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Reviews: Nintendo DS

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Igor DS: Das Spiel

Puzzle

20.10.2009

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Prolog

 

Angelehnt an den gleichnamigen Kinofilm brachte Deep Silver vor einigen Monaten Igor für Wii und DS auf den Markt. Die Wii Version war, um es vorsichtig auszudrücken, ein weniger gutes Spiel. Gleich vorne weg: Die DS Version ist definitiv besser, aber dennoch weit davon entfernt wirklich empfehlenswert zu sein.

 

Das Abenteuer spielt in einem Land namens Malaria. Der Erfinder Igor möchte zum ersten Mal an der jährlichen Evil Science Fair teilnehmen, wo die besten Wissenschaftler zusammenkommen, um ihre aktuellen Kreaturen zu präsentieren. Doch kurz vor der Veranstaltung wird Eva, Igors Schöpfung, entführt. Zusammen mit seinen Gefährten Scamper und Brain erschafft er kurzerhand ein neues Monster und macht sich auf die Suche nach Eva.

 

 

Das Gameplay

 

Am Anfang des Spiels müsst ihr zunächst mal eure Kreatur erstellen. Ihr bekommt dabei Teile umsonst aus der Recyclingfabrik und müsst diese in einem Minispiel zusammensetzen. Jedes Monster besteht dabei aus einem Kopf, Torso, linker und rechter Arm und äquivalent dazu natürlich auch aus einem linken und einem rechten Bein. Jeder Körperteil kann unterschiedliche Statuswerte mitbringen, die dann zu den Gesamtwerten der Kreatur führen. Im Prinzip ist Igor DS ein Kampfspiel, zumindest auf den ersten Blick. Wer schon mal Monster Lab für Wii oder DS gespielt hat, wird zunächst einige Parallelen erkennen.

 

Ihr bewegt eure Schöpfung von Wegpunkt zu Wegpunkt auf einer Karte. Diese umfasst ganz Malaria. Allerdings sind zu Anfang nicht alle Bereiche freigeschaltet. Neben Wegpunkten seht ihr auf der Karte auch Häuser etc., die ihr betreten könnt, wie zum Beispiel das heimische Labor, Geschäfte oder Kampfarenen. Apropos Kampf: Auf eurem Weg über die Karte und in bestimmten Arenen, werdet ihr von anderen Monstern angegriffen. Nachdem ihr euch entschieden habt, ob ihr den Kampf annehmen wollt, wechselt das Geschehen in eine Arena und die beiden Monster stehen sich gegenüber. Wer jetzt aber eine actiongeladene Prügelei erwartet, der wird überrascht sein. Denn ihr lasst eure Kreatur, anders als in Monster Lab, nicht direkt gegen den Feind antreten, sondern bestimmt das Schicksal in einem Puzzlespiel.

 

Dieses hat Ähnlichkeit mit Bejeweled: Verschiedenfarbige Blöcke, immer zwei aneinander, fallen von oben herab. Ihr müsst nun möglichst Gleichfarbige unten zusammenstapeln. Neben den Blöcken gibt es aber auch noch Explosionsteile in den gleichen Farben. Berühren diese eure Stapel unten, werden sie zerstört und ihr bekommt dafür Energie, um eure Angriffe aufzuladen: Links auf dem Touchscreen befinden sich sechs Felder. Vier davon für die Blöcke des Puzzlespiels – also rot, blau, gelb und grün. Mit jedem zerstörten Block im Spiel steigt die Anzeige parallel in dem entsprechenden Feld auf der linken Seite - von unten nach oben. Ab einer gewissen Höhe, wird der Angriff aktiv. Einmal das Feld berührt und schon seht ihr auf dem oberen Bildschirm, wie euer Monster zuschlägt. Allerdings hängt die Härte des Schlags von der erreichten Höhe der Anzeige im Feld unten ab, so dass man abwägen muss, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

 

Mit jedem Schlag, auch abhängig von der Härte, füllt sich das fünfte Feld auf. Sobald das Feld voll ist, könnte ihr durch Berührung eine Megakombo triggern, indem ihr die angezeigten Angriffsfelder in der richtigen Reihenfolge und innerhalb des Zeitlimits antippt. Das sechste Feld auf dem Touchscreen ist für Zaubertränke reserviert, die ihr während des Kampfes einsetzen könnt.

 

Für jeden gewonnen Kampf bekommt ihr Geld und oftmals auch Materialien wie Fels oder Schlamm. Mit den Materialien könnt ihr neue Körperteile kreieren, mit dem Geld lassen sich Zaubertränke und Rezepte kaufen. Letztere sind notwendig, um überhaupt das Monster verbessern zu dürfen.

 

Auf diese Weise kämpft ihr euch durch Horden von Monstern, unterbrochen von netten Textdialogen von Igor und seinen Gefährten, bis ihr letztendlich der Entführung von Eva auf die Spur kommt.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Technisch hat Igor DS wahrlich nicht viel zu bieten. Es gibt ein paar nette Standbilder, gute Dialoge und eine übersichtliche Oberkarte. Der Rest ist aber weniger ansehnlich. Vor allem die Kampfarenen samt eigenen Kreaturen sind an Hässlichkeit kaum zu überbieten. Wenn man sich schon schwer tut auf dem DS ein paar gut aussehende Polygonfiguren hinzubekommen, warum gestaltet man dann die Kämpfe nicht mit schön gezeichneten 2D Modellen und Hintergründen, die auch viel besser zum Aussehen von Igor und Co. passen würden?

 

Sound und Musik sind brauchbar, stechen weder besonders positiv noch negativ hervor.

 

 

Die Meckerecke

 

Zugegeben: Igor DS macht durchaus Spaß, was besonders an dem gut umgesetzten Puzzlespiel und an den vielfachen Möglichkeiten der Kreaturentwicklung liegt. Dennoch ist das Spiel höchst durchschnittlich, da einige Schnitzer den Spaß gleich wieder verderben. Hier ein paar Beispiele:

 

Das Spiel richtet sich eindeutig an Kinder. Aber der Einstieg des Abenteuers ist extrem zäh und höllenschwer. Ich habe eine halbe Ewigkeit gebraucht, um den ersten Arenakampf zu schaffen. Die Kreatur, mit der man startet, ist einfach zu schwach. Also habe ich mich entschieden erstmal Gegner auf dem Weg zu erledigen, um mir mit deren Materialien neue Körperteile zu schmieden. Leichter gesagt als getan. Denn erstens habe ich auch von denen des Öfteren eins auf die Mütze bekommen und zweitens braucht man für jedes Körperteil zu Anfang 16 mal das Material, also zum Beispiel 16 mal Fels. Nur leider gibt nicht jeder Gegner Fels und wenn, dann maximal 4 nach einem gewonnenen Kampf. Nachdem ich dann endlich genug beisammen hatte, habe ich meiner Kreatur einen neuen Torso gebaut und gleich mal angelegt. Voller Erwartung stürzte ich mich dann in den nächsten Kampf, um festzustellen, dass mein Monster nun satte 5 Kraftpunkte weniger hatte. Hallo? Wie kann man noch schlechter werden, als sein eh schon viel zu schwaches Ausgangsviech?

 

Da man aber auch keine Hilfen bekommt, welche Materialien für welche Körperteile am besten geeignet sind etc. und auch die Statuswerte sich nicht voraussehen lassen, verkommt das Ganze zu einer stupiden und frustrierenden Ausprobiererei.

 

Außerdem: Auch wenn das Puzzlespiel Spaß macht, wäre es mir viel lieber, wenn man wie in Monster Lab die Angriffe selbst auswählen könnte, quasi nach dem Motto „mach mit dem rechten Arm einen Uppercut“. Denn so spielt Glück eine viel zu große Rolle, zumal man nie weiß und sieht, was der Gegner sich gerade zurechtpuzzelt. Manchmal bekommen die eine ganze Auseinandersetzung lang fast nichts gebacken, um dann im nächsten Scharmützel gleich nach zwei Minuten eine Megakombo loszulassen.

 

 

Der Multiplayer

 

Igor DS bietet neben der Singleplayer-Kampagne auch noch einen Multiplayer-Modus. Ihr könnt dabei eure Kreaturen, entweder im Einzelkarten- oder im Multikartenmodus, wobei letzteres mehr Einstellungsmöglichkeiten bietet, gegeneinander antreten lassen. Das funktioniert soweit recht gut, krankt aber an denselben Problemen wie das Abenteuer. Wenn ich ein gutes Puzzlespiel gegeneinander zocken möchte, greife ich auf Tetris oder Bust-a-Move zurück. Hier wäre es viel besser gewesen, wenn man seine mühsam erschaffenen Kreaturen auch tatsächlich gegen die eines Freundes hätte kämpfen lassen können.

 


Wir danken Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Igor DS bietet eine Menge Möglichkeiten in die Rolle eines verrückten Wissenschaftlers zu schlüpfen und eigene, zwielichtige Kreaturen zu erschaffen. Dieser Ansatz wird aber quasi dadurch zerstört, dass man diese dann in einem Puzzlespiel gegeneinander antreten lässt, anstatt sie richtig in den Kampf zu führen. Das Puzzeln funktioniert zwar gut und macht auch Spaß, passt aber irgendwie nicht so recht zum Produkt und bringt aufgrund des nicht berechenbaren Glücksfaktors unnötig Frust ins Spiel. Igor DS ist sicherlich kein schlechtes Spiel, aber über den Status „Durchschnitt“ kommt es auch nicht hinaus.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

55%

Singleplayer

55%

Multiplayer

Release

23.07.09

Developer

Deep Silver

Publisher

Deep Silver

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (WLAN)

2


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