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Reviews: Nintendo DS

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Professor Layton und die Schatulle der Pandora

Adventure

02.11.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Luke und Layton sind zurück!

 

In Deutschland ist nicht mal ein Jahr vergangen, seit Professor Layton und sein junger Assistent und Gehilfe Luke das Geheimnis des Dorfes Saint Mystère lösen konnten und damit den Dorfbewohnern zu einem glücklichen Ende verhalfen; mehr oder weniger zumindest. Nun ist vor kurzem der Nachfolger bei uns erschienen, was letzten Endes doch schneller ging als erwartet. Denn Teil 1 der Reihe hat sich bei uns konstant so gut verkauft, dass Nintendo dem Nachfolger sogar deutsche Sprachausgabe verpasst hat. Aber dazu später mehr, zunächst zum Spiel.

 

Professor Layton erhält einen geheimnisvollen Brief von seinem Mentor Dr. Andrew Schrader, der ihn dazu verleitet, ihm gemeinsam mit Luke einen Besuch abzustatten. Doch bevor es dazu kommen kann, müssen die beiden erstmal die Karte, die den Weg zum Ziel zeigt, wieder richtig zusammensetzen, das erste Rätsel beginnt also. Kaum ist es gelöst und die beiden Protagonisten am Zielort angekommen, müssen sie in weiteren Rätseln die Wohnung von Dr. Schrader im Haus ausfindig machen und dann das Schloss knacken. Erschrocken finden sie ihn tot am Boden liegend, unwissend, was ihm zugestoßen sein könnte. Das erste von zehn Geheimnissen des Spiels ist offenbart und verlangt nach Klärung.

 

Den in der Wohnung gefunden Hinweisen folgend, steigen die beiden in den Molentary-Express, der sie zu einem bisher unbekannten Ziel führen soll. Auf der Fahrkarte für diesen Zug, die sie in besagter Wohnung fanden, gibt es nämlich keine Angabe über den Zielort. Doch auch dieses Geheimnis wird sich im Laufe des Spiels lüften lassen.

 

Und so reisen die beiden in dem luxuriösen Zug durchs Land und erreichen, nach einem kurzen Zwischenstopp, ihr endgültiges Ziel, um sich rätselnd bis zur Klärung aller Geheimnisse durchzuschlagen. Am Spielprinzip hat sich also glücklicherweise gar nichts geändert. Aber dennoch gibt es einige Neuheiten.

 

 

Die Evolution der Rätsel!

 

Am wichtigsten sind im Spiel natürlich die zahlreichen Rätsel, die der Spieler immer wieder lösen muss. Insgesamt gibt es nun mehr als 150 Stück, wobei über 130 davon direkt im Spiel zu finden sind und der Rest erst nach Abschluss bestimmter Aufgaben außerhalb des Spiels verfügbar wird. Einige Rätsel sind dabei Pflicht, das heißt, man muss sie lösen, um an einer Stelle weiter zu kommen. Andere sind optional oder gar versteckt, so dass man sie nicht unbedingt knacken muss. Es empfiehlt sich jedoch, von Anfang an so viele wie möglich zu lösen, denn an einigen Stellen wird man nur weiter gelassen, wenn man eine bestimmte Anzahl gelöst hat.

 

Die Rätsel selbst sind dabei ähnlich aufgebaut wie im Vorgänger, sie sind aber natürlich komplett neu. Mal muss der Spieler eine versteckte Logik erkennen, mal mathematische Aufgaben lösen, mal ein Muster finden usw. Die Vielfalt der gestellten Rätsel ist recht groß, allerdings scheinen sie mir etwas weniger innovativ im Vergleich zum Vorgänger. Ich hatte oft den Eindruck, dass sich die Entwickler nur noch mehr Aufgaben einfallen lassen wollten und dabei teilweise vergessen haben, dass der Spieler vor allem in der Lage sein muss, das Rätsel auch aus eigener geistiger Kraft zu lösen. Mir ist das nicht immer gelungen, so dass ich hier und da auf die bis zu drei möglichen Hinweise zurückgreifen musste. Beim Vorgänger ging mir das noch nicht so.

 

Zum Lösen der Aufgaben wird natürlich wieder der Stylus verwendet, aber es kommt auch eine andere Eingabemöglichkeit zum Tragen, die ich euch hier jedoch nicht verraten möchte. Die Steuerung funktioniert einwandfrei und auch die Notiz-Funktion, mit der man sich in allen Rätseln Dinge notieren kann, ist gut bedienbar.

 

Eine weitere Möglichkeit, geheime Rätsel zu finden, ist die Kamera. In der ersten Hälfte des Spiels findet man immer neue Einzelteile eines Fotoapparates, der sich irgendwann komplett zusammenbauen lässt. Damit kann man dann an neun Stellen im Spiel Bilder schießen, die jedoch die Realität nicht komplett richtig wiedergeben. Findet man die drei Fehler pro Bild, kann man an dieser Stelle in der echten Welt ein geheimes Rätsel finden. Ebenso hilft der dicke Hamster indirekt bei den Aufgaben. Man bekommt den Kerl mit original Berliner Akzent im Zug vom Koch mit der Aufgabe übergeben, ihn fit zu machen. Die diversen Gegenstände, die man dazu findet, muss man in seinem Käfig so aufstellen, dass er sich möglichst viel bewegt und dadurch abnimmt. Kaum ist er schlank, spürt er Hinweismünzen auf, die man braucht, um bei den Rätseln Hinweise freizuschalten.

 

 

Eine neue Geschichte!

 

Die ganze Story des Spiels ist natürlich auch neu und wie schon beim Vorgänger dauert es auch hier ewig, bis man verstanden hat, worum es eigentlich genau geht. Lange Zeit ist man auf der Jagd nach Hinweisen und kann schon das eine oder andere Geheimnis lüften, ohne jedoch bis ganz kurz vor Schluss zu erfahren, wozu das Ganze eigentlich führen wird. Und dafür, dass ein solches Mysterium aufgebaut wird, fand ich das Ende extrem enttäuschend. Schon beim Vorgänger kam an dieser Stelle ja eine gute Portion Science Fiction dazu, nun ist es gar noch weiter von der Realität weg. Auch wenn die Erklärungen irgendwie logisch sind, rechnet man als Spieler doch nicht damit, dass es so deutlich abhebt. Klar, es ist ein Spiel im Mystery-Genre, aber die ganze Zeit über bleibt es der Realität scheinbar recht nahe, bevor man am Ende erfährt, was wirklich gewesen ist. Das hat mich ein wenig unzufrieden zurück gelassen.

 

Nichtsdestotrotz ist die Geschichte spannend erzählt und clever mit Wendungen versehen, so dass man für die knapp 15 Stunden Spielzeit sehr gut unterhalten wird. Vor allem die Vielzahl an kuriosen Charakteren und Örtlichkeiten sorgen dabei für zusätzliche Abwechslung. Man muss sich nur bewusst sein, dass das Ende nicht ganz so ist, wie man es erwarten würde. Leider!

 

 

Die technische Seite!

 

Grafisch hat sich am Spiel seit dem ersten Teil kaum etwas verändert. Die gezeichneten Hintergründe sehen nach wie vor toll aus und sorgen für die richtige Stimmung. Auch die Zwischensequenzen, bei denen die Figuren zwar nur den Mund bewegen, sind gut gelungen. Das liegt daran, dass einige davon nun deutsche Sprachausgabe bieten, was vor allem für ein jüngeres Publikum von Interesse sein dürfte. Einige Sequenzen sind auch in echten Videos dargestellt, deren Qualität zum Vorgänger aber leider etwas nachgelassen hat. Das kommt wohl daher, dass es jetzt fast doppelt so viele Videos gibt und die natürlich irgendwie auf die kleine DS-Karte passen müssen. Schade ist es dennoch, denn ich hätte lieber ein paar weniger davon gezeigt bekommen, die dafür aber so perfekt aussehen wie im Vorgänger.

 

Die Musik ist ein absolutes Highlight. Es gibt zwar nur recht wenig Auswahl, aber die Stücke sind allesamt so gelungen, dass man (ich zumindest) selbst beim 150. Rätsel noch bei der zum denken anregenden Hintergrundmusik mitsummte. Soundeffekte gibt es quasi nicht, dafür aber die schon erwähnte deutsche Sprachausgabe, die qualitativ absolut überzeugen kann. Hier hat Nintendo keine Kosten und Mühen gescheut, dass sich das Ganze wirklich hören lassen kann. Etwas schade ist es für mich dennoch, denn die englischen Stimmen im ersten Teil haben mir wegen dem tollen britischen Akzent sehr gut gefallen. Aus Platzgründen gibt es diese Variante in der deutschen Version dieses Spiels leider nicht.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

 


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Fazit

Professor Layton und die Schatulle der Pandora ist ein durchaus gelungener Nachfolger, der durch zahlreiche Rätsel, eine spannende Geschichte und saubere Technik überzeugen kann. Vor allem die deutsche Sprachausgabe ist absolut erwähnenswert, hoffentlich baut Nintendo das in Zukunft bei anderen Spielen weiter aus. Dennoch stören ein paar Dinge, wie zum Beispiel hier und da nicht so ganz logische Rätsel, die am Ende total abgedrehte Story und insgesamt zu wenig Neuerungen im Vergleich zum ersten Teil. Dennoch bleibt auch der neue Layton ein absoluter Pflichtkauf für alle Rätsel- und Mysteryfreunde.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

89%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

25.09.2009

Developer

Level5

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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