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Reviews: Nintendo DS

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Brothers in Arms DS

Action

11.06.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Zweiter Weltkrieg jetzt auch für unterwegs!

 

Spiele, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg befassen, gibt es wie Sand am Meer. Man hat als Beobachter des Marktes fast den Eindruck, dass etwa jeder zweite Shooter die Thematik verarbeitet. Eine der ganz großen Marken in diesem Bereich ist Brothers in Arms, wobei besonders der aktuelle Titel für den PC zu überzeugen weiß. Doch Entwickler Gameloft konzentriert sich nicht nur auf Heimcomputer, sondern unterstützt auch die gängigen Konsolen. Mit einer Version für den Nintendo DS gibt es das Spiel erstmals auch zum mitnehmen.

 

In drei Kampagnen spielt man einige wichtige Ereignisse des Krieges nach und versucht die Deutschen aufzuhalten. Da die Geschehnisse von damals den meisten geläufig sein sollten und die Geschichte im Spiel eher eine untergeordnete Rolle spielt, werde ich darauf nicht weiter eingehen. Man selbst schlüpft in die Rolle eines jungen amerikanischen Soldaten, der eine Infanterie-Einheit zugeordnet ist, aber ab und an auch mal einen Jeep oder gar einen Panzer steuern darf.

 

Man steuert seine Figur dabei ähnlich, wie bei Metroid Prime Hunters: mit dem Steuerkreuz (Linkshänder mit den Tasten A, B, X & Y) bewegt man sich oder das Fahrzeug, in dem man gerade sitzt und mit der linken Schultertaste feuert man seine Waffe ab. Der Rest läuft komplett über den Touchscreen, so dass man für Aktionen wie zielen, nachladen und Granaten werfen nicht auf diverse Button-Kombinationen zurückgreifen muss.

 

Während das Geschehen auf dem oberen Bildschirm stattfindet, benutzt man den Touchscreen primär dazu, sich umzusehen und somit auch um zu zielen. Man tippt den Bildschirm mit dem Stylus an und zieht ihn in die Richtung, in die man blicken möchte. Man kann also mit dem Steuerkreuz nicht die Blickrichtung ändern, sondern sich nur vor, zurück, nach links oder nach rechts bewegen. Ein Fadenkreuz zeigt an, wo man gerade hinzielt und es verfärbt sich rot, wenn man einen Gegner im Visier hat.

 

Im oberen Teil des Touchscreens ist ganz links die aktuelle Waffe angezeigt. Mittels klicken und ziehen legt man wahlweise eine von bis zu vier Waffen, wie Maschinengewehr, Scharfschützengewehr oder Raketenwerfer an. Rechts daneben ist angezeigt, wie viel Schüsse Munition in der Waffe noch geladen sind. Nähert sich die Ladung dem Ende, dann füllt man die Waffe durch Ziehen der Munitionsanzeige in den unteren Teil des Bildschirms schnell wieder auf. Wartet man, bis die Waffe leer ist, dann lädt der Soldat automatisch nach, was allerdings etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. In der rechten oberen Ecke ist ein Aktionssymbol angezeigt, mit dem man in Kämpfe verschiedene Dinge auslösen kann, wie zum Beispiel näher an die Gegner heranzoomen, Sprengladungen setzen oder eine Granate in einen Panzer werfen. In der rechten unteren Ecke ist ein Granatensymbol abgebildet über das man – wie sollte es anders sein – Granate einsetzt. Dazu klickt man einmal drauf und dann erscheint eine Leiste, mit der man die Wurfentfernung festlegt. Dazu zieht man den Stylus einfach nach oben, bis die gewünschte Weite erreicht ist. Wenn man dann den Stift vom Bildschirm nimmt, wird die Granate geworfen.

 

Diese Art der Steuerung hat sich größtenteils ja bei anderen Spielen schon bewährt, somit erfinden die Entwickler das Rad auf keinen Fall neu, allerdings kann ich mir auch keine bessere Option denken. Durch die Trennung von Gang und Blickrichtung hat man das Gefühl, Maus und Tastatur eines PCs zu nutzen und das ist ja eine schon seit Jahren etablierte Steuerungsmethode, die auch bei Brothers in Arms DS sehr gut umgesetzt ist.

 

Durch die Ansicht in der dritten Person – die Kamera folgt dem Soldaten über der rechten Schulter – gibt es allerdings ab und an einige Übersichtsprobleme, die auch daher kommen, dass der Bildschirm des Handhelds nun mal keine 17 Zoll hat. Es passiert leider recht oft, dass man die Orientierung verliert, weil gerade ein Baum das gesamte Sichtfeld verdeckt und man durch die viele Action auf dem Bildschirm zusätzlich abgelenkt ist. Dies ändert sich auch nach längerer Spielzeit nicht merklich, da man immer mit der beschränkten Größe des Sichtfensters zu kämpfen hat. Wirklich störend ist dies allerdings nur in den seltensten Fällen, da man nur ab und an in Situationen kommt, in denen man von mehreren Seiten gleichzeitig angegriffen wird und durch die dann entstehende Hektik Probleme bekommt.

 

Unterm Strich ist die Steuerung demnach mehr als gelungen und sorgt für hohen Spielspaß und wenig Frust.

 

 

Cell Chip im Modul?

 

Wenn man das Spiel zum ersten Mal in den DS einlegt und vorher noch keine Bilder oder Videos davon gesehen hat, dann kann man den Mund kaum weit genug öffnen, um das Erstaunen angemessen auszudrücken. Was die Entwickler hier geschafft haben, ist einfach unglaublich für die sonst üblichen Verhältnisse auf dem Handheld.

 

Damit meine ich in erster Linie nicht die graphische Leistung, denn vor allen die Texturen lassen oftmals zu wünschen übrig, sondern vielmehr den Gesamteindruck. Man bewegt sich durch große Level, auf denen immer die Hölle los ist, so dass man sich echt wie im Krieg fühlt. Um die Spielfigur herum explodieren Gebäude, stürzen Flugzeuge ab und fliegen Granaten und Gewehrkugeln en Masse. Dazu kommt noch, dass ständige Kriegsgebrüll auf Deutsch und Englisch, das man so auf dem DS noch nicht zu Ohren bekommen hat. Es gibt scheinbar unzählig viele verschiedene Sprachsamples von überdurchschnittlich guter Qualität.

 

Darüber hinaus läuft alles die meiste Zeit auch noch extrem flüssig und es kommt nur selten zu Einbrüchen der Framerate. Diese ganzen Dinge, verbunden mit gut animierten Figuren, Fahrzeugen und Umgebungen sorgt dafür, dass Brothers in Arms mit Abstand das bisher technisch beste DS-Spiel ist. Man kann nur hoffen, dass der Titel erfolgreich ist und die Entwickler weitere Teile auf den Handheld bringen, oder zumindest die programmierte Engine für andere Shooter eingesetzt wird.

 

Einziger wirklich Kritikpunkt sind vermehrt auftretende Clipping-Probleme, die dem Spieler auch schon mal zum Abbruch zwingen können. In den meisten Fällen sind diese Fehler zwar harmlos, wenn sich die Kamera zum Beispiel hartnäckig hinter einen Baum stellt und man so nicht mehr sieht, was eigentlich passiert. Diese Situationen können meist durch kurze Bewegungen mit Steuerkreuz oder Stylus behoben werden, aber dennoch stören sie, wenn so etwas in unpassenden Momenten passiert. Ab und ab kommt es jedoch auch vor, dass man mit der Figur in ein Fahrzeug gerät – ich zum Beispiel stand einmal mitten in einer Motorhaube eines parkenden Jeeps – und von dort einfach nicht mehr wegkommt. Durch die meist großzügigen Rücksetzpunkte, die man auch jederzeit aus dem Pausenmenü laden kann, führt das zum Glück nur zu wenigen Störungen im Spielfluss. Nervig ist es aber auf jeden Fall

 

Ein weiteres Manko ist die fast völlig fehlende Musik, aber die ist in diesem Szenario generell eher unüblich, denn schließlich will man bei dem ganzen Gebrüll nicht auch noch durch Musik abgelenkt werden. Außerdem macht dies das Erlebnis noch authentischer.

 

 

Ein ganzer Krieg in wenigen Stunden!

 

Durch die beinahe makellose Technik, die vielen Sprachsamples und die komplexe Umgebung leidet leider der Umfang des Spiels etwas, was vermutlich an der begrenzten Größe der DS-Karte liegt. Die drei Kampagnen mit insgesamt etwa 20 Missionen schafft man recht locker in etwa 5-7 Stunden. Allerdings ist es mit dem ersten Durchspielen nicht getan, denn wenn man eine Mission zum ersten Mal beendet, dann erhält man einen weiteren Schwierigkeitsgrad und schafft man diesen, dann noch einen weiteren.

 

Um das Spiel komplett zu beenden und alle Orden zu sammeln, muss man also jede Kampagne dreimal spielen. Durch den recht stark steigenden Schwierigkeitsgrad kann das durchaus fordern und damit die Spielzeit schnell verdreifachen. Wem das zu lästig ist, der wird alleine mit dem Spiel nur kurz Spaß haben. Allerdings sind die Missionen so unterschiedlich, dass man durchaus Lust hat, es nach dem ersten Durchspielen ein weiteres Mal zu versuchen. Da die Geschichte nicht so sehr im Fokus liegt, sondern eher die Erfahrungen auf dem Schlachtfeld, ist es auch nicht schlimm, wenn man schon weiß, was in den nächsten Missionen passieren wird.

 

 

Kriegsspiele mit Freunden!

 

Für alle, die das auf keinen Fall wollen, hat Gameloft einen einigermaßen umfangreichen Mehrspieler-Modus für bis zu vier Spieler eingebaut, der jedoch weder online noch mit nur einer Karte möglich ist, was man allerdings begrenzt verstehen kann. Während der fehlenden Wi-Fi Modus kaum zu verstehen und zu verschmerzen ist, kann man doch gut nachvollziehen, warum jeder Spieler eine eigene Karte braucht. Das System hat schon genug damit zu tun, die eigene Ansicht zu verarbeiten. Wenn man sich jetzt noch vorstellt, dass die Massen an Texturen, Sprachsamples und Animationen auch noch per Download an andere Systeme übertragen werden müssten, dann kann man sich leicht vorstellen, dass das nicht gehen kann. Hätten sich die Entwickler zu einem abgespeckten Einzelkarten-Modus hinreißen lassen, dann hätten wohl viele über die mangelhaften Optionen gemeckert. Demnach ist es einfach besser so. Nun aber zum eigentlichen Mehrspieler-Erlebnis:

 

Derjenige, der das Spiel einrichtet, legt die Optionen fest. Zunächst muss er sich für eine Karte entscheiden, wobei es eine Auswahl an Umgebungen aus der Solo-Kampagne gibt, die allesamt recht abwechslungsreich sind, so dass für jeden etwas dabei sein sollte. Danach muss der Modus festgelegt werden, wobei hier die Auswahl mit Todesmatch und Team-Todesmatch recht mau ausgefallen ist. Jedoch möchte ich mich nicht beklagen, weil man durch diese zwei Optionen gute und solide Spielmöglichkeiten hat, die zu jedem guten Shooter einfach dazugehören. Im vorletzten Schritt kann man entweder ein Zeit- oder ein Punktelimit festlegen, wobei man bei beiden Varianten ausreichend Möglichkeiten zur Auswahl hat. Zum Abschluss darf man sich noch dafür entscheiden, ob man eine amerikanische oder eine deutsche Uniform tragen will, also welchem Team man angehören möchte.

 

Sobald alle Einstellungen vorgenommen sind, können die Mitspieler einsteigen und dann dauert es nur noch einen kurzen Moment, bevor es los geht. Die Steuerung und die Grafik sind identisch zu denen des Einzelspieler-Modus, weshalb ich nicht weiter darauf eingehen werde. Aber natürlich macht es viel mehr Spaß, das Spiel gegen echte Gegner zu spielen, weil diese natürlich viel cleverer und taktischer agieren können, als die KI.

 

Trotz der nicht ganz so umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten, macht das Zocken zusammen sogar mehr Spaß, als die Solo Kampagne, was allerdings hauptsächlich an der kaum vorhandenen Geschichte in selbiger liegt. Es macht also kaum einen Unterschied, ob man alleine oder zu mehreren spielt.

 

Problematisch ist einzig die zwingende Bedingung, mehrere DS-Karten haben zu müssen, um in den Genuss des Mehrspieler-Modus zu kommen. Wie ich jedoch weiter oben schon erklärt habe, wäre es anders wohl kaum darstellbar gewesen. Jedoch bleibt auch hier zu sagen, dass die aufgezählten Schwächen dazu führen, dass es nicht ganz so gut ist, wie es sein könnte, aber dennoch sehr zu empfehlen.

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Mit Brothers in Arms DS hat Gameloft ein wahres technisches Meisterwerk vollbracht, das auf dem Handheld seines gleichen sucht. Die Technik ist einfach umwerfend und wird nur durch kleinere Fehler etwas getrübt. Auch das Gameplay kann überzeugen und trotz der recht ausgelutschten Thematik sollten alle Shooter-Freunde den Titel auf jeden Fall ausprobieren. Etwas störend ist leider der recht geringe Umfang, was aber durch den guten Mehrspieler-Modus und die hohe Motivation es mehrmals durch zu spielen, etwas gemildert wird. Lediglich der völlig fehlende Wi-Fi Modus ist eine echte Schwachstelle des Titels. Bleibt nur zu hoffen, dass ein weiterer Teil kommen wird, der die kleinen Mängel nicht mehr hat und dafür auch online spielbar ist. Das wäre dann das perfekte DS-Spiel. So ist Gameloft diesem Ziel nur sehr nahe gekommen.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

81%

Multiplayer

Release

05.06.07

Developer

Gameloft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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