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Reviews: Nintendo DS

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Overlord Minions

Action

17.11.2009

 

Autor: Daniel Nicolin

 

 

Overlord im Kleinformat

 

Mit Overlord Minions bekommt nun auch der DS seinen Overlord-Ableger und ihr dürft zur Abwechslung mal in die virtuelle Haut der bösen Seite der Macht schlüpfen. Immer nur den tugendhaften Helden verkörpern kann ja auf die Dauer auch wirklich ermüdend sein. Die Story fällt dabei in die Kategorie „Pseudo“ und kann am besten zusammengefasst werden mit folgender Umschreibung: Unterjocht alle Völker. Und so übernehmt ihr die Kontrolle über eine kleine Elite-Armee, die je nach Level aus bis zu vier Minions besteht und die ihr durch sechs Gebiete lotsen müsst, welche wiederum in mehrere Abschnitte unterteilt sind.

 

 

Steuerung

 

Die Steuerung erfolgt dabei ausnahmslos per Stylus, was sich prinzipiell auch anbietet und bis dahin auch ganz gut gelöst ist, denn so könnt ihr schnellstens diejenigen Member aus eurer Party auswählen, die ihr in diesem Moment bewegen möchtet. Bei größerem Gegneraufkommen wird die Steuerung allerdings leicht zum Glücksspiel und ihr fühlt euch nicht mehr wirklich als Herr der Lage und der Aktionen eurer Recken. Und wäre das noch zu verschmerzen (weil es nicht so oft vorkommt), so folgt der erste wirklich große Minuspunkt auf dem Fuße, und der hat mich ein ums andere Mal zur Weißglut gebracht: Eure Minions bleiben mehr als oft an allen möglichen Ecken und Kanten des Dungeons hängen (auch an solchen, an denen normalerweise nicht mal Sekundenkleber hängen bleiben dürfte!). Euch bleibt dann meist nur der leidlich nervige Weg zurück zu eurem vertrottelten Kollegen. Dabei gelingt es den Viechern sogar mitunter, sich derart zu verhaken, dass es eine Aufgabe für sich darstellt, ihn wieder aus seiner misslichen Lage zu befreien. Args! Clipping-Fehler sind natürlich ebenfalls inbegriffen, und so könnt ihr ein paar besonders freundliche Gegner durch eine geschlossene Tür plätten – herrlich!

 

 

Ein Minion hat's recht leicht

 

Doch zurück zu den eigentlichen Aufgaben: Ihr müsst bei eurer Hatz durch die Dungeons Gebrauch machen von den unterschiedlichen Spezialfähigkeiten eurer Bösewichte, ohne die ein Weiterkommen nicht möglich ist. So kann bspw. Stinker nicht nur mitunter hochexplosive Gase aus seinem Körper entweichen lassen (was vor allem im Zusammenspiel mit dem pyroman veranlagten Brutus die ein oder andere brüchige Wand aus dem Weg räumen kann), sondern sich auch als einziger der vier unbehelligt seinen Weg durch giftgasverhangene Bereiche bahnen. Brutus kann zudem feurige Bereiche unbeschadet durchqueren. Sepp wiederum ist derjenige, der auch durch Wasser waten kann, während Gunther der Mann fürs Grobe ist.


So schlagt ihr euch durch die Dungeons, knackt unzählige Rätsel und trotzt diversen Gefahren. Leider sind die knackigen Rätsel gar nicht so knackig und die Gefahren gar nicht so gefährlich, als dass sie den Spieler wirklich fordern könnten: Die Rätsel folgen leider allzu oft dem immer gleichen Prinzip „Schalter A“ öffnet „Tür B“, hinter der ein „Hebel C“ für „Tür D“ steckt. Hin und wieder wird noch eine Kiste verschoben, ein Fluss durchschritten und eine brüchige Wand gesprengt – das alles ist jedoch alles so weit (aber wirklich SO WEIT!) unter Zelda-Dungeons-Niveau, dass allein die Idee, hier einen Vergleich zu ziehen, schon frevelhaft ist. Gerade einmal eine Handvoll an Rätseln im gesamten Game verdient die Bezeichnung Rätsel überhaupt.

 

 

Gegner … oder so ...

 

Auch die Gegner verdienen diesen Namen nicht wirklich, sie segnen schon nach wenigen gezielten Schlägen das Zeitliche, so dass ihr nicht einmal die Spezialangriffe einsetzen müsst, die eure vier Antihelden besitzen. Ich kann mich deswegen gerade nicht einmal mehr erinnern, wie diese überhaupt aussahen. Lebensenergie, die ihr bei den Kämpfen verloren habt, frischen zahlreiche Heiltränke auf, die in allen Ecken der Höhlen auf euch warten. Besonders lächerlich erscheint jedoch die Tatsache, dass ein Ableben eines eurer Minions keinerlei Konsequenzen nach sich zieht, denn ihr müsst lediglich mit einem anderen eurer Monsterlein eines der ebenfalls zahlreichen Wiederbelebungsfelder betreten und der Verschiedene wird sofort mit voller Energie wiederbelebt – und das beliebig oft! Wozu dann überhaupt die Heiltränke?  Ihr seid also praktisch unsterblich, denn dass alle Minions zeitlich verrecken, dürfte selbst dann nicht vorkommen, wenn ihr euer Haustier mal 'ne halbe Stunde zocken lasst – wobei: beim Goldfisch im Aquarium könnte es den DS zerlegen …

 

Das (relative!) Highlight stellen für mich die Boss-Kämpfe dar, denn diese erfordern, dass ihr zunächst deren mögliche Schwachstellen ausmacht, bevor ihr mit der richtigen Taktik zuschlagen könnt. Das Ganze ist zwar auch um einiges offensichtlicher und leichter, als bei vergleichbaren Zelda-Schlachten, macht aber noch am meisten Laune – auch wenn die End-Bosse definitiv viel zu leicht geraten sind, denn wirklich angreifen tun sie nicht.

 

 

Grafik/Sound

 

Die Grafik ist recht anschaulich gestaltet und hinterlässt insgesamt einen halbwegs positiven Eindruck. Die verschiedenen Bereiche können mit ihrem eigenen Flair aufwarten und auch die Gegner und eure Minions sind nicht allzu mies animiert. Negativ ins Auge fällt die leider nicht frei justierbare Kamera, denn diese lässt leider selten den günstigsten Blickwinkel zu und ist für meinen Geschmack fast immer ein wenig zu nah herangezoomt.

 

Die musikalische Untermalung und der Sound sind unscheinbar und können nicht punkten, denn bis auf zunächst amüsante Furz- und Rülpsgeräusche bleibt nichts im Ohr hängen – und das will schon was heißen! Zudem bleibt der schwarze Humor – sonst zweifellos eine Stärke der Overlord-Reihe – arg auf der Strecke: Außer in den Cartoon-Zwischensequenzen (leider nur unbewegte Bilder mit Dialogen) gibt es rein gar nichts zu lachen, und selbst besagte Szenen sind nicht wirklich lustig.

 

 

Wir danken Codemasters für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Alles in allem versinkt „Overlord Minions“ im unteren Mittelmaß. Das Game zählt somit zu den unzähligen Titeln von denen man abschließend behaupten darf: „Von der Idee und vom Ansatz her gut, von der Umsetzung eher dürftig“. Von der Grundidee erinnert das Game ohnehin an Blizzard's oldschool-Klassiker „The Lost Vikings“ - nur hat man da vor gut 17 Jahren schon fast alles besser gemacht. Wer also seinem Handheld ein actionlastiges Denkspiel mit Jump 'n Run-Einlagen und echten Kopfnüssen zocken möchte, dem sei die GBA-Portierung „The Lost Vikings“ ans Herz gelegt – die macht vieles richtig, was „Overlord Minions“ falsch macht.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

45%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

25.06.09

Developer

Climax

Publisher

Codemasters

USK Freigabe

6+


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