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Reviews: Nintendo DS

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Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen

Sport

02.12.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Das erste gemeinsame Abenteuer von Mario & Sonic!

 

Es ist erst knapp zwei Jahre her, dass Mario und Sonic erstmals gemeinsam in einem Spiel auftraten. Bei den Olympischen Sommerspielen waren außerdem jede Menge weitere Charaktere aus den beiden Universen dabei und traten in zahlreichen Sportarten direkt gegeneinander an. Dieses Unterfangen ist auf der Wii ein wenig besser geglückt als auf dem DS, weil es dort naturgemäß etwas schwerer ist, ein gescheites Mehrspieler-Match durchzuführen, denn man braucht dazu ja mehrere Konsolen und mehrere Kopien des Spiels. Daher haben sich die Entwickler für diesen zweiten Teil ein Extra einfallen lassen, das die Handheld-Version deutlich von der für Nintendos aktuelle Heimkonsole abheben und auch bei Einzelspielern für jede Menge Spielspaß sorgen soll. Und ich kann schon jetzt sagen, dass das gelungen ist.

 

Den Hauptteil der DS-Version machen nämlich nicht, wie der Titel vermuten lässt, die vielen Sportarten aus, obwohl sie natürlich eine wichtige Rolle spielen. Neben den Möglichkeiten, die Sportspiele auch einfach nur so alleine oder mit Freunden zu zocken, wurde ein Abenteuer-Modus eingebaut, den man sich in etwa wie ein Spiel der Mario & Luigi Reihe vorstellen kann. Die beiden Helden kommen im Olympischen Dorf an und stellen fest, dass der Winter irgendwie abhanden gekommen ist. Dahinter stecken natürlich Bowser und Dr. Eggman, die die Wintergeister gekidnapped haben, was dazu führt, dass der Schnee ausbleibt und die Winterspiele nicht möglich wären. Das gilt es natürlich abzuwenden, also machen sich die beiden einstigen indirekten Rivalen auf, gemeinsam das Chaos zu beseitigen.

 

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines der beiden Helden – welcher jederzeit durch die X-Taste gewechselt werden kann – und bewegt sich über das aktuelle Gebiet auf einer der beiden Inseln. Insgesamt gibt es sechs solcher Bereiche, die man erkunden muss, um somit den Bösewichten nach und nach auf die Schliche zu kommen. Dabei stellen sich den beiden nicht nur Hindernisse in den Weg, sondern natürlich auch andere Charaktere aus beiden Welten, sowohl böse als auch gute. Diese muss man dann in einem direkten Duell besiegen, um weiter zu kommen, was dann natürlich über die diversen Wintersportarten ausgetragen wird. So arbeitet man sich Stück für Stück durch die Geschichte, es schließen sich neue Charaktere dem Team an, neue Bereiche werden freigeschaltet und am Ende steht man den Bösen zum finalen Wettkampf gegenüber.

 

Insgesamt bietet dieser Modus etwa 10-20 Stunden Umfang, kann also an sich als vollwertiges Spiel durchgehen. Dass es daneben noch die Inhalte eines kompletten Sportspiels gibt, ist da fast nebensächlich. Allerdings ist der Abenteuer-Modus keineswegs perfekt, denn neben dem sich schnell einstellenden Monotonie-Gefühl, stören auch einige der sportlichen Aufgaben. Man bereist abwechselnd ein Gebiet der Winter- und der Trauminsel, auf denen es komplett unterschiedliche Sportarten gibt. Während die Winterinsel die normalen Olympischen Disziplinen beherbergt, gibt es auf der Trauminsel Wettbewerbe, die nicht so ganz realistisch sind, so zum Beispiel Skispringen mit Raketenantrieb, Abfahrt mit Items oder Eishockey mit Sonderregeln. Diese so genannten Traumdisziplinen gefallen mir persönlich gar nicht, weil der Glücksfaktor oft einfach zu dominierend ist und man oft nur weiter kommt, wenn man einfach mal Glück hat. Das kann schnell nervig werden, denn einige Aufgaben muss man natürlich zwingend schaffen, um weiter zu kommen.

 

Monotonie stellt sich ein, weil man zwar verschiedene Gebiete bereist und auf unterschiedliche Charaktere trifft, man aber irgendwie immer dasselbe tut. Entweder muss man eine bestimmte Figur suchen und sie schlagen, ein neues Sportgerät finden oder vier Eiskristalle durch vier gewonnene Sportspiele erhalten, um eine Eiswand überwinden zu können. Hier und da sind auch ein paar andere Dinge eingebaut, so dass sich die Monotonie einigermaßen in Grenzen hält, aber wirklich abwechslungsreich ist der Modus nie, außer eben durch die verschiedenen Sportmissionen.

 

Davon abgesehen ist die Idee schlicht genial, denn sie macht den Titel auch auf dem DS interessant, da man die kleine Konsole ja mitnehmen kann und dann in der Regel nur alleine spielt. So bekommt man eine ganze Menge Content fürs Geld, auch wenn es vielleicht nicht perfekt umgesetzt ist, die Erwartungen werden allemal weit übertroffen. Aber wie schon gesagt, daneben gibt es auch noch das ganz normale Sportspiel.

 

 

Das zweite gemeinsame Sportspiel von Mario & Sonic!

 

Hier kann ich mich zum Glück etwas kürzer fassen, denn obwohl es insgesamt fast 30 Sportarten in den beiden Kategorien gibt, hat man im Teil abseits des Abenteuers doch nur die Möglichkeit, diese Wettbewerbe einfach gegen menschliche oder von der CPU gesteuerte Gegner anzutreten, leider jedoch nicht online. Dabei kann man sowohl nur eine Sportart auswählen als auch drei, vier oder fünf davon direkt nacheinander. Außerdem gibt es noch drei Partyspiele als Gimmick, die quasi eine Art Mini Mario Party darstellen. So spielt man hier zum Beispiel Glücksbingo, wobei sich die Spielkarte neben dem Losglück auch durch Erfolge bei Sportarten füllt. Zuletzt gibt es auch noch die Möglichkeit, seine gespeicherten Geistdaten anzusehen und mit Freunden zu tauschen.

 

Der Mehrspieler-Modus ist dabei sowohl mit nur einer Karte als auch mit mehreren für maximal vier Spieler möglich. Bei einem Einzelkartenspiel ist die Auswahl an Charakteren und Sportarten natürlich ebenso begrenzt, wie die Ladezeiten lang sind.

 

Viel wichtiger als dieser Rahmen und quasi Herzstück von Abenteuer- und Sport-Modus sind natürlich die Disziplinen, die Sega dieses Mal extrem gut gelungen sind. In beiden Oberkategorien gibt es noch acht Unterkategorien in die die Sportarten einsortiert sind. Bei den Olympischen Disziplinen gibt es zum Beispiel den Skisport mit der Buckelpiste, Skilanglauf, der Nordischen Kombination etc., den Bobsport mit Bob und Skeleton oder den Eislauf mit verschiedenen Variationen. Bei den Traumdisziplinen gibt es Kategorien wie Snowboard (Traum), Schneekanone (Traum) und Eishockey (Traum), deren Inhalte wohl selbsterklärend sind. Diese sind nicht nur grafisch alle unterschiedlich dargestellt, teilweise in 2D, teilweise in 3D und teilweise irgendwo dazwischen, sondern sie unterscheiden sich vor allem durch die Steuerung.

 

 

Die drei Arten der Steuerung!

 

Neben den vielen verschiedenen Sportarten an sich, ist es natürlich auch essenziell wichtig, wie viel Abwechslung die Entwickler diesen über die Steuerung mitgegeben haben. Auch hier haben sie ihre Hausaufgaben gemacht und schaffen eines der abwechslungsreichsten und gelungensten Spiele, was die Bedienung angeht. Dabei werden in den Sportarten ganz grob drei verschiedene Schemata unterschieden:

 

So kann man ein Sportspiel zum Beispiel komplett mit dem Touchpen bedienen, was zum Beispiel beim Eishockey zum Einsatz kommt, wo man die Figuren durch ziehen bewegt und durch tippen den Puck schießt oder beim Skisprung, wo sowohl die Abfahrt als auch Flug und Ladung über den Touchscreen durch Berührungen beeinflusst werden. Die zweite Möglichkeit ist die Steuerung über die Schultertasten, die zum Beispiel beim Eisschnelllauf das linke und rechte Bein getrennt steuern. Zu guter letzt kann man auch noch mit Steuerkreuz und A, B, X und Y steuern, was zum Beispiel beim Biathlon oder in der Halfpipe dazu dient, den Charakter zu bewegen und Aktionen auszuführen.

 

Sämtliche Eingabemethoden sind absolut sauber programmiert und funktionieren einwandfrei. Zusätzlich merkt man deutlich die Unterschiede der 20 Charaktere aus den beiden Welten, die sich in Krafttyp (z.B. Bowser) Alleskönner (z.B. Mario), Geschwindigkeitstyp (z.B. Sonic) und Fertigkeitstyp (z.B. Silver) unterscheiden und unterschiedliche Ausprägungen bei den Eigenschaften Tempo, Springen, Kraft, Technik und Ausdauer haben. Warum ich das im Kapitel Steuerung schreibe? Ganz einfach, weil sich die Unterschiede der Charaktere bei den Bedienung am ehesten herausstellen, denn während Peach als Fertigkeitstyp beim Biathlon den Schussteil ganz leicht meistert, weil das Fadenkreuz sehr viel weniger unruhig ist, stellt sich beim Skiteil eher Shadow als Geschwindigkeitstyp als richtige Wahl heraus, weil man ihn bei hohem Tempo leichter steuern kann.

 

Wichtig ist aber eigentlich nur, dass alles wunderbar klappt und es mehr als genug Abwechslung gibt. Auch auf den Umgebungskarten des Abenteuer-Modus funktioniert die Steuerung der beiden Figuren einwandfrei, sowohl per Touchpen als auch mit den Tasten. Die Entwickler haben sich hier absolut nicht lumpen lassen.

 

 

Die vier Bewertungskriterien eines Tests!

 

Okay, ich gebe zu, dass ich diese Überschrift nur gewählt habe, damit der roten Faden nicht abreißt, aber irgendwie passt es dann ja doch zu unseren Tests, schließlich vergeben wir Punkte in vier verschiedenen Bereichen. Dass es für die schon ausführlich beschriebene Steuerung fünf Punkte geben wird, brauche ich wohl nicht näher zu erläutern und auch die fast Höchstwertung beim Spielspaß wurde schon umfassen erklärt. Bleiben noch Grafik und Sound.

 

Erstere ist noch mal ein Stück besser als beim Vorgänger, krankt aber dennoch an denselben Problemen. Zwar sind die Sportstätten der kommenden Olympiade originalgetreu dargestellt und sehen auch sehr gut aus, allerdings spielt alles im Winter und daher ist die vorherrschende Farbe ein reines Weiß, was nicht gerade für optische Abwechslung sorgt. Durch die vielen Sportarten an unterschiedlichen Orten relativiert sich das zwar ein wenig, ebenso wie durch die Umgebungen im Abenteuer-Modus, aber unterm Strich wäre hier mehr drin gewesen. An der Technik an sich gibt es jedoch nichts zu bemängeln, weshalb ist hier solide vier von fünf Punkten gibt.

 

Sound und Musik stehen auf einem komplett anderen Blatt. Während die Musik trotz des mir persönlich viel zu stark weihnachtlich angehauchten Stils noch erträglich ist, gehen vor allem die Sprachsamples der Charaktere gar nicht. Jede Figur hat quasi ein Wort, das sie spricht, wenn sie etwas zu sagen hat. Man liest also den Text auf dem Bildschirm, bekommt dazu aber auch eine akustische Unterstützung. Diese sind jedoch absolut misslungen, da sie sich wirklich bei jedem Satz wiederholen und daher nach wenigen Minuten im Abenteuermodus anfangen zu nerven. Besonders schlimm ist das „Hanky“ vom Toad, der die beiden Helden begleitet und berät. Was die Entwickler da geritten hat, möchte ich echt mal wissen. Da die übrigen Soundeffekte auch nicht wirklich positiv auffallen, bleibt mir zum Abschluss nur eine schlechte Bewertung!

 

 

Vielen Dank an Sega für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Im direkten Vergleich zum ersten Teil der Reihe kann Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen auf dem DS gar nicht verlieren. Es gibt mehr Sportarten, mehr Charaktere, abwechslungsreichere Steuerungsoptionen und einen waschechten und vollwertigen Abenteuer-Modus, der den Titel auch für Einzelspieler mehr als interessant macht. Dazu passt die Grafik und auch der soundtechnische und musikalische Wehrmutstropfen kostet nicht allzu viele Punkte. Wenn das Abenteuer noch einen Tick abwechslungsreicher und in Teilen weniger von Glück abhängig gewesen wäre, dann hätte das Spiel eine absolute Traumnote erhalten. Der Mehrspieler-Modus bekommt ein leicht schlechtere Note als der Vorgänger, da ein Online-Modus heute noch mehr Pflicht ist als er es vor zwei Jahren noch war. Auch damit ist es immer noch ein sehr gutes Spiel, das auf jeden Fall unter den Weihnachtsbaum eines jeden DS-Besitzers gehört!

Grafik

gut

Sound

schwach

Steuerung

super

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

79%

Multiplayer

Release

16.10.2009

Developer

Sega

Publisher

Sega

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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