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Reviews: Nintendo DS

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Rhythm Paradise

Musik

11.05.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Tap, tap, tap, schnipp...

 

Rhythm Paradise, ein Spiel, das extra für Freunde von Musik und klar strukturiertem Rhythmus gemacht wurde. Über eine sehr einfache Grundsteuerung bewegt man sich durch 24 verschiedene Aufgaben, die jede für sich eine vollkommen neue Aufgabe bieten. So zumindest die Theorie, denn man hat großen Wert darauf gelegt, möglichst viel Variation in das Spiel zu bringen, gelungen ist das jedoch leider wegen ein paar kleinen und großen Mängeln nicht, doch dazu später mehr.

 

Der Aufbau des Spiels ist schnell erklärt: Man muss immer zuerst vier verschiedene Aufgaben nacheinander meistern, um dann zum Abschluss einen Remix aus diesen vier zu bezwingen. Dann schaltet sich die nächste Gruppe frei, insgesamt gibt es derer sechs. Da man immer nur eine Aufgabe nach der anderen angehen darf, muss man also tatsächlich jede einzelne schaffen, um ans Ziel zu gelangen.

 

Schafft man eine Aufgabe besonders gut oder perfekt, bekommt man eine Medaille bzw. ein Abzeichen. Mit diesen schaltet man kleine Minispiele frei, die man über das Hauptmenü direkt anwählen kann. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Endlosversionen der bekannten Aufgaben oder um Rhythmuswerkzeuge, mit denen man einfach nur krach machen kann. Nichts wirklich Besonderes also, aber eine nette Ergänzung ist es auf alle Fälle.

 

Gesteuert wird das Ganze per Stylus und eigentlich kennt das Spiel nur zwei Bewegungen: 1. Bildschirm antippen, halten und wieder loslassen, 2. Bildschirm antippen, halten und in eine beliebige Richtung schnippen. Dieser Bewegungsablauf wird vor dem eigentlichen Spielbeginn kurz trainiert, so dass man ihn verinnerlicht. Außerdem gibt es vor jeder Aufgabe eine kurze Anleitung, die genau erklärt, was man wie zu tun hat, um erfolgreich zu sein. Um das Spielprinzip zu verdeutlichen, werde ich nun drei ausgewählte Rhythmusspiele vorstellen.

 

 

Ausgewählte Aufgaben!

 

Als aller erstes wird man im Spiel in die Beatfabrik eingeladen. Dort laufen von links und rechts Bauteile auf die Mitte zu und der Spieler muss taktvoll im richtigen Moment einen Bolzen so abschießen, dass er die Einzelteile verbindet. Hier merkt man schon, dass es im Spiel weniger auf eine gute Auge-Hand-Koordination ankommt, sondern eher auf eine sehr gute Ohr-Hand-Koordination, denn natürlich bewegt sich alles im Rhythmus der Hintergrundmusik.

 

Bei Dim Sum Fu wird auf das Schnippen verzichtet, so dass man hier nur im richtigen Takt tippen muss. Ein Koch legt einer Spielfigur Dim Sums auf die Hand und diese werden dann per Antippen im Rhythmus stilvoll in den Mund befördert. Die Schwierigkeit kommt daher, dass die Menge des Essens variiert, so dass man auf die Aussagen des Kochs hören muss, damit man schon vorher weiß, wie schnell und wie oft man auf den Bildschirm tippen muss.

 

Zuletzt stelle ich noch kurz die Astro-Kicker vor, bei dem es für den Spieler darum geht, einen Ball im Spiel zu halten. Durch Antippen des Bildschirmes im richtigen Moment bleibt der Ball in der Luft und zwischendurch muss geschnippt werden, um einen etwas höher getretenen Ball mit ausgestrecktem Bein zu erwischen.

 

Wie schon erwähnt, gibt es pro Gebiet immer vier Aufgaben und zum Abschluss einen Remix. Durch die Übungen vor jeder Aufgabe wird man gut vorbereitet und dann zum Abschluss noch mal besonders gefordert, weil die verschiedenen Aufgaben teilweise im Sekundentakt wechseln. Taktgefühl ist also ganz klar eine Grundvoraussetzung, um hier bestehen zu können. Hat man alle Aufgaben und Remixe geschafft, dann geht das ganze Spiel von vorne los, allerdings mit leicht veränderten Aufgaben, was aber dann nicht mehr wirklich motivieren kann.

 

 

Grafik & Sound!

 

Grafisch ist Rhythm Paradise ein sehr zweischneidiges Schwert. Zum einen bedient sich jede Aufgabe, ähnlich wie WarioWare, eines anderen Grafikstils, so dass man sehr vielfältige Darstellungen geboten bekommt. Andererseits liegt der Fokus natürlich ganz klar auf der Musik, so dass die Qualität der Grafik auf dem DS eher unteres Niveau ist. Schlimm ist das nicht wirklich, da man zur Not auch mit geschlossenen Augen spielen könnte.

 

Viel wichtiger ist die Musik und die ist teils gut und teils furchtbar. Die Vielfalt ist auf jeden Fall groß und grundsätzlich passt auch die Qualität der Stücke, zumindest die technische. Mit dabei sind aber leider auch ein paar Stücke, die ins Genre der Kleinkindermusik fallen und dem Spiel damit einen furchtbar kindlichen Stempel aufdrücken, den es absolut nicht braucht, denn vom spielerischen Anspruch ist Rhythm Paradise unter 10 Jahren kaum zu empfehlen, da es einfach zu schwer ist.

 

 

Meckerecke!

 

Neben den gerade angesprochenen Kritikpunkten auf der technischen Seite gibt es leider auch noch eine Reihe von Mängeln spielerischer Natur. So ist vor allem die einseitige Steuerung der verschiedenen Aufgaben ein Grund, schnell den Kopf in den Sand zu stecken. Schon nach wenigen Minuten hat man, trotz vielfältiger Spiele, irgendwie alles gesehen und die Luft beginnt zu entweichen, bis sie dann nach etwa 30 Minuten komplett raus ist. Zwar muss man mal nur tippen, mal nur schnippen und mal beides tun, aber zwei Bewegungen für ein ganzes Spiel sind einfach viel zu wenig, zumindest wenn der Schwierigkeitsgrad dafür sorgt, dass es nicht primär für junge Kinder geeignet ist.

 

Darüber hinaus ist es absolut unverständlich, warum man immer nur ein Spiel nach dem anderen spielen kann und warum es keine direkte „wiederholen“-Funktion gibt. Schafft man ein Spiel nicht auf Anhieb, dann muss man es gezwungenermaßen so lange weiter versuchen, bis es irgendwann geklappt hat, was wirklich frustrierend sein kann. Erschwerend kommt dann noch dazu, dass man am Ende einer Aufgabe nicht einfach neu starten kann, sondern man jedes Mal zurück ins Hauptmenü, die Aufgabe neu anwählen, die dann wieder mit dem Tutorial anfängen muss, was unterm Strich sehr zeitaufwändig ist und damit die Frustration in solchen Fällen noch weiter ansteigen lässt.

 

Warum es keinen Mehrspieler-Modus gibt, erschließt sich mir auch nicht ganz, denn so ist man, entsprechende Fähigkeiten vorausgesetzt, nach knapp 2-3 Stunden durch und hat dann außer der Jagd nach perfekten Bewertungen keinerlei Anreiz mehr, den Titel noch einmal einzulegen. Als Download-Titel für 5 Euro wäre er jedoch perfekt gewesen, so ist er leider weit davon entfernt.

 

Zuletzt bin ich in der Bahn schon mehrfach angemotzt worden, weil das Tippen im Sekundentakt (oder schneller) den anderen Fahrgästen irgendwann doch sehr auf den Keks ging. Vermeiden lässt sich das zwar einigermaßen, aber da hohe Konzentration gefordert ist, vergisst man schnell wieder, darauf zu achten.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Rhythm Paradise ist eigentlich ein frischer Ansatz, der Musikfreunden viel bieten könnte, wenn er richtig gemacht worden wäre. Leider wollten die Entwickler, dass die Musik auch für junge Kinder geeignet ist, während der Schwierigkeitsgrad unter 12 Jahren jeglichen Spielspaß zerstören dürfte. Technisch ist der Titel leider auch alles andere als perfekt, so dass ich auf keinen Fall eine Kaufempfehlung aussprechen kann, denn dafür kostet er einfach zu viel Geld und bietet zu wenig Variation und Umfang. Schade!

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

57%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

30.04.2009

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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