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Reviews: Nintendo DS

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Metropolis Crimes

Adventure

06.12.2009

Autor: Sebastian Jünemann

 

 

Adventures und Handhelds

 

Seit dem der Nintendo DS erhältlich ist, haben sich Point & Click Adventures auf Handhelds immer mehr etabliert und dabei kamen schon viele gute Titel für unterwegs heraus, unter anderem neue Spiele wie Professor Layton oder auch gute 1:1 Umsetzungen aus dem PC-Bereich wie Runaway 2. Dies zu verdanken hat man vor allem der Touchfunktion, die die PC-Maus ersetzen sowie auch neuen Möglichkeiten der Interaktion. Meine Seite als Adventurefreund hielt vor kurzem noch Abstand von diesen Spielen, denn mein Glaube an ein gutes Adventure außerhalb der PC-Plattform war absolut nicht vorhanden. Doch das Spiel Metropolis Crimes von dem französischen Entwickler Lexis Numérique hat mich eines besseren belehrt.

 

 

Verbrechen zahlt sich nie aus...

 

Jedenfalls nicht solange es Detektiv Red Johnson gibt, der in Metropolis Verbrecher überführt und ihnen in seinen Fällen immer auf den Zahn fühlt. Das ist aber auch bitter nötig, denn in keiner anderen Stadt ist die Verbrechensrate so hoch und die Polizei so korrupt wie hier. Es könnte sogar eine Parallelwelt von „Max Payne“ sein. Natürlich sind das keine guten Voraussetzungen für einen Detektiv, Fälle zu lösen und ohne scharfes Nachdenken kommt der Spieler auch nicht weit. Jeder Beweis, jeder durchsuchte Ort und jede befragte Person können ein Teil des Puzzles sein, das zusammengesetzt werden muss, um den Täter letzten Endes zu überführen.

 

Der erste Fall beginnt für Red in seinem persönlichen Umfeld, denn als er den Laden eines guten Freundes besucht, liegt dieser tot auf dem Schreibtisch. Dabei stößt er im selben Moment auf zwei Personen, die jedoch nicht sagen können, was da genau abgelaufen ist. Es stellt sich aber nach ein paar Gesprächen heraus, dass die Beiden nicht so ganz die Wahrheit sagen und einer definitiv der Täter ist. Zudem muss Red durch Argumentation sicherstellen, dass bis zum Eintreffen der Polizei keine Person vom Tatort abhaut. Drei Argumente stehen dabei zur Wahl und nur eine ist die richtige. Dieses Prinzip gilt auch für den Rest des ganzen Spiels. Um den Verlauf der Befragungen selber zu beeinflussen, steht eine begrenzte Anzahl an Gesprächstechniken zu Verfügung. Dies kann von Komplimenten an die Person sogar bis zu einem verbalen Angriff gehen, um beim Gespräch am Ende die Oberhand zu gewinnen, damit die Person mehr Infos preisgibt. Dabei können auch belastende Beweise, Phantombilder oder Fragen zu einem Thema verwendet werden.

 

Ist die Polizei erstmal angekommen, fängt das Suchen nach Beweisen am Tatort an. Bei der Suche können Gegenstände aufgenommen und Auffälligkeiten ins Notizbuch geschrieben werden. Im ersten Fall ist zum Beispiel auffällig, dass anhand des Geldes in der Ladenkasse im Vergleich mit der Kassenbilanz feststellt wird, dass eine bestimmte Summe gestohlen wurde. Für jeden gefundenen Gegenstand und jede Auffälligkeit im Notizbuch gibt es Punkte, die sich auch an der gebrauchten Zeit und den Wiederholungen des jeweiligen Rätsels orientieren. Sind alle Beweise gesammelt, versucht man die Zeugen durch diese zu überführen und den Fall abzuschließen. Natürlich erinnert das Spielprinzip auch ein wenig an die Reihe um den Anwalt Phoenix Wright.

 

Manche Fälle im Spiel können in relativ kurzer Zeit gelöst werden, während andere eher für Profis gemacht und mit mehreren Stunden Nachdenken verbunden sind. Falls man wirklich einmal gar nicht mehr weiter kommt, kann man im Notfall auf einen Kontaktmann zurückgreifen. Dieser gibt zu den jeweiligen Rätseln immer ganz gute Tipps, was aber Punktabzüge beim Ergebnis mit sich bringt.

 

 

Komplexes Rätseldesign

 

Was „Metropolis Crimes“ als Adventure so besonders macht, ist eindeutig die Gestaltung der Rätsel, die sehr aufwendig umgesetzt wurden und den Spieler zum scharfen Nachdenken verpflichten. Selbst Profis und Kopfakrobaten können bei einigen Rätseln ganz schön ins Schwitzen kommen und müssen auch mal wieder von vorne anfangen. Schön dabei anzusehen sind die interaktiven Bewegungen der Gegenstände, wie das imaginäre Drehen einer Schraube durch Kreisen des Stiftes oder das Drehen der Ansicht bei Gegenständen auf dem Bildschirm. Mit dem Mikrofon können sogar zum Beispiel Blätter vom Tisch gepustet werden.

 

Bei manchen Rätseln kommt es für den Spieler auch zu erheblichem Zeitdruck, was viele Wiederholungen des Rätsels zur Folge haben kann. Nervig ist außerdem die Tatsache, dass innerhalb des Tatortes nicht gespeichert werden kann und der Spieler alle Rätsel dort lösen muss, bevor der Spielstand gesichert werden darf.

 

 

Grafik und Sound

 

Neben einfallsreichen Rätseln wurde beim Spiel auch nicht an der Grafik gespart, die in qualitativ recht hochwertigem Zeichenstil gehalten ist. Hintergründe und Charaktere sind mit Liebe zum Detail gezeichnet und sehen sauber aus. Auch die Bewegungen der Gegenstände im Spiel haben keinerlei Makel oder Fehler. Natürlich darf man jedoch auch keine Hochglanzgrafiken erwarten, denn die Möglichkeiten des DS sind nun mal begrenzt. Aber allein die schönen Effekte im Spiel sind ein Erlebnis. Auch die Musik passt sehr gut zum Spiel und vermittelt die Atmosphäre eines typischen Krimis. So wird dem Spieler neben den grafischen Elementen und der Story auch hörbar deutlich, in welche Richtung das Adventure geht.

 

 

Steuerung

 

Das gewohnte Klicken war gestern, denn in Metropolis Crimes geht es hauptsächlich darum, Symbole für Handlungen zu zeichnen. Bei einem Raumwechsel im Spiel zeichnet man zum Beispiel einfach kurz einen Kreis auf dem Bildschirm ein und bewegt diesen zur gewünschten Tür. Ein anderes Beispiel ist das Reden mit Personen, wozu man vor der jeweiligen Person in kurzer Zeit ein Fragezeichen zeichnen muss. Anfangs noch sehr gewöhnungsbedürftig, entwickelt sich die Steuerung zu einer komfortablen Alternative und ist nach kurzer Eingewöhnung sogar noch besser als der klassische Mausklick. Man muss dafür echt kein Maler sein, das kann ich euch versichern, denn Kunst war ein meiner Schulzeit sogar ein Hassfach. Nur bei ein paar Rätseln im Spiel ist mir aufgefallen, dass die Steuerung hakt und viel Rumprobiererei mit dem Stift nötig ist, um die gewünschte Aktion durchzuführen. Zum Glück passiert dies aber nur selten, während es meistens super funktioniert.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Als Adventurespieler bin ich von Metropolis Crimes sehr begeistert und es sollte daher meiner Meinung nach in keiner Adventuresammlung fehlen. Wer Phoenix Wright und Professor Layton mag, kann eigentlich gar nichts falsch machen. Allerdings lohnt es sich für normale Spieler nur unter der Voraussetzung, dass man Geduld mitbringt. Die braucht man bei diesem Spiel nicht selten, da es einige Rätsel echt in sich haben. Effekte, Grafik und Sound kann man beim DS kaum besser machen. Da kann man wirklich nicht meckern. Die innovative Nutzung des Stiftes macht den Titel sehr dynamisch. Leider ist das Spiel nach fünf Fällen bzw. maximal 10 Stunden wieder vorbei und für ein Adventure sehr kurz geraten. Alles in allem ist es ein sehr gutes Spiel, auch wenn es dem Spieler sehr viel Geduld und Logik abverlangt.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

76%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

01.10.2009

Developer

Lexis Numérique

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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