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Reviews: Nintendo DS

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Picross 3D

Puzzle

04.03.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Puzzeln in der dritten Dimension!

 

Im Jahre 2007 erschien mit Picross auf dem Nintendo DS ein wirklich süchtig machendes Puzzlespiel, das vermutlich nicht nur mich stundenlang an die kleinen Bildschirme gefesselt hat. Auf einem rechteckigen Spielfeld musste man pro Spalte und Zeile herausfinden, welche der Felder zum Bild gehören und welche nicht. Dazu waren über den Spalten und links neben den Zeilen Zahlenkolonnen vorgegeben, die dem Spieler vorgaben, welche Zellen markiert und welche entfernt werden müssen. Parallel zum Launch des Nintendo DSi XL hat sich Nintendo nun erneut dem Spielprinzip bedient und einen Nachfolger herausgebracht, der jedoch eine ganze Dimension mehr bietet. Nun muss man nämlich dreidimensionale Aufgaben lösen.

 

Das Spielprinzip an sich ist sehr simpel. Zu Beginn einer jeden Aufgabe findet man einen Quader vor, der mit Fortschreiten des Spiels natürlich immer größer wird. Der Quader besteht aus vielen kleinen Würfeln, zum Beispiel 64, wenn er vier Felder hoch, breit und tief ist. Anfangs sind sogar noch quasi-zweidimensionale Aufgaben dabei, da die Figur auch mal nur eine Reihe tief sein kann. Das bleibt aber die Ausnahme. Im Normalfall muss man also aus diesem Quader eine Figur herstellen, die Arbeit gleicht also der eines Bildhauers. Aber wie macht man zum Beispiel aus einem Quader einen Elefanten? Ganz einfach: man entfernt einfach alles, was nicht nach Elefant aussieht. ;-) Doch glücklicherweise wird man dabei nicht alleine gelassen.

 

 

Ziel ist es also, herauszufinden, welche der kleinen Würfel zum Bild gehören und welche nicht. Dazu stehen auf einigen von ihnen Zahlen, die Tipps geben, wie viele Würfel in einer bestimmten Reihe am Ende stehen bleiben müssen. Steht nur eine Zahl drauf, dann müssen die Würfel am Ende zusammenhängend sein, ist die Zahl eingekreist, dann besteht die Reihe aus genau zwei Abschnitten und wenn sie von einem Quadrat umschlossen ist, sind es mindestens drei Abschnitte. Um das zu verdeutlichen hilft am besten ein Bild:

 

 

So bekommt man also Tipps in allen drei Dimensionen, die dazu dienen, die Aufgaben eindeutig lösen zu können. Doch Eindeutigkeit ist nicht gleich Einfachheit, was das Spiel dem geneigten Puzzler immer wieder vor Augen führt. Während man in der Einführung noch Tipps bekommt und erst nach und nach alle Features eingeführt werden, ist spätestens bei den „einfachen“ Aufgaben Schluss mit lustig. Und zu allem Überfluss kommt auch noch ein Zeitlimit dazu und Fehler darf man auch maximal vier machen, wenn man die Aufgabe schaffen will.

 

 

Schwer angefangen, stark zugenommen!

 

Jeder der drei Schwierigkeitsgrade besteht aus unterschiedlichen Stufen. In jeder dieser Stufen gibt es eine bestimmte Anzahl an Aufgaben sowie zwei Bonuspuzzles. Um diese freizuschalten muss man in genau dieser Stufe Sterne sammeln. Pro Aufgabe erhält man einen Stern, wenn man sie löst, einen zweiten, wenn man sie fehlerfrei löst und einen dritten, wenn man es innerhalb des grünen Bereiches der Zeitvorgabe schafft. Ein Beispiel: Man hat für eine Aufgabe 30 Minuten Zeit, schafft man es nicht, sie in diesem Limit zu lösen ist man gescheitert. Will man jedoch den Stern für schnelles Lösen haben, dann darf man sich keine 30 Minuten Zeit lassen, sondern zum Beispiel nur 10. Angezeigt wird das durch einen grünen Bereich auf der mitlaufenden Uhr.

 

Um nun eine Aufgabe auch noch fehlerfrei zu lösen, muss man die Steine markieren, die zum Bild gehören und die entfernen, die es nicht tun. Markiert man einen eigentlich nicht dazu gehörenden Würfel fälschlicherweise, dann hat das keine Auswirkungen, einen Fehler produziert man erst, wenn man einen entfernen will, der eigentlich dazu gehört. Der soeben entfernte Block erscheint einfach wieder und wird auch so markiert, dass man ihn nicht aus Versehen ein zweites Mal löschen will. Gelingt es, keinen solchen Fehler zu machen und im Zeitlimit zu bleiben, bekommt man drei Sterne. Hat man genug Sterne gesammelt, dann werden die Silber- und Gold-Aufgabe der Stufe freigeschaltet. Zwischendurch gibt es auch immer mal wieder Aufgaben, die man grundsätzlich nur fehlerfrei oder unter verstärktem Zeitdruck lösen kann.

 

 

So spielt man sich durch die verschiedenen Stufen und schaltet nach Abschluss eines Schwierigkeitsgrades den nächsten, ungleich schwereren, frei. Wie ich eingangs schon erwähnte, ist es schon auf „einfach“ nicht wirklich einfach. Man kann zwar durch logisches Denken jede Aufgabe eindeutig lösen, aber dazu muss man sehr gut kombinieren können. Und wenn ich jetzt noch sage, dass es über 350 Aufgaben gibt und man für einzelne schon mal 30 Minuten brauchen kann, dann ist spätestens klar, dass man für die 30 Euro jede Menge Inhalt bekommt.

 

 

350 Puzzles sind nicht genug?

 

Wem die mitgelieferten Aufgaben nicht reichen, der hat zum Glück noch eine Möglichkeit, sich weiteres Futter zu verschaffen. Man kann nämlich im Spiel einfach selbst Figuren in 3D erstellen, aus denen das Spiel dann einen Quader erstellt und die mindestens benötigten Ziffern selbst auf die Kanten schreibt. Die erstellte Figur kann man natürlich auch noch bunt einfärben, damit man auch erkennt, was es darstellen soll. Diese eigens kreierten Rätsel kann man dann per drahtloser DS-Verbindung oder über die Wi-Fi Connection an Freunde schicken und dementsprechend natürlich auch selbst neue Puzzles von anderen Leuten erhalten. Zusätzlich veranstaltet Nintendo aktuell noch monatliche Wettbewerbe und kürt die besten Eigenkreationen, die dann für jeden Besitzer des Spiels per Wi-Fi Connection verfügbar sind. Wenn das mal kein Anreiz ist, selbst kreativ zu werden, dann weiß ich es auch nicht.

 

 

Grafik, Sound und Steuerung!

 

Ich pflege ja immer zu sagen, dass die Technik bei einem Puzzlespiel nicht wirklich wichtig ist und genau das gilt auch bei Picross 3D. Allerdings hat das die Entwickler nicht davon abgehalten, die Puzzle optisch relativ ansprechend zu gestalten, vor allem ist es oft erstaunlich, wie wenige Würfel nötig sind, um eine erkennbare Figur daraus zu erstellen. Klar, ein optisches Meisterwerk kann man nicht erwarten, aber die Übersichtlichkeit stimmt meistens und alles ist schön bunt ohne Augenkrebs zu verursachen. Bei der Musik haben die Entwickler im Vergleich zum Vorgänger zwar eine Schippe drauflegen können, jedoch ist die Musik noch immer kein Glanzstück. Die Stücke nerven nicht mehr ganz so schnell, aber es gibt weiterhin viel zu wenige und keine echten Ohrwürmer.

 

 

Die Steuerung funktioniert an sich einwandfrei. Per Touchpen lässt sich die Ansicht wunderbar so drehen, dass man alles Wesentliche erkennt und das Markieren und Entfernen von Steinen geht leicht und genau von der Hand, wenn man sich die Zeit nimmt, den Quader vorher richtig zu drehen. Bei großen Bildern ist es jedoch manchmal etwas nervig, da man zu leicht aus Versehen die zwei Punkte berührt, mit denen man Reihen ausblenden kann. Diese Funktion ist nötig, damit man bei großen Gebilden auch die inneren Strukturen erkennen kann. Ist die Figur recht groß, passiert es leicht, dass man sie versehentlich auslöst, was zwar keine negativen Konsequenzen für die Aufgabe hat, aber dennoch nervt, vor allem, wenn man unter hohem Zeitdruck steht. Allerdings kann man sich auch antrainieren, da genauer drauf zu achten und dann passiert es kaum noch.

 

 

Meckerecke!

 

Ich habe schon lange keinen solchen Absatz mehr in einem Testbericht geschrieben, weil ich die negativen Punkte bereits vorher abgearbeitet hatte. Hier bleibt mir auch nur ein Kritikpunkt, den ich unbedingt noch mal herausstellen muss: das Spiel ist nur für Menschen mit großer Geduld, einer hohen Kombinationsgabe und Zeit ohne Ende geeignet, denn es lässt einen einfach nicht mehr los. Es hat mir in den letzten sieben Tagen so viele Stunden meines Lebens einfach dreist geklaut, dass ich die schon gar nicht mehr zählen kann. Und ich bin noch lange nicht am Ende. Zuletzt wagt es das Spiel dann auch noch, mich vor dem Einschlafen und in meinen Träumen zu verfolgen, ich sehe nur noch Würfel und Zahlen vor meinem inneren Auge. Und falls das jetzt jemand nicht verstanden haben sollte: das war Ironie. ;-)

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Picross 3D ist eigentlich ein logischer Schritt, nachdem schon die zweidimensionale Version so überzeugen konnte. Und tatsächlich, mit räumlicher Tiefe macht es noch mehr Spaß. Dazu ist die Steuerung gelungen und es gibt tonnenweise Umfang. Wem das nicht reicht, der findet online weitere Aufgaben und kann auch selbst welche erstellen. Die Entwickler haben einfach an alles gedacht, außer an einen Mehrspieler-Modus, der aber schon beim Vorgänger aufgesetzt wirkte und daher nicht wirklich eine Bereicherung war, also Schwamm drüber. Wer hartes Training für sein Logik-Zentrum sucht, der wird bei Picross 3D mehr als fündig. Man muss allerdings dazu sagen, dass es auf dem DSi XL einfach mehr Spaß macht, weil das Mehr an Bildfläche der Steuerung und der Übersicht auf jeden Fall hilft.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

05.03.2010

Developer

HAL Laboratory

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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