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Reviews: Nintendo DS

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Harvest Moon DS

Simulation

15.07.2007

Autor: Kirsten Groh

Harvest Moon ist in Europa erstmalig 1998 auf dem SNES erschienen. Danach wurde die Serie auf diversen Systemen, wie z. B. auf dem GameCube, aber auch auf der Playstation fortgesetzt, wobei sie sich bei eingefleischten Fans großer Beliebtheit erfreut. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass Harvest Moon nun auch den Nintendo DS erobert.

Bei Harvest Moon handelt es sich um eine Bauernhof-Simulation, in der der Spieler zumeist in die Rolle eines männlichen Farmers schlüpft. Aufgabe des Spielers ist es, den Bauernhof zu bewirtschaften und die täglich anfallende Arbeit zu erledigen, um damit den Lebensunterhalt zu verdienen. Dazu gehört der Anbau von Gemüse und Früchten, aber auch die Haltung und Pflege von diversen Tieren.

Des weiteren hat der Spieler die Möglichkeit, mit den Dorfbewohnern Kontakte zu knüpfen und Freundschaften aufzubauen. Auch Heiraten und Nachwuchs zeugen gehören zu den Pflichten eines Farmers. Diese Möglichkeit besteht allerdings nicht in allen Harvest Moon Versionen. Ein wirkliches Spielziel gibt es aber nicht, so dass man das Spiel eigentlich endlos spielen kann.

 

Simulation pur?

Während es bei den Vorgängern hauptsächlich darum ging, seinen Hof zu bewirtschaften und die Frau fürs Leben zu finden, hat man bei der DS-Version eine zusätzliche Rahmenhandlung um die eigentliche Simulation gestrickt. Dabei geht es darum, dass die Hexenprinzessin und die Erntekönigin sich streiten. Der Zickenterror eskaliert und die Hexenprinzessin lässt die Erntekönigin in eine Parallelwelt verschwinden. Völlig unabsichtlich versteht sich. Zu allem Überfluss sind dann auch noch ganz plötzlich die Erntewichtel verschwunden. Ohne diese kann die Hexenprinzessin die Erntekönigin allerdings nicht zurückholen. Und genau an diesem Punkt kommt der bis dahin noch nichts ahnende Farmer ins Spiel, der eigentlich nur zufällig gerade in der Nähe war. Die Hexenprinzessin beschließt, dass ihr für die Rettung der Erntekönigin von nun an verantwortlich seid und es eure Aufgabe ist, die 101 Wichtel zu befreien. Allerdings erfährt man hier weder, wie genau man die Erntewichtel befreit, noch erscheint einem die Handlung auch nur in irgendeiner Weise schlüssig. So landet man letztendlich also auf seinem Hof und weiß überhaupt nicht so recht, womit man nun eigentlich beginnen soll.

 

Der Schauplatz des Geschehens

Diesmal befindet ihr euch im beschaulichen „Vergiss-mei-Nicht-Tal“. Auch hier gibt es wieder jede Menge zu sehen und zu entdecken. Wie bereits üblich, gilt es auch hier die Bewohner mit ihren unterschiedlichen Charaktereigenschaften und Launen kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Dabei begegnet ihr ihnen allerdings nie allen gleichzeitig, da einige von ihnen nur zu bestimmten Tageszeiten bzw. Tagen anzutreffen sind. Mit wem ihr euch anfreundet, bleibt natürlich euch überlassen, wobei bestimmte Freundschaften später von Vorteil für euch sein können. Auch die Frau fürs Leben kann man im „Vergiss-mei-Nicht- Tal“ finden. Vorausgesetzt man bringt - wie im echten Leben - jede Menge Geduld und vor allem Geschenke mit. Die Damen sind nämlich recht wählerisch und die Geschmäcker selbstverständlich verschieden. Wer also heiraten will, muss den Damen einiges bieten.

 

Ihr erntet, was ihr sät

Der Spieler startet, anders als in den vorherigen Versionen, bereits mit allen Werkzeugen, die man zum Wirtschaften braucht und ein Säckchen voll Saatgut ausgestattet. Weitere Informationen werden dem jungen Farmer allerdings nicht mit auf den Weg gegeben. Ein Tutorial oder eine Onlinehilfe sucht man zunächst vergeblich. Spieler, die bereits andere Titel der Serie gespielt haben, werden sich sicherlich nicht ganz so verloren vorkommen, alle anderen werden aber mit Sicherheit erstmal stupide durch die Gegend rennen, ehe sie genau wissen, womit sie am besten beginnen sollen.

 

Genau wie im wahren Leben hat auch der kleine Farmer allerhand zu tun. Dem Spieler stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um sein Geld zu verdienen und den Hof aufzubauen. Anfangs verfügt ihr natürlich nur über geringfügige Mittel, so dass ihr Euch zunächst auf den Anbau von Gemüse bzw. Früchten beschränken müsst. Bevor ihr aber eure Felder bestellen könnt, müsst ihr erstmal dafür sorgen, dass ihr einen geeigneten Anbauplatz findet. Zu Beginn des Spieles gleicht das Land um euren Hof nämlich eher einem Schlachtfeld. Überall liegen Steine und Hölzer herum oder aber es wuchert nur so von Unkraut. Habt ihr euch erstmal Platz geschaffen, könnt ihr mit dem Umgraben und dem Säen beginnen. Wie bereits erwähnt, habt ihr die Möglichkeit, diverse Sorten Gemüse, Obst oder Pflanzen anzubauen. Allerdings stehen dem Spieler je nach Jahreszeit immer nur bestimmte Sorten zur Verfügung. Je nach Art des Bodens und des Saatguts wachsen die Pflanzen schneller bzw. erreichen eine bessere Qualität. Erstmalig könnt ihr in der DS Version mit Hilfe einer Maschine eurer Saatgut aufleveln, um so höhere Verkaufswerte zu erlangen. Allerdings erweist sich dies als ziemlich kostspielig und mühsam. Dasselbe gilt übrigens auch für die Pilzzüchtung, die in etwa nach dem gleichen Prinzip funktioniert, sich jedoch als noch aufwendiger erweist.

 

Das liebe Vieh

Zu Beginn des Spieles besitzt ihr lediglich einen Hund und eine Katze als Haustier. Wie in allen Teilen der Serie könnt ihr euch im Verlauf des Spieles weitere Tiere, wie z. B. Enten, Hühner, Kühe und Schafe kaufen und züchten. Alle Tiere haben unterschiedliche Bedürfnisse und müssen von euch täglich umsorgt werden, damit sie wachsen und gedeihen.

 

Damit ihr Eure Tiere unterbringen könnt, müsst ihr allerdings Ställe bauen. Dafür benötigt ihr bestimmte Rohstoffe. Rohstoffe, wie z. B. Holz oder Stein findet ihr überall, Erz und Metall sind dafür wiederum schwieriger zu finden. Diese bekommt ihr nämlich ausschließlich in den Minen. Zusätzlich gibt es aber auch noch diverse Kräuter, Blumen oder aber auch Beeren zu finden. Auch bei den Ställen und Lagerhäusern gibt es Qualitätsunterschiede. Zwar kann man sich für relativ wenig Geld bereits etwas bauen lassen, muss dann aber auch damit rechnen, dass der Bau instabil ist. So kann es einem passieren, dass man morgens nichts ahnend aufwacht und mitgeteilt bekommt, dass beispielsweise der Stall eingestürzt ist und alle Tiere dabei umgekommen sind.

 

Steuerung

Wer erwartet hat, dass alles bequem per Touchpen zu steuern ist, der hat sich gewaltig geirrt. Denn die Umsetzung der Steuerung ist alles andere als gelungen. Man kann zwar bestimmte Dinge mittels Touchpen anklicken, zum Bestätigen oder ausführen muss allerdings weiterhin der gute alte A-Knopf herhalten. Dies führt mitunter dazu, dass man immer wieder den Touchpen in die Hand nehmen und im nächsten Moment wieder zur Seite legen muss, was auf Dauer ganz schön lästig ist. Gerade bei einem Spiel wie Harvest Moon hätte sich eine komplette Steuerung mit dem Stylus angeboten. Ihr habt zwar die Möglichkeit, eure Figur mit dem Stylus zu steuern, davon ist allerdings abzuraten.

 

Grafik und Sound

Die Grafik zeigt sich in dem gewohnten farbenfrohen Harvest Moon Stil und ist durchaus nett anzuschauen, jedoch keineswegs etwas Besonderes. Schön sind auch die Jahreszeitenwechsel. Der Herbst zeigt sich zum Beispiel in satten Rottönen, während der Winter natürlich mit jeder Menge Schnee daherkommt. Das Spiel ist in 2D gehalten. Auf dem oberen Bildschirm wird dabei das Hauptgeschehen dargestellt, auf dem unteren Teil seht ihr das Menü, die Karte bzw. diverse Statistiken.

Der Sound ist an sich eigentlich ganz nett. Allerdings können einem die sich immer wiederholenden Melodien nach einer gewissen Spielzeit auf die Nerven gehen. Ein bisschen mehr Abwechslung wäre schön gewesen.

 

Wir danken Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters!

 


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Fazit

Harvest Moon DS ist wie ein Getreidefeld nach dem Hagelschauer – wüst. Eigentlich finden sich viele gute Ideen, oder besser gesagt Ansätze zu guten Ideen; leider wurden diese aber allesamt lieblos umgesetzt. Harvest Moon DS macht dadurch einen sehr kantigen und unfertigen Eindruck. Dazu kommen zahlreiche Bugs. Es ist frustrierend, wenn man endlich die Online-Hilfe samt Tutorials findet, aber die dort angebotenen Informationen gar nicht mit dem tatsächlichen Spiel übereinstimmen. Oder man die Einladung zum jährlichen Schaafzüchtertreffen nicht erhält, weil man dazu nach dem Verlassen seines Häuschens nochmal zurück und wieder raus hätte gehen müssen. Dazu kommt die komplett versemmelte Steuerung. Es geht weder mit, noch ohne den Stylus. Bei einem Spiel wie Harvest Moon DS hätten sich gerade hier unzählige Möglichkeiten geboten, um Punkte zu sammeln. Überdies ist die gesamte Präsentation schlampig, einen roten Faden sucht man vergeblich. So ist es wohl der netten Grafik und dem im großen und ganzen stimmigen Sound zu verdanken, dass einer Weile doch noch das gewohnte Harvest-Feeling aufkommt.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

sch...

Spielspaß

ok

60%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

13.04.2007

Developer

Marvelous Interactive

Publisher

Rising Star Games

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

-

Anzahl Spieler (WLAN)

-


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