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Reviews: Nintendo DS

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James Cameron's Avatar: Das Spiel

Action Adventure

14.12.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Aufbruch nach Pandora!

 

Wir befinden uns auf dem Mond Pandora, der 4,4 Lichtjahre von der Erde entfernt um einen Planten kreist. Er ist die Heimat der Na'vi, einem einfachen und spirituellen Volk, das im Einklang mit der Natur existiert. Doch die Menschen wollen das zerstören, um wertvolle Rohstoffe abzubauen. Im Prolog lernen wir direkt Dr. Ossman kennen, der wohl der Kopf hinter der ganzen Aktion zu sein scheint. Doch seine Ziele sind nicht so eindeutig, wie man das nach dieser kurzen Beschreibung vermuten könnte.

 

Jedenfalls wird ein Transporter des Himmelsvolks, so nennen die Na'vi die Menschen, weil sie mit ihren Helikoptern die Ruhe des Waldes stören, von einem großen Vogel genannt Banshee angegriffen und verliert einen Teil seiner Ladung. Dieser Vorfall überzeugt den Na'vi Nok endgültig davon, dass das Himmelsvolk wirklich existiert und er wird noch neugieriger. Also will er sich auf die Suche nach den Menschen machen und erfahren, wer sie sind und warum sie nach Pandora gekommen sind. Dass dies der Beginn eines langen und für ihn gefährlichen Abenteuers ist, ahnt er zu der Zeit noch nicht.

 

Doch spätestens als er von sonst friedlichen Tieren des Waldes angegriffen wird, beginnt er zu begreifen, dass es lebensbedrohlich werden könnte. Der Rat der Ältesten, der ihn anfangs noch aufzuhalten versucht, ist später auf seiner Seite. Es stellt sich nämlich heraus, dass Nok für die Göttin Augen und Ohren sein soll, um herauszufinden, was vor sich geht. Also beginnt seine große Reise quer über Pandora...

 

 

Zelda lässt grüßen!

 

Als ich den Titel das erste Mal in meinen DSi eingelegt habe, musst ich gleich an The Legend of Zelda denken, denn es spielt sich quasi genauso wie Phantom Hourglass. Und da Spirit Tracks wenige Tage später erscheinen sollte, konnte ich mich so schon drauf einstellen und die Qualität des Titels direkt mit der eines Toptitels von Nintendo vergleichen. Und ich kann gleich sagen, dass dieser Wettbewerb nicht so eindeutig ausgeht, wie man das vermuten würde.

 

Man bewegt Nok also per Touchpen durch die sehr schöne, dreidimensional animierte Welt, löst Rätsel, bekämpft Gegner und entwickelt sich weiter. Die Kämpfe gehen sehr leicht von der Hand. Wenn man einen Menschen antippt, dann schlägt der Na'vi zu, zieht man den Touchpen direkt von ihm aus in eine bestimmte Richtung, dann führt er einen Entfernungsangriff in diese Richtung aus und wenn man den Touchpen quer vor der Hauptfigur entlang zieht, führt er einen breiten Angriff mit seinem Stab aus. Auf diese Art bekämpft man die meisten Gegner im Spiel.

 

Zusätzlich sammelt man im Laufe der Zeit noch weitere Items ein, die man im Kampf und bei Rätseln einsetzen kann und teilweise auch muss. Mit dabei ist zum Beispiel eine Peitsche, mit der Nok sich über Abgründe schwingen oder entfernte Items zu sich holen kann. Dazu gibt es auch noch eine Schleuder, Pfeil und Bogen und später einen gewaltigen Streithammer, die auch die stärksten Hindernisse zertrümmern kann. Am genialsten ist aber der Polemuris. Dabei handelt es sich um ein affenartiges Geschöpf, das von Nok getrennt auf den Weg geschickt wird. Man steuert das Wesen dann selbst und hat dafür maximal 25 Sekunden Zeit, zum Beispiel, um entfernte Schalter zu betätigen oder Gegenstände einzusammeln, die sonst nicht erreicht werden könnten. Nach Ablauf der Zeit kehrt der Helfer selbständig zum Helden zurück.

 

Neben den Items gibt es aber noch zahllose weitere Upgrades, die man finden und freischalten kann. Besiegte Gegner und gewisse Pflanzen hinterlassen dazu so genannte Ar'lek-Samen, mit denen man im Wissensschrein neue Fähigkeiten quasi kauft. Jedoch muss man dazu zunächst Überlieferungen finden. Einige der insgesamt 70 davon beinhalten neues Wissen, das Nok erlernen kann. Hat er genug Samen, dann wird es möglich, seinen Energievorrat zu vergrößern, Waffen zu verstärken und ganz neue Fähigkeiten zu erhalten. So hat man also abseits der Geschichte jede Menge Anreiz, wirklich gründlich nach Überlieferungen zu suchen, denn sie sind für spätere Aufgaben quasi unerlässlich. Zum Glück hat man auch den nötigen Freiraum, denn man kann, nachdem man das erste Gebiet abgeschlossen hat, frei jeden Zielort erneut besuchen. So kommen auch die neuen Items clever zum Einsatz, denn sie öffnen auf schon bekannten Inseln nach und nach neue Bereiche.

 

Doch es geht im Spiel nicht nur ums Kämpfen, sondern auch darum, Rätsel zu lösen. Den Helden erwarten allerhand einfache bis sehr komplexe Aufgaben, die man knacken muss, um den Weg fortsetzen zu können. Manchmal muss man einfach nur einen Schalter drücken, um ein Tor zu öffnen, aber das Ganze wird auch so komplex, dass man wirklich logisch denken muss, um es zu knacken. Zwar sind die Aufgaben an sich doch sehr einseitig, denn eigentlich hat man nur mit Schaltern, Zeitlimits und Gegnern zu tun, dafür ist die Umsetzung aber meist recht kreativ.

 

 

Die technische Seite

 

Grafisch braucht sich Avatar auf keinen Fall zu verstecken. Zwar ist die starre Ansicht von leicht schräg oben nicht besonders abwechslungsreich, dafür sieht alles aber wirklich toll aus. Die Natur des Planeten auf der einen Seite und die künstlich aufgebauten Areale der Menschen auf der anderen Seite sind gut in Szene gesetzt, relativ abwechslungsreich und haben mich vor allem durch die sehr fein aufgelösten Texturen überzeugt. Zusätzlich sorgen die tollen Hintergründe der Oberwelt von Pandora für die benötigte Tiefe. Hier gibt es wahrlich keinen Grund zur Klage, außer vielleicht, dass es ab und an ein paar Darstellungsfehler gibt, die aber nur auffallen, wenn man wirklich gut hinsieht.

 

Kritisieren muss ich jedoch den Sound etwas, denn obwohl ich anfangs noch wirklich begeistert von den Klängen der Umwelt und der atmosphärischen Musik war, stellt sich doch irgendwann Ernüchterung ein, weil es einfach zu wenig Abwechslung gibt. Das gilt auch für die Geräusche im Kampf und bei den Rätseln, hier hat man sich ebenfalls schnell satt gehört. Wobei man jedoch der Fairness halber erwähnen muss, dass das zum Beispiel bei Zelda auf dem DS auch nicht viel anders ist, allerdings sind da die Melodien an sich echte Kracher, was man hier leider nicht behaupten kann.

 

Wenn man einen DSi besitzt, dann bekommt auch noch ein kleines Extra geboten. Um ein großes Geheimnis zu lüften, muss man an bestimmten Stellen im Spiel die Kamera der Konsole einsetzen, um bestimmte Farben zu finden. Die erste Aufgabe lautet dort zum Beispiel, rot zu fotografieren. Das ist an sich eine nette Idee, die jedoch an zwei Dingen scheitert. Erstens werden die Farben nicht so erkannt wie man sich das wünschen würde, da man viel Licht braucht und quasi das gesamte Bild die gesuchte Farbe beinhalten muss. Und zweitens, weil die Kamera ja bei jedem Foto ein Klick-Geräusch über die Lautsprecher von sich gibt. Da ich viel in Bus und Bahn spiele und durch den Ton nicht mal eben geräuschlos ein Foto machen kann, wurde ich nicht selten etwas blöd angeschaut. Dafür können aber die Entwickler nichts und zum Glück kann man zu dieser Aufgabe jederzeit zurückkehren und sie somit auch zu Hause erledigen. Dennoch ist das eine gute Überleitung zum letzten Teil des Testberichts.

 

 

Meckerecke

 

Auch wenn mir das Spiel sehr viel Spaß gemacht hat und ich es zeitweise sogar Zelda: Spirit Tracks vorgezogen habe, was ich parallel spielte, gibt es doch ein paar Punkte, die es davon abhalten, ein echter Hit zu sein. Während mich zum Beispiel bei Zelda oft stört, dass man zu wenig Hinweise bekommt, was als nächstes zu tun ist, erhält man hier viel zu viele. Es wird nämlich jederzeit auf der Karte, die auf dem oberen Bildschirm permanent dargestellt ist, das nächste Ziel angezeigt. Man weiß also immer genau, was zu tun ist und muss "nur noch" dorthin gelangen. Das ist zwar oft gar nicht so einfach und an sich auch durchaus spannend, jedoch hat man so nicht das Gefühl, die Welt selbst ganz frei zu erkunden.

 

Des Weiteren stört mich der generelle Schwierigkeitsgrad ein wenig. Die meiste Zeit über kämpft man sich locker durch wenige Gegner und löst Rätsel. Letzteres ist gut gemacht, wird stetig schwerer, bleibt aber immer fair, wohingegen die Gegner teilweise echt keinen Spaß machen. Die wenigen Endgegner sind zwar gut durchdacht und machen meistens auch Spaß, es gibt jedoch zwei, die mich wirklich zur Weißglut getrieben haben. Bei ihnen muss man nämlich ab und zu das Item wechseln, was aber zum echten Problem wird, da das Geschehen dabei nicht unterbrochen wird. Man muss also irgendwie versuchen, dem Gegner auszuweichen, ihn angreifen, seinem Konter ausweichen, dabei stehen bleiben und die Waffe wechseln und dann erneut angreifen. Dabei nimmt man fast unweigerlich Schaden, so dass man vor allem den letzten Kampf eigentlich nur schaffen kann, wenn man einen Großteil der möglichen 24 Energieboxen hat, egal wie gut man ist.

 

Zuletzt habe ich noch zu meckern, dass man, wenn man gestorben ist, nicht mit voller Energie am letzten Rücksetzpunkt anfängt. Gerade bei den schweren Endgegnern bedeutet das, dass man entweder unmittelbar vor dem Kampf abspeichert und das Spiel neu startet, wenn man gescheitert ist oder sich zunächst auf die Suche nach Energie machen muss. Das ist alles andere als optimal.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

James Cameron's Avatar: Das Spiel hat mich auf dem Nintendo DS wirklich positiv überrascht. Ich hatte erst gar keine Lust auf den Test und dann hat es der Titel teilweise sogar geschafft, dass ich ihn Zelda vorziehe. Und das will echt was heißen! Gäbe es abseits der guten Grafik, der spannenden Geschichte und dem abwechslungsreichen Gameplay auch noch richtig gute Musik, eine wirklich perfekt umgesetzte Steuerung und einen besser ausgewogenen Schwierigkeitsgrad, dann hätte es eine Traumnote bekommen, die sogar Zelda ins Schwitzen gebracht hätte. So bleibt es immer noch ein überraschend gutes Action-Adventure, das ich jedem Genre-Freund nur wärmstens empfehlen kann.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

03.12.2009

Developer

Lightstorm Entertainment

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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