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Reviews: Nintendo DS

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Dr. Kawashima: Mehr Gehirn Jogging

Training

03.07.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Wie alt ist dein Gehirn – Teil 2?

 

Wie Besitzer von Dr. Kawashima’s: Gehirn-Jogging bereits wissen, braucht das Gehirn ein regelmäßiges Training, um fit zu werden oder zu bleiben. Dazu bietet sich der Nintendo DS sehr gut an, weil er durch seine Dateneingabemöglichkeiten, wie den Touchscreen oder das Mikrofon für ein tolles Training sorgen kann. Vor ziemlich genau einem Jahr brachte Nintendo dazu das schon erwähnte Spiel in Europa auf den Markt, mit dem man seine geistige Fitness verbessern und erhalten kann. In verschiedenen Übungen wurden unterschiedliche Bereiche des Gehirns gezielt trainiert, um somit Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhöhen.

 

Da ein Jahr eine ziemlich lange Zeit ist, hat Nintendo sich nun doch endlich dazu entschieden, den Nachfolger auch bei uns zu veröffentlichen. In diesem ist eigentlich alles beim Alten geblieben: Es sieht genauso aus, hört und fühlt sich genauso an und hilft immer noch dem Gehirn. Allerdings haben sie die Gedächtniswissenschaftler 11 neue Übungen einfallen lassen, damit den trainingswilligen mal wieder etwas Abwechslung ins Leben kommt.

 

Nachdem man das Spiel zum ersten Mal eingeschaltet hat, wird man direkt vom 3D-Modell des sympathischen Dr. Kawashima begrüßt. Zunächst wird das geistige Alter mittels eines einfachen Tests ermittelt, danach die persönlichen Daten des Spielers aufgenommen und dann kann das Training auch schon beginnen. Zunächst stehen drei Übungen zur Verfügung, doch im Laufe der Zeit werden es immer mehr, bis dann nach ein paar Wochen Training alle auswählbar sind. Jeden Tag, an dem man mindestens eine Übung macht, bekommt man einen Stempel (bei drei Übungen wird der Stempel größer) und je nach Anzahl der Stempel werden neue Übungen freigeschaltet. Außerdem gibt es zwischendurch auch Zugriff auf die Tipps des Doktors, die er immer wieder während dem Spielen abgibt. Diese kann man sich dann auch gezielt im Menü ansehen.

 

Das wichtigste am Training sind auf jeden Fall die neuen Übungen, auf die ich nun genauer eingehen werde. Wer sich überraschen lassen will und die Übungen erst während des Spielens genauer kennen lernen möchte, der sollte diesen Teil überspringen, da ich recht detailliert auf das Training eingehe.

 

 

Die Übungen

 

Rechenzeichen: Hier sieht man eine Rechenaufgabe samt Ergebnis und muss auf dem Touchscreen das benötigte Rechenzeichen eingeben, um die Gleichung zu erfüllen. Je schneller man alle Gleichungen richtig löst, umso besser. Das Unterfangen klingt leichter als es in Wirklichkeit ist, da das Gehirn sich hier leicht verwirren lässt. Sieht man zum Beispiel: 6 . 7 = 13, dann ist zwar jetzt klar, dass dazwischen ein „+“ gehört, um die Gleichung zu komplettieren, allerdings passiert es nicht selten, dass das Gehirn, die Aufgabe falsch interpretiert und die Hand zum Zeichnen eines Minus-Zeichens verleitet, weil es denkt, die Gleichung 13 – 7 müsse berechnet werden. Hierfür braucht man also hohe Konzentration, um auf eine Gesamtzeit von unter 20 Sekunden zu kommen.

 

Pianospieler: Hier wird auf dem Touchscreen ein Piano dargestellt und auf dem anderen Bildschirm laufen einige Noten entlang (zwischen 40 und 100 je nach Lied), die man nachspielen muss. Dabei kommt es sowohl auf Rhythmus als auch auf Genauigkeit an, denn jeder Fehler kostet Punkte. Da die angezeigten Tasten nicht immer dieselben sind, muss man sich jedes Mal auf neue Begebenheiten einstellen und erhält keinen Vorteil durch das Auswendiglernen der Tasten. Man kann sich das Lied vor der Übung auch anhören, um ein Gefühl für den Takt zu bekommen. Auch hier merkt man im Laufe der Zeit, wie man immer flüssiger wird und später sogar so spielen kann, dass es sich fast nach guter Musik anhört.

 

Wortbilder: In einem drehenden Kreis angeordnet stehen 5-9 Buchstaben, die man zu einem Wort zusammensetzen muss. Die Buchstabenerkennung über den Touchscreen funktioniert dabei einwandfrei, wenn man nicht zu sehr schmiert. Die benötigte Gesamtzeit für alle Wörter ergibt das Trainingsergebnis, wobei falsche Lösungen mit 20 Strafsekunden eingehen. Hier ist manchmal ein ganz dicker Wurm drin, denn manche Wörter sind zwar super einfach, aber man erkennt sie wegen der gewählten Reihenfolge einfach nicht. Man merkt aber, dass man im Laufe der Zeit wirklich besser wird.

 

Münzenzähler: Wer schon immer mal Kassierer sein wollte, der wird sich hier wohl fühlen. Auf der Kasse steht ein Betrag und ein Kunde legt einen bestimmten Geldbetrag hin. Der Spieler muss nun das richtige Wechselgeld aus der Kasse heraus geben. Auch hier wird natürlich auf Zeit und Fehlerfreiheit gespielt. Ich persönlich finde die Übung extrem leicht und konnte mich kaum verbessern, was wohl daran liegt, dass ich durch meine Bankausbildung viel Erfahrung in dem Bereich habe.

 

Zuhörer: Hier sprechen zwischen einem und drei Personen ebensoviele Wörter aus, die man erkennen und dann eintippen muss. Die Schwierigkeit hierbei liegt darin, dass zum Ende hin drei Wörter gleichzeitig gesprochen werden und man somit sehr konzentriert zuhören muss, um alle zu erkennen. Insgesamt sechs Mal kann man sich den Wust vorsprechen lassen und wenn man dann keine Lösung hat, gibt es Strafpunkte. Diese Übung ist definitiv nicht für unterwegs geeignet, da man absolute Ruhe braucht, um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen.

 

Pluskette: In dieser Übung geht es darum, zwei Zahlen zu addieren. Allerdings bekommt man die Ziffern nur für eine kurze Zeit angezeigt und muss sich daher mehrere Dinge gleichzeitig merken. Zum Anfang sieht man zum Beispiel eine 2 und kurze Zeit später erscheint eine 3 auf dem Bildschirm. Gleichzeitig wird die 2 zugekritzelt. Man muss nun das Ergebnis der Addition (also 5) aufschreiben, während gleichzeitig die 3 auch verdeckt wird und eine neue Zahl auftaucht, die man dann mit der jetzt versteckten 3 zusammenrechnen muss. So geht das 30 Aufgaben lang weiter. Hier sind also Schnelligkeit und Merkfähigkeit bei gleichzeitigem Kopfrechnen gefragt. Die Trainingserfolge sind auch hier beachtlich und wirken sich stark auf die Kopfrechenfähigkeit aus. Schon bald wird es bedeutend leichter, mehrere Zahlen im Kopf gleichzeitig aufzusummieren.

 

Datumsrechner: Welcher Tag war Vorgestern in drei Tagen? So oder so ähnlich sind die Aufgaben hier, die man entweder mit einem Wochentag oder einem konkreten Datum beantworten muss. Voraussetzung ist natürlich, dass man weiß, welcher Tag heute ist. Auch hier wird trainiert, in mehreren Schritten zu denken, ohne dabei Zwischenergebnisse aufzuschreiben. Da die Buchstabenerkennung hier manchmal ein echter Krampf ist (vor allem: Sa für Samstag), macht diese Übung leider nur bedingt Spaß. Zu verstehen ist dieses Problem allerdings nicht, denn alle anderen Übungen mit Schrifterkennung funktionieren prima.

 

Rangzähler: In dieser Übung muss man den Rang eines Läufers in einem Wettrennen überwachen. Er startet als Erster und wird immer wieder überholt und überholt seinerseits andere Läufer. Irgendwann kommt er ins Ziel und der Spieler muss dann aufschreiben, auf welchem Rang er nun ist. Am Anfang fängt das noch einfach an, aber spätestens bei der fünften Aufgabe wird es echt schwer, denn da wird er manchmal von drei Gegnern gleichzeitig überholt, rennt dann wieder an ihnen vorbei, usw. Keine einfache Übung, die aber sehr gut die Aufmerksamkeit stärkt.

 

Höhenzähler: Hier fallen Blöcke vom Himmel und landen in mehreren Reihen aufeinander. Am Ende muss der Spieler die Höhe einer bestimmten Säule aufschreiben, wobei leere Felder in der Säule mitgezählt werden. Da auch hier die Zeit eine wichtige Rolle spielt, muss man es lernen, mehrere Säulen gleichzeitig im Auge zu behalten, um dann die richtige Höhe schnell parat zu haben.

 

Danach gibt es noch eine Übung, die ich hier aber nicht genauer vorstellen werde, denn etwas Spannung muss ja auch noch übrig bleiben.

 

Nach jeder Übung wird man außerdem in eine Klasse (Fußgänger, Radfahrer, Auto, Zug, Flugzeug oder Rakete) eingeteilt, die Aufschluss darüber gibt, wie man das eigene Ergebnis einsortieren kann. Dabei gilt natürlich: Je schneller das Tempo der erreichten Klasse, umso besser ist man. Die Ergebnisse werden in einer umfangreichen Statistik gespeichert, so dass man sich seine Entwicklung jederzeit ansehen kann. Ebenso wird empfohlen, ab und an einen Alterstest zu machen, um zu sehen, wie man seine Gesamtleistung und damit sein Gehirnalter verbessert hat.

 

 

Der Alterstest und die Statistiken

 

Das Ziel des Spiels ist es ja, das geistige Alter des Nutzers zu verbessern. Um das tun zu können, muss man es natürlich zunächst ermitteln. Dazu bietet der Titel mehrere Übungen an, die es nur im Alterstest gibt, zum Beispiel „Schere, Stein, Papier“, „Pluskette“ oder „Memory“. Nach drei zufällig ausgewählten Aufgaben steht dann das Alter des Gehirns fest und wird angezeigt. Diesen Test sollte man ab und zu machen, damit man sieht, wie man sich verbessert hat.

 

Seine eigene Entwicklung kann man sich jederzeit in der umfangreichen Statistik ansehen. Hier sieht man die Ergebnisse in den Übungen und Tests der vergangenen zwei Monate in Form von Punkten auf einem Diagramm. Je höher die einzelnen Punkte, umso besser das Ergebnisse. Viel wichtiger ist jedoch die Tendenz im Zeitverlauf, also ob man sich verbessern konnte. In der Regel ist das der Fall, weil man wirklich fitter im Kopf wird und somit die Aufgaben immer leichter, schneller und besser bewältigen kann.

 

Man kann sich auch mit anderen Spielern vergleichen, denn insgesamt können bis zu vier Profile angelegt werden, so dass die ganze Familie Spaß an einer DS-Karte haben kann.

 

 

Mehr Gehirn-Jogging & Mehr Spieler

 

Anderes als beim ersten Teil, ist es nun möglich, mehrere Übungen gegeneinander zu spielen. Natürlich ist es auch diesmal wieder mit nur einer Karte möglich, mit bis zu 16 Spielern zu zocken.

 

Bei der Malerei müssen alle Mitspieler ein Bild nach einer Vorlage malen und danach ihre Stimme für eins der anderen Bilder abgeben. Das Bild mit den meisten Stimmen gewinnt die Runde. Beim Münzzähler und bei Wortbilder tritt man in den bekannten Übungen direkt gegeneinander an und der jeweils schnellste gewinnt das Spiel.

 

Auch wenn die Mehrspieler-Möglichkeiten deutlich erweitert wurden, ist die Auswahl immer noch recht gering. Insgesamt vier Modi reichen für eine ganze Weile aus, aber einen langen Abend kriegt man damit auf keinen Fall gefüllt. Wenn man allerdings mal viele Leute beisammen hat, dann ist es ein sehr großer Spaß für Zwischendurch, der deutlich mehr Spaß macht, als das Wettrechnen des ersten Teils.

 

 

Demo-Version & Sudoku

 

Mit dabei sind auch wieder über 100 Sudokus in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden und die Möglichkeit, eine Demo des Spiels an einen anderen DS zu schicken. Die Zahlenrätsel sind eine gelungene Abwechslung, die vor allen Dingen auf langen Bahnfahrten oder im Wartezimmer beim Arzt sehr gut helfen können, allerdings gab es die auch schon im Vorgänger und sogar in verschiedenen Sudoku-Spielen für den Nintendo DS. Die Steuerung funktioniert hierbei einwandfrei und auch die Möglichkeit, sich kleine Notizen zu machen, ist wieder dabei. Für Fans des Spiels, die nicht genug solcher Rätsel haben können, ist es sicherlich ein Pluspunkt.

 

In der Demo-Version, die man entweder an andere DS-Systeme verschicken oder in einem speziellen Untermenü direkt spielen kann, gibt es die Möglichkeit, einen Demo-Alterstest zu machen, Demo-Übungen (Wortbilder) zu spielen oder Demo-Sudokus zu lösen. Damit können sich interessierte Verwandte oder Freunde das Spiel schnell ansehen und es ausprobieren, ohne dass direkt ein ganzes Profil angelegt werden muss.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

 


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Fazit

Technisch hat sich seit dem ersten Teil gar nichts geändert. Alle Menüs sehen genauso aus, wie zuvor, Kawashima hat sich nicht verändert, die Statistiken sind gleich und auch die Musik wirkt erstaunlich vertraut, obwohl auch neue und leicht veränderte Stücke dabei sind. Wem der erste Teil gefallen hat und Lust auf neue Übungen hat, der kann für die knapp 30 Euro eigentlich kaum was falsch machen. Die neuen Aufgaben sind intelligent gemacht und funktionieren bis auf die erwähnte Ausnahme sehr gut, so dass man auch Besitzern des ersten Teils hier zum Kauf raten kann. Der verbesserte Mehrspieler-Modus tut sein übriges, so dass „Mehr Gehirn-Jogging“ den Vorgänger hinter sich lassen kann.

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

super

87%

Singleplayer

78%

Multiplayer

Release

29.06.2007

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

2-16


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