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Reviews: Nintendo DS

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Might and Magic: Clash of Heroes

RPG

10.02.2010

Autor: Daniel Nicolin

 

 

Mach' mal Magie

 

„Might and Magic: Clash of Heroes“ (CoH) ist der erste Might and Magic-Ableger, der seinen Weg auf den DS gefunden hat. Bislang gab es auf Nintendos Handhelds nur zwei Might and Magic-Spiele, nämlich die beiden ersten Teile des äußerst genialen „Heroes of Might and Magic“, beide seinerzeit für den GBC erhältlich. Doch der neue Teil der Serie ist mit keinem der Vorgänger vergleichbar, schon gar nicht mit dem ursprünglichen RPG, aber auch nicht mit genanntem Strategie-Hit. Rollenspieltypisch ist bei CoH vor allem die Tatsache, dass sowohl eure Einheiten als auch eure Helden durch gewonnene Kämpfe (respektive Erfahrungspunkte) in höhere Level aufsteigen und somit Eigenschaften wie Angriff, Verteidigung und Spezialfähigkeiten verbessern. Als ebenfalls traditionell stellt sich das mittelalterliche Fantasy-Setting heraus. Doch das Herzstück des Games – nämlich die rundenbasierten Kämpfe - ist alles andere als klassisch: Ein völlig neuartiges und innovatives Kampf-System macht CoH zu einer einzigartigen Droge mit hohem Suchtfaktor

 

 

Auf in den Kampf!

 

Angriffe führen bei CoH nämlich nicht direkt auf Befehl eure Helden oder eure Truppen aus, sondern Angriffe werden aktiviert, indem ihr eure Truppen in bestimmten Kombinationen aufstellt. In bester Puzzle-Manier müsst ihr jeweils mindestens drei Figuren gleichen Typs und gleicher Farbe senkrecht untereinander positionieren, um so den Angriff auszulösen, der dieser Figurenklasse eigen ist, oder waagerecht nebeneinander stellen, um so einen kleinen Verteidigungswall zu errichten. Hierbei könnt ihr die begrenzte Masse an Figuren eurer Armee, die auf dem Touchscreen bei jedem Kampf zufällig angeordnet werden, aber nicht frei umarrangieren: Ihr könnt nur jeweils die unterste Figur einer „Spalte“ wegnehmen und an die unterste Stelle einer anderen „Spalte“ setzen. Alternativ könnt ihr per Knopfdruck auch Figuren aus euren Reihen einfach löschen (das klappt überall),denn aus dieser Aktion entstehende Dreierketten gewähren euch eine zusätzliche sofortige Aktion – und ihr habt pro Zug nur eine fest vorgegebene Anzahl an Aktionen zur Verfügung, bevor der Gegner seinerseits agieren darf.

 

Natürlich haben die unterschiedlichen Rassen in euren Reihen verschiedene Fähigkeiten und Eigenschaften: Bären bspw. haben einen stärkeren Angriff und als normale Bogenschützen, dafür braucht es aber zwei Runden, bis der Angriff nach der Aktivierung auch ausgeführt wird. Eure Angriffe richten sich in den meisten Fällen einfach gegen die Seite des Gegners, d.h. Ein Schuss o.ä. schadet der Energieanzeige eures Gegners, wenn er einfach nur „durchkommt“. Andersherum gilt es genauso: Ihr seid getroffen, wenn es dem Gegner gelingt, einen Angriff zu starten, der den Touchscreen unten berührt. In einigen Fällen jedoch gilt es, bestimmte Ziele innerhalb des oberen Screens zu treffen (also nicht nur einfach irgendeinen Angriff an irgendeiner Stelle starten), mitunter müsst ihr sogar aufpassen, dass ihr bestimmte Personen NICHT trefft, da es sich um Freunde oder Unbeteiligte handelt – Kollateralschäden bedeuten nämlich die sofortige Niederlage eurerseits.

 

 

Intuitive Komplexität

 

Was sich vielleicht kompliziert anhört oder liest, spielt sich jedoch erfreulich intuitiv und mit der Zeit werdet ihr unzählige neue taktische Spitzfindigkeiten entdecken, welche euch zuvor noch gar nicht in den Sinn gekommen wären. Das Kampfprinzip ist wirklich einzigartig, erfrischend anders und extrem fesselnd. Jeder kennt sie, diese Spiele, bei denen man sich vornimmt „noch den einen Kampf, dann geh ich ins Bett“ - und plötzlich (fünf Kämpfe später) sind schon wieder zwei Stunden vergangen. „Clash of Heroes“ ist eines dieser Spiele.

 

Auch die Story, die einige Jahrzehnte vor „Heroes of Might and Magic V“ in der Welt namens Ashan spielt, weiß zu gefallen und entfaltet sich in voller epischer Breite im Laufe des Spiels. Erfreulich hierbei, dass die Geschichte zudem nicht den Fehler macht, in einen kindlich angehauchten Wattebausch-Plot zu verfallen, sondern durchaus mit Wendungen aufwartet und Tiefgang aufweist, in dem auch abgefackelte Dörfer nicht ohne Todesopfer auskommen. Auch die Charaktere wirken authentisch, agieren nachvollziehbar und haben eine eigene Biografie. Dabei ist das Game an sich sehr linear und ihr habt kaum Bewegungsfreiheit: So ähnelt das Fortbewegen bspw. dem in „Super Mario World“, wo ihr euch auf der Karte von Punkt zu Punkt bewegen könnt, ohne euch jedoch frei über die Welt bewegen zu können. Dennoch bleibt genug Spielraum um geheime Artefakte und zusätzliche Bereiche zu entdecken.

 

 

Auge und Ohr

 

Technisch ist der Titel insgesamt sehr ansprechend: Sehr schöne 2D-Grafiken verwöhnen eure Augen, alles wirkt lebendig und sehr farbenfroh. Sie reizen zwar nicht die technischen Möglichkeiten des DS aus, wirken aber einzigartig und haben durchaus künstlerischen Anspruch. Zudem gibt es zwar unbewegte, aber toll gezeichnete Bilder in den Zwischensequenzen zu bewundern, die das Herz eines jeden Fantasy-Fans höher schlagen lassen. Auch soundtechnisch darf man den Hut ziehen: Der Soundtrack ist superb, die epischen Melodien tragen viel zur fantastischen Atmosphäre bei und auch die Soundeffekte können sich hören lassen. Mehr davon wäre noch besser gewesen.

 

 

Multi und mehr?

 

Ja, an einen Multiplayermodus hat man sinnigerweise auch gedacht. So könnt ihr euch hitzige Wireless-Duelle mit anderen CoH-Zockern liefern, an denen ihr eure Strategien und eure Spielweise ausprobieren und mit denen ihr euch messen könnt. Einen Online-Modus hingegen gibt es leider nicht. Aber auch für Singleplayer gibt es neben dem Kampagnenmodus noch einen freien Modus, in welchem ihr in Einzelkämpfen gegen die CPU bestehen müsst. Hierbei dürft ihr den Schwierigkeitsgrad bestimmen und habt außerdem die Wahl, welche Einheiten und Artefakte ihr nutzen wollt.

 

 

Macken?

 

Zu kritisieren gibt es wahrlich nicht viel: Als kleinere Schönheitsfehler lassen sich ausmachen, dass man innerhalb eines Kampfes die speziellen Werte (Abwehr etc.) der unterschiedlichen Rassen nicht einsehen kann. Außerdem sieht man leider den Level des Gegners erst, wenn man sich auf einen Kampf mit ihm eingelassen hat. Hin und wieder kommt es also vor, dass ihr frohen Mutes in einen vorerst aussichtslosen Kampf zieht. Ein Rückzug kostet euch dann ein paar der Ressourcen, die ihr benötigt, um neue Truppen zu kaufen. Bemängeln könnte man auch, dass die Unterteilung der Story in mehrere Kapitel mit unterschiedlichen Protagonisten, die jeweils ohne jegliche Truppen und Ausrüstung in Level 1 starten, sich ein wenig demotivierend auswirken könnte. Das ist wohl Geschmackssache, nachvollziehbar wäre dieses Argument auf jeden Fall. Insgesamt beschränkt sich meine Kritik aber wirklich auf diese Kleinigkeiten, die den Spielspaß nicht beeinträchtigen.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

„Might and Magic: Clash of Heroes“ ist definitiv eins der besten Spiele für RPG-Freunde, die auch eine Affinität zu Puzzle-Einlagen hegen (oder umgekehrt!). Das Spielprinzip ist derart innovativ und gleichzeitig intuitiv, dass es nicht verwunderlich, wie sehr es zu fesseln und immer wieder aufs Neue zu motivieren vermag. Der Titel wurde zudem mit viel Liebe zum Detail in jeglicher Hinsicht umgesetzt: Wunderschöne Grafiken, toller Sound, packende Story und ein ausgewogener Schwierigkeitsgrad, der euch in den locker 30-40 Spielstunden mitunter auch wirklich fordert. Magische Momente lassen die Zeit wie im Fluge verstreichen, also aufgepasst, wenn noch ein wichtiger Termin ansteht: CoH ist ein echter Zeit-Killer! Lasst euch das Spiel nicht entgehen, es ist auf seine Art und Weise ein Highlight des „Might and Magic“-Imperiums!

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

89%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

14.01.2009

Developer

Capybara Games

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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