich und bietet durch die vielen verschiedenen Schwierigkeitsstufen mehr als genug Möglichkeiten, sich zu entwickeln und auszutoben. Die Grafik ist solide und läuft vor allen Dingen sehr flüssig, wohingegen die Musik ein wenig zu altbacken ist. Es ist ein gutes Spiel, das langweilige Bahnfahrten oder Vorlesungen unglaublich spannend machen kann. Da es kein Ende im eigentlichen Sinne gibt, sondern man immer wieder neue Parks bauen kann und dabei immer wieder neue Dinge entdeckt, ist ein langer Spielspaß gesichert. Freunde von Simulationen und alle, die Theme Park vor mehr als einem Jahrzehnt gemocht haben, die können mit dem Spiel nichts falsch machen.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

22.03.2007

Developer

Electronic Arts

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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