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Reviews: Nintendo DS

Award für Multiplayer

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Diddy Kong Racing DS

Rennspiel

27.06.2007

Autor: Arne Schreiber

 

Willkommen zu Diddy Kongs Inselbefreiungsabenteuer oder zu einer weiteren Umsetzung eines N64 Hits, dieses Mal aus dem Jahre 1997, für Nintendos Handheld.

 

Im Kern ist die DS Version eine originalgetreue Umsetzung, wurde aber im Detail erweitert und verändert. Ziel des Spieles ist es, das Weltraumschwein Wizpig von Timbers Insel zu vertreiben, in dem man auf den  thematisch verschiedensten Rennstrecken voranschreitet und jeweils in den Welten den Endgegner besiegt. Noch heute ist das Konzept einer frei befahrbaren Oberwelt, angesiedelt im Rennspielgenre, innovativ und unverbraucht wie eh und je. Selbiges gilt auch für den Einsatz drei unterschiedlicher Fahrzeuge, nämlich Kart, Hovercraft und Flugzeug. Inmitten der Oberwelt (die durch ein Touchfeatures ein wenig aufgepeppt wurde) stehtauch  Tajs Zelt, in dem man verschiedene Optionen aufrufen kann. Dazu braucht man nur den Elefantendschini ansprechen oder man rubbelt per Stylus in dessen Zelt an der Wunderlampe. Im Fahrzeugtuningmenü kann man sein Fahrzeuge aufrüsten und ihr Aussehen verändern. Im Freischaltmenü lassen sich viele Sachen erstehen. Anders als im Original müssen die Multiplayerkarten und Spielmodi erst freigespielt bzw. erkauft werden. In beiden Optionsmenüs benötigt der Spieler Rare-Münzen als Zahlungsmittel. Ebenfalls ist es in Tajs Zelt möglich, den Charakter zu wechseln und sein Spiel durch Namenseingabe und Kreation eines eigenen Symbols eine persönliche Note zu verleihen.

Natürlich haben alle Charaktere (zu Anfang sind es acht) verschiedene Attribute, die sich im Handling, Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung unterscheiden.


Schon früh zu Beginn des Spiels bekommt der Spieler seinen ersten goldenen Ballon. Mit diesem ist es möglich in die erste Welt zu gelangen. Die Ballons stellen den Spielfortschritt dar. Für jede zu fahrende Rennstrecke benötigt man eine bestimmte Anzahl. Ziel bei den Rennen ist es, innerhalb von drei Runden, erster zu werden. Gelingt dies, so wird einem ein weiterer Ballon gutgeschrieben. Auf welche Art und Weise, bleibt einem selbst überlassen. Wie es nun mal zu einem guten Funracer dazugehört, lassen sich bei Diddy Kong Racing vielseitige Items einsetzen, welche man in diesem Spiel erhält, indem man Ballons mit seinem Vehikel durchfährt und nicht Kisten wie in Mario Kart. Um sich damit einen klaren Vorteil gegenüber seinen Kontrahenten zu verschaffen, ist ein gezielter Itemeinsatz sinnvoll. Anders als zum hauseigenen Konkurrenten Mario Kart, lassen sich die Items aufpowern und erweitern. Sammelt man den Typ Rakete dreimal ein, so kann erweitert sich das Item von einer einfachen hin zu einer zielsuchenden Rakete. Neben den Raketen befinden sich z.B. noch Turboosts in blauen oder Magneten in Ballons mit Regenbogenfarben.

 

Neu im Vergleich zum Original sind Power Up Symbole, die verteilt auf den Strecken liegen. Wird eines dieser Symbole eingesammelt, kann man seine Items gewaltig aufpowern. Wenn eine Rakete das aktuelle Item ist, muss nur noch der X-Knopf betätigt werden und schon umkreisen drei Raketen, das eigene Fahrzeug. Kommt nun ein gegnerischer Fahrer zu nahe, wird dieser automatisch beschossen. Diese willkommene Neuerung verleiht dem Spiel eine zusätzliche taktische Note.

 

Neben dem gekonnten Einsatz der Items ist eine solide Streckenkenntnis, Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Weiterkommen. Viele der Strecken kommen mit Beschleunigungsfeldern und Abkürzungen daher. Außerdem lassen sich auf der Piste noch Rare-Münzen finden und einsammeln.

Eine Welt gilt dann als komplett abgeschlossen, wenn zweimal der Endgegner besiegt, zweimal die vier Rennstrecken absolviert, das Trophy Rennen gemeistert und ein Rennen gegen den wandelnden Wecker TT bestritten wurde.

 

Anders als im Original fällt der zweite Durchgang der Rennstrecken völlig neu aus. Zwar lassen sich die Silbermünzen-Rennen des Originals immer noch freikaufen/erspielen, in denen man unter erschwerten Bedingungen noch zusätzliche Münzen einsammeln muss,  doch diesmal fliegt man mit Hilfe von Tajs Teppich und nicht mit den normalen Fahrzeugen über die Rennstrecke und muss bis zu 50 Ballons durch Berührung des Touchscreens zum Platzen bringen. Nebenbei lassen sich noch Münzen auflesen.  Leider einer der Neuerungen, die weniger gelungen sind.

 

Wer genug vom Singleplayer-Modus hat, kann sich im lokalen Netzwerk mit bis zu 7 oder über Nintendo Wi-Fi Connection mit bis zu 5 weiteren Spielern messen. Online müsst ihr wie immer die Freundescodes mit euren Freunden tauschen, wenn ihr gezielt gegen diese spielen wollt. Wenn keine Freunde online sind, kann man sich immer noch mit fremden Spielern entweder einzelne Rennen, ein Trophy Race oder sich in eine der vier Kampfarenen begeben und den besten Spieler ermitteln. Die Multiplayergefechte machen eine Menge Spaß und bieten damit eine echte alternative zu Mario Kart. Wer also die Nase voll hat von SnakeKart (pardon) ist hier bestens aufgehoben. Ebenfalls löblich ist, dass im lokalen Netzwerk nur ein Modul benötigt wird.

 

Die Präsentation des Spieles bewegt sich auf dem Niveau der N64 Vorlage, hier und da gibt es aber kleinere grafische Einbußen, z.B. im Bereich der Lichteffekte. Selbst nach 10 Jahren besticht die stets flüssige Grafik immer noch durch seinen quietschbunten Stil und Abwechslung, und muss sich selbst hinter einen Mario Kart nicht verstecken.

Im Audiobereich gibt sich das Spiel ebenfalls keine Blöße. Die Musik und Soundeffekte wurden erfolgreich originalgetreu umgesetzt und erweitert.

Die Spielmechanik funktioniert ebenfalls, bis auf einen gravierenden Designfehler tadellos, sodass das Bewältigen der Kurse einzig an den Fähigkeiten des Spielers liegt. Soweit alles im grünen Bereich. Leider gibt es in Diddy Kong Racing DS auch Sachen, die nicht gut umgesetzt wurden oder an der falschen Stelle zu aufgesetzt wirken.

 

Wer das N64 Original kennt, erinnert sich bestimmt noch an den unglaublich hohen, aber schaffbaren Schwierigkeitsgrad. Dass Rare diesen senken wollte, ist grundsätzlich durchaus lobenswert. Leider wurde die „Härte“, sofern man diese überhaupt noch so nennen darf, derartig herabgestuft, dass selbst Zockerneulinge keine Probleme haben sollten, den Herrn Wizpig zu besiegen. Beispiele findet man nicht nur in der künstlichen Intelligenz der Gegner, sondern auch im Streckendesign. Bei vielen Strecken wurden Hindernisse rausgenommen, sodass ein Durchkommen weitaus leichter von der Hand geht.

Weiteres ganz großes Manko ist die Prozedur vor dem Start eines Rennens. Funktioniert das Reinpusten in das Mikrofon um dem Hovercraft einen Startboost zu geben, aus verständlichen Gründen noch ganz gut, muss man beim Kart und dem Flugzeug wahre akrobatische Fingerübungen an den Start legen. Denn hier muss man mit Hilfe des Stylus auf dem Touchscreen eine Drehbewegung imitieren, diesen dann, so schnell wie möglich ablegen um dann seine Hände, wieder auf den Buttons zu platzieren. In der Praxis sieht es dann so aus, dass man wie ein Beserker auf dem Touchscreen rumrotiert, dabei trotzdem keinen Topp Start hinlegt, den Stlyus beim Rufen des „Go!“ wild von sich wegwirft und diesen dann nach Beendigung der Strecke, verzweifelt in seinem Zimmer sucht. Nur damit dieses Ritual beim nächsten Rennen wieder von vorne losgehen kann.

 

Aufgesetzt im Vergleich zu den Silbermünzenrennen des Originals wirken auch die Touchchallenges, wo man auf Tajs Teppich durch die Gegend fliegt und Ballons zum Platzen bringt. Als Ausnahme ganz nett, als Regel jedoch recht öde. Nette Idee, aber eher enttäuschend umgesetzt, wurde der Streckeneditor. Wenige Möglichkeiten und nur ein vorhandenes Grafikset, lassen diesen nur als nette Dreingabe und nicht als vollwertiges Feature erscheinen.

 

Wir danken Nintendo für die Bereitsstellung des Testmusters!


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Fazit

Ein Spiel, was vieles richtig macht, aber leider auch ein paar Dinge richtig falsch. Wer mit den Mängeln leben kann, bekommt einen guten Fun Racer in netter Präsentation serviert.
Neulinge und Kenner des Originals freuen sich zudem über die vielen freischaltbaren Extras, darunter sogar vier brandneue Strecken, und dem ausgereiften und spaßigen Mehrspieler Modus.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

erhältlich

Developer

Rare

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-6

Anzahl Spieler (WLAN)

2-8


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