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Reviews: Nintendo DS

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Picross DS

Puzzle

24.05.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Quadratisch, praktisch, heftig!

 

In Picross DS geht es darum, immer komplexer werdende Zahlenpuzzles zu lösen. Von der Grundstruktur kann man das Prinzip mit Sudoku bezeichnen, denn auch hier muss man Felder an Hand bestimmter Vorgaben füllen. Allerdings sind bei Picross die Felder nicht immer gleich groß (anfangs 5 mal 5 Felder, dann 10 mal 10 und später sogar 15 mal 15) und man muss keine Zahlen eintragen, sondern „nur“ entscheiden, welche Felder belegt sind und welche nicht.

 

Um das Prinzip genauer zu erläutern, hier ein Beispiel: In einem 5 mal 5 Felder großen Puzzle steht über allen Spalten je zweimal die Ziffer 1 und links neben den Zeilen 2 und 4 steht jeweils die Ziffer 5. Das bedeutet dann, dass man in jeder Spalte zwei einzelne Felder markieren muss, wobei jedoch ein Feld dazwischen frei bleiben muss. Alleine kommt man mit dieser Information jedoch nicht weit, da es ja diverse Möglichkeiten gibt, zwei Markierungen in fünf Feldern zu verteilen. Durch die Ziffern vor den Zeilen 2 und 4 weiß man jedoch, dass die Markierungen auf jeden Fall dort gesetzt werden müssen, wodurch man eine eindeutige Lösung gefunden hat.

 

Nach diesem Prinzip funktioniert das gesamte Spiel, aber natürlich bleiben die Aufgaben nicht so einfach, wie in meinem Beispiel beschrieben. In den insgesamt drei Schwierigkeitsgraden geht es mitunter wirklich heftig zu, so dass man sehr gute Gedächtnisleistungen, Kombinationsvermögen und Vorstellungskraft braucht, um die Rätsel zu knacken. In der zweiten Stufe sind die Puzzles dann 10 mal 10 Felder groß und damit schon deutlich komplexer. Erreicht man die dritte Stufe, dann hat man Spielbretter der Größe 15 mal 15 zu füllen, was bei manchen Aufgaben zu großen Problemen führt.

 

Zusätzliche Würze bekommt das Spiel dadurch, dass man nur 60 Minuten Zeit für die Lösung einer Aufgabe zu Verfügung hat. Was im ersten Moment nach viel klingt, wird doch schnell zu einem Problem, da man für jeden Fehler Strafminuten aufgebrummt bekommt. Dabei gibt es für den ersten Fehler 2 Minuten, danach 4 und ab dem dritten dann jeweils 8 Minuten. Nach fünf Fehlern sind also schon 30 Minuten verstrichen, ohne dass man Fortschritte gemacht hat. Man darf also nur dann Felder markieren, wenn man sich wirklich sicher ist, dass an die bestimmte Stelle auch eine Markierung gehört.

 

Zur Vereinfachung hat man allerdings auch eine Möglichkeit, nicht belegte Felder durch ein Kreuz zu kennzeichnen, so dass man den Überblick leichter behalten kann. Setzt man ein Kreuz an falscher Stelle, dann hat das keine Konsequenzen in Form von Strafminuten, wird aber sicherlich zu Verwirrung führen, wenn man in einer Sackgasse gelandet ist. Braucht man eine Pause, dann kann man das aktuelle Puzzle einfach speichern, den DS ausmachen und später dort weitermachen, wo man aufgehört hat. Man kann jedoch immer nur ein Puzzle speichern und später wieder aufnehmen.

 

Natürlich wird die komplette Steuerung in mehreren Anleitungen sehr gut erläutert. Eingangs bekommt man nur die Grundfunktionen gezeigt und die weiterführenden Möglichkeiten erklärt einem das Spiel, bevor man sie zum ersten Mal einsetzen muss.

 

Um seinen persönlichen Fortschritt zu beobachten, gibt es einige Aufgaben, die man jeden Tag einmal versuchen kann. Im so genannten Tagestest geht es hauptsächlich darum, die erzielten Leistungssteigerungen einzusetzen. Anfangs steht hier nur „Tempo“ zur Verfügung, wobei man fünf Aufgaben unmittelbar hintereinander in möglichst kurzer Zeit lösen muss. Im Laufe der Zeit kommen noch vier weitere Tagestests hinzu.

 

 

Tippen, kreuzen, zoomen!

 

Natürlich lässt sich das Spiel komplett mit dem Stylus bedienen. Will man ein Feld markieren, dann tippt man es einfach an. Unterstützt wird die Bedienung durch das Steuerkreuz, mit dem man den Modus (markieren oder ankreuzen) festlegt. Auf den größeren Feldern muss man außerdem Bewegungen ausführen, da das komplette Feld nicht auf den kleinen Bildschirm passt.

 

Der letztgenannte Punkt kann anfangs zu großen Problemen führen, da man leicht den Überblick verliert, da man nicht die ganze Aufgabe im Blick hat. Bewegungen mit Stylus und Steuerkreuz gehen jedoch sehr gut von der Hand, so dass man schnell und sicher über die Spielfelder navigieren kann. Das tröstet jedoch nicht über den Frust hinweg, der entsteht, weil die ohnehin schon schweren Aufgaben durch die ewigen Bewegungen noch komplizierter werden. Demnach braucht man wirklich viel Zeit und Geduld, um ein wahrer Picross-Meister zu werden.

 

Man kann außerdem noch komplett auf den Stylus zum steuern verzichten und nur mit Steuerkreuz und Knöpfen zum Ziel kommen. Allerdings geht dabei ein großer Teil der Spielfreude verloren, da man mehr an die Steuerung denken muss, um keine Fehler zu machen, als man sich auf die eigentliche Aufgabe konzentrieren kann.

 

 

Wer ist der Schnellste?

 

Das Spiel bietet auch für Leute, die alle Aufgaben gelöst haben, noch eine ganze Menge an Anreizen. Natürlich kann man direkt gegen bis zu vier andere Spieler antreten, aber darüber hinaus gibt es noch ein paar nette Extras. So kann man zum Beispiel eigene Aufgaben erstellen und diese über die Wi-Fi Connection seinen Freunden zur Verfügung stellen. Durch das Herunterladen kann man also unzählige neue Aufgaben erhalten, die es zu lösen gilt. Natürlich kann man Rätsel auch lokal tauschen und außerdem eine Demo des Spiels an andere DS-Systeme schicken.

 

Will man über die Wi-Fi Connection gegen einen Gegner antreten, dann hat man entweder die Wahl gegen einen Zufallsgegner irgendwo auf dem Planeten anzutreten, oder gegen einen Freund aus der eigenen Liste. Leider sind meine Erfahrungen mit dem ersten Punkt nicht so wirklich positiv gewesen, weil es absolut keine Zuteilung nach Stärke gibt, was dazu geführt hat, dass ich die ersten 40 Duelle gnadenlos verloren habe.

 

In einem solchen Duell muss man zwei Puzzles schneller als der Gegner lösen, um zu gewinnen. Macht man einen Fehler, dann gibt es fünf Strafsekunden. Ich habe es in den besagten ersten 40 Spielen nur zwei Mal geschafft, überhaupt das erste Puzzle zu lösen, bevor mein Gegner fertig war. Gerade bei einem Spiel, das neue Leute an die Konsole locken soll, muss es einfach eine Möglichkeit geben, ungefähr gleich gute Spielpartner zu finden, damit man nicht auf Leute trifft, die 2.000 Duelle oder mehr hinter sich haben, während man gerade das erste mal Über die Wi-Fi Connection spielt.

 

Wenn man im lokalen Drahtlosnetzwerk spielt, dann hat man neben der Möglichkeit eines direkten Duells auch noch zwei andere Modi zur Verfügung, die man mit bis zu 5 Spielern bestreiten kann. Diese sind allerdings eher als Ergänzung zu sehen, denn weder das Buchstaben- noch das Bilderquiz sind echte Bringer. Ersteres ist eine Art Hangman, bei dem ein Spieler ein Wort vorgibt und die anderen es erraten müssen und letzteres müssen die Mitspieler ein vom Gastgeber gezeichnetes Bild entschlüsseln.

 

Mit dem Hauptspiel haben diese Modi also nicht allzu viel zu tun, allerdings kann man sie durchaus als willkommene Abwechslung verstehen, wenn man mal genug vom ewigen Rätsellösen hat.

 

Unterm Strich muss man sagen, dass die Mehrspieler-Möglichkeiten nicht mit dem Einzelspieler-Erlebnis mithalten können. Sie sind zwar eine recht gelungene Beigabe, aber mehr eben auch nicht. Alleine hat man sehr viel mehr Spaß, als im Wettkampf gegen andere.

 

 

Konzentration auf das Wesentliche!

 

Wie für ein Spiel aus der „Touch Generations“ Reihe üblich, sind Grafik und Sound eher minimalistisch und zweckmäßig umgesetzt. Das Spiel setzt auf klare Farbe, scharfe Linien und eine gute Übersichtlichkeit. Auf dem unteren Bildschirm löst man das Puzzle und auf dem oberen bekommt man die gesamte Aufgabe nochmals angezeigt. Während der ersten Aufgaben scheint diese Verdopplung noch überflüssig zu sein, aber spätestens bei den ganz großen Feldern benutzt man auch den Topscreen, da man nur dort das gesamte Puzzle auf einen Blick sehen kann, während man unten die Kästchen markiert.

 

3D-Grafiken wird man hier ebenso vergeblich suchen, wie aufwendige Texturen und anspruchsvolle Animationen. Der Look entspricht eher dem einer Rätselseite aus der Zeitung und erfüllt damit alle Anforderungen eines solchen Spiels.

 

Musik und Sound kann man ebenso als solide und passend bezeichnen, wobei (mal wieder) vor allem die musikalische Vielfalt arg zu wünschen übrig lässt. Vier Auswahlmöglichkeiten bei der Hintergrundmusik (davon ist eine „Aus“), sind fast schon eine Frechheit. Darüber hinaus (und gerade wegen der mangelhaften Auswahl) nerven die Stücke schon bald, so dass man eher ganz auf sie verzichten wird.


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Fazit

Was als einfaches Puzzlespiel für Zwischendurch beginnt, wird schnell zum süchtig machenden Denkmarathon für Hochbegabte. Wer sich jemals über mangelnden Schwierigkeitsgrad bei Rätseln in Videospielen beschwert hat, der wird hier vermutliche einige Aufgaben vorfinden, die ohne Hilfe nicht lösbar sind. Dennoch bleibt man lange motiviert und versucht es immer und immer wieder, bis man dann endlich die richtige Lösung gefunden hat. Zusätzlich zum Einzelspieler-Modus bietet das Spiel einige Möglichkeiten lokal und über Wi-Fi gegen andere Spieler anzutreten, was den Spielspaß allerdings nicht wirklich erhöhen kann, da es einige Schwachstellen bei der Umsetzung gibt. Wer von der minimalistischen und zweckmäßigen Grafik sowie der schnell nervigen Musik nicht abgeschreckt wird und auf knackige Zahlenpuzzles steht, der kann 30 Euro kaum besser investieren.

Grafik

schwach

Sound

sch...

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

75%

Singleplayer

69%

Multiplayer

Release

11.05.2007

Developer

Jupiter

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2

Anzahl Spieler (WLAN)

2-5


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