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Reviews: Nintendo DS

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Assassin's Creed II: Discovery

Action

12.12.2009

Autor: Daniel Nicolin

 

 

Story

 

Nach der vor zwei Jahren mit eher durchwachsenen Kritiken empfangenen DS-Version des auf anderen Systemen mit außerordentlich guten Bewertungen versehenen Vorgängers, schleicht sich nun das DS-exklusive Kapitel „Assassin's Creed II: Discovery“ mit einem Stilbruch, der sich gewaschen hat, in handheldliche Gefilde: Assassin's Creed goes 2D! Dass dieser Schritt natürlich auch gravierende Einschnitte und Veränderungen in gameplay-technischer Hinsicht bedeutet, ist mehr als naheliegend. Doch immer der Reihe nach und erst einmal beruhigende Sicherheit verschaffen mit den Konstanten der Serie: Geändert hat sich nichts daran, dass ihr den Assassinen Ezio steuert, der sich dieses Mal durch das Europa des 15. Jahrhunderts schlagen muss, um seine Assassinen-Kumpel, die im Zuge der spanischen Inquisition gefangen genommen wurden, zu befreien. Dass nebenbei mal wieder ein halbwegs weltumspannendes Komplott aufgedeckt wird, sollte Ezio und den Spieler eigentlich nicht mehr wirklich überraschen ...

 

 

Steuerung & Missionstypen

 

Ihr steuert den vermummten Assassinen ausschließlich mit dem digitalen Steuerkreuz und den sechs Buttons eures DS, eine Touchscreen-Steuerung innerhalb der Missionen ist nicht möglich, wäre wohl auch relativ chaotisch zu beherrschen gewesen. Bei eurer Reise durch die südlichen Metropolen gibt es im Prinzip drei unterschiedliche Missionstypen: Zunächst den Typ namens „Schleichen“, in dem ihr möglichst unauffällig an das jeweilige Missionsziel gelangen müsst und dabei Wachen und ähnlich feindlich gesonnenes Viehzeugs unbemerkt aus dem Weg räumen solltet. Werdet ihr nämlich zum dritten Mal innerhalb einer derartigen Missioen entdeckt, heißt es „Game Over“. Der zweite Missionstyp nennt sich „normal“: Ihr müsst einfach irgendwie das Ziel erreichen (meist irgendein entlegenes Dach erklimmen, auf welchem euch ein Informant o.ä. erwartet), ganz gleich, ob ihr dabei heimlich vorgeht oder in offenen Kämpfen die gesamte Stadtgarde meuchelt – Hauptsache, ihr kommt an. Der dritte Missionstyp „Jagd“ besteht darin, dass ihr unter heftigem Feindesbeschuss in bester Sonic-Manier durch die Städte rennen und von Dach zu Dach springen müsst, was das Zeug hält. Lauf, Ezio, Lauf! Die Steuerung wird euch dabei in Form von kurzen Tutorial-Abschnitten erklärt und sie erweist sich insgesamt auch als äußerst intuitiv.

 

Zweifellos am meisten Spaß bereiten mir die Missionen, wo besonnenes Vorgehen gefordert (oder zumindest nützlich) ist, denn das ist nun einmal das unbestrittene Herzstück der Serie. Per Knopfdruck schwingt ihr euch hinter einem Heuballen hervor, der euch als Versteck gedient hat, schleicht euch schnellen aber unbemerkten Schrittes an eine Wache heran, welche euch gerade den Rücken zugewendet hat, und lasst diese in einer hübsch animierten Sequenz den Weg alles Irdischen gehen. Anschließend wird flink das nächste Versteck aufgesucht und eine neue Taktik überlegt. Hach, da klopft das Assassinen-Herz vor Freude! Eine andere Variante, um derartige Probleme zu lösen, ist der offene Kampf, wobei ihr die Angriffe eurer Gegner leicht blocken könnt und mit einem Konter zum richtigen Zeitpunkt einen ebenso unmittelbar tödlichen Angriff startet, als wenn ihr eure Feinde hinterrücks abmurkst. Mittels dem Abblocken der Angriffe könnt ihr euch auch größerer Horden von mittelschweren Gegnern relativ simpel erwehren. Insgesamt hätte ich mir noch mehr Abwechslung bei den Missionen gewünscht, denn ob ihr nun Person A auf dem Dach des Hauses X treffen, den geheimen Eingang zur Diebesgilde oder ein skandalträchtiges Buch in Haus Y finden müsst – die Vorgehensweise und der Ablauf der Missionen ist sich leider sehr ähnlich.

 

 

Blindes Vertrauen

 

Was Ezio noch so alles kann, ließe ihn ohne Weiteres auch in die Reihen der Marvel-Superhelden vorstoßen, denn abgesehen von Wandsprüngen beherrscht er natürlich auch das Erklimmen jeder noch so hohen und steilen Häuserwand innerhalb von Sekunden. Leider hat Ezio es aber noch nicht gelernt, sich in bester Spiderman-Manier durch die Gegend zu hangeln, was ihm hin und wieder zum Verhängnis wird, denn hier haben wir es mit einer der definitiven Schwächen des Games zu tun: Ihr wisst durch euer beschränktes Sichtfeld allzu oft einfach nicht, wohin euch euer nächster Sprung führt. Da ihr euch die meiste Zeit in luftigen Höhen aufhaltet, wird so ein Sprung ins Ungewisse nicht selten zum Sprung in den Tod, denn ein mehrere Meter tiefer Fall beraubt Ezio seiner gesamten Lebensenergie. Das ist wirklich ärgerlich, weil euch oft keine andere Wahl bleibt, als einen derartigen Sprung zu wagen. Frei nach dem „trial and error“-Prinzip wisst ihr beim nächsten Mal, dass ihr den Sprung ein paar Zentimeter weiter oder kürzer ausführen müsst, um sicher auf einer vorher nicht einsehbaren Plattform zu landen. Diese Schwäche empfinde ich als besonders ärgerlich, da sie in einem absolut krassen Widerspruch zum Kern der „Assassin's Creed“-Reihe steht, die ja bisher taktisch wohlüberlegtes Vorgehen in den Mittelpunkt gerückt hat, welches hiermit aber vollkommen ausgehebelt wird. Auch die Minimap auf dem zweiten DS-Screen ist nämlich nur ein bedingt nützlicher Radar, der die Entfernung zu einem Feind in eurer Nähe anzeigt.

 

 

Grafik & Sound

 

Grafisch ist das Spiel eine absolut runde Sache geworden, hier gibt es eigentlich nichts auszusetzen: Die Schauplätze sind atmosphärisch gestaltet, die Hintergründe scrollen in mehreren Ebenen und geben euch das Gefühl, dass ihr wirklich über den Dächern der Städte euer Unwesen treibt. Die geschmeidigen Bewegungen Ezios und seiner Widersacher geben ebenfalls eine gute Figur ab, und die kurzen Zwischensequenzen, wenn ihr eure Gegner aus dem Hinterhalt erdolcht, machen immer wieder Spaß *hehe*.

 

Soundtechnisch gibt sich „Discovery“ grundsolide, zumindest was die Soundeffekte und die musikalische Untermalung angeht, die stets passend und dezent im Hintergrund die Atmosphäre untermalt. Ein absolutes Highlight bildet allerdings die vorbildliche Sprachausgabe, die euch in den Sequenzen zwischen den einzelnen Missionen verwöhnt. Dabei sprechen die Charaktere in herrlich klischeehaften Dialekten (eben italienisch und spanisch gefärbtes Englisch) und verwöhnen mit dieser Darbietung eure Ohren.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

„Assassin's Creed II: Discovery“ präsentiert sich vor allem visuell und audiotechnisch sehr stark. Leider beschneidet der Schritt in 2D-Gefilde die Stärken der Serie merklich und hinterlässt einen faden Beigeschmack ob des Wissens über die verschenkten Möglichkeiten. Nichtsdestotrotz unterhält der DS-Titel den Spieler über die relativ kurze Spieldauer ganz gut, allerdings trübt der Ärger über tödliche Sprünge ins Ungewisse den Spielspaß - besonders dann, wenn sie in den späteren, ohnehin nicht einfachen Missionen der Grund für das Ableben von „Ezio the Hedgehog“ sind. Fans speedlastiger Abenteuer à la Sonic werden wohl ihre Freude an dem Titel haben. Man kann den Entwicklern nicht vorwerfen, nur aus dem Franchise Profit schlagen zu wollen, für ein richtig gutes Game fehlt es dem Spiel aber letztendlich doch an Tiefgang in vielerlei Hinsicht und es fühlt sich – in letzter Konsequenz – ein wenig inkomplett an...

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

69%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

19.11.2009

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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