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Reviews: Nintendo DS

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Geheimakte 2: Puritas Cordis

Adventure

14.05.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Die Welt ist dem Untergang geweiht!

 

Wir alle wissen es: wenn wir Menschen so weiter machen wie bisher, dann wird unser Heimatplanet das auf Dauer nicht überleben können. Und obwohl wir an sich clevere Kerlchen sind und wissen, was unsere Taten der Erde antun, fahren wir weiter Auto, benutzen Klimanlagen, roden Wälder, produzieren Müll und rotten Tierarten aus. Doch bevor dieser Bericht jetzt zu einer Klageschrift wird, lege ich mich stilvoll in die Kurve und kriege sie hoffentlich noch.

 

Geheimakte 2 spielt kurze Zeit nach den Geschehnissen des ersten Teils und führt Nina und Max, die sich zwischenzeitlich wieder getrennt haben, auf eine Reise gegen eine mächtige Sekte, die die Zerstörung der Welt verhindern will. Wie immer in solchen Plots geht das natürlich nur durch die Vernichtung von Millionen von Menschen, um die Macht an sich zu reißen und dann alles besser zu machen. Klingt platt? Ist es auch, denn die Geschichte bietet leider, anders als der Vorgänger, kaum Überraschungen und ist dementsprechend schnell bis zum Ende vorhersehbar.

 

Wie die Jungfrau zum Kinde finden jedoch Nina und Max natürlich über kurz oder lang auch wieder zusammen, nachdem jeder für sich alleine zunächst in ein Abenteuer gerät, das aber natürlich mit dem des anderen eng verbunden ist. So will Nina auf eine Kreuzfahrt, um Max zu vergessen und der besucht seine alte Freundin Sam in Indonesien, um über ihren Fund zu berichten (und um mit ihrer Hilfe Nina zu vergessen...). Zunächst gibt es jedoch einen davon völlig unabhängig Prolog, in dem man feststellt, mit welcher Entschlossenheit die Sekte vorgeht,

 

Nina will also gerade das Schiff betreten, als sie von einem seltsamen Typen angerempelt wird. Er redet komisches Zeug, geht nach kurzer Zeit weiter und wird prompt überfahren. Da das Schiff ablegen will, kann Nina nicht helfen, sondern muss einsteigen. An Bord nehmen die seltsamen Vorkommnisse kein Ende: zuerst ist ihr Koffer weg, dann will ihr jemand das Chaos erklären, in ihre Kabine wird eingebrochen und so weiter. Während Nina auf dem Schiff versucht, die Rätsel zu lösen und sich dabei nichtsahnend auf eine unaufhaltsame Katastrophe epischen Ausmaßes zu bewegt, kommt Max in Indonesien an. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte auf dieser Seite durch Sam, legen sich die beiden in (getrennten) Zelten schlafen bis Max durch einen Schrei geweckt wird. Kaum hat er das Zelt verlassen wird er durch eine Explosion weggeschleudert und ist erstmal ohne Bewusstsein. Sam wird entführt und so stürzt auch Max in ein Abenteuer, das ihn in eine ähnliche große Katastrophe führen wird...

 

 

Technik, Steuerung und Umfang!

 

Wie schon der Vorgänger krankt die Umsetzung auf dem DS daran, dass das Spiel sehr viel Wert auf filigrane Details liegt, die durch den kleinen Bildschirm und die niedrige Auflösung leider verloren gehen. Während man auf dem PC und auch auf der Wii genau erkannt, was da so auf dem Bildschirm vor sich geht, ist das auf dem DS nicht möglich, weshalb man auf die Lupenfunktion, die anzeigt, welche Dinge man benutzen oder ansehen kann, quasi im Sekundentakt braucht. Auf der Wii wird das übrigens durch das im Vorgänger schon eingesetzte Highlighten (mit zusätzlicher Lupenfunktion) deutlich besser gemacht. Somit fällt es teilweise echt schwer, zu erkennen, welche Objekte sich auf dem Bildschirm befinden und ob man etwas mit ihnen anstellen kann. Vor allem, wenn sich durch eine Aktion von Nina, Max oder Sam etwas verändert, erkennt man das nur mithilfe der Lupe.

 

Die Musik war schon im Vorgänger nicht der Bringer und auch Teil 2 bleibt auf diesem Pfad. Sich wiederholende Musikstücke werden hier und da sporadisch eingesetzt und einzig die Zwischensequenzen sind dramaturgisch passend unterlegt. Anders als auf dem PC und der Wii gibt es auf dem DS auch nur in besagten Zwischensequenzen (deutsche) Sprachausgabe. Ansonsten läuft alles über Textboxen, was angesichts der Masse an Sprache und der Größe einer DS-Karte nachvollziehbar, aber dennoch sehr schade ist, da zum einen das Erlebnis nicht so intensiv ist und zum anderen viele der platten Witze gesprochen einfach besser kommen.

 

Gesteuert werden die Protagonisten natürlich per Touchpen. Dieser wird wie ein Mauszeiger eingesetzt und dient zum Interagieren mit Objekten, Einsetzen von Gegenständen usw. Auch hier macht sie die Größe, bzw. die Kleine des Bildschirmes jedoch bemerkbar, da man sehr zielgenau tippen muss, um auch genau den Punkt zu treffen, den man treffen möchte. Da stellt sich mir die Frage, ob sich ein Spiel wie Geheimakte wirklich für einen solchen (beinahe) 1 zu 1 Port auf den DS wirklich eignet.

 

Zuletzt noch ein paar Worte zum Umfang. Da ich Wii und DS-Version nacheinander durchgespielt habe, kann ich den Umfang ganz gut bewerten. Wenn man alle Rätsel kennt, dann ist man in etwa 5-6 Stunden durch ohne Ahnung, was zu tun ist, braucht man je nach Geschick etwa 10-15 Stunden. Dieser große Unterschied kommt ganz eindeutig daher, dass die Rätsel meistens nicht wirklich logisch aufgebaut sind und man viel herumprobieren muss, um auf die Lösung zu kommen. Teilweise hat man 20 Gegenstände im Inventar und da man dieses nur am unteren Bildschirmrand einzeilig einblenden kann, ist es extrem schwer, den Überblick zu behalten und selbst zu schlussfolgern, was man womit kombinieren kann um etwas zu erreichen. Schade!

 

 

Meckerecke!

 

Gemeckert habe ich zwar schon fleißig, ich möchte meine Kritikpunkte aber an dieser Stelle noch einmal konkretisieren, damit ihr auch versteht, warum die DS-Version von mir nicht wirklich gut bewertet wird.

 

Der Vorgänger hat schon auf sehr platte, dafür aber zahlreiche Witze vertraut und damals hat das noch ganz gut funktioniert. Im zweiten Teil sind sie noch zahlreicher und noch platter, so dass es bei mir zu einem seltenen Schmunzler gereicht hat. Das ist etwas schade, denn die Macher haben schon gezeigt, dass sie es besser können. Dieser Punkt geht nahtlos in die unspannende Geschichte über. Tunguska baute ja auf einer wahren Begebenheit und die fiktive Verschwörung darum auf, was einen guten Bezug zu Realität schuf. Für Teil 2 wählten die Entwickler (der hier nur umgesetzten PC-Version) dagegen zwar auch wieder eine Geschichte, die so passieren könnte, die allerdings auch schon gefühlte 1.000 Mal so oder so ähnlich erzählt wurde. Mindestens einmal im Jahr gibt es dieses Thema im Kino und daher kann man natürlich keine große Spannung erwarten, da das Rad natürlich nicht neu erfunden wurde.

 

Die schon erwähnte Steuerungsproblematik ist eine logische Folge aus der Umsetzung, da das Spiel einfach für viel höhere Auflösungen gemacht wurde. Das lässt sich auf der Wii noch sehr gut kaschieren, auf dem DS ist es aber wirklich störend, weshalb ich es lieber hätte, wenn es keine Umsetzung gäbe oder etwas Eigenes auf die Beine gestellt würde. Der gewählte Weg ist zwar der einfachere, schnellere und billigere, aber wirklichen Spielspaß kann er leider auch nicht liefern.

 

Die teilweise unlogischen Rätsel waren auch schon ein Problem des Vorgängers. Doch statt diese auszumerzen und die Wege greifbarer zu machen, sind die Aufgaben nun noch abgedrehter, so dass man immer wieder stupide einfach alles ausprobieren muss, um vorwärts zu kommen. Hier erwarte ich einfach mehr, deutlich mehr!

 

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Ich habe mich seit dem Absapnn von Geheimakte Tunguska auf den zweiten Teil gefreut, doch auf dem DS wurde ich leider bitter enttäuscht. Der viel zu kleine Bildschirm und die daraus folgenden Ungenauigkeiten bei der Steuerung, kombiniert mit unlogischen Rätseln und eine 0815-Geschichte reißen mich heute einfach nicht mehr vom Hocker. Anstatt sich zu steigern, hat Geheimakte leider im Vergleich zum Vorgänger deutlich abgebaut, was sich auf dem DS noch deutlicher bemerkbar macht als auf der Wii. Somit hinterlässt der Titel auf dem DS leider keinen besonders positiven Eindruck.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

59%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.05.2009

Developer

keen games

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

6+


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