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Reviews: Nintendo DS

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Call of Duty Mobilized

Ego Shooter

09.12.2009

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

 

Prolog

 

Als zum Launch des Nintendo DS eine Demo zu Metroid Prime Hunters beilag, die eindrucksvoll bewies, wie gut sich Egoshooter mit Stylus und Touchscreen steuern lassen, hofften viele auf eine rosige Zukunft des Genres auf Nintendos Handheld. Nun, Jahre später wissen wir, dass die Situation völlig anders aussieht. Gerade einmal etwas mehr als eine handvoll Vertreter des Genres haben es bisher auf den DS geschafft und nur sehr wenige konnten dabei wirklich überzeugen. Einer davon war das im letzten Jahr veröffentlichte Call of Duty Modern Warfare. Ob auch das aktuelle Call of Duty Mobilized positiv überrascht, wird der folgende Test verraten.

 

Übrigens wurde das Spiel von N-Space entwickelt, die Nintendofans u.a. wegen dem GameCube exklusiven Egoshooter „Geist“ ein Begriff sein sollten.

 

 

Gameplay und Steuerung

 

Call of Duty Mobilized ist prinzipiell ein eigenständiges Spiel, dennoch sind Parallelen zu den aktuellen Ablegern für die stationären Konsolen nicht von der Hand zu weisen. Schließlich handelt die Geschichte ebenfalls von Terroristen, die versuchen die Welt mit einer Atombombe zu erpressen. Darüber hinaus sind gewisse Missionsaufgaben zum Teil recht ähnlich. Dennoch blieb den Entwicklern die Chance ein für DS optimiertes Gameplay zu kreieren.

 

Die Steuerung ist ähnlich wie bei Metroid Prime Hunters ausgefallen. Je nachdem, ob ihr Links- oder Rechtshänder seid, bewegt ihr euren Soldaten mit dem Steuerkreuz oder den Tasten vorwärts, rückwärts sowie seitwärts. Ein Doppelklick nach oben lässt den Charakter rennen, zum Ducken genügt ein Doppelklick nach unten. Umschauen und Zielen erfolgen mit dem Stylus auf dem Touchscreen. Dort befinden sich auch vier weitere, geschickt platzierte Icons, die u.a. zum Waffen wechseln oder zum Aktivieren des Zielmodus dienen. Die Steuerung geht dabei, vor allem für diejenigen, die bereits andere Vertreter des Genres auf dem DS gezockt haben, gut von der Hand. Allerdings macht sich auch hier wieder das bekannte Manko bemerkbar: Gerade in hektischen Situation und nach langem Spielen, verkrampft die Hand, mit der man den DS festhält, zunehmend.

 

Herzstück des Spiels ist die Kampagne. Die Missionen führen den Spieler an ähnliche Orte wie in den Versionen für die anderen Konsolen, sprich nach Russland und in den Nahen Osten. In der Regel ist man dabei zu dritt unterwegs. Die beiden begleitenden Kameraden verhalten sich meistens recht clever, schießen auf Feinde und öffnen Türen eigenständig. Die Animationen sind erstaunlich lebensecht gelungen. Natürlich darf man deren Aktionsradius nicht mit dem vergleichen, was man sonst von Modern Warfare gewohnt ist. Aber für die Fähigkeiten des DS geht das schon voll in Ordnung. Das gilt auch für die künstliche Intelligenz der Feinde, die sich ducken, auf einen zustürmen, auch mal weglaufen und Granaten werfen.

 

Das Missionsdesign ist sehr abwechslungsreich ausgefallen, was ein großer Pluspunkt ist. Neben den Levels, in denen ihr nur von Punkt A nach B kommen müsst und währenddessen alles niedermäht, was sich euch in den Weg stellt, nehmt ihr manchmal auch an der Bordkanone eines Bootes Platz, bombardiert aus der Luft feindliche Stellungen oder steuert einen Panzer durch eine fiktive arabische Stadt. Darüber hinaus werdet ihr mal von einem Helikopter unterstützt oder markiert MG Nester für einen Luftschlag. Zwischendurch dürft ihr sogar ein wenig rätseln und müsst mal das Passwort eines Rechners knacken oder auf dem Touchscreen die Flugbahn eines Satelliten justieren. Für besonders gutes, aber auch schlechtes Spielen werdet ihr mit Auszeichnungen belohnt oder im negativen Falle fast schon verhöhnt. So habe ich mich beim Ausschalten eines Panzers mit einem Raketenwerfer so dämlich angestellt, dass ich gleich mehrfach gestorben bin. Als Dankeschön verspottete das Spiel mich dann mit der Auszeichnung „Schwer von Begriff.“ Immerhin musste ich darüber so lachen, dass mein Frust gleich weggeblasen war.

 

Neben der Jagd nach Auszeichnungen, kann man in den Missionen noch ein oder mehrere Sammelobjekte (Sterne) finden, die dazu verleiten, die Areale genau abzusuchen. Hat man aber im ersten Durchlauf nicht alle gefunden oder fehlen noch Auszeichnungen – eine Übersicht dazu findet man im Menü - kann man jede Mission erneut im Hauptmenü auswählen und spielen.

 

Um die Kampagne durchzuspielen, braucht man je nach Schwierigkeitsgrad und dem Willen, die Sammelobjekte zu suchen, etwa 6 bis 10 Stunden. Danach kann man sich dann den Herausforderungen stellen, die einzeln anwählbar sind. Dort warten so Aufgaben wie „erledige 25 Gegner in 3 Minuten“. Das ist ein ganz nettes Extra, nicht mehr und nicht weniger.

 

Noch ein paar Worte zu den Waffen: Das Spiel bietet die üblichen Ballermänner, die man aus Videospielen kennt und reale Waffen nachempfinden. Darunter Schrotflinten, Sturmgewehre, verschiedene Granaten und eine Armbrust.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Die Grafik ist für DS Verhältnisse sehr gelungen. Alles ist in einem flüssigen 3D dargestellt. Es gibt sehenswerte Texturen, Innen- und Außenbereiche sowie ganz nette Partikeleffekte. Die Animationen können sich ebenfalls sehen lassen. Sehr gut gelungen ist der Sound. So bietet das Spiel eine tolle deutsche Sprachausgabe, sämtliche Funksprüche und Missionserklärungen sind vertont. Zusätzlich kommentieren die eigenen Kameraden die Geschehnisse mit Phrasen, die sich allerdings natürlich auf Dauer wiederholen. Auch die Waffen klingen recht authentisch. Etwas unspektakulär ist die Musik, die sich auf wenige Stücke beschränkt. Hier hat man sich offensichtlich für mehr Sprachausgabe und weniger Musikuntermalung entschieden, was für ein solches Spiel eindeutig die richtige Wahl war.

 

 

Der Multiplayer

 

Wer die Kampagne und die Herausforderungen durch hat, kann sich auf einen tollen Multiplayermodus freuen. Ihr könnt dabei wahlweise im Multicartridgeverfahren gegen Freunde im Wireless-LAN antreten oder stürzt euch online ins Getümmel.

 

Egal für was ihr euch entscheidet, dürft ihr gegen bis zu fünf weitere Spieler antreten. Es gibt dabei insgesamt acht verschiedene Karten, die allesamt gut designt sind, eine ordentliche Größe haben und sowohl für Rambos als auch Taktiker genügend Möglichkeiten bieten. Doch bevor es losgeht, müsst ihr euch zunächst mal für eine Gruppierungen und eure Primärwaffe entscheiden. Spielt ihr online gegen Fremde, bestimmt das Spiel, wer der Host des Matches ist. Dieser kann nun die Modi und die Einstellungen festlegen.

 

Als Modi bieten sich neben dem normalen Deathmatch auch gleich mehrere Team Varianten wie Capture The Flag oder Basenverteidigung. Als Host dürft ihr dabei die Spielzeit, die Respawndauer sowie die Limits für den Sieg definieren.

 

Leider gibt es kein Rangsystem wie in den Versionen für die stationären Konsolen. Somit fällt ein großer Motivationsfaktor weg. Allerdings kann man wenigstens neue Waffen freischalten, so dass der Multiplayermodus auf jeden Fall sehr viel Spaß macht und lange motivieren kann.

 

 

Die Meckerecke

 

Auch wenn die Kampagne sehr abwechslungsreich ist und N-Space technisch sehr viel aus Nintendos Handheld herausgeholt hat, bleibt dennoch das Gameplay sehr altbacken, zu groß ist einfach mittlerweile der Unterschied zwischen den Möglichkeiten der Heimkonsolen und dem DS. Das kann man zwar niemanden so richtig ankreiden, dennoch sollte jedem bewusst sein, der sich das Spiel für unterwegs holt, dass man nicht nur grafische Abstriche in Kauf nehmen muss. Darüber hinaus könnte man darüber meckern, dass das Missionsdesign sehr linear und gescriptet ist und dass es viele „try and error“ Situationen gibt. Letztendlich ist das aber ein Merkmal der Call of Duty Reihe und sorgt gerade für den spannenden Spielablauf, der dem Spieler kaum eine Ruhepause lässt.

 

Sehr schade finde ich, dass der Multiplayer kein Rangsystem bietet. Außerdem dauert es manchmal recht lange bis man andere Spieler online gefunden hat.

 

 

Wir danken Activision für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Durch verschiedene Topographien, abwechslungsreiche Missionsziele und die gute Steuerung ist die gesamte Kampagne von Call of Duty Mobilized sehr kurzweilig. Dazu kommt eine gute Technik mit viel deutscher Sprachausgabe und einer ansehnlichen Grafik. Abzüge gibt es vor allem für ein recht altbackenes Gameplay, was aber mehr an der Plattform als an den Entwicklern liegt. Wer vom Einzelspieler genug hat, kann sich in den sehr guten Multiplayer stürzen, der sowohl online als auch offline als Multicartridgespiel verfügbar ist. Wer mal wieder einen Egoshooter für den DS haben möchte, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

82%

Multiplayer

Release

13.11.2009

Developer

N-Space

Publisher

Activision

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-6

Anzahl Spieler (WLAN)

2-6


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