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Reviews: Nintendo DS

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Metroid Prime Pinball

Action

04.07.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein Morph Ball als Flipper-Kugel?

 

Die Weltraum-Heldin Samus hat ja schon so einiges mitgemacht. Ein besonderes Merkmal ihres Anzuges ist es, sich in den praktischen Morph Ball verwandeln zu können. In dieser Form ist es ihr möglich, sich durch verwinkelte Wege und Gassen zu rollen und auch mal ungesehen an Gegnern vorbei zu kommen. Nun sind die Entwickler von Fuse auf die Idee gekommen, dass sich Samus in Kugelform ja auch prima als Ball für einen Flipper eignen würde. Das Ergebnis dieser Idee ist Metroid Prime Pinball für den Nintendo DS, in dem man Samus durch verschiedene Arenen flippern muss. Doch natürlich ist sie auch in ihrer normalen Form vertreten und einige aus der Prime-Trilogie bekannte Locations und Gegner sind auch mit dabei.

 

Das Spielprinzip ist recht schnell erklärt: Wie in jedem Pinball-Spiel steuert man zwei oder mehr Flipper, die an verschiedenen Stellen angebracht sind und schießt mit ihnen eine Kugel (in diesem Fall Samus) über diverse Tische. Da es sich hier jedoch um ein Metroid-Spiel handelt, geht es nicht nur darum, dafür zu sorgen, dass die Kugel nicht von Tisch fällt, sondern auch darum, sich diversen Gegnern zu stellen, Artefakte zu finden und fiese Endgegner zu bezwingen, um so neue Tische freizuschalten. Neben diesem Abenteuer-Modus gibt es auch die Möglichkeit, einzelne Tische zu spielen, um seinen Highscore zu verbessern.

 

Das Spiel kommt dabei tatsächlich so gut wie ohne jegliche Art von DS-spezifischer Kontrolle aus, denn es verlässt sich zu großen Teilen auf eine Steuerung via Tasten und Knöpfe. So steuert man die linken und rechten Flipper entweder mit den zwei Schuldertasten oder mit dem A-Knopf bzw. den Richtungen links und rechts auf dem Steuerkreuz. Samus kann als Morph Ball natürlich auch wieder Bomben und Power Bomben (sofern sie welche gefunden hat) ablegen, was hier mit den Tasten B und Y passiert. Befindet sie sich im Kampfmodus, also in ihrer sonst normalen Form, dann feuert sie mit X Raketen ab. Um das ganze noch ein wenig wie einen echten Flippertisch zu gestalten, führt eine Berührung des Touchscreen dazu, dass sich der Tisch in eine bestimmte Richtung bewegt. Damit kann man nicht selten den Ball vor dem drohenden Aus retten.

 

Die Steuerung funktioniert extrem gut und geht leicht von der Hand. Zu empfehlen ist die Variante über die Schultertasten, weil man so den rechten Daumen auf dem B-Knopf und den linken auf den Bildschirm ablegen kann, um schnell Bomben abzufeuern oder den Tisch anzustoßen.

 

Als kleines Extra kommt das Spiel zusammen mit einem DS Rumble-Pak daher, was dafür sorgen soll, dass Stöße auf dem Tisch auch in die Hände des Spielers weitergegeben werden. Was sich in der Theorie gut anhört, funktioniert in der Praxis leider nicht ganz so toll, denn der Effekt ist leider zu schwach. Dennoch macht es das Erlebnis ein bisschen intensiver und einem geschenkten Gaul soll man ja eh nicht ins Maul schauen, oder?

 

 

Abenteuer auf dem Flippertisch

 

Was wäre ein Metroid-Spiel ohne knackige Aufgaben, die es zu lösen gilt? Richtig: Langweilig. Deshalb gibt es auch bei Pinball eine Art Abenteuer-Modus (von den Entwicklern als Multimission bezeichnet), in dem es hauptsächlich darum geht, Artefakte zu finden. Zu Beginn wählt man dabei eine der beiden Tische aus, die von Anfang an zur Auswahl stehen. Dort muss man nun versuchen, mit den drei Bällen, die man zur Verfügung hat, 12 Artefakte zu finden, um gegen Metroid Prime antreten zu dürfen.

 

Artefakte erhält man, in dem man bestimmte Aufgaben erfüllt. Um diese zu triggern, gibt es diverse Stellen auf dem Tisch, die man mit dem Morph Ball erreichen muss. Bei manchen bleibt man in Kugelform und muss eine bestimmte Anzahl an Gegnern, die nun auf dem Tisch herum laufen, plätten, während man sich bei anderen aus dem Ball befreit und Gegner mit der Hauptwaffe des Anzuges besiegen muss. Dazu stellt sich Samus recht weit unten genau in die Mitte des Tisches und feuert drauf los. Die Schussrichtung ändert man auf dieselbe Art, wie man die beiden Flipper bedient. Darüber hinaus gibt es noch Aufgaben, bei denen den Flippertisch komplett verlässt und zum Beispiel Wandsprünge ausführen muss, um ein Artefakt oder andere Items zu ergattern. Zu guter letzt kann sich Samus auch noch klonen, so dass man mehrere Morph Bälle gleichzeitig im Blick haben muss. Dabei muss man dann zum Beispiel mit zwei verschiedenfarbigen Kugeln blaue und rote Kristalle vor Ablauf der Zeit einsammeln.

 

Da zu einem Metroid Prime-Spiel auch fette Endgegner gehören, wurden auch diese eingebaut. Tritt man das Aufgabenfeld, wenn es das Beam-Symbol anzeigt, dann ist es möglich, sich auf einen anderen Tisch teleportieren zu lassen, worunter auch zwei Bosskämpfe sind. In beiden geht es darum, mit der Anzahl Kugeln, die man noch zur Verfügung hat, den Boss durch möglichst harte Treffer zu bezwingen. Natürlich greift er seinerseits auch an und hat sogar Helfer auf dem Tisch, die Samus das Leben schwer machen. An dieser Stelle erlangt auch das Energielevel des Morph Balls eine große Bedeutung: Mit jedem Treffer geht ein bisschen Energie verloren und sobald sie komplett verbraucht ist, löst sich die Kugel in Rauch auf und man muss eine neue einsetzen. Die Energie kann man, ebenso wie Raketen und andere Upgrades durch bestimmte Ereignisfelder auch wieder aufladen. Hat man den Boss besiegt, dann muss man erneut ein neues Ziel aussuchen.

 

Im Abenteuer-Modus gibt es zwei Endgegner, die jeweils ein Artefakt hinterlassen. Wenn man es schafft, beide zu bezwingen und 10 weitere Aufgaben zu erfüllen und danach das Beam-Symbol erneut trifft, ist es möglich, in den Artefakt Tempel zu beamen. Dort tritt man auf den vorletzten Endgegner, den man bezwingt, indem man 12 gleichzeitig auf dem Tisch rollende Kugeln in 12 verschiedene Öffnungen befördert. Damit lädt man die ultimative Waffe auf und kann so den Gegner bezwingen. Danach wird der letzte Tisch frei geschaltet, auf dem man gegen man gegen Metroid Prime antreten muss. Hat man das geschafft, dann wird der Experten-Modus verfügbar, in dem man das gleiche Abenteuer erneut spielen kann, was nun allerdings bedeutend schwerer ist.

 

Alle im Abenteuer geschafften Aufgaben sind dann auch im Einzelmissions-Modus verfügbar, wo man die Tische dann einzeln ansteuern und spielen kann, um auf Highscore-Jagd zu gehen. Mehr bietet dieser Modus leider nicht.

 

Zum Glück haben die Entwickler dem Spiel auch noch einen Einzelkarten-Mehrspieler-Modus verpasst, der den Spielspaß ein wenig in die Länge ziehen kann. Hier tritt man gegen bis zu sieben Gegner auf leider nur einem Tisch gegeneinander an und muss möglichst schnell Punkte sammeln. Wer zuerst 100.000 erreicht hat, der gewinnt das Spiel. Der Ansatz ist zwar minimalistisch, aber Spaß macht es dennoch, wobei es vor allem toll ist, dass es mit nur einer Karte geht. Ein bisschen mehr Vielfalt wäre hier jedoch angemessen gewesen.

 

 

Metroid und Pinball – Passt das überhaupt?

 

An der technischen Umsetzung gibt es absolut nichts zu bemängeln. Die Tische sind fabelhaft konstruiert und bieten intelligente und ausreichend viele Extras. Das Herz jedes Flipper-Freundes wird mit Sicherheit höher schlagen. Die Steuerung funktioniert auch einwandfrei, so dass dem Spaß eigentlich nichts im Wege steht.

 

Ebenso verhält es sich mit Grafik und Sound. Die Atmosphäre der Serie ist wirklich toll eingefangen und die Tische sind extrem interaktiv. Neben Umwelt Veränderungen, wie plötzlich einsetzendem Regen, gibt es allerhand Details, die Metroid Prime Pinball zu einem echten Metroid-Spiel machen. Auch der Sound ist natürlich stark von der Prime-Trilogie inspiriert und hat erstaunlich hohe Qualität.

 

Das einzige, was das Spielvergnügen auf lange Sicht trübt, ist die geringe Auswahl an Tischen. Es gibt lediglich drei Tische auf denen Man ganz normal Punkte sammeln kann und vier Tische, die einen Bosskampf darstellen. Man braucht zwar eine ganze Weile, um das Abenteuer komplett zu schaffen, aber das liegt daran, dass man jedes Mal von vorne anfangen muss, wenn man alle Bälle verliert, bevor man 12 Artefakte gesammelt und alle Endgegner zu bezwungen hat. Man erhält zwar jedes Mal, wenn man eine neuen Endgegner bezwingt, diesen Tisch auch in der Einzelmission, allerdings machen die Kämpfe gegen diese in möglichst kurzer Zeit lange nicht soviel Spaß, wie die drei Haupttische, wobei der letzte eh erst zur Verfügung steht, wenn man das Spiel komplett geschafft hat.

 

Man kann also schon einige sehr kurzweilige Stunden mit dem Spiel verbringen, allerdings ist die Luft leider doch viel zu schnell raus. Ich kann ja verstehen, dass man das Hauptabenteuer nicht zu lange machen wollte, damit der Frust nicht zu groß wird, aber warum man nicht ein zweites oder gar drittes mit programmiert hat, ist mir ein großes Rätsel. Dagegen hilft auch das umfangreiche und wohl durchdachte Punktsystem nichts, denn auch die Highscore-Jagd macht wegen der geringen Anzahl Tische nur begrenzt Spaß. Leider.


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Fazit

Unterm Strich ist Metroid Prime Pinball ein sehr gelungenes Spiel, das toll ins Universum der aktuellen Trilogie eingefügt wurde. Es macht großen Spaß, die Steuerung funktioniert einwandfrei und die Technik ist makellos. Allerdings leidet es unter einem sehr einfallslosen Mehrspieler-Modus, dem nicht vorhandenen Wi-Fi Modus und dem geringen Umfang. Durch das mitgelieferte Rumble-Pak ist der Kaufpreis mit 40 Euro zwar recht günstig, allerdings erfüllt dieses nicht wirklich die Erwartungen, da der Effekt recht schwach ist und es mehr Krach als Erschütterung macht. Fans der Reihe und Freunde von Flippern, die der geringe Umfang nicht stört, können bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten den Titel vorher besser anspielen.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

65%

Multiplayer

Release

22.06.2007

Developer

Fuse

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+


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