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Reviews: Nintendo DS

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Custom Robo Arena

Action

28.06.2007

Autor: René Schäfer

 

Team Nummero Uno

An einem frühen Montagmorgen startet euer neues Leben in eurer neuen Heimat. Weil Vater und Schwester ein einmaliges Jobangebot bekommen haben, seid ihr mit der ganzen Familie in eine vollkommen fremde Stadt gezogen und wacht nun am Morgen eures ersten Schultages an der neuen Schule auf. Um euch den Start ein wenig zu versüßen, schenkt euer Vater euch euren ersten Custom Robo. Diese Miniatur-Roboter sind kleine Kampfmaschinen und der letzte Schrei in der Welt um das Jahr 2060. Natürlich habt ihr euch schon immer so einen gewünscht! Voller Aufregung geht es dann auf in eure neue Schule. Nichts ahnend werdet ihr da neben einen Jungen namens Jan gesetzt; ein Zufall der euer Leben verändern wird!

Nach der ersten Unterrichtseinheit stellt Jan euch seiner Freundin und Teamkollegin Julia vor, die ebenfalls eine eurer Klassenkameradinnen ist. Ein wenig geplaudert und schon befindet ihr euch im ersten Kampf. Der Beginn einer großen Kariere.

 

Nach dem Kampf erkennt die Schwester des amtierenden Robo-Weltmeisters Julia sofort euer Talent und nimmt euch in ihr Team „Nummero Uno!“ auf. Weil sie sich gerade mit dem Schulmeister im Robo-Kampf Bull angelegt hat und auf euren Namen gewettet hat, dass ihr das Schulturnier in vier Tagen gewinnen werdet, beginnt das Training sofort. Jan und Julia nehmen dich unter ihre Fittiche und weisen euch erstmal in die Welt von Custom Robo ein. So geht der erste Tag in der neuen Stadt zu Ende.

 

Am Morgen wacht ihr in eurem Bett auf und geht runter zum Frühstückstisch. Dort erwartet euch erstmal dasselbe Bild wie am Vortag. Außer der Kleinigkeit, dass ihr keinen Robo geschenkt bekommt, sind es aber die exakt gleichen Wörter, die eure Familie von sich gibt. Eine Möglichkeit in das Geschehen einzugreifen, gibt es nicht. Also folgt ihr eurem strickten Tagesplan, den ihr im Spiel strengstens einhalten müsst und geht zur Schule. Dort habt ihr dann eine Unterrichtseinheit und werdet dann wieder entlassen. Jan und Julia sind nicht weit, so dass die Reise gleich weitergehen kann. Auch an diesem Tag erlebt ihr nichts Neues. Ein Kampf und zwei neue Personen, die ihr kennen lernt. Also wieder ab nach Hause. Auch beim Abendessen bietet sich euch ein altbekanntes Bild. Die Familie sitzt friedlich beisammen und Vater und Schwester erzählen von der Arbeit. Bald macht ihr euch auf ins Bett, um am nächsten Morgen ein endgültiges Déjà-vu Gefühl zu erleben. Exakt dasselbe Schauspiel und wieder keine Möglichkeit auch nur im entferntesten Sinne in das Geschehen einzugreifen. So vergehen die ersten Tage und ihr findet euch am Tag des Schulturniers wieder. Dort bekommt ihr erstmal etwas Neues zu sehen. Durch die Kämpfe, die ihr bis dato geführt und gewonnen habt, aufgrund der Möglichkeit jeden Kampf so oft zu wiederholen bis ihr gewonnen habt, ist es quasi unmöglich einen Kampf zu verlieren, hat euer Robo schon einige Erfahrungspunkte sammeln können. Julia hat euch vor dem Kampf noch ein paar neue Teile für euren Robo geschenkt, die ihr in der Robox an euren Robo anbauen könnt, um so seine Fähigkeiten zu verbessern (dazu später mehr). Und schon geht der erste Kampf los.

 

Nach drei, zugegebenermaßen recht einfachen Kämpfen, kommt es zum Kampf zwischen euch und dem Schulmeister Bull. In alter Tradition darf das Gewinnerteam des schulinternen Turniers an den landesweiten Schulmeisterschaften teilnehmen. Das heißt für euch: Gewinnen und berühmt werden oder verlieren und nach Hause gehen. Auch dieser Kampf ist entgegen meiner Erwartungen ziemlich einfach gewesen. Sollte man dennoch Schwierigkeiten haben, gibt es auch hier die Möglichkeit den Kampf beliebig oft zu wiederholen, bis man als Sieger aus dem Duell hervorgeht. Gewonnen. Alle sind begeistert von eurem Talent und ihr dürft mit eurem Team an den anderen Turnieren teilnehmen.

 

Das ist die eigentliche Story von Custom Robo Arena. Nach den ersten paar Minuten Spielzeit werden dem erfahrenen Videospieler viele Parallelen zu den Pokémon-Spielen deutlich, welche das Spiel im Zeitverlauf und mit vorschreitender Story auch leider nicht brechen kann. Auch der Punkt an dem ihr mitbekommt, dass etwas seltsames in der Stadt vorgeht, was ihr dann natürlich mit euren Freunden aufklären wollt, wirkt sehr bekannt und vertraut. Alles in allem kann der Storymodus allein nicht wirklich überzeugen und bietet nur einen durchschnittlichen Abenteuer Spaß, der eher die jüngere und unerfahrene Generation anspricht.

 

 

Shoot-‘em-up, baby!

 

Einzig und allein die Kämpfe in Custom Robo Arena können wirklich überzeugen. Von der Steuerung über Grafik bis zum Sound passt hier alles zusammen. Deshalb sind es auch wohl diese actionreichen Kämpfe, in denen ihr den gegnerischen Robo mit euren Feuerwaffen besiegen müsst, die das Herzstück des Spiels bilden und eigentlicher Hauptspielgrund sind.

 

Zu einem Kampf kommt es immer dann, wenn man einen anderen Trainer anspricht, sie sind an den Würfeln in ihren Händen zu erkennen, wenn man an einem Turnier teilnimmt oder selbst angegriffen wird. Gekämpft wird in den so genannten Holloseen. Ein Tisch, in dem die Robos von dem Trainer aus sicherer Entfernung gesteuert werden und kämpfen können. Dabei gibt es die verschiedensten Möglichkeiten, wie ein Holloseum aussehen kann. Ist das Standard-Holloseum eine einfache Wiese mit ein paar Holzkisten, trifft man später auf Vulkanlandschaften und Spielplätze. Hat der Kampf erst einmal begonnen, beginnt der Spaß. Die intuitive Steuerung lässt jeden Spieler schnell in die Kämpfe eintauchen. Gelaufen wird mit dem Steuerkreuz, gesprungen mit dem A-Knopf und gefeuert mit B, R und L. Was dem passionierten DS-Spieler sofort auffällt, ist auch in meinen Augen eine ziemliche Schwachstelle des Spiels. Der Touchscreen kommt im Spiel so gut wie gar nicht zum Einsatz. Wahlweise ist das Menü mit dem Stylus zu bedienen und auch einige kleine Spielereien beim Robo-Bau, ansonsten bleibt der Stylus im DS verpackt.

 

Am Ende jeden Kampfes, sofern er denn gewonnen wurde, bekommt man für seine Leistungen Noten in Form von A bis E. Diese Noten werden in den Kategorien Trefferquote und Zeit vergeben und bestimmen je nach Wert die Höhe eurer erhaltenen Erfahrungspunkte. So wächst euer Trainerrang mit steigender Erfahrung an und euer Robo wird stärker, bis ihr schließlich den Maxlmpuls erlernen könnt, der euren Robo für kurze Zeit um das doppelte seiner eigentlichen Kraft verstärkt.

 

Bevor es jedoch mit dem Kampf losgeht, bekommt ihr genauste Informationen zu eurem Gegner und die Möglichkeit euren Robo in der so genannten Robox mit neuen oder anderen Teilen zu versehen und ihn auf euren Gegner anzupassen. Das kann vor allem im späteren Spielverlauf bei etwas schwierigeren Gegnern sehr hilfreich sein, bis es sogar soweit kommt, dass man sich auf seinen Gegner anpassen muss, weil es sonst so gut wie keine Gewinnchance gibt.

 

 

Bauch, Beine, Po

Die Robox ist neben den Kämpfen mit der wichtigste Teil im Spiel. Hier könnt ihr euren Robo mit gekauften oder (vor allem am Anfang) gewonnenen Zusatzteilen und Spezialwaffen ausrüsten und verbessern. Aber nicht nur das Tunen, sondern auch das Präsentieren und die Wartung eures Robos finden hier, in der Kommandozentrale eures Tunigcenters, statt.

 

Die Robox ist in vier Punkte aufgeteilt, die ihr auch vor jedem Kampf anwählen könnt. Der erste und wichtigste davon nennt sich „Ausstattung“. Wie der Name schon erahnen lässt, könnt ihr hier an eurem Robo basteln. Leider ist es nicht so gelöst, dass man mit dem Stylus Schraub-, Klopf- oder Ziehbewegungen ausführt, um die Teile zu wechseln. Ihr wählt lediglich aus, was ihr verändern wollt, Primärwaffe, Sekundärwaffe oder Beine (welche entscheiden wie hoch ihr springt und wie schnell ihr unterwegs seid), und könnt dann aus eurer Sammlung die Teile wählen. Ein einfacher bestätigender Tastendruck genügt und schon ist das neue Teil angebracht.

 

Der zweite Punkt der Robox ist das „Diorama“ Das müsst ihr euch als eine Art virtuellen Präsentierteller vorstellen, auf dem ihr euren kleinen Roboter positionieren könnt. Ihr könnt nicht nur Pose, sondern auch Hintergrund und Umgebung (Strand, Stadt, Dschungel, …) einstellen und somit entscheiden, wie euer Gegner euren Robo vor dem Kampf sehen soll. Das ist die schon erwähnte kleine Spielerei mit dem Stylus und Touchscreen, denn hier könnt ihr euren Robo einfach an den Gelenken „packen“ und so frei bewegen, wie es euch gefällt.

 

Die Wartung des Robos ist unter dem Punkt „Wartung“ versteckt. Hier könnt ihr mit einem kleinen Putztuch euren Robo polieren, der im Kampf schmutzig geworden ist. Das ist wichtig, weil es je nach Stärke des Verschmutzungsgrades beträchtliche Einwirkungen auf die Kampfkraft des kleinen Stahlhelden haben kann.

 

Der letzte Punkt nennt sich „Roboxdaten“ und ermöglicht dem Spieler das Speichern oder Laden seiner Robox-Konfiguration.

 

Grafik und Sound

Das alles findet in einer meist sehr atmosphärischen Stimmung statt. Zwar bietet das gesamte Spiel nur an die circa fünf Soundstücke, doch passen diese immer an der Stelle, wo sie gespielt werden. Der einzige Kritikpunkt wäre hierbei das in Dauerschleife laufende Lied, welches die komplette Oberwelt durchzieht. Diese, nervige Schwachstelle kann das Spiel mit den Sounds in dem Kämpfen aber wettmachen. Genauso actiongeladen wie es auf dem Topscreen vor sich geht, kommt es auch aus den Boxen des Handhelds. Kleine Soundexplosionen und eingängige Elektro-Melodien lassen den Spieler nicht einschlafen und erhalten die Konzentration.

 

Die Grafik des Spiels ist reiner Durchschnitt. Die Oberwelt ist schlecht animiert und wirkt wie ein einfaches Bitmap. Zwar sind die Konturen scharf, die Farben klar und keine Pixel erkennbar, doch hat man auf dem DS schon einiges gesehen, was diesen Punkt um Welten besser macht. Die grafische Umsetzung der Kämpfe kann den Spieler da schon eher erfreuen. Zwar sieht man hier ab und an mal ordentliche Pixel über den Screen flimmern, doch ist die in 3D gestaltete Umgebung schön umgesetzt und von einer fast sehr guten Kameraführung durchzogen. Die Animationen der Robos fallen da auch sehr positiv auf. Kleinste Bewegungen an den Waffen der Kämpfer überraschen gekonnt und sehen einfach nur gut aus.

 

Auch die Animation der Dialogpartner ist gut gelungen. RPG typisch animierte Standbilder der Charaktere haben sogar bis zu fünf verschiedene Positionen drauf. Vor wichtigen Kämpfen mit starken Gegnern wird die Umgebung animiert, was aber auch leider wieder stark an die Pokémon-Reihe erinnert.

 

 

1 vs. 1

Der Multiplayermodus von Custom Robo Arena weiß deutlich mehr zu überzeugen als der Singleplayer. Bis auf einige zusätzliche Optionen und Waffen, die das Multi-Karten-Spiel bietet, ist der Einzel-Karten-Modus sehr gut und ohne Unterschiede zum „großen Bruder“. In beiden Fällen treten zwei Spieler in einem direkten Duell gegeneinander an und messen ihre Robos. Auch hier überzeugt die Steuerung und der Sound, was aber von ab und an auftretenden leichten Rucklern gestört wird.

 

Die Spiele über die Nintendo Wi-Fi Connection machen dabei auch keine Ausnahme. Zwar ist es trotz guter Verkaufszahlen des Spiels schwer Gegner zu finden, jedoch macht es dann umso mehr Spaß, da die menschliche Intelligenz der künstlichen immer noch um einiges überlegen ist. Die Verbindung funktioniert wie zu erwarten optimal und schnell. Durch die einfache Menüführung kommen auch Erst-Spieler schnell in den Genuss des Online-Gaming.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmustert


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Fazit

Custom Robo Arena kann den Spieler schon für einige Zeit vor die tragbare Nintendo Konsole fesseln und die Sammelleidenschaft wecken. Die drittklassige und schon oft gesehene Story langweilt aber nur und dient ausschließlich als Lückenfüller zwischen den gut gelungenen Kämpfen. Die wortlangen und (vor allem zu Beginn) viel zu oft vorkommenden Dialoge bringen nur wenig Inhalt rüber und stören den Spielfluss maßgeblich, so dass auch der Spielspaß schwer zu leiden hat. Auch der strikt einzuhaltende Tagesablauf im Spiel (Frühstück, Schule, Kämpfen bzw. Fortsetzen der Storyline, Abendessen) nervt und bindet den Spieler an eine sehr lineare Spielweise. Kann man jedoch genug Geduld und Disziplin aufbringen, punktet der erste Custom Robo Titel, der in Europa erschienen ist, vor allem mit den netten Animationen, dem guten Sound, den actionreichen Kämpfen und dem gelungenem Multiplayermodus. Für Roboterfreunde mit Sammelleidenschaft ein Muss, für alle anderen ein netter Zeitvertreib für zwischendurch.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

65%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

25.05.2007

Developer

Noise

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2

Anzahl Spieler (WLAN)

2


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