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Reviews: Nintendo DS

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Percy Jackson – Diebe im Olymp Nintendo DS

RPG

26.02.2010

Autor: Philipp Bress

 

 

Furien, Minotauren, Götter, Halbgötter und alles was sich sonst noch so in der griechischen Mythologie tummelt, trifft sich also in dem beschaulichen Städtchen New York zum Kaffeeklatsch und gibt sich bei einem gewissen Percy Jackson quasi die Klinke in die Hand. Klingt schon für einen Film ziemlich verrückt, der auch dem entsprechende Kritiken eingefahren hat! Doch wie wurde die Story auf dem Nintendo DS umgesetzt?

 

 

Zunächst etwas zur Geschichte

 

Percy Jackson scheint an und für sich ein ganz normaler Teenager zu sein, allerdings fühlt er sich nur richtig wohl, wenn er im Wasser abtauchen kann. Doch als sich bei dem Besuch eines New Yorker Museums herausstellt, dass einer seiner Lehrerinnen eine echte, im wahrsten Sinne des Wortes, Furie ist, ändert sich für Percy alles. Er findet heraus, dass sein bester und gehbehinderter Freund Grover in Wirklichkeit ein Satyr und er selbst sogar der Sohn Poseidons ist, also ein Halbgott. Zudem beschuldigt ihn der Obermacker des Olymp, Mr. Zeus höchst persönlich, dass Percy den mächtigen „Herscher Blitz“ gestohlen hätte. So viel zur groben Story. Soweit kann man sie auch noch im DS-Spiel nach vollziehen, wobei auch das schon hart wird.

 

Ohne allzu große Infos startet man das Spiel. Nach einem kurzen Dialog befindet man sich auf dem Weg zu dem o.g. Museum. Grover und Prof. Chiron geben einen kleinen Exkurs in griechischer Mythologie. Und plötzlich ist auch schon die schräge Lehrerin da und verwandelt sich in eine Furie. Nach einem kurzen, nicht gerade fordernden Kampf ist die Furie auch schon erledigt. Aus unersichtlichen Grund stellt sich heraus, dass Grover ein Satyr ist (von seiner Gehbehinderung war im Spiel vorher keine Rede). Ich war wirklich schwer begeistert von den ganzen komischen Wendungen in der Geschichte, die das gesamte Spiel über sehr zusammenhanglos wirken. Sitzt Chiron zu beginn in einem Rollstuhl, ist er im ominösen Halbblut-Camp plötzlich ein Zentaur und so weiter. Das ganze Gerüst der Story ist einfach nur schlampig zusammen gezimmert worden für dieses Spiel. Und da es in diesem Camp mehr als nur genug Athene- und Ares-Kinder gibt, fragt man sich doch irgendwie, ob die griechischen Götter tatsächlich nur irgendwelche wollüstigen Trunkenbolde waren.

 

 

Langweilig und altbacken

 

Auch wenn die Story bescheiden umgesetzt ist kann ja eventuell noch das Gameplay einiges reißen. Aber das ist leider auch Wunschdenken. Zwar wurde das rundenbasierte Kampfsystem technisch sauber umgesetzt, aber hat es auch schon etliche Male in derselben Form gegeben und das auch noch besser. Wie so üblich wechseln sich die beiden gegenüberstehenden Partien mit den Angriffen ab. Jede Seite verfügt dabei aber auch über eine Zeitanzeige, die in gewisser Weise das Mana ersetzt. Setzt man einen Schwerthieb ein kostet dieser z.B. vier Punkte, welche anschließend von der Anzeige verschwinden. Nachdem ein Gegner nun seine Attacke durchgeführt hat, die fünf Punkte kostet, wird geguckt wer noch mehr Zeit auf dem Konto hat. Bei wem sich nun die Anzeige als erstes wieder gefüllt hat, der darf den nächsten Zug machen. Wäre ein Aspekt, der den Kämpfen einen guten Schuss Taktik bringen könnte, aber weit gefehlt. Die Kämpfe sind so einfach gestrickt, dass man eher selten in große Bedrängnis kommt. Etwas Abwechslung bringen die „Minispiele“ mit denen man mit etwas Timing entweder Angriffe abblocken kann und den prozentualen Schaden bei kritischen Treffern steigern kann. Wie es in einem Spiel mit RPG-System nun auch mal so ist, hat man einige Gefährten an seiner Seite, die unterschiedliche Fähigkeiten haben. Besonders mächtig wird das Team, wenn es gemeinsam eine Team-Attacke einsetzen kann und natürlich je nach Charakter-Konstellation haben die Team-Angriffe verschiedene Auswirkungen.

 

Das Level-System verfährt nach den staubigen, alten Mustern. Monster grillen, Erfahrungspunkte einsammeln, im Level aufsteigen, Attribute verbessern, gelegentlich eine neue Attacke erhalten und so weiter und so fort. Erstaunlich ist aber, dass man bei der Verbesserung der Attribute nicht einfach permanent das Gleiche erhöhen kann. Der Sinn hat sich mir noch nicht ganz erschlossen, aber vermutliche würde das Spiel sonst noch leichter, wenn ich nach 20 Minuten schon fast die volle Stärke bei einem Charakter erreicht hätte. Zusätzliche gibt es noch die sogenannten Drachmen. Dies sind Items mit denen man die Spielfiguren zusätzlich aufwerten kann. Selbstverständlich gibt es auch ein kleines Repertoire an Gegenständen die man finden kann, mit dessen Hilfe man sich auch mal heilen kann. Das Übliche eben.

 

 

Die technische Seite

 

Aber den Vogel schießt natürlich die Oberwelt ab. An keiner Stelle kann man direkte Kontrolle über Percy Jackson übernehmen, denn die Oberwelt besteht nur aus einer Karte mit Markierungen zwischen denen man eine statische Figur hin und her schiebt. Das führt logischerweise dazu, dass man von sich selbst aus mit nichts und niemandem agieren kann und so kaum Informationen zur Geschichte oder anderen Dingen erfährt. Vielversprechend sind auch die Hintergründe der Kampfszenen! Es ist nämlich in bestimmten Gebieten permanent der gleiche! Absolut verrückt! Von dieser Seite weist das Spiel also schon einmal keine Pluspunkte für Grafik auf.

 

Die Charaktere und Monster gehen optisch in die Comic-Richtung und sehen ganz passable aus. Aber die Kampf-Animationen sind wahrlich für den Hades. Als Beispiel nehme ich Percys Schwerthieb und seine Wasserattacke. Obwohl zweitere sich schon vom Prinzip her elementar von der ersten unterscheidet, vollführt unser Held dennoch dieselbe Bewegung beim Angriff, nur das zum Schluss anstelle des Schadens zunächst eine Wasserfontäne vom Himmel herab schießt und dann erst der Schadenszähler einsetzt. Für die Ohren bekommt man auch nichts besonderes geboten. Ein stumpfes und langweiliges Gedudel, welches man nach zwei Minuten auch schon wieder vergessen hat. Eine Sprachausgabe ist selbstredend auch nicht vorhanden.

 

 

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Die Entwickler haben es zwar geschafft, dass Percy Jackson – Diebe im Olymp sich sauber spielen lässt, allerdings schränkt es sich durch das bescheidene Gameplay und der oft nur stichpunktartig wiedergegeben Story selbst stark ein. Auch wenn es ein typisches „Final Fantasy“-Kampfsystem ist, weiß es nicht endgültig zu überzeugen. Wer sich den Film oder das Buch nicht zu Gemüte geführt hat, wird wohl einiges an der Story verpassen. Und so bleibt auch dieses Lizenz-Spiel ein Beispiel für eine typische verwurstung eines Film-Videospieles.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

46%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

15.02.2010

Developer

Griptonite

Publisher

Activision

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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