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Reviews: Nintendo DS

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Rabbids Go Home

Puzzle

08.12.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Die Rabbids sind zurück!

 

Als damals zum Launch der Wii komische Hasen die Welt von Rayman erobern wollten und er sich durch zahllose Minispiele befreien musste, um die Invasoren aufzuhalten, kam das Konzept noch sehr gut an. Die Rabbids waren eine nette Idee, sehr lustig umgesetzt und auf der frisch gestarteten Wii ein Erfolg. Kein Wunder, dass Ubisoft schon ein Jahr später den zweiten Teil nachlegte und ein weiteres Jahr darauf den dritten. Doch eher schnell stellte sich eine gewisse Müdigkeit ein, da kaum einer mehr einfach nur Minispiele zocken wollte. Daher haben sich die Macher jetzt etwas ganz anderes einfallen lassen und schicken die durchgedrehten Viecher drei Jahre nach ihrer Ankunft auf den Weg nach Hause... zum Mond... über einen Müllberg... Da ist Humor wohl vorprogrammiert, oder?

 

Aber mal langsam. Warum wollen die Hasen eigentlich zum Mond? Ist er wirklich ihre Heimat? Natürlich nicht! Sowohl auf der Wii als auch in der DS-Version wird eingeführt, dass Rabbids gerne auf Lampen schlafen; auf großen, kugelrunden, hell leuchtenden Lampen. Doch es gibt einfach nicht genug Lampen für alle. Und so entdecken sie den Mond für sich, denn er ist die wohl größte, rundeste und am hellsten leuchtende Lampe, die die Hasen sich vorstellen können. Aber wie kommt man nur zum Mond? Kapert man eine Rakete? Erfindet man das Beamen? Lässt man sich von einer überdimensionalen Kanone dahin feuern? Alles Quatsch, nichts davon passt ins „Denk“muster der Raving Rabbids. Wenn man irgendwo hoch will, baut man halt einen Turm. Und dazu braucht man Kram, viel Kram!

 

Während sich die Hasen daraufhin auf der Wii in ein 3D-Abenteuer mit Einkaufswagen stürzen, ist die DS-Version eher ein Klon des Klassiker The Incredible Machine. Man muss auf dem Spielbildschirm Items so platzieren, dass der Hase im Einkaufwagen den herumliegenden Krempel einsammelt und dann das Ziel des Levels, also die Toilette, erreicht. Pro Level sind zwischen einem und acht Teile verteilt, die man erreichen oder zum Hasen bringen muss, wobei ein einziges Teil reicht, um den Klodeckel anzuheben und den Level abschließen zu können.

 

Insgesamt gibt es im Spiel 150 solcher Aufgaben, wobei jedoch „nur“ 100 davon auch wirklich geschafft werden müssen. Die Hasen machen fünf Gebiete unsicher, eine Baustelle, den Strand von Miami, einen Vergnügungspark, die Stadt Las Vegas und abschließend die Deponie, in der der Krempelberg errichtet wird. Jedes Gebiet ist in drei Bereiche mit jeweils 10 Levels unterteilt. Zwei dieser Bereiche muss man komplett beenden, schafft man das immer mit der Höchstnote, durch Einsammeln aller Teile, wird der dritte Bereich als Bonus freigeschaltet. Mit dem Abschluss der zwei regulären Bereiche kann man jedoch auch direkt ins nächste Gebiet reisen.

 

Mit diesem Vorgehen geht einher, dass man wirklich jede Aufgabe der ersten beiden Bereiche pro Gebiet lösen muss, um weiterzukommen. Hängt man also an einer bestimmten Stelle, dann kann man diese nicht überspringen, sondern muss es so lange versuchen, bis es gelingt. Doch glücklicherweise kann man sich auch Tipps geben lassen, die jedoch erst durch gute Leistungen verdient werden müssen.

 

Neben dem Abenteuer gibt es auch noch einige andere Modi, doch zunächst erkläre ich das genaue Spielprinzip für ein besseres Verständnis.

 

 

Ursache und Wirkung!

 

Wie eingangs schon erwähnt, spielt sich die DS-Version ein wenig wie ein Klon des PC-Klassiker The Incredible Machine. Auf dem Bildschirm sind Gegenstände verteilt sowie mindestens ein Hase positioniert. Dieser sitzt in einem Einkaufswagen und muss dazu gebracht werden, die auf dem oberen Bildschirm angezeigten Gegenstände einzusammeln und dann ins Klo zu rollen. Dazu hat der Spieler verschiedene Items in bestimmter Anzahl zur Verfügung. Sobald man alle Gegenstände verteilt hat, drückt man den Play-Knopf und es geht los. Gelingt es nicht, dann stoppt man das Geschehen einfach wieder und baut um, bis es dann irgendwann eben doch gelingt.

 

Anfangs muss man dann zum Beispiel einfach nur eine Bowlingkugel per Touchpen platzieren, die einen Abhang herunter rollt, am Ende den Hasen in seinem Einkaufswagen anstößt und ihn so dazu bringt, in Richtung Ziel zu rollen und vorher die bereits optimal positionierten Gegenstände auf dem Weg dahin einzusammeln. Später kommen dann immer komplexere Items dazu und die Umgebungen werden immer größer. Auch müssen später die aufzusammelnden Gegenstände erst in Position gebracht werden, bevor der Einkaufshase sie erreichen kann.

 

So kommen zum Beispiel Waschmaschinen zum Einsatz, die als Teleporter dienen, Stiere, die Krempel bei Berührung durch die Gegend treten, Seile, die Gegenstände verbinden oder fixieren und durch Scheren oder Schüsse zerstört werden können, Klopümpel-Pistolen, die Rabbids zu Tarzan machen und Laufbänder, über die Rabbids Strom für bestimmte Items erzeugen. Alle dienen nur dem Zweck durch ihre Wirkung den einen Rabbid das Ziel erreichen zu lassen. Die Vielfalt an Items ist recht groß, allerdings wiederholen sich bestimmte Teile recht häufig. So kommt man zum Beispiel später kaum noch ohne Wasch-Teleporter und Seil aus. Langweilig wird es dadurch dennoch nicht, denn die Levels sind relativ vielseitig.

 

Problematisch ist allerdings, dass manche Aufgaben sich auf einem Blick erschließen lassen, während andere ziemlich viel Ausprobieren erfordern. Der Schwierigkeitsgrad schwankt also extrem stark, so dass es vorkommt, dass man das zweite Level eines Bereiches in 30 Sekunden gelöst hat, für das dritte dann 10 Minuten wild herumprobieren muss und das vierte wieder nach einem Versuch in wenigen Sekunden schafft. Leider ist es den Entwicklern nicht gelungen, den gesunden Mittelweg zu finden, also Umgebungen zu konstruieren, die zwar logisch vervollständigt werden können, sich aber nicht mit einem Blick erschließen lassen. Entweder erkennt man die Zusammenhänge sofort oder man muss probieren, was auch schon mal dazu führt, dass Levels geschafft werden ohne alle Gegenstände zu benötigen, was jedoch nicht im Sinne der Erfinder sein kann.

 

 

Weitere Modi

 

Neben dem Abenteuer hat man als Einzelspieler noch einige andere Dinge zu tun. So gibt es zum Beispiel den Wettkampf-Modus mit vier Minispielen und ganz speziellen Aufgaben. Beispielsweise muss man bei Fernsehsüchtig dafür sorgen, dass alle Rabbids im Level einen Fernseher erreichen, wobei maximal zwei Hasen pro TV-Gerät erlaubt sind. In Hasen raus geht es schlicht darum, alle Karnickel vom Bildschirm zu jagen. In jedem der vier Minispiele gibt es zehn Aufgaben, die jedoch nicht lange Spielspaß bieten, da die meisten recht einfach abzuschließen sind.

 

Darüber hinaus gibt es noch den DSi exklusiven Kamera-Modus, in dem man einfach ein Foto schießt und dann einen Hasen darüber laufen lässt. Das ist deshalb spannend, weil man Bereiche definieren kann, hinter denen der Rabbid verschwindet. So kann man zum Beispiel den eigenen Kopf ablichten und als solchen Bereich definieren. Nun kann man es so aussehen lassen, dass der Hase ins eine Ohr klettert und aus dem anderen wieder herauskommt. Leider sind die Möglichkeiten hier jedoch arg beschränkt, da nur fünf Bewegungsabläufe des Hasen vorhanden sind und die Definition des verdeckten Bereichs recht ungenau ist. Auch Ideen, wie die gerade von mir geäußerte, lassen sich daher nur sehr schwer umsetzen. Eine lustige Idee ist es aber dennoch.

 

Zuletzt bietet das Spiel auch noch die Möglichkeit, eigene Spielstufen zu erstellen. Dazu wählt man einfach ein Gebiet aus und baut drauf los. Die so per Touchpen gebauten Areale kann man natürlich auch seinen Freunden zur Verfügung stellen oder online stellen, so dass sie von anderen Spielern aus aller Welt heruntergeladen werden können. Folglich kann man sich also auch selbst von anderen Leuten erstellte Levels herunterladen und so den Spielspaß verlängern. In verschiedenen Kategorien findet man eine ordentliche Auswahl an neuen Aufgaben, die man dann lösen darf.

 

Zuletzt gibt es noch einen Mehrspieler-Modus, der aber nur bedingt empfehlenswert ist. Und zwar können andere Spieler lokal jederzeit einem Level beitreten und bei der Lösung helfen. Das ist jedoch irgendwie überflüssig, denn eine helfende Person könnte auch einfach den DS selbst in die Hand nehmen und die Aufgabe lösen. Das gesamte Spiel gemeinsam zu lösen, geht auch an einem DS wesentlich besser. Wäre das Ganze online möglich, dann sähe es schon anders aus. Daneben kann man auch noch eine selbst ausgewählte Spielstufe per Download-Funktion an einen anderen DS schicken. Ein guter Mehrspieler-Modus sieht jedenfalls anders aus.

 

 

Grafik, Sound und Steuerung!

 

Auch wenn das Spiel bislang ganz gut wegkommt, gibt es in diesem Bereich dennoch einige Gründe für Kritik. So sehen die Umgebungen zwar recht nett aus und alles läuft flüssig, allerdings gibt es nur fünf Hintergründe und eine begrenzte Anzahl an Gegenständen, was dazu führt, dass es recht schnell monoton wird. Dazu macht die geringe Auflösung einige Bewegungen sehr unschön, so dass man insgesamt sagen kann, die Grafik ist nicht sonderlich gut gelungen. Durch diverse Darstellungsfehler wird dieser Eindruck noch verstärkt. So kann es zum Beispiel passieren, dass manche Gegenstände plötzlich nur noch zur Hälfte angezeigt werden oder gar ganz verschwinden. Auf das Spiel hat es keine Auswirkungen, denn alles funktioniert so wie es sollte, es wird eben „nur“ nicht richtig dargestellt.

 

Auch die Musik ist alles andere als abwechslungsreich. Man hört immer und immer wieder dieselben Melodien, die recht bald auf die Nerven gehen. Auch die Sounds sind lange nicht so abwechslungsreich wie gewünscht, auch wenn manche, wie das staunende „Ooooohhhh“ und „Aaaaahhhhh“ eines Rabbids, der vor einem rauschenden Fernsehbild steht, schon ganz lustig sind. Aber da Humor hier eher klein geschrieben wird, sind diese Momente selten und nicht besonders vielseitig.

 

Die Steuerung ist dagegen ganz gut gelungen. Per Touchpen lässt sich alles gut bewegen, obwohl die Feinheiten manchmal schwer umsetzbar sind, da es eine sehr ruhige Hand erfordert, um Gegenstände pixelgenau zu setzen. Störend ist auch, dass sich der sichtbare Ausschnitt über das Steuerkreuz nur sehr langsam verschieben lässt. Gerade in hektischen Levels, in denen man als Spieler auch während des Ablaufs immer wieder eingreifen muss, kann das für Chaos sorgen. Etwas mehr Geschwindigkeit oder eine Einstellmöglichkeit wären hier meiner Meinung nach Pflicht.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Rabbids Go Home ist auf dem DS kein Klon der Wii-Version, sondern ein eigenständiges Spiel mit einem guten Einsatz. Mir machen solche Konstruktionen und logischen Denkaufgaben immer sehr viel Spaß und gepaart mit den verrückten Hasen ergibt sich ein durchaus gelungenes Spiel. Allerdings stört, dass die Aufgaben entweder zu leicht oder zu komplex sind und die Schwierigkeit daher sehr stark schwankt. Ebenso ist die Technik nicht gerade optimal, wohingegen die Steuerung jedoch gut umgesetzt wurde. Der Mehspieler-Modus und die Möglichkeit, eigene Levels zu bauen und hochzuladen sowie sich von anderen gebaute herunterzuladen sind eine positive Ergänzung, allerdings löst man die Rätsel gemeinsam besser an einem DS. Insgesamt bleibt wegen der vielen kleinen Mängel jedoch ein fader Beigeschmack, Spaß macht es jedoch trotzdem, wenn man solche Aufgaben gerne löst.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

60%

Singleplayer

30%

Multiplayer

Release

05.11.2009

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

2


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