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Reviews: Nintendo DS

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Teenage Mutant Ninja Turtles Arcade Attack

Action

03.12.2009

Autor: Daniel Nicolin

 

 

Ein Klassiker wird 25

 

„Teenage Mutant Ninja Turtles Arcade Attack“ wird bei einem beliebten, großen Internetversandhaus angepriesen mit den Worten, das Spiel verstehe sich als eine „Hommage an die Spielhallenautomaten, durch welche Turtles einst zu Videospiellegenden wurden“, und der Spieler könne mit diesem Spiel das 25. Jubiläum der Schildkröten „gebührend“ feiern. Nun ja. Ich sehe in dem Spiel weniger eine Hommage als vielmehr eine Verarsche, und gebührend feiern können sich eigentlich nur die Entwickler und zwar über jeden blöden Kunden, der sich das Game kauft. Denn DAS hier haben die mutierten Kröten mit Sicherheit nicht verdient!

 

Die Story ist trotz der frappierenden Einfachheit derart abstrus und konfus, dass man sich wirklich wundert, was das Ganze soll. Shredder ist irgendwie mit von der Partie, will mal wieder aus der Zukunft irgendwie zu euch kommen, vorher geschieht irgendwie noch ein Banküberfall und überhaupt lauern irgendwie halt überall miese Typen, die man einfach irgendwie verprügeln muss. Okay, das klingt zwar auch typisch nach den bekloppten Schildkröten, aber ganz so diffus hätte es dann doch nicht ausfallen sein müssen.

 

 

Abenteuerliche Klopperei

 

Zu Beginn des „Abenteuer-Modus“ wählt ihr einen der vier Kollegen Leonardo, Raphael, Donatello oder Michelangelo aus, deren Eigenschaften wie Schnelligkeit oder Lebensenergie sich leicht unterscheiden und welchen ihr steuern möchtet - und einen weiteren, über den entweder ein menschlicher Mitstreiter oder der DS die Kontrolle übernimmt. Zu zweit metztelt ihr euch also durch die insgesamt 8 Levels, immer brav von links nach rechts scrollend und euch den Weg zurück versperrend. Unterwegs vermöbelt ihr einen Gegner nach dem anderen, allesamt bösartige Schlägertypen mit Eishockeyausrüstung, Baseballschlägern, Bomben und allerlei gefährlichen Gegenständen bewaffnet, die manchmal wie aus dem Nichts überall auf dem Bildschirm erscheinen. Die Anzahl an unterschiedlichen Gegnertypen ist leider stark limitiert, und so steht ihr den immer gleichen Raufbolden (manchmal in anderen Farbnuancen) gegenüber. Das halbe Dutzend an Endbossen erkennt ihr eigentlich auch nur daran, dass diese weitaus mehr einstecken können – vom Design her könnten es ebenso profane Raufbolde sein.

 

Kämpfen dürft ihr folgendermaßen: Ihr könnt treten, schlagen, springen, eure Waffe schwingen, Angriffe blocken, eure Gegner packen und werfen oder herumliegende Gegenstände (Kloschüsseln o.ä.) auf eure Widersacher schmettern – ihr könnt sogar mitunter zu einem Koop-Angriff ansetzen, bei dem ihr bspw. euren Mitstreiter durch die Gegend wirbelt, um den Gegnern einen noch größeren Schaden zuzufügen. Das Ganze klingt gar nicht so monoton, wie es sich letztendlich aber leider spielt, denn in der Praxis hämmert ihr eigentlich nur nahezu unentwegt auf alle vier Buttons ein (eine Touchscreen-Steuerung gibt es nicht) und hofft, dass ihr mehr Treffer als eure Feinde setzt. Die Steuerung ist dabei relativ mies gelungen und nicht selten eine Art Glücksspiel, denn ihr könnt immer nur seitlich angreifen, so dass ihr öfter Luftlöcher in den Großstadtmief hämmert, als euch lieb ist. Eure Lebensenergie könnt ihr zwischendurch immer mal wieder auffrischen, wenn ihr die entsprechenden Gegenstände findet. Geht euer Partner zu Boden, habt ihr einen kurzen Countdown lang Zeit, um zu ihm zu eilen und ihm wieder auf die Beine zu helfen, wodurch er dann mit geringer Lebensenergie weiterzocken darf.

 

Im Kampf sammelt ihr vor allem dadurch Punkte und Panzer, dass ihr euren Kombozähler in die Höhe laufen lasst, ohne dass ihr zwischendurch von einem Gegner getroffen werdet. Durch die so errungenen Punkte und Panzer könnt ihr bestimmte Spielmodi freischalten oder euch im Game wiederbeleben, falls beide oder einer der beiden Recken ins Koma gefallen sind. Darüber hinaus dürft ihr euch mit den Punkten in einer Highscore-Liste verewigen, wie es sich für einen Spielautomaten gehört.

 

 

Was gibt’s zu sehen?

 

Die Grafik mag gaaanz knapp die Grenze des „technisch noch okay“ geschliffen haben, man merkt ihr aber an, dass sie insgesamt einfach völlig lieblos dahingerotzt wurde. Die Mischung aus 2D-Scroller und 3D-Look wirkt einfach zu farb- und leblos, die Umgebung zu oft statisch und leer, vieles einfach nur eckig und kantig, tewilweise pixelig, die Bewegungen der Charaktere und Gegner viel zu abgehackt und kein bisschen geschmeidig. Das Leveldesign ist schlichtweg lachhaft, denn die Stages unterscheiden sich nur äußerlich und sehr oberflächlich, spielerisch gesehen gleicht jeder Bereich wie ein Ei dem anderen: Ihr latscht vom Anfang bis zum Ende des Games in völliger Monotonie von links nach rechts – und hier und da muss sogar mal der Sprungknopf betätigt werden, damit ihr euch über eine Kiste oder ein ähnliches Hindernis bewegt. Klar, das war in den alten Arcade-Klassikern auch meist der Fall, aber das Maß der hier beschriebenen Einfallslosigkeit ist einfach kaum zu unterbieten. Den einzigen Trost können die ganz in schwarz-weiß gehaltenen Comic-Cutscenes zwischen den verschiedenen Stages bieten – die sind noch RELATIV ansehnlich. Auch NUR deshalb sehe ich mich geneigt, nicht die schlechteste Wertung zu vergeben, die das Game eigentlich verdient hätte!

 

 

Und was zu hören?

 

Der Sound ist ebenso lieblos: Er dudelt die ganze Zeit vor sich hin, zwar dezent und niemals aufdringlich oder nervig, aber eben auch völlig belanglos. Nahezu immergleich, keine Ohrwürmer, keine Highlights, kein Crescendo, kein gar nichts! Die wenigen Soundeffekte könnten ebenso aus 8-Bit-Zeiten stammen, auf authentische Großstadtgeräusche, wenn ihr euch durch die finsteren Seitengassen der Hauptstraßen prügelt, oder gar auf Stimmen warten wir vergebens.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Dem Spiel gelingt es leider zu keiner Zeit auch nur ansatzweise, den Charme eines Turtle-Games zu versprühen, eine wirkliche Comic-Atmosphäre zu vermitteln oder die typischen Stärken eines Retro-Arcade-Titels zu betonen. Auch Turtles- und Arcade-Fans dürften sich folglich mit Grausen abwenden. Grafisch ist der Titel haarscharf an der absoluten Schmerzgrenze vorbei geschrammt, soundtechnisch gibt er sich zwar nicht nervtötend aber leider so karg ausgestattet, dass eine Bewertung hier kaum möglich ist. Somit fällt es mir verdammt schwer, etwas Positives zu erwähnen. Außer vielleicht der Tatsache, dass man das Spiel in ein bis zwei Stunden durchgezockt hat. Happy Birthday, Turtles! Danke, Ubisoft! Und ab in den Gulli, wo die Grütze hingehört...

Grafik

schwach

Sound

sch...

Steuerung

schwach

Spielspaß

sch...

22%

Singleplayer

25%

Multiplayer

Release

26.11.2009

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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