Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

Award für Optionsvielfalt

< zurück

Chrono Trigger

RPG

03.05.2009

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Besser spät als nie, ist man gewillt zu sagen, wenn man Chrono Trigger heute in den Händen hält. Bereits 1995 erschien das von Squaresoft entwickelte Spiel für das SNES, aber leider nie in Europa. Dabei gilt es seitdem als eines der besten 2D Rollenspiele überhaupt. Was nicht zuletzt auch an den namhaften Entwicklern wie Akira Toriyama - bekannt durch das Charakterdesign von Dragon Quest und Dragonball – oder Nobuo Uematsu – Komponist der Final Fantasy Soundtracks – liegt. Nun, satte 14 Jahre später, ist das Abenteuer endlich auch in Europa erschienen und zwar in einer extra für den Nintendo DS aufgemotzten Version. Diese unterstützt beide Bildschirme, bietet optional eine Touchscreen-Unterstützung, enthält die Animesequenzen, die einst für die PlayStation Neuauflage gemacht wurden und hat sogar einen Multiplayermodus. Ob diese Änderungen fruchten und ob der Zahn der Zeit nicht zu sehr an dem Klassiker genagt hat, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

 

 

Die Geschichte

 

Wie in vielen anderen japanischen Rollenspielen stolpert der Protagonist des Spiels namens Crono zufällig in das wohl größte Abenteuer seines Lebens. Es ist die Zeit des großen Volksfestes, was einmal im Jahr zum Gedenken an eine große Schlacht auf dem Leene Square stattfindet. Crono macht sich auf, um ein wenig Spaß zu haben. Auf dem Rummel trifft er auf Marle, eine hübsches Mädchen, das es gleich irgendwie schafft Crono um den Finger zu wickeln. Denn obwohl sie sich noch gar nicht kennen, wird Marle fortan zur stetigen Begleiterin. Crono ist aber weniger interessiert an den Festlichkeiten, sondern vielmehr auf dem Weg zur Demonstration von Lucca, eine Erfinderin mit der er schon lange befreundet ist.

 

Sie hat ein Portal entwickelt, mit dem man sich wie bei Star Trek einige Meter beamen kann. Mutig wie Crono nun mal ist, will er es gleich an seinem eigenen Leib ausprobieren. Und siehe da, es funktioniert. Nun ist Marle an der Reihe. Doch als sie die Maschine betritt, reagiert der Stein an ihrer Halskette und Marle verschwindet. Sofort machen Crono und Lucca sich auf die Suche und das Abenteuer beginnt.

 

Fortan bereisen sie die verschiedensten Zeitepochen von der Dinosaurierzeit bis in eine ferne, apokalyptische Zukunft. Dementsprechend abwechselungsreich sind auch die Landschaften, die sie erkunden und die Gegner, die sich ihnen in den Weg stellen. Was eigentlich hinter der Sache steckt, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Es sei nur gesagt, dass es eine außerirdische Kreatur namens Lavos gibt, die über eine übermenschliche Macht verfügt. Mittels Magie ist es aber möglich, dieses Ungeheuer zu erwecken und der Theorie nach auch zu kontrollieren. Und genau dieser Versuchung können manche Menschen natürlich nicht widerstehen, so dass schon bald die Existenz der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf dem Spiel steht.

 

In jeder Zeitepoche schließen sich weitere Abenteurer Crono an. Darunter ROBO aus der Zukunft oder Ayla, eine Höhlenfrau aus der Steinzeit.

 

 

Gameplay, Kampfsystem und Steuerung

 

Wer schon mal Secret of Mana gespielt hat, wird sich in Crono Trigger gleich heimisch fühlen. Es gibt zwar deutliche Unterschiede im Kampfsystem, dennoch erinnert vieles an das Mana-Abenteuer. Zu Anfang des Spiels werdet ihr erstmal gefragt, ob ihr das Spiel auf klassische Weise oder im DS Stil zocken möchtet. Selbst Nostalgikern sei der DS Modus empfohlen, denn im Prinzip ändert sich nicht allzu viel. Im Wesentlichen werden verschiedene Shortcuts zu Menüs etc. auf dem Touchscreen platziert, die man dann jederzeit triggern kann. Man hat aber auch weiterhin die Möglichkeit sämtliche Aktionen im Spiel alleine durch Buttons auszuwählen und zu aktivieren, so dass die DS Variante einfach das Beste von beidem bietet.

 

Im Spiel steuert ihr euren Protagonisten mit dem Steuerkreuz. Die Ansicht ist dabei wie im besagten Secret of Mana schräg von oben. Eure beiden Partiemitglieder folgen euch auf Schritt und Tritt. Natürlich habt ihr im Laufe des Spiels die Wahl zwischen viel mehr Charakteren, aber aktiv dabei sind immer nur zwei weitere. Mit der A-Taste interagiert ihr mit der Umgebung, öffnet Schatztruhen, redet mit Bewohnern etc. Alle Gegner sieht man schon vorab auf dem Bildschirm und hat so die Möglichkeit an ihnen vorbeizulaufen, falls man keine Lust hat zu kämpfen. Da es aber für die Kämpfe genretypisch Erfahrungspunkte und Levelaufstiege gibt, welche garantieren, dass die Fähigkeiten der Helden parallel zum steigenden Schwierigkeitsgrad der Feinde anwachsen, sollte man den meisten Scharmützeln nicht aus dem Wege gehen.

 

Seid ihr einem Gegner zu sehr auf die Füße getreten, wechselt das Geschehen in einen Kampfmodus. Jeder Held hat einen Statusbalken, der sich während der Auseinandersetzung permanent füllt. Ist das Maximun erreicht, ist er an der Reihe. Ähnlich verhält es sich bei den Widersachern, nur, dass man deren Anzeigen nicht sehen kann. Ist ein Held kampfesbereit, dann hat man drei Optionen:

 

1. Standardattacke: Unterscheidet sich von Charakter zu Charakter. Crono nutzt z.B. Schwerter, während Lucca Schusswaffen favorisiert.

 

2. Kombo-Attacke: In diesem Menü findet ihr allerlei Kombos, die sowohl auf Waffen als auch auf Magie beruhen können. Interessant ist, dass fast alle Mitstreiter in dem Spiel sowohl Waffen als auch Magie nutzen können. Allerdings meistens nur zu einem Element – Marle zum Beispiel ist spezialisiert auf Heil- und Eiszauber. Ein besonderes Feature von Chrono Trigger sind die Dual- oder Trippleattacken, von denen man im Laufe des Spiels immer mehr erlernt. Ist die Kampfanzeige bei allen drei Protagonisten zugleich aufgeladen, dann lassen sich die Spezialattacken einsetzen. Diese vereinen Waffen und Magie zu einer Attacke, die entweder auf einen oder gleich auf mehrere Feinde geht. Auch wenn diese Angriffe besonders wirkungsvoll sind, ist dennoch Vorsicht geboten. Man sollte immer zuerst die Schwachstellen des Gegners rausfinden, um keine Versuche in den Sand zu setzen. Denn viele dieser Manöver kosten besonders viele Magiepunkte.

 

3. Items: Wie in jedem anderen Rollenspiel auch, findet ihr im Laufe des Abenteuers natürlich jede Menge Items oder kauft diese in Shops. Die Items haben ganz unterschiedliche Wirkungen. So gibt es Potions in drei unterschiedlichen Stärken, die Verwundungen heilen. Ether, ebenfalls in drei Wirkungsgraden vorhanden, frischt die Magiepunkte auf. Zusätzlich gibt es natürlich Items, die negative Statuseffekte wie Vergiftung oder Konfusion aufheben usw.

 

Neben den gesammelten Erfahrungspunkten, verbessert ihr eure Helden natürlich auch mit neuen Waffen und Ausrüstungsgegenständen. Diese lassen sich ebenfalls in den angesprochenen Shops kaufen oder man findet sie in Schatztruhen. Jeder Charakter ist befähigt einen bestimmten Waffentyp zu tragen. Hinzu kommt ein Slot für eine Rüstung, einer für einen Helm und für einen Ring. Diese haben Auswirkungen auf die Statuswerte. Es ist oftmals sogar sinnvoll die Ausrichtung der Ausrüstung je nach Areal zu verändern, um sich den vorhandenen Feinden anzupassen. Darüber hinaus findet man im Laufe des Spiels immer wieder Kapseln, mit denen man Werte wie Verteidigung, Magie oder Stärke einmalig direkt verbessern kann.

 

Am Ende eines Dungeons folgt natürlich ein fetter Endgegner, den es mit der richtigen Taktik zu besiegen gilt. Auch wenn manche davon schon recht schwierig sind, musste ich im gesamten Spiel nicht einmal gezielt aufleveln, was für eine gut ausbalancierte Schwierigkeitskurve spricht.

 

Gespeichert wird in den Dungeons an festgelegten Speicherpunkten. Außerhalb kann man jederzeit speichern. Hier bewegt ihr bewegt eure winzig kleinen Charaktere über die Weltkarte, um von Ort zu Ort zu reisen. Anfangs seid ihr dabei nur zu Fuß unterwegs, später erhaltet ihr ein Raumschiff, mit dem ihr auch direkt zu den verschiedenen Zeitepochen fliegen könnt.

 

Apropos Zeitreisen: Neben der Tatsache, dass durch die unterschiedlichen Zeitepochen sich natürlich das Aussehen der Landschaften sowie die Art der Gegner massiv ändern, hat dieses Gameplay-Element aber auch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Das Spiel suggeriert eine erstaunliche Non-Linearität. Auch wenn der Pfad an sich meistens fest vorgegeben ist, kann man dennoch jederzeit eine andere Zeitepoche bereisen, obwohl man dort schon gewesen ist – um zum Beispiel Erfahrungspunkte zu sammeln – oder ein Areal betreten, was man erst später im Spiel erforschen soll. Gegen Ende des Spiels werdet ihr sogar vor die Wahl gestellt, ob ihr den finalen Kampf ausfechten oder lieber noch einige Sidequests in verschiedenen Zeiten erfüllen möchtet. Je nachdem, für welche Vorgehensweise ihr euch entscheidet, werdet ihr mit verschiedenen Enden nach dem Bosskampf belohnt.

 

 

Wahre Optionsvielfalt

 

Optionsfetischisten aufgepasst: Chrono Trigger bietet wohl so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Wie bereits erwähnt, hat man zunächst mal die Möglichkeit zwischen der klassischen und der DS Variante auszuwählen. Löblicherweise kann man diese Umstellung aber auch jederzeit während des Abenteuers vornehmen. Aber das ist längst nicht alles. In den Optionen lässt sich zum Beispiel das Kampfsystem auf eine aktivere Variante umstellen, es kann die Geschwindigkeit des Kampfes sowie der Gespräche definiert werden, es gibt verschiedene Anzeigen zur Auswahl, die Movies können ausgeschaltet werden und und und. Darüber hinaus gibt es eine ausführliche Itemverwaltung und Infos zu allen Charakteren und bereits gesehenen Gegnern.

 

 

Die audivisuelle Umsetzung

 

Chrono Trigger ist wunderschön gezeichnet. Ähnlich wie bei Secret of Mana, erkennt man an allen Ecken und Enden die Liebe zum Detail. Gerade durch die unterschiedlichen Zeitepochen, wechselt der Zeichenstil dementsprechend von saftig grünen Landschaften, zu apokalyptischen Zukunftsbildern bis hin zu verschneiten Berglandschaften. Alles sieht trotz des Alters von Chrono Trigger immer noch sehr gut aus, auch wenn natürlich auf dem DS etwas mehr möglich wäre. Über das Charakterdesign lässt sich natürlich streiten. Akira Toriyama hat einen sehr eigenen Stil, den man sofort aus fast all seinen Werken erkennt. Wer einmal Dragoball gesehen und Dragon Quest oder Blue Dragon gespielt hat, der wird sofort die Parallelen realisieren. Aber egal, ob man den Stil mag oder nicht, auch die Helden sind toll in Szene gesetzt und haben einige nette, wenn auch begrenzte Animationsphasen.

 

Besonders hervorzuheben ist der Soundtrack. Es gibt sehr viele, toll inszenierte Musikstücke, die sich wie die Grafik den unterschiedlichen Zeitepochen anpassen und perfekt die aktuelle Stimmungslage im Spiel untermalen. Einige Songs gehen dabei so schnell nicht mehr aus dem Ohr!

 

 

Der Arena-Modus

 

Dieser Modus wurde extra für die DS-Version entworfen. Die Arena kann man im Menü auswählen, aber auch vom Spiel selbst aus erreichen. Im Prinzip habt ihr dort die Möglichkeit Monster zu trainieren und gegen Freunde antreten zu lassen. Habt ihr ein Monster erhalten, kauft ihr in der Arena bestimmte Gegenstände, die einmal die Dauer des Trainings sowie die Ausrichtung bestimmen. Geht mit diesen Items zur eurem Stall und startet das Training. Während dieser Zeit könnt ihr die Arena verlassen und später einfach wiederkommen. Ist euer Monster stark genug, könnt ihr einen Kampf austragen. Dazu muss zuerst mal eine Startgebühr gezahlt werden. Allerdings winken bei einem Sieg auch fette Gewinne.

 

Ihr habt die Möglichkeit gegen eine vom Spiel gesteuerte Kreatur anzutreten oder via W-LAN gegen ein Monster eines Freundes. Die Sache hat nur zwei Haken: Zum einen gibt es keinen Onlinemodus, zum anderen brauchen beide Spieler das Spiel. Letzteres ist allerdings auch vollkommen logisch, denn wie sonst soll man an ein Monster kommen und es trainieren?

 

Der Arenamodus ist eine nette Beigabe, mehr aber auch nicht. Wer einen Freund zu Hand hat, der das Spiel ebenfalls besitzt, sollte aber auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.

 

 

Meckerecke

 

Eigentlich gibt es nur drei Dinge anzumerken: Ärgerlich ist zum Beispiel, dass in der europäischen Version nur Englisch und Französisch als Sprachen verfügbar sind. Wer also nicht eine der Sprachen beherrscht, dem wird sich das Abenteuer nicht zur Gänze erschließen. Außerdem könnte man negativ anmerken, dass die Freiheit unterschiedliche Zeitepochen jederzeit zu bereisen manchmal dazu führen kann, dass man nicht direkt weiß, was als nächstes zu tun ist. Da aber genau diese suggerierte Non-Linearität auf der anderen Seite eine der großen Stärken des Titels ist, wird dieser Hinweis gleich wieder entkräftet. Darüber hinaus wäre es natürlich schön gewesen, wenn das Spiel wie Secret of Mana, einen Koop-Modus für drei Spieler geboten hätte.

 

 

Wir danken Koch Media für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Chrono Trigger ist ein tolles Abenteuer. Die Geschichte ist spannend, die audivisuelle Umsetzung trotz des Alters klasse und beim Gameplay gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Für Genrefans und für diejenigen, die ein Stück Videospielgeschichte nachholen möchten, ein absoluter Pflichtkauf!

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

super

90%

Singleplayer

69%

Multiplayer

Release

06.02.09

Developer

SquareEnix

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (WLAN)

2


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes