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Reviews: Nintendo DS

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Pokémon Ranger

Action Adventure

22.06.2007

Autor: Daniel Nicolin

 
Und täglich grüßt das Pokétier…

 

Als treu(doof)er Pokémon-Games-Tester kommt man nicht umhin, sich mitunter auch die mehr oder minder überflüssigen Abklatsche (oder so ähnlich) besagter Reihe zu Gemüte führen zu müssen. Nicht, dass dies zwingend schlecht sein muss! Nein. Nur wenn’s schlecht gemacht ist. Und das war in besonderem Maße „Pokémon Mystery Dungeon“ zweifellos.
Nun muss sich also auch der nächste Ableger einer genaueren Obduktion unterziehen.

 

Nach der obligatorischen und unter emanzipatorischen Gesichtspunkten als völlig korrekt zu bezeichnenden eminent wichtigen Wahl eures Geschlechts (und nicht schummeln!) zu Beginn geht es auf ins Abenteuer, denn ihr erhaltet vom allerhöchstobersten Pokémon-Ranger-Anführer-Ober-Chef-Boss einen Brief, der euch gleichsam mit ins Team holt. Nun dürft ihr also auch die Natur, die Tiere, die Menschen, die Pokémon, ja die gesamte Fiore-Region vor allerlei Ungemach bewahren.

 

Praktisch sieht das Ganze wie folgt aus: Ihr steuert Eure kleine Gruppe per Stylus oder per Steuerkreuz durch die Lande und erhascht mal wieder (un)freiwillig Aufträge jedweder Art („Mein Pokémon ist weggerannt, bitte sucht es für mich! [Tot oder lebendig!]“ u.ä.), die sich in altbekannter Weise als doch gar nicht so „jedwed“ herausstellen, sondern meist ungemein ähnlich ablaufen. Als ungeheuer fiese Konkurrenten stehen euch im Verlauf des Abenteuers zudem die Mitglieder der gruseligen Power-Rock-Bande gegenüber.

 

Kreislaufprobleme

 

Die Pokémon werden auch dieses Mal, ähnlich wie schon beim indirekten Vorgänger „Mystery Dungeon“, nicht allesamt in Pokébällen eingefangen, um sie dann zu behalten, sondern sie werden lediglich katalogisiert (in Eurem nigelnagelneuen multifunktionalen FangKom, der neben einem Poké-Katalog auch ein allwissendes Glossar bereithält) und können euch nur in der jeweiligen Fang-Region auf Wunsch begleiten. Der Fangvorgang spielt sich – ungewohnt actionreich – wie folgt ab: Ihr müsst mittels Touchscreen und Stylus Kreise um das zu fangende Pokémon ziehen. Die Anzahl der benötigten ununterbrochen (!) zu ziehender Kreise variiert je nach Stärke des leider meist nicht sehr still haltenden Poké-Opfers. Ganz kritisch wird’s, wenn die Viecher auch noch auf die Idee kommen, Gegenangriffe zu starten.

Denn wird euer wirres Herumgekreisel vom Angriff getroffen, so verliert Ihr Energie. Nun gilt es also zu entscheiden und abzuwägen, ob ihr lieber auf „Nummer Sicher“ geht und Euren Fangversuch kurzzeitig unterbrecht, bis der Poké-Gegenangriff ins Leere gelaufen ist (und Ihr danach Euren Fangversuch wieder von vorn beginnen wollt), oder ob ihr es noch rechtzeitig schaffen könntet, die noch fehlenden Umkreisungen zu vollenden und so den Kampf zu gewinnen, bevor der sich abzeichnende Konter stattfindet und Euch Schaden zufügt.

 

Der somit etwas hektische Kampfmodus lässt es nicht ohne weiteres zu, dass sich das Game allzu gemütlich im Bett zocken lässt, oder gar in Bus und Bahn (mal abgesehen davon, dass ein eventueller Sitznachbar einige Ellbogen abbekommen könnte, kann man sich sicher sein, die Blicke des gesamten Abteils auf sich gelenkt zu haben). Versucht einfach mal, unter dem Druck eines Zeitlimits ein paar dutzend Mal eine kreisförmige Bewegung um ein sich hektisch bewegendes Objekt zu machen. Tourette Syndrom lässt grüßen.

 

Hilfestellung

 

Die wenigen Euch begleitenden Pokémon greifen sogar auf Wunsch aktiv in den Kampf ein, können Euch also durchaus unterstützen und bspw. eure Gegner kurzzeitig lähmen oder deren Bewegungsfähigkeit zumindest einschränken. Je höher die Entwicklungsstufe desto umfassender fällt diese Hilfe aus. Nach einem Einsatz verschwindet das jeweilige Pokémon aber leider aus eurer Truppe. Einige spezielle Fähigkeiten eurer Pokémon werden sogar zwingend benötigt, um im Spiel weiter voranzuschreiten, denn hin und wieder auftretende Alibirätseleinlagen (allseits bekannte Aktionen wie das obligatorische Bäume-Fällen u.ä.) erfordern weniger den Einsatz eures Gehirns, immerhin aber den eines Pokémon. Wählt also weise, welches Getier ihr unterwegs freilasst, und welchen Ballast ihr mitschleppen wollt.

 

Zusätzlich zum typischen Levelaufstieg durch Ansammeln von Erfahrungspunkten (der die Energie eures Fangcom erhöht und eure Fangleine verlängert) gilt es auch durch erfolgreiches Bestehen innovationsloser Aufträge höhere Ränge zu erklimmen, wenn dies vom jeweiligen Sektionsleiter Ranger-Basen so bestimmt wird. Das Ganze hat den nützlichen Nebeneffekt, dass euch kleine Extras zuteil werden, bspw. ein vereinfachter Städtetransfer oder die Fähigkeit, eine größere Anzahl verschiedener Pokémon mit euch führen zu dürfen/können/müssen.

 

Déjà-vu

 

Die technische Umsetzung reißt gewohntermaßen leider nicht vom Hocker und hat sich (ebenso leider) mittlerweile anscheinend zum Trademark der Reihe entwickelt: Halbwegs farbenfrohe, zweckmäßige Grafik mit Umgebungen und Hintergründen, die mal mehr und mal weniger gefallen können und insgesamt nicht vor Detailreichtum strotzen, zudem halbwegs brauchbare Animationen aller Charaktere und auch aller charakterlosen Personen – das alles ergibt die traditionell gewohnte durchschnittlich solide visuelle Umsetzung eines jeden Pokémon-Games, die hier vielleicht sogar eher positiv (aber nur im Vergleich zu vorherigen Teilen!) heraussticht.

 

Der Sound fällt dagegen in gewohnter Weise wieder stark nach unten ab, lässt die immergleiche Dudelei als Einerlei und Einheitsbrei auf Eure Ohren los, so dass auch Melodien mit halbwegs brauchbaren Ansätzen schnell zu Tode gespielt werden. Die Soundeffekte sind noch einen Tick grausamer: Da hat sich seit dem 8 Bit Game Boy anscheinend nichts getan. Wirklich zum Abgewöhnen, wenn mal wieder eines Eurer Knuddelviecher geräuschmäßig auf den Teppich zu kotzen scheint!

 

Ein weiteres Manko ist der geringe Umfang. Zwar gibt es locker über 200 Pokémon zu bestaunen, dennoch dürfte ein/e Durchschnittszockerlein/line nach circa 12 Stunden den Abspann zu Gesicht bekommen haben. Auch Entdeckertum wird weder gefördert, noch belohnt. Das Spiel ist dermaßen linear ausgelegt, dass ihr einen Auftrag nach dem anderen abarbeitet und nicht einmal das jeweils dem Auftrag zugehörige Gebiet vorzeitig verlassen könnt.

 

Multiplayer

 

Fehlanzeige.

 

 

Wir danken Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Leidlich besser als „Pokémon Mystery Dungeon“ präsentiert sich nun „Pokémon Ranger“. Eine nach einigen Spaßmomenten aufgrund des neuartig scheinenden Konzepts sich schnell einschleichende Monotonie – wiedermal bedingt durch die immer wieder gleich aufgebauten Missionen, aber auch bedingt durch ellenlange, nichtssagende Textpassagen - im Spielablauf macht sich sogar trotz der äußert geringen Spielzeit breit. Nicht nur aus diesem Grunde schliddert der Titel auch gekonnt an der eigentlichen Zielgruppe der Nintendo-Jüngsten vorbei. Die dargebotene technische Standardkost mit zweckmäßiger Grafik und Durchhänger auf der akustischen Seite trägt sicherlich auch ihren Anteil dazu bei, dass der Titel schnell auf der Liste der „Spiele, die man nicht haben muss“ stehen wird. Für die unverbesserlichen Hardcore-Pokémon-Fanatiker bestimmt trotz alledem ein Pflichttitel.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

50%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

erhältlich

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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