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Reviews: Nintendo DS

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The Legend of Zelda - Spirit Tracks

Action Adventure

01.01.2010

Autor: Martin Küpper

 

 

Phantom Hourglass, der erste DS-Ableger der Zelda-Reihe, wurde mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Gerade der Tempel des Meereskönigs, den man im Spielverlauf immer wieder besuchen musste, wusste vielen Fans nicht zu gefallen. Links zweiter Ausflug auf Nintendos Handheld wurde daher ungewöhnlich skeptisch erwartet, was nicht zuletzt an der Ankündigung lag, dass der kleine Blondschopf nun mit einem Zug durch die Spielwelt reisen wird. Nun da The Legend of Zelda - Spirit Tracks endlich erschienen ist, zeigt sich nun, ob all die Skepsis berechtigt war.

 

 

Schlag auf Schlag

 

Auf den ersten Blick erinnert vieles an Phantom Hourglass. Das Abenteuer wird nicht nur erneut im Comicstil präsentiert, sondern die Grafik ist sogar nahezu identisch zum Vorgänger. Selbst einige Charaktermodelle wurden 1 zu 1 übernommen. Das gleiche gilt für die Steuerung. Erneut steuert man Link fast komplett mit dem Touchscreen. Link folgt dem Touchpen, greift Gegner an sobald man sie antippt und auch die Items werden mit dem Touchscreen kontrolliert.

 

Trotz der vielen Gemeinsamkeiten setzt die Geschichte von Sprit Tracks aber nicht direkt nach Phantom Hourglass an, sondern spielt einige Generationen danach. Link versucht sich nun als Lokomotivführer und bereist Hyrule auf einem ausgebauten Schienenetz, das selbst der Deutschen Bahn Konkurrenz machen könnte. Doch dieses Schienenetz dient nicht nur dem Transport von Personen und Gütern. Die Gleise haben eine weitaus wichtigere Funktion, den Turm der Götter - in dem ein bösartiges Monstrum gefangen ist - mit der Energie der heiligen Tempel zu versorgen. Dementsprechend besorgt ist Prinzessin Zelda über das mysteriöse Verschwinden einiger Gleise und bittet Link daher, sie zum Turm zu begleiten. Doch die beiden geraten in einen Hinterhalt. Der machtgierige Minister Glaiss, der auch hinter dem verschwinden der Schienen steckt, verspricht sich von der Wiedererweckung des Monsters im Turm übermenschliche Kräfte. Doch dafür braucht er einen Wirtskörper – Zeldas Körper! Es kommt Schlag auf Schlag. Nicht nur der Turm wird zerstört, auch Zeldas Körper wird ihr entrissen. Nun liegt es an Link und der körperlosen Zelda, die Renaissance des Ungetüms zu verhindern und Zeldas Hülle zurück zu erhalten.

 

 

Teamarbeit

 

Dafür müssen die beiden Helden zunächst in den noch begehbaren Etagen des Turms nach einer magischen Karte suchen, die die verschwundenen Gleise einer Region wiederherstellt. Wie im Tempel des Meereskönigs streifen auch im Turm zahlreiche Phantome umher. Diese unbesiegbaren Wesen sollte Link zwar weiterhin meiden, doch im Gegensatz zu Phantom Hourglass, haben sie für das Heldenduo auch einen immensen Nutzen. Hat Link sein Schwert mit drei Göttertränen gestärkt, kann er die Phantome mit einer Attacke von hinten kurzfristig ausschalten. Nun kommt die Prinzessin ins Spiel. Da Zelda ihren Körper verloren hat, kann sie nun in die Rüstung der Phantome schlüpfen und die Kontrolle über die metallene Hülle übernehmen.

 

Als Phantom folgt die Königstocher Link auf Schritt und Tritt. Die zahlreichen Rätsel im Turm verlangen jedoch auch, dass die beiden Helden getrennte Wege gehen. Dafür tippt man kurz auf Zelda und zeichnet auf dem Touchscreen eine Rute ein, der Zelda sogleich folgt. Mittels eines kleinen Buttons kann man nun jederzeit zwischen den beiden Helden hin und her schalten. Auf dieses Weise kann Zelda für den Helden unerreichbare Schalter aktivieren, Flammen abwehren, die Link sonst verbrannt hätten oder den verletzlichen Helden auf dem Schild durch ein Lavabecken tragen. Auch im Kampf müssen Link und Zelda gemeinsam vorgehen. Einige Gegner können nur von hinten attackiert werden, zeigen dem Helden diese Schwachstelle aber nie. Wenn man jedoch Zelda auf sie ansetzt, sind die Gegner damit beschäftigt ihre Angriffe abzuwehren und Link kann sie in Ruhe von hinten überraschen. Umgekehrt geht das übrigens genauso gut. Doch das ist bei weitem noch nicht alles. Die unterschiedlichen Phantome haben jeweils ganz eigene Fähigkeiten, die Zelda übernimmt. So kann Zelda später etwa auch zu einer Kugel werden und sperrige Gegenstände aus dem Weg zu räumen.

 

Anfangs noch recht simpel, werden diese Rätsel bei späteren Besuchen im Turm immer komplexer. Spätestens wenn man zwischen den verschiedenen Eigenschaften der Phantome hin und her wechseln muss, wird auch einem erfahrenen Spieler der Denkapparat qualmen. Das sorgt dafür, dass der wiederkehrende Dungeon, der häufigste Kritikpunkt an Phantom Hourglass, nun die größte Stärke des Spiels ist. Nicht zuletzt, weil auch das nervige Zeitlimit wegfällt und erledigte Etagen nicht erneut besucht werden müssen.

 

 

Link der Lokomotivführer

 

Hat man die Karte schließlich gefunden, erscheinen neue Gleise. Allerdings reichen die Schienen noch nicht ganz bis zum Tempel – dafür muss man zunächst einen Lokomo (ein altes Volk) finden. Nun macht sich Links Ausbildung als Lokomotivführer bezahlt – wobei man sich angesichts der simplen Steuerung schon fragen darf, wozu man überhaupt ausgebildet wird. Am rechten Bildrand sieht man eine Anzeige, mit der man die Geschwindigkeit – vollgas, halbgas, stopp und rückwärts – einstellen kann. Darüber befindet sich noch eine Kordel, die die Pfeife aktiviert. Ein wahrer Männertraum, wenn man mit einem kleinen Ruck die Pfeife erklingen lassen kann. Später kann man während der Fahrt auch noch Bomben schießen, um Gegner zu besiegen oder Steine zu sprengen. Besonders gefährlich sind jedoch böse Lokomotiven (kein Scherz!), die ebenfalls auf dem Schienennetz unterwegs sind. Diese kann man nicht besiegen – alles was man tun kann ist den Kontakt mit ihnen tunlichst zu unterlassen, da eine Kollision das sofortige Game Over nach sich zieht.

 

Anfangs noch höchst amüsant, werden die Zugfahrten leider schnell eintönig und somit langweilig. Wirklich schade, da Nintendo gegen Ende durchaus zeigt, das man die Fahrten interessanter hätte gestalten können. Das größte Problem ist, dass man sich mit der Lokomotive natürlich an das gegebene Streckennetz halten muss und nur hin und wieder an einigen Weichen die Fahrt beeinflussen kann. Daraus resultiert auch, dass das Erkunden der Spielwelt auf ein Minimum zurückgefahren wird. Man kann ja fast gar nicht zufällig auf neue Orte stoßen, da man deren Bahnhof mit dem Zug immer direkt anfahren muss.

 

Dabei gibt es abseits der Handlung wieder viel zu entdecken und erledigen, auch wenn es erneut keine Herzteile zu finden gibt. Dafür sind überall in Hyrule wertvolle Schätze versteckt, die man wie im Vorgänger über den Wi-Fi Modus mit Freunden tauschen kann. Die Schätze kann man entweder für einige Rubine verkaufen, oder in neue Designs für den Zug investieren. Darüber hinaus kann man an Stempelstationen sein Stempelbuch füllen und bei einigen Minispielen größere Bombentaschen und ähnlich nützliche Gegenstände erlangen. Hilft man zudem auch noch den Bewohnern von Hyrule, öffnen sich neue Pfade zu bislang unerreichbaren Orten. Leider sind die Aufgaben der Bewohner recht eintönig. Es geht immer nur um den Transport von Gütern oder Personen von A nach B. Wenigstens lohnt es sich wirklich, denn so stößt man auf kleinere geheime Dungeons. Es gibt sogar einen versteckten Bosskampf mit einem alten Bekannten.

 

 

Ein musikalisches Abenteuer

 

Doch zurück zur Haupthandlung: Bevor man zum Lokomo gelangt, muss man zunächst einige Informationen sammeln und kleine Aufgaben lösen. Sehr löblich ist, dass in Spirit Tracks auch außerhalb der Dungeons fleißig geknobelt werden darf. Bei den meisten dieser Rätsel kommt dem Spiel die Möglichkeit zu gute, erhaltene Informationen auf dem Touchscreen notieren zu können. Das erleichtert es zum Beispiel ungemein, wählerische Anouki zu Paaren zusammenzufassen oder mittels Hinweisen einen geheimen Ort zu finden. Hat man es schließlich zum Lokomo geschafft, kommt Links neues Instrument zum Einsatz – eine Panflöte. Durch ein Duett mit dem Lokomo sollen die übrigen Schienen erscheinen, dafür muss Link die angezeigten Töne im richtigen Rhythmus spielen. Der eigentliche Clou ist aber wie der Spieler die Flöte steuert. Mit dem Touchscreen kann man die Panflöte hin und her schieben um ein bestimmtes Rohr zu aktivieren. pustet man nun in das Mikro des DS, erklingt der angewählte Ton. Das ist schwerer als es klingt - gerade wenn zwischen zwei zu spielenden Noten eine liegt, die man nicht spielen soll, ist es gar nicht so einfach im Rhythmus zu bleiben.

 

Natürlich kommt die Panflöte auch außerhalb des Duetts zum Einsatz. Im Spielverlauf erlernt man unterschiedliche Songs, wie etwa das Schatzsucherlied, das verborgene Schätze zum Vorschein bringt oder das Wecklied, mit dem man Statuen erweckt, um sie zu befragen, wo sich Schätze in der Nähe befinden. Alles ganz nett, jedoch wirken die Songs im Gegensatz zu Ocarina of Time und Co. etwas aufgesetzt, da sie keine wirklich außergewöhnliche Wirkungen haben. Das Schatzsucherlied erfüllt beispielsweise nur den Zweck der Schaufel.

 

 

Die Dungeons

 

Nachdem Duett ist der Weg in den Tempel endlich frei. Im Gegensatz zum Turm, verlaufen die Tempel nach dem bekannten Ablauf. Zwar gibt es keine Karte und keinen Kompass zu finden, doch davon abgesehen ist alles wie man es von einem Zelda-Titel gewohnt ist. Wie üblich findet man im Tempel ein neues Item, das bei der Lösung der Rätsel und schlussendlich auch beim Bossgegner des Dungeons unerlässlich ist. Auch dieses Mal gibt es einige neue Items, die allesamt zu gefallen wissen. Direkt im ersten Tempel findet man etwa den Wirbelwind, der wie die Flöte durch Pusten ausgelöst wird. Wie es der Name ja vermuten lässt, erzeugt dieses Item einen Wirbelwind, den man beispielsweise Einsetzen muss, um einen Schlüssel von einer unerreichbaren Plattform zu wirbeln. Neben den neuen Items gibt es natürlich auch einige altbekannte, doch auch hier weiß das Spiel durchaus zu überraschen. Der Bumerang, dessen Flugbahn man wie in Phantom Hourglass mit dem Touchpen festlegen kann, transportiert nun nicht nur Flammen von A nach B, sondern schmilzt unterwegs auch den Schnee im Verlauf der Flugbahn. Besonders nützlich ist das bei Eisflammen, mit denen man durch diese Methode Wasser gefrieren lassen kann, um Link neue Wege zu eröffnen.

 

Am Ende des Tempels erwartet einen dann natürlich ein Bosskampf. Die Endgegnerkämpfe verlaufen dabei ebenfalls nach dem altbekannten Prinzip. Hat man einmal die Schwachstelle des Gegners gefunden, ist es ein Kinderspiel den Boss zu besiegen. Durch unterschiedliche Phasen sind einige Bosse aber durchaus fordernd – oder zumindest fordern sie zu mehr als in den letzten Ablegern der Serie. Das gilt eigentlich für das gesamte Spiel. Es weiß stellenweise durchaus zu fordern, gerade die Rätsel sind manchmal wirkliche Kopfnüsse. Trotz allem ist die Lösung der Rätsel immer logisch und wenn man doch einmal nicht auf diese kommt, gibt man somit nicht dem Spiel, sondern sich selbst die Schuld, da man weiß das die Lösung direkt vor der Nase liegt.

 

 

Tuf Tuf Tuf die Eisenbahn

 

Wie bereits erwähnt, hat sich bei der Grafik im Vergleich zum Vorgänger nicht allzu viel – genauer gesagt gar nichts – getan. Das ist aber bei weitem nicht so schlimm, wie es zunächst klingt, da schon Phantom Hourglass optisch äußerst opulent war. Tatsächlich gehört Spirit Tracks also dennoch zu den schönsten DS Spielen und zeigt, dass der kleine Handheld doch wirklich schöne 3D Umgebungen darstellen kann. Dennoch bleibt die Frage, ob Nintendo den Handheld schon ausgereizt hat oder ob das doch noch ein Funken besser geht.

 

Der Sound ist ebenfalls erneut bärenstark und bietet eine gute Mischung aus Altem und Neuem. Gerade der Sound bei der Zugfahrt ist genial und macht das ständige hin und her teilweise überhaupt erst erträglich. Dennoch kann der Soundtack nicht mit anderen Serienteilen mithalten, da einige Songs sich oft wiederholen – zu oft. Die Musik ist bei einigen Tempeln identisch und auch die musikalische Untermalung bei den Bosskämpfen weist nicht sonderlich viel Abwechslung auf.

 

Und wo wir gerade schon dabei sind das Spiel zu kritisieren: Was bittet hat sich Nintendo bei der Übersetzung mancher Namen gedacht? Müssen Charaktere wirklich Glaiss oder Shiene heißen? Eine derart blumige Übersetzung lässt jedenfalls nicht darauf schließen, dass Nintendo die erwachsenen Spieler sonderlich ernst nimmt und lässt das Spiel unnötig kindisch wirken. Dabei ist das Spiel ganz sicher kein Kinderspiel, sondern viel mehr aus der Kategorie Spiele für Jedermann. Egal welches Geschlecht man hat oder wie alt man ist. Jeder kann mit Spirit Tracks seinen Spaß haben – wobei das Spiel für kleine Kinder doch zu komplex sein dürfte. Auch der Umfang stimmt. Rund 25 Stunden ist man mit dem Abenteuer beschäftigt und hat danach mit den angesprochenen Nebenaufgaben immer noch reichlich zu tun.

 

 

4 x Link = Hyperlink?

 

Selbst wenn man das Spiel dann irgendwann komplett durchgespielt haben sollte, gibt es immer noch den Mehrspielermodus. Mit bis zu vier Spielern darf man sich hier um Kristalle kabbeln – und das auch mit nur einem Modul. Wer nach Ablauf der Zeit die meisten Kristalle hat, gewinnt. Natürlich gilt es aber nicht nur die Kristalle zu sammeln, sondern vor allem die Gegner um ihre Habe zu erleichtern. Das lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise bewerkstelligen. So kann man die Gegenspieler etwa auf eine Falltüre locken, sie mit Bomben bewerfen oder ihnen ein Phantom auf den Hals jagen. Da Schadenfreude bekanntlich die schönste Freude ist, macht der Mehrspielermodus von Spirit Tracks durchaus Laune. Nur die sechs Arenen hätten etwas abwechslungsreicher sein dürfen.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

 


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Fazit

Die Zugfahrten sind eintönig, die Musik wiederholt sich und die Übersetzung ist viel zu kindisch. The Legend of Zelda - Spirit Tracks mach bei weitem nicht alles richtig, aber welches Spiel macht das schon? Für mich ist Links neustes DS Abenteuer das beste Zelda seit Jahren und übertrifft meiner Meinung nach sogar Twilight Princess um Längen! Im Gegensatz zu diesem bietet das Spiel nämlich zahlreiche neue Ideen, die wirklich frischen Wind ins Spiel bringen und ich als alter Zelda-Hase wurde endlich noch einmal anständig gefordert! Nimmt man dann noch die vorbildliche Nutzung der DS-Fähigkeiten hinzu, ist schnell klar, dass Spirit Tracks eines der besten Spiele für den DS überhaupt ist. War die Skepsis berechtigt? Nein! Ist es besser als Phantom Hourglass? Ja! Solltet ihr es kaufen? Ja! Denn The Legend of Zelda - Spirit Tracks ist unterm Strich simpel gesagt ein verdammt tolles Spiel! …bis auf die Zugfahrten.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

super

93%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

11.12.2009

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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