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Reviews: Nintendo DS

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Hotel Dusk: Room 215

Adventure

27.05.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Das Geheimnis von Raum 215!

 

Kyle Hyde ist Vertreter. Er arbeitet seit drei Jahren in diesem Beruf. Vorher war er Polizist. Seit sein Freund und Kollege Bradley, der als verdeckter Ermittler im Einsatz war, ihn betrogen und Kyle ihn angeschossen hat, ist er auf der Suche nach des Rätsels Lösung. Nach dem Schuss ist Bradley in einen Fluss gefallen und seine Leiche wurde nie gefunden. Kyle ist der einzige, der davon überzeugt ist, dass sein ehemaliger Partner noch lebt und deshalb versucht er ihn zu finden. Denn Kyle möchte verstehen, warum Bradley ihn und die Polizei betrogen hat.

 

Doch all das ist eigentlich nicht das Ziel, als sein jetziger Chef, der übrigens der einzige ist, der weiß, dass Kyle Bradley immer noch nicht aufgegeben hat, ihn ins Hotel Dusk geschickt hat. Der Vertreter sollte dort unter dem Vorwand eines normalen Aufenthaltes einige Dinge beschaffen, die Kunden von Red Crown entwendet wurden. Denn das Vertreter-Geschäft dient der Firma nur als Deckmantel für „andere“ Aufträge.

 

Doch als Kyle im Hotel ankommt und er sich auf die Suche nach den entwendeten Gegenständen macht, fallen ihm immer mehr Hotelgäste auf. Sie alle scheinen etwas zu verbergen und das macht Kyle immer neugieriger. Er stößt auf Dinge, mit denen er hier niemals gerechnet hatte und im Laufe des Abends kommen immer mehr seltsame Zusammenhänge ans Licht. Spätestens als er erfährt, dass vor sechs Monaten ein Gast mit seinem Namen im Hotel gewohnt hat, sich aber außerdem dem Besitzer keiner an diesen Gast erinnern kann, kann er seine Nase nicht mehr aus den Geheimnissen heraus halten. Die Kuriositäten werden immer seltsamer und Geheimnisse merkwürdiger. Es wird also Zeit, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Und vielleicht kann Kyle mehr erfahren, als er sich je erträumt hat, denn schließlich soll das Zimmer 215, in dem er übernachtet, Wünsche erfüllen...

 

Da ich nicht zu viel von der Geschichte erzählen möchte, um euch die Spannung nicht zu nehmen, soll das als Anreiz reichen. Abschließend sein nur noch erwähnt, dass Cing hier wirklich ein Meisterwerk von einem Krimi gezaubert hat. Die Geschichte ist gut durchdacht, spannend, lückenlos und fesselnd. Spätestens mit Beginn von Kapitel 3 kann man das Buch, äh, den DS nicht mehr weglegen.

 

 

Ein Buch zum Spielen!

 

Wie die Fernsehwerbung zum Spiel schon suggeriert hat, handelt es sich bei Hotel Dusk um einen interaktiven Krimi. Dementsprechend gibt es sehr viel Text zu lesen und Geschichte zu beobachten. Etwa gleich gewichtet ist die Interaktion des Spielers. Man steuert Kyle Hyde während seiner Nacht in Zimmer 215 durch das ganze Hotel Dusk, um dabei den Mysterien auf die Spur zu kommen. Um das Ganze noch mehr wie ein Buch wirken zu lassen, hält man den DS quer, so dass der Touchscreen auf der rechten Seite (bei Linkshändern natürlich andersrum) ist.

 

Im normalen Spielverlauf bewegt man Kyle mit dem Stylus, in dem man auf der Karte, die auf dem Touchscreen dargestellt wird, die Richtung vorgibt. Links sieht man die Umgebung in 3D. Nähert man sich einem interessanten Objekt, einer Tür oder einer Person, dann leuchten Symbole auf dem Touchscreen auf, mit denen man die Interaktion beginnen kann. So lassen sich Gespräche beginnen, Türen öffnen und Objekte genauer untersuchen. Eine der Hauptaufgaben im Spiel ist es, letzteres zu tun, um so die Fragen, die sich im Laufe der Geschichte gestellt haben, zu lösen.

 

Doch natürlich muss man auch mit den anderen Bewohnern des Hotels regen Kontakt pflegen, denn sie alle haben irgendetwas zu verbergen, das Kyle beim Lösen der Rätsel helfen kann. Teilweise haben sie nützliche Informationen, weil sie etwas gesehen haben, oder sie sind selbst in die Sache verstrickt, kennen aber selber das Ausmaß nicht. Also ist Kyle der einzige, der die Teile des Puzzles zusammenfügen kann, um es abschließend aufzuklären.

 

Wenn man mit Personen spricht, dann sieht man Kyle auf dem linken und die andere(n) Person(en) auf dem rechten Bildschirm. Im Laufe des Gespräches ergeben sich meist Fragen, die man dann stellen kann, wenn die Leute zu Ende erzählt haben. Bei besonders wichtigen Dingen kann man sie jedoch auch im Gespräch unterbrechen, in dem man sie antippt, um so sofort mehr zu erfahren. Man muss jedoch stets darauf achten, dass man nicht zu dreist und auch nicht zu unsicher wird. Letzteres führt dazu, dass die Leute nichts mehr verraten und ersteres könnte dazu führen, dass Kyle aus dem Hotel verwiesen wird, wenn er zum Beispiel Dinge behauptet, die er nicht belegen kann. Man sollte also immer aufpassen, dass man genügend Beweise hat, bevor man jemand anschuldigend konfrontiert. Und da man während der Ermittlungen natürlich auch Dinge tut, die Kyle in Schwierigkeiten bringen könnten, muss man aufpassen, was man bei sich trägt, um nicht als Dieb entlarvt und rausgeschmissen wird.

 

Die Geschichte ist in Kapitel unterteilt, wobei jedes Kapitel einen bestimmten Zeitraum abdeckt, der zu Beginn 30 und später 60 Minuten umfasst. Dieser Zeitraum ist dann noch in drei Teile geteilt, in denen man jeweils bestimmte Dinge tun muss, um 10 oder 20 Minuten weiter zu kommen. Die Zeit läuft dabei natürlich nicht in Echtzeit ab, sondern gibt lediglich den Rahmen der Geschichte vor. Besonders am Anfang kommt es vor, dass man für die 30 Minuten Geschichte das 2-3fache an Zeit braucht.

 

Am Ende eines jeden Kapitels nimmt sich Kyle etwas Zeit, um die Ereignisse zu sortieren, damit er den Überblick nicht verliert. Er redet dann mit sich selbst, ruft sich alle Ereignisse noch mal ins Gedächtnis und stellt sich dann einige Fragen, die der Spieler beantworten muss. So wird sichergestellt, dass man die wichtigsten Fakten präsent hat, um später nicht in einer Sackgasse zu stecken.

 

Um den Überblick zu behalten, hat Kyle ein Notizbuch bei sich, das man handschriftlich füllen kann. Dies sollte man auf jeden Fall wahrnehmen, denn sonst kann es passieren, dass man wichtige Dinge vergisst. Allerdings sollte man auch nicht jeden Kleinkram aufschreiben, denn sonst sind die drei Seiten schneller voll, als man Geheimnis sagen kann. Eine gewisse Selektion muss man also vornehmen.

 

Generell sind die Steuerung und die sonstigen Hilfsmittel sehr gut gelungen. Das einzige, das als störend empfunden werden könnte, ist die nicht einstellbare Textgeschwindigkeit. Schnellen Lesern, wie ich einer bin, geht es auf Dauer zu langsam, aber damit muss man sich abfinden. Und spätestens, wenn die Geschichte so richtig spannend geworden ist, vergisst man eh alles um sich herum und liest die Sätze so genau und intensiv, dass sich das vermeintliche Problem in Luft auflöst.

 

 

Buch, Film oder Spiel?

 

Natürlich handelt es sich bei Hotel Dusk um ein Spiel, allerdings schafft es wirklich gut, die Grenzen zu den zwei anderen Medien verschwinden zu lassen. Durch den vielen Text, die spannende Geschichte und die Identifizierung mit der Figur Kyle fühlt es sich klar wie ein Buch an und durch die geniale Inszenierung, im Stil eines Film Noir könnte man ebenso im Kino sitzen, um die Geschichte von Hotel Dusk kennen und verstehen zu lernen.

 

Dafür sorgt natürlich die 3D-Darstellung auf dem sonst oberen Bildschirm, die vor allem durch viele Brauntöne gekennzeichnet ist. Darüber hinaus passt die Krimi-Geschichte am Ende der 70er Jahre perfekt in dieses Genre. Wenn man durch das Hotel läuft, dann fühlt man sich eben auch wie in einem Film.

 

Anders als die Umgebung, sind die Figuren zweidimensional und wirken, wie mit dem Bleistift gezeichnet, ja fast wie in Paper Mario nur ernster und weniger bunt. Darüber hinaus bewegen sich die Figuren nur wenig fließend, wirken also fast wie Standbilder, die von einer Pose zur nächsten wechseln. Aber durch leichte Bewegungen, wie Veränderung der Gesichtszüge, Kopfbewegungen oder schlicht leichtes Schwanken werden die Charaktere sehr lebendig. Es passt einfach alles perfekt zum Stil des Spiels.

 

Dieser einheitliche Stil hört auch bei der Musik nicht auf. Sie ist jederzeit passend und scheint direkt aus einem 30 Jahre alten Krimi zu kommen. Das einzige Manko ist, dass die Stücke sehr oft abgehackt werden. Ist man zum Beispiel in einem Raum und spricht jemanden an, dann wechselt die Hintergrundmusik ziemlich abrupt, um bei Beendigung des Gespräches ebenso plötzlich erneut zu wechseln. Hier wäre durch geschickte Überblendungen oder weniger Musikwechseln eine weniger unterbrochen wirkenden musikalische Untermalung möglich gewesen. Dies bleibt dann allerdings auch der einzige (wirklich kleine) Kritikpunkt bezüglich der technischen Umsetzung des Titels.


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Fazit

Mit Hotel Dusk haben die Macher es tatsächlich geschafft, alle Schwachstellen von Another Code erfolgreich auszumerzen. Es gibt genug Abwechslung und die Spieldauer ist mit ca. 15-20 Stunden mehr als ausreichend, auch wenn man gerne noch mehr Geheimnisse gelüftet hätte. Darüber hinaus sind die Rätsel toll ausgedacht und gut umgesetzt und die Geschichte ist an Spannung kaum zu überbieten. Wenn man am Ende angelangt ist, dann fällt man förmlich in ein Loch, da man wieder in seine eigene Welt zurückkehren muss. Es gab schon lange kein Spiel mehr, das so fesselnd und fast frei von Mängeln war. Wer auf spannende Geschichten, Krimis oder das Lösen von Geheimnissen steht, der muss Hotel Dusk einfach spielen, denn es ist Genre übergreifend eines der besten Spiele auf dem Handheld.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

89%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

13.04.2007

Developer

Cing

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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