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Reviews: Nintendo DS

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Wario Master of Disguise

Jump 'n Run

26.06.2007

Autor: Mario Kablau

 

Der Purpurwind schlägt zu! Leise aber tödlich!

 

Zu Beginn des Spiels sitzt Wario auf einem Sessel in seinem Wohnzimmer und richtet seine volle Aufmerksamkeit auf die Glotze. Als dort eine Show gezeigt wird, die von einem berühmten Meisterdieb berichtet, wird er neugierig. Natürlich kann er das auch, ja sogar sehr viel besser. Und auf einmal findet er sich selbst in der Show und damit im ersten Kapitel seines Abenteuers wieder. Dort stößt er direkt auf den Meisterdieb und zeigt ihm was er drauf hat, indem er seinen Stab klaut.

 

Dieser stellt sich dann Wario plötzlich als Stilgut vor und zeigt dem Antihelden, wie er am besten zum Meisterdieb werden kann. Als Wario wird er kaum zu großen Reichtümern kommen, denn er ist zu dick, zu langsam und generell nicht als Dieb geeignet, also verwandelt er seinen neuen Meister in einen Meisterdieb, womit der Purpurwind geboren ist. Nun kann Wario schleichen, höher springen und schneller laufen. Neben dieser Verkleidung werden im Laufe des Spiels noch weitere dazu kommen, worauf ich aber später eingehen werde.

 

Da die Show zeigen sollte, wie ein Luxusschiff ausgeraubt wird, befindet sich Wario nun auch dort. Der bisherige Star der Show ist natürlich nicht froh darüber, das Wario nun seinen Platz einnehmen will, also setzt er sich zur Wehr und baut diverse Fallen auf dem Schiff ein. Nun übernimmt der Spieler erstmals die Kontrolle und muss sich an den Fallen vorbei schleichen, um sich am Ende des ersten Kapitels dem bitterbösen Ex-Star zu stellen. Doch damit geht es dann erst richtig los. Der Purpurwind wird auf eine Spur gebracht, die ihn zum größten Schatz aller Zeiten führen kann: Der Wunschtafel, die seinem Besitzer jeden Wunsch erfüllen kann. Gierig wie er ist, macht er sich also ohne weitere Überlegungen auf die Suche danach.

 

 

Karneval in Wario Land?

 

Wie schon erwähnt, sind Verkleidungen im Spiel sehr wichtig. Im Laufe der Zeit bekommt Wario insgesamt 8 Kostüme mit unterschiedlichen Eigenschaften. Während der Purpurwind hoch springen und schnell laufen kann, zeichnet sich der Weltraumfahrer mit einer Strahlenpistole aus, der Pirat kann schwimmen und der Forscher sieht Dinge, die den anderen verborgen bleiben.

 

Da man das Spiel mit vier Tasten und dem Touchscreen spielt (4 Tasten für Rechtshänder und 4 Knöpfe für Linkshänder zum Bewegen und der Touchscreen für Spezialaktionen) liegt es nahe, dass man die Verkleidungen zeichnen muss, um sie anzulegen.

 

Der Purpurwind ist einfach nur ein normaler Haken, für den Weltraumfahrer zeichnet man eine Kugel um Warios Kopf, für den Pirat malt man einen Schiffsbug und um Forscher zu werden eine Lupe. Hier muss man leider direkt sagen, dass die Symbole zwar recht unterschiedlich gewählt sind und auch gut zu zeichnen sind, allerdings kommt es vor allem in hektischen Situationen vor, dass man sich verklickt und dadurch unnötig Energie verliert.

 

Auf seinem Weg findet der Antiheld diverse Edelsteine, die seine Kostüme stärker machen, so dass man jedes Outfit zweimal aufleveln kann, um zum Beispiel höher zu springen oder schneller zu laufen. Die Energieanzeige in Form von Anfangs 5 Herzen kann man auch durch spezielle Items insgesamt verdoppeln.

 

Wie schon gesagt, bewegt man Wario mit dem Steuerkreuz und führt die Spezialaktionen der Kostüme mit dem Stylus durch. Die Aktionen funktionieren dabei sehr gut und gehen leicht von der Hand, da sie in jedem Kostüm recht eindeutig sind. Ebenso gehen die Bewegungen ganz gut, auch wenn es manchmal ein wenig schwierig ist, punktgenau zu landen, da man dafür auf dem Steuerkreuz gleichzeitig in zwei Richtungen drücken muss, was nicht immer optimal funktioniert.

 

 

Auf Schatzsuche durch Schiffe und... ähm... Museums!

 

Auf seinem Abenteuer muss Wario immer wieder neue Areale erkunden und Schätze finden. Wie in einem typischen Jump&Run läuft man dabei durch verschiedene Räume und versucht einen Weg zum Ziel zu finden. Und gerade das ist eine der großen Schwachstellen in diesem Spiel: Das Leveldesign.

 

Schon im ersten Kapitel läuft man teilweise minutenlang ziellos umher, weil es keine Tipps oder irgendwelche logischen Andeutungen gibt, die einem bei der Suche nach dem Ziel helfen könnten. Dieses Problem zieht sich leider durch das ganze Spiel, wobei ich mich schon bald gefragt habe, wer sich das alles hat einfallen lassen. Die Lösungswege sind oft so abwegig und/oder schwer versteckt, dass man oft zur Verzweiflung gebracht wird.

 

So kommt es nicht selten vor, dass man in einem Level (was vielleicht 20 Räume hat) auch schon mal eine Stunde herumläuft, bevor man endlich das Ziel erreicht. Und wenn man dann auch noch das Pech hat, beim Boss zu sterben, dann muss man zwar nicht von vorne anfangen, aber zumindest den ganzen Weg vom Anfang des Kapitels bis zum Boss erneut gehen. Dadurch ist man schnell frustriert und verliert völlig die Lust am Spiel. Dazu kommt noch, dass durch die Struktur der recht getrennten Kapitel kein richtiger Spielfluss aufkommen will. Die Levels sind sehr strikt voneinander getrennt und wirken irgendwie willkürlich erstellt.

 

Unterm Strich kann ich mich nicht erinnern, jemals eine so schlechte Levelarchitektur gesehen zu haben. Es ist total unintuitiv und wirklich schlecht gemacht. Anders kann man das leider nicht sagen.

 

Lustig sind lediglich die Minispiele und die Gags, wie die tolle Rechtschreibung von Wario (siehe Überschrift). In den Leveln findet man diverse Schatztruhen, die man nur öffnen kann, wenn man ein kleines Minspiel erfolgreich beenden kann. Dabei muss man entweder einen Ball per Stylus durch einen Parcours führen, Bilder richtig ausmalen oder herabfallende Gegenstände den richtigen Symbolen zuordnen. Diese Spiele lockern das Prinzip deutlich auf und machen auf jeden Fall am meisten Spaß im ganzen Titel.

 

 

Fett und hässlich?!

 

Was auf Wario zutrifft, das kann man in Teilen auch für das gesamte Spiel sagen. Die Kostüme von Wario sind war sehr lustig und schön anzusehen, allerdings kann die gesamte grafische Präsentation des Titels nicht gerade überzeugen. New Super Mario Bros. und sogar Super Princess Peach sehen deutlich besser aus. Es ist zwar alles zweckmäßig, aber mehr eben auch nicht. Das Spiel entwickelt keinen eigenen Stil und sieht irgendwie zu sehr nach Einheitsbrei aus. Doch das ist nur ein kleines Stück im Puzzle, das auch in Gänze nicht überzeugen kann.

 

Musik und Soundeffekte stechen ein wenig heraus, denn sie sind passend und teilweise sehr lustig. Es stellt sich hier zwar auch recht schnell heraus, dass es nicht gerade eine große Auswahl an Stücken gibt, aber insgesamt ist die musikalische Untermalung ein der weniger schlechten Dinge im Spiel.

 

Auch der Umfang lässt mit 10 Episoden ein wenig zu wünschen übrig. Man kann zwar schon auf 10 Stunden Spielzeit kommen, allerdings nur, weil man eben oft und lange planlos herumläuft. Einen Mehrspieler-Modus sucht man ebenso vergeblich.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Unterm Strich kann man nur sagen, dass die Grundidee, die dem Konzept von Super Princess Peach recht ähnlich ist, generell gut ist, aber leider ist die Umsetzung nicht gelungen. Die Levelarchitektur ist grauenvoll, die Grafik Durchschnittskost und der Umfang nur durch das viele planlose Herumlaufen auf ordentlichem Niveau. Da es keinen Mehrspieler-Modus gibt, der das Ganze vielleicht ein wenig verbessern könnte (hier wäre Wettläufe um die Zeit, gegeneinander in Minispielen antreten, etc. gut vorstellbar), kann man jedem leider nur vom Kauf des Spiels abraten und hoffen, dass so etwas nicht noch mal passiert. Nur die gelungenen (aber zu wenig vorkommenden) Minispiele geben ein paar Pluspunkte.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

39%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

01.06.2007

Developer

Suzak

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+


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